RLS: SC Pfullendorf – Kickers Offenbach 0:1 (0:1)

SC Pfullendorf Waldstadion,
Pfullendorf
Kickers Offenbach

Mal wieder einer dieser Tage, an denen meine Eintracht spielt, ich aber nicht den Weg in den Norden antreten kann. Zu Hause gab es vor gut 11.000 Zuschauern nur ein 1:1 gegen die Amateure des 1. FC Köln, Ahmet Kuru konnte dabei an seinem 23. Geburtstag seinen 20. Saisontreffer für die Blau-Gelben markieren.

Stattdessen wurde von mir nach dem Frühstück schnell das Waldstadion in Pfullendorf ins Navi des Mietfords eingehackt und los ging es bei wunderbar-sommerlichen Fußballwetter.

Ohne besondere Vorkommnisse erreichte ich viertel vor zwei den Ground (alno Arena, wie das Ding mittlerweile heißt – ich könnte jetzt darüber schreiben, was ich generell von dem Umbennen von Stadion und im speziellen von solchen Stadien halte – aber ich lass das mal).

Nachdem schlappe €7,50 den Besitzer gewechselt haben und ein Ordner eine Wahnsinnskontrolle hinlegte („bitte noch mal die Zigarettenschachtel öffnen“, „bitte mal den Fotoapparat aus der Hülle ziehen und anschalten“, „bitte noch kurz da hinten zum Proktologen“ – OK, das letzte hab ich mir jetzt ausgedacht), durfte ich den Gästeblock betreten, der zu diesem Zeitpunkt von ganzen acht OFC-Fans bevölkert war. Naja, waren ja auch noch locker 45 Minuten bis kick off.

Also schnell die obligaten Photos geschossen, eine wenig smakelige Wurst und ein noch schlimmeres alkfreies Bier getrunken und dabei die Ankunft eines Fanbusses vom OFC sowie noch einigen Individualreisenden beobachtet.

Das Publikum des OFC bestand hauptsächlich aus Kutten, wunderbar. So wurde ich via Aufnäher und Schals über die zahlreichen Freundschaften der Kickers aufgeklärt (Leverkusen, Karlsruhe, Stuttgarter Kickers).

Der Anhang machte auch gleich Stimmung – naja, nicht viel, nicht laut, aber immerhin.

Ziemlich pünktlich zu Spielbeginn konnte ich meine Sonnenbrille wieder absetzen und nur kurze Zeit später fielen die ersten dicken Tropfen, die noch zu einem schönen Schauer anwachsen sollten.

Das Spiel schien ja von Anfang an ’ne recht klare Kiste für den OFC zu werden – das schlechteste Heimteam gegen die beste Awaymannschaft (ich hab grad n déjà vu, hatte ich das nicht grad gestern?). Pfullendorf muss sich noch richtig strecken, wenn der Abstieg in die Oberliga abgewendet werden soll, der OFC ist so gut wie aufgestiegen.

Zu Beginn war es aber so, dass Pfullendorf stürmte und der OFC nicht so richtig zum Spiel kam.

Der erste Angriff von den Frankfurter Vorstädtern brachte dann aber das 1:0 durch Türker, völlig überraschend, aber schön rausgespielt.

Dadurch beflügelt kam der OFC jetzt zu besseren Chancen, konnte diese aber nicht nutzen, auch wenn Pfullendorf fast im Gegenzug hätte ausgleichen können.

In der 34. Minute erkannte der Schiri ein Tor der Kickers wegen klarem Abseits ab.

Das Spiel plätscherte so vor sich hin, vor mir erklärte ein Kerl (Typ: SozPäd) seiner Perle das Spiel, das Universum und den ganzen Rest – furchtbar. Währenddessen gab der Fanblock Sinnlossupport zum Besten: ein Pärchen vor dem Block filmte die ganze Zeit mit einer Videokamera, wobei er ihr den Schirm hielt und sich Gesang wie „Du hältst ihr nur den Schirm“, „Du bist doch geil auf sie“ etc. gefallen lassen musste. Als er sich hinter sie stellte kam dann das grandiose „Hintertürchen, Hintertürchen, hey, hey“ – da musste mein Sozialpädagoge auch passen und sagte zu seiner Perle, dass er das jetzt auch nicht kapiere – köstlich.

Leider verschwand das Videopaar zur Pause, so dass die zweite Hälfte sehr langweilig wurde.

Einzige Abwechslung war eine kleine Rangelei auf dem Feld, die der Schiri mit roten Karten sowohl für den Offenbacher Kanyuk, als auch für den Spielertrainer der Pfullendorfer quittierte.

In der Schlußphase stürmte nur noch die Heimmannschaft, kam aber nicht mehr zum verdienten Ausgleich, trotz einiger hochkarätiger Chancen.

Ja, und so ging dann auch dieses Spiel vorrüber und ich fuhr nach Hause nach Karlsruhe.

SC PFULLENDORF: Ralf Hermanutz – Matthias Kiefer, Marco Kurz, Marcel Rapp – Christian Deufel (Toni Fiore Tapia, 76′), Andreas Schumacher (Gino Hockenjos, 82′), Christian Gmünder (Helgi Kolvidsson, 46′), Ralf Zimmermann – Patrick Hagg – Sascha Maier, Alexander Blessin. TRAINER: Marco Kurz

KICKERS OFFENBACH: Cesar Thier – Lars Weißenfeldt, Ole Budtz, Markus Happe (Michael Bodnar, 70′), Bastian Pinske – Bruno Akrapovic, Laszlo Kanyuk, Deniele Fiorentino (Christian Müller, 62′), Thorsten Judt – Suat Türker (Vesselin Petkov Gerov, 79′), Stefan Sieger. TRAINER: Hans-Jürgen Boysen

TORE: 0:1 Suat Türker (15′)

SCHIRI: Torsten Bauer (Seesbach)

ZUSCHAUER: 1.380, davon 150 im Gästeblock

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