OL Hessen: SC Waldgirmes-1. FC Schwalmstadt 2:0 (0:0)

SC Waldgirmes Sportplatz Waldgirmes,
Lahnau-Waldgirmes
1. FC Schwalmstadt

Auf dem Weg zu Rossis Geburtstagsparty in Erndtebrück sollte natürlich noch ein Spiel gesehen werden, die Wahl fiel auf die Oberliga Hessen und Waldgirmes, weil es sich hierbei um den einzig erreichbaren Kick handelte.

So verließ ich also den Zug in Gießen und machte mich mit dem Bus auf in Richtung Wetzlar mit dem Bestreben im Lahnauer Stadtteil Waldgirmes auszusteigen – wogegen leider der Busfahrer etwas hatte und schlicht nicht anhielt. Das fing ja schon scheiße an.

Naja, wenigstens war das Wetter einigermaßen, sprich: es regnete nicht und ich hatte ja auch noch reichlich Zeit, um die 2km in das Kaff zurückzulatschen.

Am „Ground“ angekommen hatte ich erstmal eine Diskussion mit dem Kassenmokel, der mir weis machen wollte, dass sieben Euro für einen Oberligakick völlig normal seien – tja, guter Mann, ich kann Ihnen versichern, dem ist nicht so und dieser Preis schon generell und für das, was mich dort erwarten sollte speziell, eine Unverschämtheit.
Immerhin gab es eine Eintrittskarte und ein mieses Stadionheft…man ist ja schon mit kleinen Dingen zufriedenzustellen.

Nach Betreten der Sportanlage der nächste Schock: der Rasenplatz (immerhin mit ein paar Betonstufen als Ausbau) war nicht gekreidet, so daß man davon ausgehen durfte, dass das Spiel auf dem benachbarten Kunstrasen stattfinden würde.

Auch der Bratwursttest – bei Viertligisten ja oft genug positiv – konnte hier nicht überzeugen, wenigstens waren die Preise für Speis und Trank halbwegs human.

Während des Spiels wurde natürlich auch das Rauchverbot am Kunstrasenground kurzerhand aufgehoben – wäre ja auch noch schöner!

Der Kick begann zu Gunsten des Gastes aus der Nähe von Kassel – die Abstiegsangst im Nacken wurde beherzt aufgespielt, so dass die Heimmannschaft lange nichts zu melden hatte. Jedoch konnte keine der zahlreichen Chancen in etwas Zählbares verwandelt werden, selbst Hunderprozentige fanden nicht den Weg ins Tor.

Support fand natürlich keiner statt, weder vom Heimpublikum (immerhin mit Supportersfahne) noch von den Gästen, von denen ca. 30 dabei waren – jedoch alle gesetzteren Alters. Somit war das Rauschen der nahe gelegenen Autobahn die einzige Lärmkulisse.

Die Heimmannschaft hatte in der 32. Minute die erste Möglichkeit und konnte gut fünf Minuten später mit einem Pfostentreffer einen ersten Akzent in diesem Spiel setzten, was schon anfing verdächtig nach 0:0 zu müffeln.

Ganze 245 Zuschauer wollten diesen Kracher heute sehen, die Langeweile war gradezu fühlbar.

Nach einer Stunde Spielzeit dann wenigstens ein Tor – leider nicht für die blau-gelben Schwälmer sondern für die in rot-schwarz spielende Heimmannschaft. Daniel Vier konnte einen Eckball im Gästetor unterbringen.

Die Stimmung immer noch nicht vorhanden – nicht mal die Rentner pöbelten. Noch nicht mal auf mein provokantes Zurechtweisen, dass der Schiri super sei (war er nicht), als der Typ neben mir meckerte, nachdem der Schiri mal wieder eine Latscherei direkt vor unseren wie seinen Augen nicht pfiff.

Knapp 10 Minuten später dann das 2:0 – der Gast hatte mittlerweile völlig abgebaut und überließ Waldgirmes komplett das Spiel.

Mich konnte man in den letzten Minuten grimmig dreinblickend um den Platz stiefeln sehen, den Kopf schüttelnd und ein „…an Sinnlosigkeit nicht zu überbieten…“ murmelnd.

Nach dem Spiel ging es zurück zur Bushaltestelle und von da mit dem Bus nach Wetzlar… Auf der Fahrt machte ich mir Gedanken, ob ich je ein so sinnlosen Spiel gesehen habe und mir ist nur unser Firmenfußballpokal eingefallen – wo allerdings der Ground besser und Wurst und Bier für umme waren.

TORE: 1:0 Daniel Vier (60′), 2:0 Steven Hassler (68′)

ZUSCHAUER: 245…hurra, das ganze Dorf war da…

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