Super League: FC St. Gallen – FC Basel 3:2 (2:0)

FC St. Gallen Espenmoos,
St. Gallen, Schweiz
FC Basel

Mit ein paar Jungs (und auch zwei Mädels) aus Braunschweig sollte es in die Ostschweiz gehen, um dort die Freunde des FC Basel zu unterstützen.
Der 9er-Bus machte sich am Vorabend in Braunschweig auf den Weg (nachdem das erfolgreiche Fanturnier der Ultras beendet war) und man sammelte mich gegen halb eins morgens am Bahnhof in Karlsruhe ein.

Zunächst ging die Fahrt nach Lindau am Bodensee, da der Wunsch geäußert worden war, „noch schwimmen zu gehen“ – erwartungsgemäß wurde Lindau morgens um drei erreicht, außer einer Tanke hatte nichts offen, immerhin konnte dort ein Fußball abgestaubt werden. Leider konnte uns die freundliche Dame auch nicht verraten, wo man denn nun am besten an den See käme.

Nun denn, mal in den Stadtplan geschaut und das Strandbad entdeckt, welches auch das nächste Ziel unserer Tour wurde. Erstaunlicherweise standen wir dort vor verschlossenen Türen (morgens um vier, wo gibts denn sowas?), so dass man sich erstmal mehr oder weniger bequem der Augenpflege hingab – die anderen jedenfalls, ich konnte nämlich dummerweise nicht pennen.

Nach ein paar unbequemen Stunden machte man sich dann erstmal auf den Weg, fand eine Bucht, wo man – wenn man gewollt hätte – hätte Baden können, entschied sich dann aber erstmal für ein Frühstück beim Schotten.

Irgendwie wurde langsam auch gehypert, also gings immer noch viel zu früh via Bregenz in die Schweiz (vignettenlos, geht über die Landstraße perfekt: von Lindau nach Bregenz, dann am Bodenseeufer entlang in die Schweiz, den Rhein noch überquert und in Rorschach Richtung Süden nach St. Gallen).

Natürlich viel zu früh wurde dann das Espenmoos erreicht, was uns immerhin die Chance gab, den perfekten Parkplatz einzunehmen und ein wenig am Stadion rumzustromern.

Immerhin war noch völlig unklar, wie und wo man in den Ground kommen sollte – durch die Registrierungspflicht hätte es nur in Basel Gästekarten gegeben, dies wurde jedoch komplett boykottiert, so dass quasi alle Basler (und auch wir) ticketlos anreisten. Plan war es, einen neutralen Block zu entern, falls der Gästesektor tatsächlich nicht zugänglich ist – aber auch ein Stürmen des Stadions stand im Raum.

Während der Rest unserer Busbesatzung in die City ging, nutzte ich die Zeit, tatsächlich mal für ein oder zwei Stündchen zu schlafen – sehr begrüßt!

Nachdem ich ausgeschlafen (naja) hatte und die anderen mit Frischgeld und gesättigt wieder zurück waren, ging es zum Bahnhof, wo der Zug aus Basel erwartet werden sollte – dessen Ankunft dann auch nur knappe zwei Stunden später war, so dass dort übel rumgelungert wurde.

Das Warten hat sich aber gelohnt, die Ankunft war schon ein schönes Spektakel (das fast böse geendet hätte, als ein Basler Kamerad während des Einfahrens aus dem Fenster sprang und das Gleichgewicht verlor – hat nicht viel gefehlt und er wäre unter den noch ziemlich schnell rollenden Zug gestürzt).

Nach dem Begrüßen der Kameraden ging es dann geschlossen zum Stadion und dort auch direkt in den Gästeblock (was jedoch ewig dauern sollte – bei gefühlten 60° in der Sonne keine Freude). Immerhin gabs keinerlei Stress, ich bekam mein ermäßigtes Ticket anstandslos und konnte den Ground also problemlos entern.

Das Espenmoos verfügt über eine recht eigenartige Haupttribünenkonstruktion, die eher nach Konzertmuschel aussieht. Die Gegentribüne könnte man sogar zweistöckig nennen, unten sind ein paar Stufen, oben ein paar Sitzreihen, naja, aber alles recht übersichtlich.
Der Heimblock befindet sich auf der Hintertorseite, gegenüber der recht desolate Gästeblock, der aus einer gammeligen Stahlrohrtribüne besteht, die zur Hälfte bestuhlt ist. Die stehenden Gäste sind die einzigen im Stadion, die kein Dach über dem Kopf haben, was beim heutigen Wetter nicht wirklich toll war und auch zu dem ein oder anderen Sonnenbrand geführt haben mag.

Bis zum Anpfiff unterhielt man sich mit den Kollegen aus Basel, vor allem darüber, wie es jetzt (also nach dem 13.5.) in der Szene weitergehen würde.

Um 16h00 begann dann endlich das Spiel, die Heimfans zeigten eine nette Choreographie aus am Dach befestigten Folien mit dem Thema „Saint City“ (eine Anspielung auf den Film „Sin City“), auf Basler Seite beschränkte man sich auf ein paar Bengalos und das Präsentieren diverser Spruchbänder gegen die Registrierungspflicht und Fanpass. Auch auf St. Gallener Seite gab es im späteren Verlauf zu diesem Thema noch zwei Spruchbänder, da die gesamte Schweizer Szene in dieser Frage einig ist.

Basel kam direkt mit einer Superchance von Chipperfield ins Spiel, die leider nicht verwandelt wurde. Das Heimteam übernahm im Anschluss immer mehr die Kontrolle und erzielte nach nur acht Minuten das 1:0.

Nun wirkte Basel zwar stärker, kam aber zu keinen nennenswerten Möglichkeiten, wohingegen St. Gallen noch vor dem Pausenpfiff durch die Schiedsrichterin (ziemlich desolate Leistung, jedoch auf beiden Seiten) das 2:0 erzielen konnte, erneut durch Aguirre.

Die Stimmung bei den Heimfans übrigens überraschend gut, das hatte ich nicht erwartet. Gutes Gehüpfe von einem Großteil der Tribüne, sehr homogenes Klatschen und auch sonst ordentlicher Support.

Auf Basler Seite war heute auch auf den Rängen eher der Wurm drin, vielleicht lag es an der Hitze, ich weiß es nicht.

Kurz nach Wiederanpfiff konnte Petric den Anschlußtreffer erzielen und ich hatte die Hoffnung, dass dies die Initialzündung für den FCB sei. Schade, war doch nur ein Strohfeuer, denn Aguirre schoss nur kurz später sein drittes Tor für den FC St. Gallen in dieser Partie.

Der FC Basel ließ leider häufig den Kampfgeist vermissen, verlorenen Bällen wurde nicht nachgesetzt und auch im Zweikampfverhalten ging man eher verhalten zur Sache.

Rund fünf Minuten vor Schluss kam Basel dann zwar nochmal auf 3:2 heran und man merkte nun auch, dass gekämpft wurde, letztendlich blieb es aber bei der ärgerlichen aber verdienten Niederlage in St. Gallen.

Wir begleiteten unsere Basler Freunde noch zum Bahnhof und machten uns dann auf den Weg zurück nach Deutschland, wo man mich rund 24 Stunden nach dem Einsammeln auch wieder in Karlsruhe absetzte und der Rest noch den Ritt nach Braunschweig vor sich hatte.

FC ST. GALLEN: Stefano Razzetti – Pascal Cerrone, Jiri Koubsky, Juan Pablo Garat (Philippe Montandon, 19′), Marc Zellweger – Marcos Gelabert (Samir Kozarac, 86′), Francesco Di Iorio, Jürgen Gjasula, David Marazzi – Francisco Aguirre (Philipp Muntwiler, 78′), Alexander Tachie Mensah. TRAINER: Rolf Fringer

FC BASEL: Franco Costanzo – Reto Zanni, Koji Nakata, Daniel Majstorovic, Bruno Berner (Ivan Rakitic, 56′) – Franz Burgmeier (Papa Malick Ba, 76′), Ivan Ergic – Scott Chipperfield, Zdravko Kuzmanovic – Mladen Petric, Eduardo Adelino Da Silva (Mile Sterjovski, 27′). TRAINER: Christian Gross

SCHIRI: Nicole Petignat

TORE: 1:0, 2:0, 3:1 Francisco Aguirre (8′, 44′, 52′), 2:1 Mladen Petric (49′), 3:2 Ivan Ergic (86′)

ZUSCHAUER: 10.000, darunter gut 1.000 Basler und acht Braunschweiger

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