Coupe de la Ligue: Racing Strasbourg – OSC Lille 4:2 n.E. (0:0,1:1,1:1)

Racing Strasbourg Stade de la Meinau,
Strasbourg
OSC Lille

Endlich sollte der Länderpunkt Frankreich fallen – immerhin wohne ich seit einem halben Jahr nur einen Steinwurf von unseren froschfressenden Nachbarn entfernt.

Da mir der auserkorene Fahrer aus persönlichen Gründen absagen musste, ging es also alleine per Miet-PKW (den ich zum Glück noch hatte) gegen 19h los.

Straßburg war schnell erreicht und auch das Stade de la Meinau schnell und problemlos gefunden. Der angrenzende McDo erlaubte mir a) mein Vehikel zu parkieren und b) noch schnell die Örtlichkeiten aufzusuchen, bevor ich es mit meinem grandiosen Schulfranzösisch (1 Jahr, freiwillige, dritte Fremdsprache, Abschluss: 1 Punkt) tatsächlich schaffte, mir ein Ticket für die Nordtribüne zu kaufen („Öh Bijeeeh puhr la Norrrrd ‚Ooohhte“).

Da heute wohl mit keinem großen Ansturm gerechnet wurde, war man mit 15 EYPO dabei.

Also etwa eine Stunde vor dem kick off auf die Tribüne und gefroren – es war arschkalt und irgendwie hab ich nicht dran gedacht, dass man sich ja auch etwas wärmer hätte anziehen können.

Das Stadion in Straßburg ist ein reines Fußballstadion mit Sitztribünen auf allen vier Seiten sowie den Ecken.

Bereits vor Spielbeginn wurden die Ordner das erste (und einzige) Mal aktiv, als einige Sitzreihen hinter mir eine Bande Kinder ausversehen eine (offenbar schon lose) Sitzschale raustraten, die darauf hin ästhetisch wertvoll unter lautem Gepolter sämtliche Betonstufen herunterschlidderte.

Irgendwie hatte ich erwartet, dass die Kids jetzt rausfliegen, aber sie wurden nur in den Nebenblock gewiesen.

Um 21:00 ging es endlich auf vereistem Boden los – nach einer Schweigeminute (Ursache entzieht sich meiner Kenntnis) war Anstoß und die Ultra Boys fingen in ihrer Ecke an, zu unterstützen. Der Support konnte durchaus gefallen – nichts Besonderes aber über die komplette Spieldauer wurde gesungen!

Die erste Hälfte plätscherte so vor sich hin, der RCS war etwas überlegen, konnte aber nur wenige Chance herausarbeiten. Einzig nennenswert ein strammer Schuss ans Lattenkreuz, von dem der Ball zum Torhüter abprallte, der den Ball aber nicht kommen sah und völlig verwirrt schien.

Die zweite Hälfte begann furios: Lille ging nach einer Ecke durch einen Kullerball von Makoun in Führung – tatsächlich konnten sich die Handvoll Fans aus Lille nun auch mal akustisch bemerkbar machen, die RCS-Anhänger waren aber nur kurz geschockt und nahmen ihren Support schnell wieder auf.

Les bleus stürmten und man konnte merken, dass sie heiss auf den Ausgleich waren. Keine zehn Minuten nach dem Rückstand war Niang nach tollem Anspiel durch und konnte nur noch mit einer Notbremse an der Strafraumgrenze gestoppt werden – klarer Fall: carte rouge für Plestan.

Ich hab die Schmähgesänge aus der blauen Ecke nicht genau verstanden, aber es hörte sich verdammt nach „Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen“ an.

Da gleich zwei Spieler von Straßburg verletzt ausserhalb des Spielfelds behandelt werden mussten, kam es in den folgenden Minuten zu einem Spiel von acht vs. neun Feldspieler.

Straßburg drängte auf den Ausgleich, mußte allerdings mit vielen Fehlpässen und Abseitsstellungen kämpfen.

Eine viertel Stunde vor dem regulären Ende der Partie dann aber doch der erlösende Ausgleich durch Farnerud.

Nun ja, mir sind beide Teams herzlich egal, ausserdem fror ich erbärmlich, so dass ich nur noch hoffte, dass in den verbleibenden Minuten noch der Siegtreffer fällt.

Das Glück war mir nicht hold, es hieß Verlängerung – die weiterhin keine Tore zu bieten hatte – und Elfmeterschießen.

Der erste Schuss von Lille ging an den Pfosten, der zweite meterweit links neben das Gehäuse während die Blauen ihre Elfer sicher verwandelten und sich somit den Sieg nicht nehmen ließen.

Während ich schnell zum Auto hastete konnte ich noch ein „‚Ipp-‚Ipp-‚Ürrah“ sowie (ich schwöre!) ein „Zickezacke-Zickezacke“ vom Stadionsprecher vernehmen.

Heizung auf voll und zurück über den Rhein in die Zivilisation.

RC STRASBOURG: Vercoutre – Lacour, Fahmi (Devaux), Kante, Boka – Abdessadki (Carlier), Bassila, Camadini (Johansen), Arrache – Farnerud, Niang

OSC LILLE: Malicki – Angbwa, Plestan, Vitakic, Tafforeau – Cabaye, Makoun – Debuchy, Acimovic (Landrin), Audel (Dernis) – Odemwingie (Fauvergue)

TORE: 0:1 Makoun (47′), 1:1 Farnerud (72′), im Elfmeterpölen trafen Devaux, Kante, Carlier und Niang für Straßburg sowie Landrin und Cabaye für Lille. Tafforeau und Dernis verschossen.

ZUSCHAUER: 7.844, davon vielleicht 80 aus Lille

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