Testkick: VfB Oldenburg – BTSV 3:2 (2:2)

VfB Oldenburg Stadion Franzosenschanze,
Borkum
Eintracht Braunschweig

Endlich gabs mal wieder ein Trainingslager – und das auch noch an einem neuen Ort! Sogar ein touristisch interessanter Ort (im Vergleich zu, sagen wir mal, Gütersloh). Also war es klar: ein paar Tage Borkum müssen auch für mich sein.

So ging es also am Freitag mittag nach Emden, wo nach einem kleinen Imbiss die Fähre auf die Insel bestiegen werden konnte.
Nach einigen Runden Maumau und Negern war man dann auch schon im strömenden Regen da, kurz mit der Bimmelbahn in die „City“ und den Schlüssel bei der Herbergsmama abgeholt und schon konnte die Butze – besser: die zwei Butzen bezogen werden. Man hatte uns nämlich netterweise zwei kleine, aber abgeschlossene Ferienwohnungen – und das für ne schmale Mark – zugedacht, sehr angenehm.

Sonnenuntergang auf BorkumNach kurzem Einrichten gings dann zum Rest der illustren Reisegruppe, die schon am Vortag bzw. morgens angereist war und im Hotel abgeholt wurde respektive bereits in der Kneipe „Pferdestall“ saß.

Nach einigen Bierchen und auch einem kurzem Besuch von Zeugwart Bussi, ging es in die örtliche Disco, wo auch bereits ein grosser Teil der Mannschaft zugegen war.
Hier vertrieb man sich die kommenden Stunden bei dem ein oder anderen Drink, ehe es dann gegen halb fünf nach Hause ging – die Schmach, vor dem letzten Spieler abzuhauen, wollte man sich dann doch nicht geben.

Am nächsten Morgen wurde man in Allerherrgottsfrühe geweckt, da doch mein Raumteiler tatsächlich auf Pinguinsafari oder so gehen wollte. Ich entschied mich für eine weitere Runde Matratzenhorchdienst, bis ich kurz vor 14h von den Jungs aus der anderen Wohnung geweckt wurde, was leider nicht reichte, um nach dem Duschen noch in den Supermarkt zu huschen, so dass stattdessen ein Frühstück in der Kneipe eingenommen wurde, ehe es dann zum Nachmittagstraining des BTSV auf den Sportplatz ging.

Auch unsere Tierfreunde waren vom Robben-Totschlagen oder so zurück, so dass wir komplett dem Fußballtennisturnier beiwohnen konnten, welches auf drei parallelen Plätzen ausgetragen wurde.

Die frische Luft machte hungrig und Hunger macht böse, also musste anschließend dringend ein Restaurant aufgesucht werden, wo man dem Wirt zwar für einen ordentlichen Umsatz sorgte, es uns aber trotzdem übers Ohr zu hauen versuchte.

Abends stand nun DAS Highlight der Borkumer Jugend auf dem Programm, die Strandfete der Borkumer Jungens – offenbar die Zwangsvereinigung der unverheirateten männlichen Bevölkerung der Insel seit 1830… am Strand waren ein paar Buden aufgestellt, in einem Container spielte auch eine Band (Gerüchten nach die Vorgruppe von Tokio Hotel, war glücklicherweise so leise, dass man davon nicht belästigt wurde) und es gab einen ordentlichen Scheiterhaufen, der zu späterer Stunde auch fein abgefackelt wurde. Und der Sonnenuntergang war auch klasse!

Da der Vorabend gut geschlaucht hatte, gings heute etwas früher in die Heia, hatte aber auch gereicht.

Am nächsten Morgen mussten dann erstmal die sieben Sachen gepackt und die Zimmer verlassen werden – freundlicherweise durften wir aber unser Gepäck bei der Vermieterin abparken, so dass es mit kleinem Gepäck in die Stadt ging, wo nun auch die letzten Trainingslagerfahrer angekommen waren.

Nach einem kurzen Frühstück und einem kleinen Kneipenbesuch wurde es dann auch bei mittlerweile bestem Wetter Zeit, erneut den Sportplatz zu besuchen, wo heute das Testspiel gegen den Oberligaaufsteiger aus der Niedersachsenliga West, den VfB Oldenburg ging, die immerhin auch ein paar Anhänger auf die Insel hatten locken können.

Nachdem unverschämte sieben Euro Eintritt den Besitzer gewechselt hatten, durfte der Sportplatz an der Franzosenschanze betreten werden, der auf der einen Seite immerhin über zwei Stufen verfügt und heute auch ganz ordentlich gefüllt wurde.

Franzosenschanze, Borkum

Bevor das Sportprogramm starten sollte, musste ich aber erstmal die örtlichen Versorgungsstände begutachten, wo es lecker Essen für kleines Geld gab, dafür beide Daumen hoch.

Weniger schön war dann die Beschallung, die so schon ätzend genug war, als diese aber auch nach dem Anpfiff des Spiels weiterlief, musste zur Selbsthilfe gegriffen und die PA sabotiert werden.

Die Staatsmacht hatte heute auch einen ganz grossen Auftritt – bereits unsere Herbergsmutti hatte uns darauf hingewiesen, dass aufgrund des zu erwartenden Einfalls Braunschweiger Hooligans ein erhöhtes Polizei- und Securityaufgebot bereitgestellt worden sei.

Spielerisch will ich jetzt mal nicht so viele Worte verlieren, das 1:0 für uns konnte nach einem fragwürdigen Elfmeter erzielt werden, zwanzig Minuten später konnten die Oldenburger ausgleichen. Noch vor dem Halbzeitpfiff gabs dann noch zwei Tore, Ristic konnte seine zweite Bude machen und der VfB erneut ausgleichen.

BTSV - VfB Oldenburg

Nach der Pause musste man dann leider den Oldenburger Siegtreffer hinnehmen, ohne jetzt solch ein Testspiel (immerhin das erste gegen einen halbwegs ernstzunehmenden Gegner) überzubewerten: nach unserer Leistung muss man doch ein wenig Angst haben, vor allem, was die Position des Torwarts angeht. Herr Horn war heute konstant schlecht und konnte bei jedem Gegentor (und auch sonst – unvergesslich: seine merkwürdige Kopfballabwehr, nachdem er mal wieder deutlich vorm Strafraum stand) durch Patzer glänzen.

Ansonsten wurden Matze und Herr Wehlage noch dicke Freunde, da würd‘ mich mal interessieren, wie die kommenden Trainingseinlagen abgelaufen sind.

Nach dem Abpfiff gings schnurstracks zu unserem Gepäck und per Bahn zur Fähre, wo sich beim Personal die Niederlage bereits rumgesprochen hatte, so dass man direkt mit hämischen Bemerkungen begrüßt wurde und beim Einlaufen in den Emdener Hafen auf den dort vertäuten vor sich hinrostenden Seelenverkäufer „Braunschweig“ hingewiesen wurde. Schönen Dank auch, aber wer den Schaden hat…

Hier trennten sich nun unsere Wege, meine Reisegruppe bekam jedoch noch ein kleines Sonderprogramm geboten, gab doch Mutters Golf seinen Geist auf.
Der ADAC kam dann auch irgendwann und schleppte uns in ein gottverlassenes Nest, wo es neben der Schweinezucht auch noch eine Werkstatt gab, die das große Los gezogen hatte, mein Auto reparieren zu dürfen.
Natürlich nicht mehr heute… denn es war ja schon nach 21h00. Gegen 22h00 dann auch schon der Anruf der Autovermietung, die uns leider zunächst mal keinen Mietwagen anbieten konnten, immerhin gabs dann eine halbe Stunde später einen positiven Bescheid, allerdings sei der Wagen in Wilhelmshaven abzuholen, Entfernung: gut 40km, Taxipreis: auf jeden Fall weit jenseits der zugesagten 30 Euro Kostenübernahme seitens des ADAC.

Ach ja, ein Taxi musste ja auch noch beschafft werden, klappte nach dem dritten Versuch auch (1. Versuch: kein Bock auf Fahrt nach WHV, 2.Versuch: niemand ans Telefon gegangen), so dass dann auch der Leihwagen entgültig klar gemacht werden konnte – und mich der Vermieter erstmal vollsabbeln musste, ob nicht Oldenburg näher gewesen wäre. Scheissegal! Ich kenn mich in der Einöde nicht aus! Ich bin jetzt in Deiner Butze! Ich will jetzt nach Hause und nicht mehr lange diskutieren müssen.

Pünktlich um 24h00 (eigentlich wären wir schon längst, inkl. Burgerstop und Pinkelpause, zu Hause gewesen) saßen wir dann in dem Leihwagen und konnten gen Heimat düsen, die nach Tiefflug über die Autobahn auch nur etwas mehr als zwei Stunden später erreicht werden konnte – jedenfalls die von zweien unserer Reisegruppe, ich hatte noch weitere 50km zurückzulegen, wären der vierte im Bunde eine bestimmt amüsante Nacht auf dem Braunschweiger Bahnhof verbringen durfte, bis sein erster Zug am Morgen gegen 5h30 abfuhr.

Epilog: der ganze Spaß war nicht billig, Lichtmaschine defekt, Batterie am Kochen… mal eben schlappe 700 Euro, dazu die Taxe für 65 Euro, ein Leihwagen, der für die ca. 700km mal eben für 90 Euro Benzin wollte und die Zeit, die für das Zurückholen des PKW am Dienstag nötig waren… muss ich nicht so oft haben, sowas (zumal das bereits die zweite Lichtmaschine war, die mir in der Gegend in Arsch gegangen ist…)

BTSV: Adrian Horn – Sebastian Gundelach (Benjamin Fuchs, 46′), Martin Horacek, Ken Reichel, Deniz Dogan – Holger Wehlage, Dennis Brinkmann, Tim Danneberg (Kai Koitka, 46′), Lars Fuchs (Stefan Hauk, 67′) – Torsten Oehrl (AndrĂ© Schembri, 75′), Sreto Ristic (Kosta Rodrigues, 46′). TRAINER: Benno Möhlmann

TORE: 0:1 Sreto Ristic (3′, Foulelfmeter), 1:1 Alexander Eckel (23′, Foulelfmeter), 1:2 Sreto Ristic (35′), 2:2 Sebastian Ghasemi-Nabakht (40′), 3:2 Leutrim Berisha (79′)

ZUSCHAUER: 600, darunter wohl so gut 50 Braunschweiger – plus 2 Meppener und ein Mannheimer – und gut 10 Oldenburger

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