Archiv für die Kategorie ‘Hessen-alt’

OL Hessen: RSV Würges – Eintracht Frankfurt II 1:0 (1:0)

Mittwoch, 03. Oktober 2007
RSV Würges RSV-Stadion Goldener Grund,
Bad Camberg-Würges
SG Eintracht Frankfurt

Es ging mal wieder in den Süden der Republik und wie der „Zufall“ es so wollte, lagen zwei Spiele auf dem Weg. Das erste war der Auftritt der U23 der SGE beim RSV Würges.

Eine gute halbe Stunde vor Kickoff wurde das kleine Stadion „Goldener Grund“ nach einer kurzen Tour durch den Hochtaunus erreicht und der Wagen auf dem offiziellen Parkplatz abgestellt, der noch halb leer war – warum da schon die Zufahrtsstraßen zugeparkt waren, weiß kein Mensch…

Der Ground verfügt über einen Unterstand mit vier Stufen und einer Reihe Bänken über ungefähr Zweidrittel einer Geraden, auf der Gegenseite findet sich eine einzige, einsame Stufe, was auch schon den gesamten Ausbau ausmacht. Halt, neben der „Haupttribüne“ gibts noch den Sprecherturm, inklusive kleinem Glockenturm – die Glocke wurde auch mehrfach geläutet! – und darunter eine Art Old-School-VIP-Lounge, wo ein paar uralte Renter saßen. Schon einigermaßen Kult.

Goldener Grund, Würges

Das Polizeiaufgebot konnte sich auch sehen lassen, Kontrollen am Eingang gab es jedoch keine. Die Beamten hatten auch nix weiter zu tun, Gäste waren nämlich erstaunlicherweise so gut wie keine da, nicht organisiert (sieht man mal von so einem Grüppchen von vielleicht 15 Frankfurtern auf der Geraden ab) und langweilig still.

Das es hier keine Wiederholung des Frankfurter Auftritts in Darmstadt geben würde, war ja klar, aber an einem Feiertag, an dem die Erste nicht spielt, hätte ich mir doch einen größeren Mob erwartet. War wohl auch doch nur ein Strohfeuer, die Unterstützung der U23. Schade! Peinlich wird es dann aber dadurch, dass beim zweiten Spiel des Tages (Mannheim-Derby) mehr Frankfurter waren als in Würges. Leute, das war perfekt zu doppeln!

Insgesamt sehr beschaulich in Würges: wo sonst werden keine falschparkenden Autos, sondern zwei Fahrräder vom Sprecher ausgerufen? (OK, in Münster kann ich mir das auch vorstellen).

Das Spiel war mal wieder auf unterem Oberliganiveau, die Frankfurter optisch besser, Würges aber mit den besseren Chancen und auch dem einzigen Tor des Tages.

Danach – und vor allem in der zweiten Hälfte – merkte man, dass die SGE unbedingt noch was holen wollte. Brachte aber alles nix.

Direkt vor Schluss noch eine lustige Aktion: der Keeper der Frankfurter (übrigens ne ziemliche Graupe) lief bei einer Ecke mit vors gegnerische Tor, der Ball konnte aber abgewehrt und auf seine Bude geschossen werden und rollte so also gen leeres Tor – kurz vor der Linie war dann aber ein Franfurter zurückgesprintet und konnte mit dem Schlußpfiff klären.

Für mich gings direkt zum Auto und auf nach Mannheim…

TORE: 1:0 Zvonimir Vasiljevic (25′)

ZUSCHAUER: ca. 600, nur eine sehr enttäuschende Anzahl Gäste

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OL Hessen: FSV Frankfurt – Eintracht Frankfurt II 3:3 (1:2)

Samstag, 24. März 2007
FSV Frankfurt Stadion Bornheimer Hang,
Frankfurt
SG Eintracht Frankfurt

Endlich sollte mal wieder ein alter Zweitligaground angetischt werden, den ich lange vor mir her geschoben hatte und der nun vor dem bevorstehenden Umbaumaßnahmen noch im Originalzustand (stimmt leider so auch nicht, aber viel ist bislang noch nicht geschehen) besucht werden wollte.

Als Spiel hatte ich mir das Frankfurter Derby rausgesucht, besser kann man den Bornheimer Hang (oder „Frankfurter-Volksbank“-Stadion) wohl kaum machen (es sei denn, es kommt mal zum Derby mit der Ersten der SGE…).

Angereist wurde mit der Bahn – ein Tchibo-Ticket sollte noch vor dem Verfallen gerettet werden -, so dass man ausgeruht ca. eine Stunde vor Spielbeginn ankam und sich über die große Anzahl von SGE-Fans vor den Stadiontoren und den Hubschrauber auf einem der Nebenplätze wunderte.
Die Erklärung war leider eine Tragische: ein Besucher des Spiels hatte einen Herzinfarkt erlitten und verstarb noch im Stadion, weswegen dann auch vor dem Kick auf Musik und dummes Gesabbel verzichtet wurde (wieso muss dazu erst jemand sterben?).

Bornheimer Hang, Frankfurt

Bei der obligatorischen Fotorunde konnte auch schon beobachtet werden, dass bis auf eine Handvoll Kutten die meisten Gästefans noch vor dem Stadion verharrten. Das massenhafte Entern der Kurve sah dann kurz vor Anstoß auch sehr gelungen aus.

Intro der SGE-Fans

Nach dem Beflaggen des Zauns gings auch schon bald los und die SGE-Fans boten ein sehr gelungenes Intro aus schwarz-rot-weißen Kassenrollen (plus Doppelhaltern und großen Schwenkern).
Auf der Heimseite war leider nur ein Minimob von höchstens 50 Mann unterm Dach der Tribüne hinter der ‚Senseless Crew‘-Fahne, die sich trotz des akustischen Standortvorteils kaum mal in Szene setzen konnten.
Die Gäste hingegen (natürlich auch in ca. zwanzigfacher Überzahl) konnten dafür mit einer Menge schöner Gesänge glänzen.

Fußball wurde auch gespielt – und hier bot sich dem Zuschauer ein etwas unerwartetes Bild, war der FSV doch bislang unbesiegt (und steht somit logischerweise an der Tabellenspitze und als einziger Lizenzanwärter natürlich sowieso schon mit mehr als einem Bein in der Regionalliga) und fast allen Ligakonkurrenten haushoch überlegen. Davon war heute nicht viel zu sehen.

Im Gegenteil – die „kleine“ SGE hatte von Beginn an zahlreiche gute Möglichkeiten, so dass es nach einem krassen Abwehrschnitzer bereits in der elften Minute 1:0 für den Gast aus dem nahen Riederwald hieß.

FSV - SGE U23

Auch beim 2:0 konnte man mutmaßen, dass in den letzten Wochen in Bornheim vermehrt der Aufstieg gefeiert wurde.

Aus Adlersicht unglücklich, konnte der FSV dann aber kurz vor Pausenpfiff noch den Anschlusstreffer erzielen.

Die zweite Hälfte begann auf den Rängen mit gelbem und rotem Rauch (und einem Strobobengalo) sehr eindrucksvoll.

FSV - SGE U23

FSV - SGE U23

Später gabs dann noch eine kleine Luftballoneinlage in schwarz und weiß – auch sehr gelungen!

Sportlich gings ebenfalls ähnlich wie in der ersten Hälfte weiter: die U23 der Adler stürmte und der FSV sah nicht wie der klare Ligaüberflieger aus.

In der 54. Minute dann das zweite Tor durch Höfler (Jochen, falls Du n Job suchst, in Braunschweig wär wohl Platz für jemanden wie Dich!), der FSV brauchte bis ungefähr zur 70. Minute, um überhaupt ins Spiel zu finden.

Dann konnte Brendel allerdings nach einer Ecke zum 2:3 einköpfen, was das Spiel nun doch noch mal unerwartet spannend werden ließ.

Als bereits alle mit der ersten Niederlage des FSV abgeschlossen hatten, konnte dann im Getümmel doch noch der sehr glückliche Ausgleich erzielt werden, was auf Heimseite natürlich mittelschwere Jubelszenen hervorrief.

Für mich gings auf schnellstem Weg zurück zum Hauptbahnhof und per ICE via Hildesheim zurück in die Interimsheimat.

TORE: 0:1 und 1:3 Jochen Höfler (11′, 54′), 0:2 Faton Toski (39′), 1:2 Matthias Hagner (44′), 2:3 Thomas Brendel, 3:3 Andre Laurito (94′)

ZUSCHAUER: 1.874, davon mindestens die Hälfte im Gästesektor

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OL Hessen: OSC Vellmar – Borussia Fulda 0:2 (0:0)

Samstag, 12. August 2006
OSC Vellmar Stadion Heckershäuser Str.,
Vellmar
Borussia Fulda

Auf der Fahrt zum ersten Pflichtspiel meines BTSV wurde am Vortag noch ein kurzer Stopp in der Nähe von Kassel, genauer in Vellmar eingelegt, wo Aufsteiger Borussia Fulda heute seine Visitenkarte beim Obervellmarer Sportclub abgab.

Nachdem ich mich – wie üblich in dieser Stadt – in Kassel verfranzt hatte, fand ich den Weg zum Stadion schließlich doch noch.

Offenbar war der Ground in früheren Zeiten mal ein Bahnhof, man sieht heute noch den Bahnsteig inkl. Bahnhofsuhr, der mit ein paar Bänken nun als Tribüne genutzt wird. Nein, war ’n Witz, aber das Tribünendach braucht keinen Vergleich zu einer Bahnsteigsüberdachung zu scheuen. Ich will mich da auch nicht drüber lustig machen, denn ich war sehr froh, dass dieses Dach da war, fing es doch kurz nach Anpfiff an zu schütten und hörte erst zu Beginn der zweiten Hälfte auf.

Tribüne oder Bahnsteig?

Aus Fulda waren heute rund 30 Gäste mit sechs Zaunfahnen angereist, einen Obervellmarer Stimmungsmob suchte ich vergebens. Stimmung zunächst auch völlig Fehlanzeige. Erst als ein Vellmarer Rentner einen Fuldaer Spieler als Neger bezeichnete wurde ein wenig gepöbelt.

Borussia Fulda-Fans

Die erste Halbzeit war arm an Höhepunkten, wenngleich das Spiel für die Oberliga Hessen durchaus ansehnlich war, da hab ich schon Schlimmeres gesehen.

Nach dem Wechsel – mittlerweile hatte auch der Regen aufgehört – konnte der OSC erste Akzente setzen, wodurch aber auch die Borussia geweckt zu sein schien.

Nach einer knappen Stunde Spielzeit das etwas überraschende 1:0 für Fulda durch einen fulminaten Fernschuss aus gut 20 Metern. Nun hörte man auch mal ein wenig Anferungen, immerhin gabs ein „Auswärtssieg“ und noch den einen oder anderen Schlachtruf.

In der 74. Minute dann nochmal eine Hammerchance für das Heimteam, bei der der Gästekeeper den Ball grad noch so von der Linie kratzen konnte – einige Rentner meinten, von hinter der Linie.

Knappe fünf Minuten später dann aber das 2:0, ebenfalls aus der Distanz, was auch das Endergebnis sein sollte.

Kurz vor Schluss gabs dann noch ’ne rote Karte für den Vellmarer Weißenfeldt für ein blödes Frustfoul und fast sogar noch das 3:0.

Für mich gings nach Abpfiff zum Auto und zügig in die alte Heimat.

TORE: 0:1 Younes Idrissi-Jazouli (58′), 0:2 Olivier Djappa (78′)

ZUSCHAUER: 500, davon ca. 30 Fulda-Fans

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OL Hessen: SC Waldgirmes-1. FC Schwalmstadt 2:0 (0:0)

Samstag, 01. April 2006
SC Waldgirmes Sportplatz Waldgirmes,
Lahnau-Waldgirmes
1. FC Schwalmstadt

Auf dem Weg zu Rossis Geburtstagsparty in Erndtebrück sollte natürlich noch ein Spiel gesehen werden, die Wahl fiel auf die Oberliga Hessen und Waldgirmes, weil es sich hierbei um den einzig erreichbaren Kick handelte.

So verließ ich also den Zug in Gießen und machte mich mit dem Bus auf in Richtung Wetzlar mit dem Bestreben im Lahnauer Stadtteil Waldgirmes auszusteigen – wogegen leider der Busfahrer etwas hatte und schlicht nicht anhielt. Das fing ja schon scheiße an.

Naja, wenigstens war das Wetter einigermaßen, sprich: es regnete nicht und ich hatte ja auch noch reichlich Zeit, um die 2km in das Kaff zurückzulatschen.

Am „Ground“ angekommen hatte ich erstmal eine Diskussion mit dem Kassenmokel, der mir weis machen wollte, dass sieben Euro für einen Oberligakick völlig normal seien – tja, guter Mann, ich kann Ihnen versichern, dem ist nicht so und dieser Preis schon generell und für das, was mich dort erwarten sollte speziell, eine Unverschämtheit.
Immerhin gab es eine Eintrittskarte und ein mieses Stadionheft…man ist ja schon mit kleinen Dingen zufriedenzustellen.

Nach Betreten der Sportanlage der nächste Schock: der Rasenplatz (immerhin mit ein paar Betonstufen als Ausbau) war nicht gekreidet, so daß man davon ausgehen durfte, dass das Spiel auf dem benachbarten Kunstrasen stattfinden würde.

Auch der Bratwursttest – bei Viertligisten ja oft genug positiv – konnte hier nicht überzeugen, wenigstens waren die Preise für Speis und Trank halbwegs human.

Während des Spiels wurde natürlich auch das Rauchverbot am Kunstrasenground kurzerhand aufgehoben – wäre ja auch noch schöner!

Der Kick begann zu Gunsten des Gastes aus der Nähe von Kassel – die Abstiegsangst im Nacken wurde beherzt aufgespielt, so dass die Heimmannschaft lange nichts zu melden hatte. Jedoch konnte keine der zahlreichen Chancen in etwas Zählbares verwandelt werden, selbst Hunderprozentige fanden nicht den Weg ins Tor.

Support fand natürlich keiner statt, weder vom Heimpublikum (immerhin mit Supportersfahne) noch von den Gästen, von denen ca. 30 dabei waren – jedoch alle gesetzteren Alters. Somit war das Rauschen der nahe gelegenen Autobahn die einzige Lärmkulisse.

Die Heimmannschaft hatte in der 32. Minute die erste Möglichkeit und konnte gut fünf Minuten später mit einem Pfostentreffer einen ersten Akzent in diesem Spiel setzten, was schon anfing verdächtig nach 0:0 zu müffeln.

Ganze 245 Zuschauer wollten diesen Kracher heute sehen, die Langeweile war gradezu fühlbar.

Nach einer Stunde Spielzeit dann wenigstens ein Tor – leider nicht für die blau-gelben Schwälmer sondern für die in rot-schwarz spielende Heimmannschaft. Daniel Vier konnte einen Eckball im Gästetor unterbringen.

Die Stimmung immer noch nicht vorhanden – nicht mal die Rentner pöbelten. Noch nicht mal auf mein provokantes Zurechtweisen, dass der Schiri super sei (war er nicht), als der Typ neben mir meckerte, nachdem der Schiri mal wieder eine Latscherei direkt vor unseren wie seinen Augen nicht pfiff.

Knapp 10 Minuten später dann das 2:0 – der Gast hatte mittlerweile völlig abgebaut und überließ Waldgirmes komplett das Spiel.

Mich konnte man in den letzten Minuten grimmig dreinblickend um den Platz stiefeln sehen, den Kopf schüttelnd und ein „…an Sinnlosigkeit nicht zu überbieten…“ murmelnd.

Nach dem Spiel ging es zurück zur Bushaltestelle und von da mit dem Bus nach Wetzlar… Auf der Fahrt machte ich mir Gedanken, ob ich je ein so sinnlosen Spiel gesehen habe und mir ist nur unser Firmenfußballpokal eingefallen – wo allerdings der Ground besser und Wurst und Bier für umme waren.

TORE: 1:0 Daniel Vier (60′), 2:0 Steven Hassler (68′)

ZUSCHAUER: 245…hurra, das ganze Dorf war da…

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OL Hessen: FV Bad Vilbel – KSV Hessen Kassel 2:2 (0:1)

Freitag, 02. September 2005
FV Bad Vilbel Nidda-Sportfeld,
Bad Vilbel
KSV Hessen Kassel

Mit dem guten alten Intercity ging es direkt aus dem Büro nach Frankfurt, wo das Gepäck ins Schließfach gepackt wurde und Jupp04 auf dem Bahnsteig der S-Bahn getroffen wurde (nachdem man kurz vorher ein paar Junkies beobachten durfte, die sich ihr Abendessen spritzten).

Nachdem der Ground geentert worden war (unspektakulär, ein überdachter Unterstand, ein paar Stufen, das war’s) musste man sich erstmal der Realität stellen, dass es heute aus Sicherheitsgründen keinen Alkohol geben würde – lächerlich…

Das Spiel war grad 90 Sekunden alt, als das 1:0 für die mit etwa 100 Auswärtsfahrern angereisten Gäste fiel.

Da mittlerweile auch die Ente angereist war, wurde das Spiel im Wesentlichen verlabert, viel verpasst hatte man aber eh nicht. Auch im weiten Rund keine Stimmung, langweilig…

Nach der Pause gab es immerhin noch ein paar Tore: der Ausgleich und die Heimführung in nur vier Minuten und schließlich der erneute Ausgleich durch einen vom ehemaligen Braunschweiger Marc Arnold verwandelten Elfmeter.

In der Schlussphase kam Kassel noch zu einem weiteren Tor, welches jedoch vom Schiedsrichter nicht gegeben wurde: vorausgegangen war ein Freistoß von Arnold, den Latifiahvas ins Bad Vilbeler Tor köpfte – der Schiri gab das Tor zunächst, revidierte seine Entscheidung jedoch, da der Linienrichter wohl ein Handspiel gesehen hatte.

Mit Ente ging es für Jupp04 und mich, sowie noch einen weiteren getroffenen Hopper ins benachbarte Dorf und dort in den Biergarten, um noch schnell ein Bierchen zu trinken, bevor ich zum Hauptbahnhof zurückfuhr und in den Nachtzug nach Prag stieg.

TORE: 0:1 Goce Malinov (2′), 1:1, 2:1 Cern Acar (51’/55′), 2:2 Marc Arnold (70′, Foulelfmeter)

ZUSCHAUER: 500, davon geschätzte 100 aus Kassel

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OL Hessen: KSV Baunatal – SC Waldgirmes 4:1 (1:1)

Samstag, 07. Mai 2005
KSV Baunatal Parkstadion,
Baunatal
SC Waldgirmes

Am späten Vormittag wurde ich im Hotel Mama von Matze, Melanie (aka Sandra) und Ingo abgeholt, die mit mir nach Karlsruhe düsen würden.

Unterwegs stand der Ground vom KSV Baunatal bei Kassel auf dem Speisezettel – das Spiel dort war ein denkbar uninteressanter OL Hessen-Kick.

Herr Hagedorn zog von Anfang an eine Flappe wie zehn Tage Regenwetter und meinte, er sei von dem Sinn der gesamten Tour nicht überzeugt.

Mehr aus Quatsch hab ich ihm die Alternative genannt, von Kassel per ICE nach Basel, wo der FCB heute abend gegen Verfolger FC Thun spielen würde. Sofort leuchteten Ingos Augen auf – so sollte es gemacht werden.

Also lieferten wir ihn in Kassel-Wilhelmshöhe ab, er bekam seinen ICE und war dann per Taxi wohl ca. zur Pause am Joggeli…

Wir hingegen nahmen die letzten Kilometer nach Baunatal und ins dortige Parkstadion.

Hierbei musste man sich erstmal über die große Anzahl Autos mit Wolfsburger Kennzeichen wundern – mehr, als man bei einem Heimspiel des VfL Wolfsburg erwarten würde – bis einem einfiel, dass in Kassel-Baunatal ja auch ein VW-Werk steht…

Das Stadion gefällt außen durch seine Formgebung des Tribünendachs und die Flutlichtmasten – das Bild wird jedoch durch die orangenen 70er-Jahre-Fliesen arg gestört, mit denen die Tribüne innen wie außen verkleidet ist.

Das heutige Spiel war so eine Art Spitzenspiel, auch wenn es für die Teams um nichts mehr ging: man steht zwar auf Platz vier und drei, respektive, aber weder Baunatal noch Waldgirmes haben eine Lizenz für die Regionalliga beantragt.

Wie in der Oberliga Hessen gewohnt, wurde man mit einem schwachen Spiel gequält, wenigstens konnte man ein frühes Tor bejubeln, nachdem man die üblichen Standardtätigkeiten (Stadionrunde, Fotos, Bier- und Bratwursttest) schnell hinter sich gebracht hatte.

Das Spiel war in der ersten Hälfte ziemlich ausgeglichen, so dass der Sportclub aus Waldgirmes dann auch zum Ausgleich kommen konnte – frenetisch von drei Personen auf der Tribüne gefeiert.

Bei lächerlichen 200 Zuschauern war an Stimmung natürlich eh nicht zu denken, eine kleine Handvoll hatte immerhin ein wenig Konfetti mit und eine Zaunfahne hing auch, das war es aber auch.

Die zweite Hälfte brachte zwar auch nicht gerade fußballerische Leckerbissen en masse, jedoch immerhin einen lupenreinen Hattrick von Adem Usta (seine Saisontore 26 bis 28), wobei Matze einen direkt verwandelten Freistoß aus gut 20 m ansagte – sehr fein.

Nach dem Kick ging es flott weiter nach Süden – Mätzchen verordnete noch einen Stopp an einem bestimmten Getränkemarkt, ehe es in der Nähe von Wiesbaden zu Hessens größten Schnitzeln gehen sollte – dummerweise hatten wir keinen Tisch bestellen können, so dass wir unvollendeter Dinge wieder abziehen mussten.

In der Nähe fanden wir dann zwar nicht Hessens größtes Schnitzel, dafür aber eine nette Bedienung (und das Schnitzel war auch nicht schlecht), die froh war, mal jüngere Gäste in ihrem Etablissement begrüßen zu können.

Frisch gestärkt ging es nun weiter nach Karlsruhe, bzw. zunächst mal direkt nach Spöck zum Sportfest des FC, wo aber leider nur noch die Dorfjugend rumasselte und man sich gleich von einem Bayernfan zulabern lassen musste.

Also direkt nach Hause und dort erstmal in diversen Kneipen auf ein paar Wodka-Kirsch vorbeigeschaut, ehe die Müdigkeit uns nach Hause befahl.

TORE: 1:0 Gonther (15′), 1:1 Hassler (25′), 2:1, 3:1, 4:1 Usta (47′, 55′, 74′)

ZUSCHAUER: 200, davon drei aus Waldgirmes

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OL Hessen: SV Eintracht Wald-Michelbach – TSG Wörsdorf 2:0 (2:0)

Mittwoch, 08. September 2004
SV Eintracht Wald-Michelbach Stadion an der
Rudi-Wünzer-Straße,

Wald-Michelbach
TSG Wörsdorf

Ein Spiel mit Kultfaktor stand heute auf dem Programm! Nach der Arbeit gings ins Hessische nach Wald-Michelbach (lebt denn der alte Wald-Michel noch?).
Ich weiß nicht, ob man da mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommt, aber ich denke nicht. Und auch mit dem Auto ist es ein Abenteuer: über schmale Straßen durch dunklen Wald, wo man hinter jeder Kurve Wegelagerer vermuten kann. Türen besser geschlossen halten!
Im Dörfchen angekommen wurde das „Stadion an der Rudi-Wünzer-Strasse“ problemlos gefunden und erstmal in Augenschein genommen: Kunstrasen! Kein Wunder, ich glaube in Grönland scheint die Sonne häufiger als hier – aber egal, heute Abend wars ja eh ein Flutlichtkick.
Das Stadion verfügt auf der Gerade über ein paar Betonstufen und auf der anderen Seite über eine Art Betonbalustrade, wo ich mich auf Höhe der Mittelline platzierte. Diese Position sollte sich als ausgesprochen gelungen herausstellen.
Zum einen stellte sich ein Gästefan samt Perle neben mich. Ein Vokuhila- (er) bzw. Dauerwellen- (sie) -traum, direkt per Zeitreise aus den 80ern zu diesem Spiel gebeamt!
Da man dort gut 2m über dem Spielfeld steht kann man sehr gut die Kommentare der Auswechselbänke verfolgen – hierbei stach vor allem der Heimtrainer heraus.
Unvergessen sein Kommentar zu einer Spielszene, als ein Abwehrspieler angeschossen wurde und den Ball kurzerhand fing. Der Trainer kommentierte den seiner Meinung nach ungerechtfertigen Freistoß damit: „Das macht der immer, sowas muss man doch nicht pfeifen!“ – Herrlichkeit!

TORE: 1:0 Trombin (Foulelfmeter), 2:0 Toch

ZUSCHAUER: 250

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