BL2: 1. FC Köln – BTSV 2:2 (0:1)

1. FC Köln Müngersdorfer Stadion,
Köln
Eintracht Braunschweig

Eine Fanclub-Tour war ausgerufen, was mich dazu verleitete, den gebuchten Platz im Ballerbus aufzugeben. Doof, wenn dann am Spieltag vier Stunden vor Abfahrt die Absage kommt. Gut, wenn sich spontan ein Mitfahrer findet, der seinerseits nicht nur das Auto, sondern auch die Fahrkünste feil bietet.

14h00 war Abfahrt am Stadion in Braunschweig, der neue Golf brachte uns sicher und mit einigen kleinen Stopps durch den Schneeregen nach Köln. Lediglich die gesperrte Rheinbrücke bei Leverkusen inklusive Stau nervte sehr ordentlich, wobei dieser Zwischenstopp zur Verrichtung einer Notdurft einlud.

Der als Gästeparkplatz angekündigte P4 erwies sich als Waldweg mit jeder Menge Heimpublikum, aber immerhin war die Parkplatzwächterin unaufmerskam, so dass 3,50 Euro gespart werden konnten. Wäre auch reichlich unverfroren für diesen nicht vorhandenen Service.

Nachdem das weiträumige Alkoholverbot locker wegignoriert worden war, ging es dann irgendwann auch die paar Schritte zum Stadion, welches – ich muss es zugeben – von den ganzen Neubauten einen der oberen Plätze in meiner Gunst einnimmt. Der Einlaß war unproblematisch, wir waren aber auch noch früh, der extra angeforderte Sprengstoffhund hatte auch keine Einwände.

Im Stadion musste leider festgestellt werden, dass es keinen Alkohol gab, na dann eben mal nicht saufen. Morgen gehts ja auch wieder früh raus.

Müngersdorfer Stadion, Köln

Die Stehränge füllten sich zusehends und mit Anpfiff erreichte mich der Anruf vom guten alten Schulkollegen Ingo, der leider nur eine Sitzplatzkarte hatte – irgendwie hat er dann aber doch den Weg in den Stehplatzblock gefunden, pünktlich zum Ende des natürlich wieder durchgezogenen 12:12-Schweigens.

Kaum hatten wir einen Platz oben gefunden, lupfte Kumbela das Leder lässig über Horn, 1:0 für die Guten und Durchdrehen im Block. Wir sind halt die Geilsten!

Viel hatte ich mir nicht ausgerechnet, ist doch Köln der absolute Angstgegner vom BTSV – noch nie gab es einen Sieg in Köln, zwei magere Punkte sind die bisherige Ausbeute (und immerhin einen davon konnte ich 2003 miterleben) im Müngersdorfer Stadion, das natürlich offiziell so nicht mehr heißt, sondern auch so einen dämlichen Sponsorennamen trägt. Wenigstens nicht „Arena“.

Müngersdorfer Stadion, Köln

Nach der Halbzeit dann leider schnell – ebenfalls sehr sehenswert – der Ausgleich für die Geißböcke. Mit einem Punkt wäre ich ja zufrieden, aber leider der EffZäh nun doch verdammt stark.

Die Schlussviertelstunde hatte grad begonnen, da latscht ein Kölner unseren Ademi um – klare Sache: Elfmeter für uns! Leider hatte Pfitze heute einen Scheißtag und kullerte den Ball gemütlich in die Arme vom Kölner Keeper. Das wäre auch zu geil gewesen.

Mach Dir nix draus Pfitze, der Nächste sitzt!

Es kam, wie es kommen musste – kurz vor Ende das 2:1 für die Karnevalsdeppen, nix gut, ich war ziemlich geknickt.

Ich hatte aber die Rechnung ohne Bicakcic gemacht, der in der Nachspielzeit zum verdienten Ausgleich traf, was zum absoluten Auswärtsorgasmus führte. Minuten später haben mir noch die Knie vor Adrenalin gezittet.

Besonders schön natürlich die langen Gesichter bei den Trotteln auf der Tribüne, die eben noch gestenreich in unsere Richtung provozieren mussten. Wer zuletzt lacht…

Nach Abpfiff wurde Ingo verabschiedet und der Weg über die dunkle – und vor allem matschige – Wiese zurück zum Auto genommen, wo noch dem ein oder anderen Kölner ein paar warme Worte auf den Nachhauseweg mitgegeben wurden.

Die Rückfahrt zog sich wie Kaugummi, um drei hatte uns die eingeschneite Heimat wieder, drei Stunden Schlaf, dann sollte der Wecker (die dumme Sau) klingeln. Montagsspiele sind und bleiben scheiße, auch wenn man in Köln seine Spitzenposition behauptet.

1. FC KÖLN: Timo Horn – Miso Brecko, Dominic Maroh, Kevin McKenna, Jonas Hector – Matthias Lehmann – Mato Jajalo (Adam Matuschyk, 85′), Christian Clemens – Thomas Bröker, Mikael Ishak (Daniel Royer, 67′) – Anthony Ujah (Tobias Strobl, 90′). TRAINER: Holger Stanislawski

BTSV: Daniel Davari – Steffen Bohl, Ermin Bicakcic, Deniz Dogan (Benjamin Kessel, 85′), Ken Reichel – Norman Theuerkauf – Dennis Kruppke, Damir Vrancic (Marc Pfitzner, 68′), Chengdong Zhang (Randy Edwini-Bonsu, 76′) – Domi Kumbela, Orhan Ademi. TRAINER: Torsten Lieberknecht

SCHIRI: Dr. Felix Brych (München)

TORE: 0:1 Domi Kumbela (23′), 1:1 Christian Clemens (47′), 2:1 Anthony Ujah (88′), 2:2 Ermin Bicakcic (91′)

ZUSCHAUER: 38.000, 2.500 Braunschweiger

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