TEST: BTSV – 1. FSV Mainz 05 0:1 (0:0)

Eintracht Braunschweig Georg-Gaßmann-Stadion,
Marburg
1. FSV Mainz 05

Euer werter Schreiber hatte sich in Vechelde wohl bereit erklärt, auf der Tour nach Marburg den beliebten Platz vorne links einnehmen zu wollen, die restlichen Plätze im Duff-Duff-Dacia waren schnell vergeben, so dass es also pünktlich zum Feierabend um 15h00 aus Braunschweig gen Hessisch-Sibirien ging. Die ersten drei Mitfahrer warteten verabredungskonform und auch der letzte Sitzplatz wurde kurz darauf erfolgreich besetzt.

Durch den Freitagnachmittagverkehr und die von der Frau im Navi errechnete Ankunftszeit wurde die Ansage ausgegeben, die Hinfahrt ohne Pinkelpause bestreiten zu wollen, was den Konsum alkoholischer Getränke ein wenig einschränkte. Ich wusste ja nicht, liebe Leser, dass immerhin ein Fünftel der heutigen Besatzung schon vorgeglüht hatte.

Kurz vor Kassel gabs dann doch den einen Gnadenstopp, anschließend wurde aber durchgezogen, was angesichts der Anreise über obskurste Landstraßen auch bitter nötig war.

Estimated time to arrival war 18h00, also vermeintliche Punktlandung im Marburger non-league Ground. Klappte auch alles soweit hervorragend, bis auf die Parkplatzsuche: Der Marburger an sich scheint des Parkens wenig gut mächtig zu sein, anders ist nicht zu erklären, wieso etliche Stellplätze auf dem sicher nicht kleinen Stadionparkplatz durch schlecht geparkte Einheimische unnutzbar waren. Der Edeka gegenüber hatte extra seinen Stift auf den Supermarktparkplatz gestellt, um dortiges Wildparken zu unterbinden, so dass noch ein paar Minuten verloren wurden, ehe es schnellen Schrittes zum Stadiontor ging, wo der Rülpser schon eine Karte für freche zehn Euro besorgt hatte.

Das Georg-Gaßmann-Stadion ist eine ganz hübsche Multifunktionsanlage, wo jedoch nur seltenst Fußball geboten wird, ab und an halt mal ein Verbandspokalfinale, so dass die Chance eher rar ist, dieses Kreuzchen zu machen. Robin wurde von allen Mitfahrern sehr beneidet, heute bereits zum zweiten Mal diesen Ground zu besuchen, war er doch grad vor ein paar Wochen zu eben solch einem sinnlosen Hessenpokalspiel vor Ort.

Passiert war bis dato nix, also erstmal das verdiente Fahrerbier getrunken und sich zum Rest der reisefreudigen Braunschweiger auf die Gegengerade gesellt. Rund tausend Zuschauer waren bei dem Spiel wohl anwesend, darunter erstaunlich wenig Publikum für den Heulsusenverein aus Rheinhessen und eine erfreulich ordentliche Zahl in Blau-Gelb.

Der Rülpser und Rocky freuten sich über gezapftes Weizen von der Bierbude, der Läusemeier hätte eigentlich kein Bier mehr gebraucht, sorgte aber auch für Umsatz an der Bude.

Ansonsten natürlich das Spiel eher Nebensache, die Ereignisse in der Sommerpause und die kommenden Termine wollten diskutiert werden, immerhin durfte man sehen, dass der BTSV über lange Strecken dem Bundesligisten mindestens ebenbürtig war.

Die Mainzer wechselten zur Pause bis auf den Keeper komplett durch, auch auf Seiten des BTSV wurde ordentlich getauscht.

Nachdem man sich schon mit einem für die Roten schmeichelhaften 0:0 abgefunden hatte, schaffte es der Linienrichter aus der Nähe von Mainz, seinem Lieblingsverein noch zu einem Tor zu verhelfen. Ging ja um nix, aber anhören durfte sich der feine Herr trotzdem ein paar Takte.

Die Stimmung beschränkte sich ansonsten auf eine Gruppe noch nie zuvor gesehener Oliba-Träger (Marburger Studenten?), die Braunschweiger Liedgut zum Besten gaben. Von Mainz gabs nüscht.

Nach Abpfiff gings zurück zum Auto und auf schnellstem Weg gen Heimat, wobei diesmal deutlich mehr Stopps eingelegt werden mussten, um Biervorräte aufzufüllen bzw. Blasen zu entleeren.

In der Mitte der Rückbank schlummerte Robin Vollmann sanft an Rockys Schulter und sabberte vor sich hin – außer in den kurzen Wachphasen, wo undefinierte gutturale Laute seine Kehle verließen – dank alkoholinduziertem Tourette sicherlich besser so, das ein oder andere zusammenhanglos genuschelte „Fotze“ war aber doch zu verstehen.

Nachdem Rocky zu Hause abgeliefert worden war, konnte Robin immerhin noch einen dringenden Haltewunsch artikulieren, so dass vom Dichtmann nur auf die Kreuzstraße, nicht aber in den Dacia gekotzt wurde.

BTSV: Marjan Petkovic (Daniel Davari, 46′) – Ken Reichel, Marcel Correia (Marc Pfitzner, 46′), Matthias Henn (Benjamin Fuchs, 83′), Oliver Petersch (Jan Washausen, 46′) – Norman Theuerkauf (Emre Turan, 61′) – Nico Zimmermann (Gianluca Korte, 77′), Damir Vrancic (Markus Unger, 83′), Dennis Kruppke (Julius Reinhardt, 61′), Mirko Boland (Raffael Korte, 61′) – Dominick Kumbela (Mathias Fetsch, 77′). TRAINER: Torsten Lieberknecht

1. FSV MAINZ 05: Christian Wetklo – Radoslav Zabavnik (Niki Wiedmann, 46′), Niko Bungert (Manuel Schneider, 46′), Jan Kirchhoff (Thomas Meißner, 46′), Fabian Schönheim (Eugen Gopko, 46′) – Julian Baumgartlinger (Jared Jeffrey, 46′), Eugen Polanski (Marco Caligiuri, 46′) – Marcel Risse (Yunus Malli, 46′), Andreas Ivanschitz (Zoltan Stieber, 46′), Nicolai Müller (Florian Heller, 46′) – Anthony Ujah (Deniz Yilmaz, 46′). TRAINER: Arno Michels

TOR: 0:1 Florian Heller (84′)

SCHIRI: Thomas Stein (Homburg/Main)

ZUSCHAUER: 1.000

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