Archiv für die Kategorie ‘1. Liga’

Super League: FC Luzern - FC Basel 0:3 (0:2)

Samstag, 19. Mai 2007
FC Luzern Stadion Allmend,
Luzern, Schweiz
FC Basel

Dankenswerterweise wurde ich in Goslar von den werten Mitreisenden aufgegabelt, so dass ich mir die frühe Tour nach Braunschweig sparen konnte - halb acht wär auch verdammt früh gewesen.

Mit zwei Kisten Wolters im Gepäck gings mal wieder zu unseren Basler Freunden, die heute das vorletzte Spiel in der Meisterschaft zu bestreiten hatten. Rivale FC Zürich hat dank der Fussballmafia SFB (zwei am grünen Tisch zugesprochene Punkte aus deren Spiel gegen St. Gallen) einen Punkt Vorsprung, das Torverhältnis ist gleich, wobei Basel mehr Tore auf der Habenseite vorzuweisen hat. Zürich tritt parallel bei den YB Bern an, ein Unentschieden in Bern bei gleichzeitigem Sieg beim FCL würde den FC Basel einen grossen Schritt Richtung der zwölften Meisterschaft bringen und eine gute Revanche für den 13. Mai 2006 abgeben.

Nach einigen kleineren Pausen und einem problemlosen Grenzübertritt war Luzern dann auch gegen 15h00, knapp drei Stunden vor Kick-Off erreicht. Das Ganze bei schönstem Wetter - also keine Hagelgefahr, wie kürzlich in Thun. Also erstmal im Schatten ein wenig auf die Zugfahrer und die gemeinsamen Freunde aus Mannheim gewartet.

So gegen 17h00 kam dann auch der Zugmob und damit wurde es ein wenig chaotisch am Eingang (wo heute - ganz schweizuntypisch - mal ernsthafte Personenkontrollen durchgeführt wurden) - was zur Folge hatte, dass nicht wenige der Basler die Wartezeit mit einem Sprung über den Stadionzaun ein wenig abkürzten.

Stadion Allmend, Luzern

Im Stadion war Schatten Mangelware, keine Freude bei gut 25° im Schatten. War heute aber trotzdem egal, es wurde sehr ordentlich Gas gegeben, die beste Saisonleistung (soweit ich das beurteilen kann).

Zum Intro und zu den Toren gabs ein wenig Pyro, aber nichts koordiniertes. War ja leider auch noch hell, was Bengalos einfach deutlich weniger eindrucksvoll erscheinen läßt. War aber natürlich trotzdem eine fette Show!

 FC Basel Pyro

Auf Heimseite gabs ein Spruchband gegen das Vorgehen des FC Bayern gegen die Schickeria (”Ultras unter Generalverdacht - Schickeria in Sippenhaft”) - ansonsten kann ich den Heimsupport nicht beurteilen, da ich ohnehin kaum Sicht hatte.

Somit habe ich auch nicht wirklich viel vom Match mitbekommen - zwei schnelle Tore für den FCB, damit war der Basler Teil der Aufgabe erfüllt, musste nur noch Bern (mindestens) ein Remis holen. Und das sah gegen Ende der zweiten Hälfte auch sehr gut aus, als das 2:2 in Bern vermeldet wurde, war jedenfall kollektives Durchdrehen im Awaysektor angesagt.

FC Basel Pyro

Leider fiel dann kurz vor Schluss noch der Treffer für das 3:2 für den Zürcher Stadtclub, so dass Basel mit dem 3:0 zwar noch was fürs Torverhältnis tun konnte, jedoch weiter auf den grossen Ausrutscher des FCZ warten muss - am 24.5. hat der FCB Heimspiel gegen Bern, während in Zürich das Stadtderby des FC Zürich gegen die Grasshoppers auf dem Programm steht.

Für uns gings erstmal zurück nach Basel, wo am Bahnhof die Zugfahrer in Empfang genommen wurden und unsere Übernachtungsfrage geklärt werden konnte (fettes Merci nochmal nach Basel dafür!), ehe es auf ein paar Feldschlösschen Schweizer Brauart in die City ging. Dabei lernte man noch einen Schalker kennen, der mittlerweile in Basel lebt und ganz ordentlich verbal einstecken musste (”Alex Frei, Alex Frei…”).

FC LUZERN: David Zibung - Nordine Sam, Pascal Bader, Ivan Dal Santo, Claudio Lustenberger - Sandro Foschini (David Andreoli, 54′), Fabian Lustenberger (José Luis Mamone, 46′), Sascha Imholz, Makanaki (Caryl Righetti, 65′) - Paquito - Jean Michel Tchouga. TRAINER: Ciriaco Sforza

FC BASEL: Franco Costanzo - Reto Zanni, Daniel Majstorovic, Boris Smiljanic, Koji Nakata - Papa Malick Ba - Ivan Rakitic (Delron Buckley, 69′), Ivan Ergic, Scott Chipperfield, Mile Sterjovski (Franz Burgmeier, 77′) - Eduardo (Eren Derdiyok, 62′). TRAINER: Christian Gross

SCHIRI: Massimo Busacca

TORE: 0:1 Mile Sterjovski (4′), 0:2 Ivan Ergic (9′), 0:3 Ivan Rakitic (66′)

ZUSCHAUER: 9.558, geschätzte 1.500 Basler, fünf Braunschweiger, dreimal Waldhof

Super League: FC Thun - FC Basel 0:2 (0:1)

Sonntag, 29. April 2007
FC Thun Stadion Lachen,
Thun, Schweiz
FC Basel

Nach ein paar Stunden Schlaf gings zum Frühstücken erneut in die Kneipe, wo man sich bei der Bedienung gleich mal beliebt machte.

Anschließend gings gen Süden, um mal wieder bei den Eidgenossen vorbeizuschauen und unsere Basler Freunde am Thuner See zu supporten.

Die Fahrt nach Basel verlief noch problemlos und auch der Grenzübertritt war nicht weiter erwähnenswert - die Suche nach einem Vignettendealer war dann allerdings schon deutlich komplizierter - wurde aber schließlich auch gemeistert.

Das Wetter in Baden hatte es ja gut mit uns gemeint, so dass allgemein kurze Hosen und T-Shirt für ausreichend angesehen wurden - ein Fehler, wie wir noch mitbekommen sollten.

Aus Braunschweig war noch eine weitere Fahrzeugbesatzung vor Ort, die auch direkt an den Kassen angetroffen wurden und mit denen (und diversen Freunden des FCB) man die Zeit bis zum Anpfiff versabbelte.

Stadion Lachen, Thun

Pünktlich zum Kick-Off und einigen Bengalos fing es zunächst an, zu regnen (und blitzen), kurz später fiel dann Hagel… Von den Heimfans gabs übrigens eine kleine Choreo, die leider durch die doofe Kurve nicht zu sehen war. Bilder lassen sich bei Interesse sicherlich im Netz recherchieren. War jedenfalls was mit metallic-roten und silbernen Folien und einer Hochziehfahne.

FC Basel in Thun

Das Spiel mal wieder nur wenig ansehnlich, Basel auf jeden Fall deutlich cleverer, so dass das 1:0 für den FCB zur Pause auch in Ordnung geht.

In der Pause hörte es dankbarerweise mit dem Regnen auf, die Dame der Truppe wurde sogar noch mit einer Decke versorgt - das war echte Schweizer Hilfsbereitschaft!

In der zweiten Hälfte dann wieder ein recht ödes Spiel, immerhin gabs die Info, dass der FC Zürich in St. Gallen zurückliegt (am Ende gabs dort ein Unentschieden), was ja für die Meisterschaftsfrage eine durchaus interessante Mitteilung war.

Kurz vor dem Schlußpfiff dann das 2:0 - damit also alles klar.

Für uns gings ziemlich schnurstracks zum Auto und Richtung Heimat - Uni zog es vor, mit dem Rest bereits wieder nach Braunschweig zu düsen, so dass heute abend nur noch wir drei ein weiteres Mal in der Kneipe einfielen (wo immer noch die gleiche Bedienung von morgens da war).

FC THUN: Patrick Bettoni (Alain Portmann, 46′) - Andres Gerber, Yves Zahnd, Armand Deumi, Marco Hämmerli - Ari Nyman, Roman Friedli, Nelson Ferreira, Alejandro Gavatorta (Julian Bühler, 56′), Ezequiel Oscar Scarione (Juho Mäkelä, 71′) - Milaim Rama. TRAINER: Jeff Saibene

FC BASEL: Franco Costanzo - Michel Morganella, Daniel Majstorovic, Boris Smiljanic, Koji Nakata - Papa Malick Ba - Franz Burgmeier (Felipe Caicedo, 57′), Ivan Rakitic, Scott Chipperfield, Mile Sterjovski (Damir Dzombic, 88′) - Mladen Petric (Eduardo, 71′). TRAINER: Christian Gross

SCHIRI: Sascha Kever (Breganzona)

TORE: 0:1 Boris Smiljanic (25′), 0:2 Felipe Caicedo (90′)

ZUSCHAUER: 6.750, darunter wohl so 1.500 Basler - und neun Braunschweiger

Super League: FC Zürich - FC Basel 0:1 (0:0)

Montag, 09. April 2007
FC Zürich Hardturm,
Zürich, Schweiz
FC Basel

Mit einem geradezu rührenden Reiseplan vom Weissi (muss ja mal erwähnt werden) gings am Ostermontag früh via Stuttgart nach Tübingen - fast hätte die Deutsche Bahn diesen Plan über den Haufen geworfen, aber ein kleiner Spurt in der Schwabenmetropole und man sass beim Waldhof-Timo in der Regionalbahn.

In Tübingen wurden wir dann vom Jogges eingesammelt, noch schnell in Rottenburg den Staufetitischten samt einer Kiste Jever eingeladen und ab nach Zürich, da auch der Grenzübertritt problemlos vonstatten ging, waren wir einige Zeit vor Ankunft des Sonderzugs am Hauptbahnhof, wo neben den ersten bekannten Gesichtern auch die Expats und Neu-Schweizer Schalke-Jupp, BVB-Ente und Hansa-Andi begrüßt werden konnten. Unsere Wege trennten sich jedoch schon bald wieder, da die drei es vorzogen, die Tram zum Hardturm zu nehmen, während wir im Corteo mit den Sonderzüglern liefen.

Der Marsch zum Stadion war schon sehr beeindruckend, keine Polizei weit und breit - die Gerüchte, dass FCZ-Fans uns stürmen wollen würden, bewahrheitete sich nicht.

Am Ground wurden dann auch die restlichen Braunschweiger getroffen und für mich noch ein Ticket organisiert - fettes Merci!

Hardturm, Zürich

Nach einer völlig lächerlichen Kontrolle (das kann ja zur EM lustig werden) gings dann auch zeitig ins Stadion, wo die nicht mehr allzulange Zeit bis zum Kickoff mit den Basler Freunden verlabert wurde.

Intros gabs diesmal keine Speziellen - Doppelhalter und Schwenker pur waren aber auch nicht schlecht.

Vom Spiel war in der ersten Hälfte dank reudigem Stehplatz eh kaum was zu sehen, umso mehr wurde dem Support gefrönt (den ich nicht so schlecht fand, wie einige andere).

Nach der Pause suchte ich mir einen anderen Platz, immer noch scheiss Sicht, aber immerhin konnte man jetzt Teile des Spielfelds sehen. Ausserdem bekam man auch ein wenig von dem Support der Heimkurve mit - wobei der sich auch in engen Grenzen hielt. Auf Basler Seite gabs ein paar Bengalen als Intro, aber auch nix Besonderes (bei den letzten Auftritten im Hardturm konnten die Basler jeweils mit phänomenalen Choreos glänzen - eh schwer, dass zu toppen).

FC Basel zu Gast im Hardturm

Sportlich konnte nun auch mal näher hingeschaut werden, ist ja sehr spannend in der Liga. Wir erinnern uns, letzte Saison hatte Basel einen fetten Vorsprung vor dem FCZ, der aber in den Wochen vorm Finale fahrlässig verspielt wurde, so dass es am 13. Mai zum Showdown in Basel kam, was bekanntermassen die Zürcher für sich entscheiden konnten und der Auslöser für einige unschöne Szenen waren.
Dieses Jahr sind die Rollen umgekehrt verteilt: Basel mit schwachem Start und nun mitten in der Aufholjagd, während der Vorsprung des Stadtclubs langsam schwindet.

Durch ein Stokeltor in der 70. Minute wurde dann die heutige Partie zu Gunsten der Basler entschieden, der Ball wollte einfach nicht über die Linie, aber schliesslich gelang es Rakitic doch, die Kugel zu versenken. Im Gästeblock nun natürlich ordentlicher Jubel!

Nachdem auch die drei Minuten Nachspielzeit überstanden waren, hat der FCZ nun nur noch zwei Punkte Vorsprung und muss noch zum Rückspiel nach Basel - der FCB hats nun also wieder selber in der Hand!

Für uns gings nach Abpfiff wieder gen Hauptbahnhof, irgendwie erschien der Hinweg im Corteo doch kürzer, jedenfalls waren wir alle ganz schön fusskrank, als Jogges’ Golf endlich erreicht war.

Da so langsam auch die knurrenden Mägen nicht mehr zu überhören waren, gings auf schnellstem Weg gen Deutschland und zum erstbesten (OK, dem zweitbesten) McD, wo fürstlich gespeist wurde und auch zwei Braunschweiger Autobesatzungen einkehrten, die von den mittlerweile vermeldeten Ausschreitungen am Bahnhof Altstetten nichts mitbekommen hatten.

In Tübingen gings dann wieder in die Bahn, die nervige Rückfahrt war dann glücklicherweise kurz nach Mitternacht beendet.

Wie fast immer ein sehr gelungener Ausflug zu unseren Freunden aus Basel und einer der letzten Chancen genutzt, den Hardturm zu besuchen - im Moment wird das eigentliche Heimstadion des FCZ, der Letzigrund, EM-fein gemacht - dort wird dann in den kommenden Jahren auch der Grasshoppers Club spielen, ehe im Jahr 2010 der neue Hardturm fertig gestellt ist und für beide Zürcher Vereine die Heimstatt werden wird.
Also, alles richtig gemacht!

Bilder werden nachgereicht…

FC ZÜRICH: Johnny Leoni - Florian Stahel, Heinz Barmettler, Steve von Bergen, Marc Schneider (Clederson Cesar, 75′) - Almen Abdi (Veli Lampi, 75′), Gökhan Inler, Blerim Dzemaili (Alexandre Alphonse, 83′), Xavier Margairaz - Eudi Silva de Souza, de Araujo Raffael. TRAINER: Lucien Favre

FC BASEL: Franco Costanzo - Reto Zanni, Daniel Majstorovic, Boris Smiljanic, Koji Nakata - Papa Malick Ba, Ivan Ergic, Ivan Rakitic, Scott Chipperfield (Delron Buckley, 78′), Mile Sterjovski (Felipe Caicedo, 57′) - Eduardo (Eren Derdiyok, 85′). TRAINER: Christian Gross

SCHIRI: Jérôme Laperriere

TORE: 0:1 Ivan Rakitic (70′)

ZUSCHAUER: 18.137 (sold out), auf Basler Seite zwei Mannheimer und ca. 15 Braunschweiger

Eredivisie: Ajax Amsterdam - Roda JC Kerkrade 2:0 (2:0)

Mittwoch, 27. Dezember 2006
Ajax Amsterdam Amsterdam ArenA,
Amsterdam, Niederlande
Roda JC Kerkrade

Der Tag fing relativ scheiße an - Mutters Wagen war zugefroren und auch die Innenseite der Winschutzscheibe vereist. Wie ich sowas hasse…

Kurz nach acht sammeln mich dann Rocky (der heute mal wieder den Fahrer macht) und Sandra mich ein, kurz drauf komplettiert Basti unsere Truppe und ab gehts gen Westen, um bei unseren holländischen Freunden nach dem Rechten zu sehen.

Ich war das letzte Mal vor acht Jahren in Amsterdam, zum Glück funktionierte mein Parkplatz-Geheimtipp immer noch, so daß wir kostenneutral um kurz nach eins in der City waren und dort ein wenig hierhin und dorthin schlenderten, ohne echtes Sightseeingbedürfnis zu haben. Leider war das Wetter auch etwas ungemütlich, so daß wir nach einer Runde über den Dam und durchs Rotlichtviertel eine Kneipe aufsuchten und da bis zum späteren Nachmittag verweilten.

Kurz nach sechs waren wir dann nach kurzer Fahrt an der (nicht mehr ganz) neuen Amsterdam ArenA angekommen und stellten unser Auto auf einen der 8€-Parkplätze ab. Man hats ja…

Amerstam ArenA

Nach einer kleinen Stärkung und dem erfolgreichen Erwerb unserer bestellten Tickets gings dann auch schon ins Stadion, nicht wie die feinen Herren auf der Geraden per Rolltreppe (!) sondern schön per pedes die Stufen hoch. Da unter der Arena noch das Parkplatz und diverse Geschäftsebenen liegen, muß man selbst zum Unterrang einiges an Höhenmetern zurücklegen.

Amsterdam ArenA

Oben angekommen wurden erstmal ein paar Bilderchens geschossen und die farbenfrohe Gestaltung des All-Seaters “bewundert” ehe man sich entschloß, zu viert in eine Arena-Bezahlkarte zu investieren, um sich bis Kickoff wenigstens noch an einem Heißgetränk zu wärmen.

Kurz vor Beginn wurde es dann auch tatsächlich recht voll, nachdem noch eine Viertelstunde vorher nichts auf das gemeldete “Ausverkauft!” hindeutete. Tatsächlich waren aber auch während des Spiels noch diverse Lücken zu sehen, so daß die offizielle Zuschauerzahl ins Bereich der Fabeln verwiesen werden muß. Die beiden Gästeblöcke im Oberrang waren kaum zu einem Viertel gefüllt, der Ajax-Supportblock auf der Südseite wies ebenfalls große Lücken auf.

Kurz nachdem ein Anti-Pyro-Video über die Anzeigentafeln geflimmert war zeigte der aktive Anhang von Ajax ein, zwei Bengalen als Intro.
Die Gästefans aus Kerkrade ließen nur einmal ganz kurz von sich hören, danach war man still und artig auf seinen Klappsitzen.
Aber auch die Heimkurven (Vak 401 sitzt/steht mit den Ultras im Oberrang der Nordtribüne, F-Side hat es sich im Unterrang gegenüber gemütlich gemacht) konnten nur selten mal auf sich aufmerksam machen - nach einem durchwachsenen Start war lange Zeit gar nix zu hören.
Der Rest des Publikums bekommt die Zähne eh nicht auseinander - sehr traurige moderen Fußballwelt.

Das schwache Spiel konnte einen auch nicht grad vom Hocker reißen, wenigstens sorgte der Schiedsrichter mit seinen merkwürdigen Entscheidungen für ein wenig Kurzweil und war beim 1:0 für Ajax nicht wirklich gut im Bilde:
ein Angriff vom von den Hausherren konnte in der Roda-Abwehr gestoppt werden, der Keeper hat den Ball schon in der Hand als Sneijder ihn nicht wirklich sauber tackelt und den Ball wohl auch mit der Hand berührt. Auf jeden Fall stehts dadurch 1:0, da halfen dann auch die Proteste der Huub Stevens Truppe nix.

Trotzdem waren Ajax die klar dominierenden Mannschaft, während Roda eher an eine uns wohlbekannte Mannschaft aus Braunschweig erinnerte und so gar nix auf die Reihe bekam, Ajax dafür aber noch diverse Chancen und auch mehrfach Aluminium verbuchen konnte, so daß das 2:0 nach einer Ecke kurz vor der Pause durchaus in Ordnung ging.

Die zweite Halbzeit war dann leider noch öder, da Ajax sich nun auf den beiden Toren ausruhte, hinten gut dicht machte, aber nach vorne eben auch nicht mehr viel beschickte, so daß es außer einem Lattentreffer keine weiteren guten Szenen gab.

Bereits ab der 80. Minute setzte ein reger Abwanderungsverkehr ein, nicht nur ein, zwei, nein - buchstäblich Hunderte strömten zum Ausgang… mir völlig unverständlich.

Wir blieben natürlich noch bis zum Ende und machten uns dann auch zu unserem Auto auf, dessen Heizung dankbar begrüßt wurde. Nach kurzem Abfahrtsstau war man dann wieder sich selbst bzw. der Frau im Navi überlassen, die uns aber sicher nach Braunschweig leitete, von wo es für mich (nach erneutem Freikratzen) noch den Rest der Strecke nach Goslar ging.

AJAX AMSTERDAM: Dennis Gentenaar - George Ogararu, Zdenek Grygera, Jaap Stam, Thomas Vermaelen (Jan Vertonghen, 52′) - Johnny Heitinga, Wesley Sneijder, Urby Emanuelson (Olaf Lindenbergh, 74′) - Tom De Mul (Mauro Rosales, 61′), Klaas Jan Huntelaar, Ryan Babel. TRAINER: Henk ten Cate

RODA JC KERKRADE: Bram Castro - Jan-Paul Saeijs (Ger Senden, 46′), Pa Modou Kah, Vincent Lachambre, Marcel Meeuwis - Kemy Agustien, Dieter Van Tornhout, Adil Ramzi, Andres Oper (Sekou Cissé, 46′), Davy De Fauw, Marcel De Jong (Boldizsár Bodor, 72′). TRAINER: Huub Stevens

TORE: 1:0 Wesley Sneijder (15′), 2:0 Zdenek Grygera (42′)

ZUSCHAUER: angeblich “uitverkocht”, aber da waren noch sehr viele, teils große Lücken, also niemals die gemeldeten 50.334 sondern geschätzte 45.000

Super League: FC St. Gallen - FC Basel 3:2 (2:0)

Montag, 31. Juli 2006
FC St. Gallen Espenmoos,
St. Gallen, Schweiz
FC Basel

Mit ein paar Jungs (und auch zwei Mädels) aus Braunschweig sollte es in die Ostschweiz gehen, um dort die Freunde des FC Basel zu unterstützen.
Der 9er-Bus machte sich am Vorabend auf den Weg (nachdem das erfolgreiche Fanturnier der Ultras Braunschweig beendet war) und man sammelte mich gegen halb eins morgens am Bahnhof in Karlsruhe ein.

Zunächst ging die Fahrt nach Lindau am Bodensee, da der Wunsch geäußert wurde, “noch schwimmen zu gehen” - erwartungsgemäß wurde Lindau morgens um drei erreicht, außer einer Tanke hatte nichts offen, immerhin konnte dort ein Fußball abgestaubt werden. Leider konnte uns die freundliche Dame auch nicht verraten, wo man denn nun am besten an den See käme.

Nun denn, mal in den Stadtplan geschaut und das Strandbad entdeckt, welches auch das nächste Ziel unserer Tour wurde. Erstaunlicherweise standen wir dort vor verschlossenen Türen (morgens um vier, wo gibts denn sowas?), so daß man sich erstmal mehr oder weniger bequem der Augenpflege hingab - die anderen jedenfalls, ich konnte nämlich dummerweise nicht pennen.

Nach ein paar unbequemen Stunden machte man sich dann erstmal auf den Weg, fand eine Bucht, wo man - wenn man gewollt hätte - hätte Baden können, entschied sich dann aber erstmal für ein Frühstück beim Schotten.

Irgendwie wurde langsam auch gehypert, also gings immer noch viel zu früh via Bregenz in die Schweiz (vignettenlos, geht über die Landstraße perfekt: von Lindau nach Bregenz, dann am Bodenseeufer entlang in die Schweiz, den Rhein noch überquert und in Rorschach Richtung Süden nach St. Gallen).

Natürlich viel zu früh wurde dann das Espenmoos erreicht, was uns immerhin die Chance gab, den perfekten Parkplatz einzunehmen und ein wenig am Stadion rumzustromern.

Immerhin war noch völlig unklar, wie und wo man in den Ground kommen sollte - durch die Registrierungspflicht hätte es nur in Basel Gästekarten gegeben, dies wurde jedoch komplett boykottiert, so daß quasi alle Basler (und auch wir) ticketlos anreisten. Plan war es, einen neutralen Block zu entern, falls der Gästesektor tatsächlich nicht zugänglich ist - aber auch ein Stürmen des Stadions stand im Raum.

Während der Rest unserer Busbesatzung in die City ging, nutzte ich die Zeit, tatsächlich mal für ein oder zwei Stündchen zu schlafen - sehr begrüßt!

Nachdem ich ausgeschlafen (naja) hatte und die anderen mit Frischgeld und gesättigt wieder zurück waren, ging es zum Bahnhof, wo der Zug aus Basel erwartet werden sollte - dessen Ankunft dann auch nur knappe zwei Stunden später war, so daß doch übel rumgelungert wurde.

Das Warten hat sich aber gelohnt, die Ankunft war schon ein schönes Spektakel (das fast bös geendet hätte, als ein Basler Kamerad während des Einfahrens aus dem Fenster sprang und das Gleichgewicht verlor - hat nicht viel gefehlt und er wäre unter den noch ziemlich schnell rollenden Zug gestürzt).

Nach dem Begrüßen der Kameraden ging es dann geschlossen zum Stadion und dort auch direkt in den Gästeblock (was jedoch ewig dauern sollte - bei gefühlten 60° in der Sonne keine Freude). Immerhin gabs keinerlei Streß, ich bekam mein ermäßigtes Ticket anstandslos und konnte den Ground also problemlos entern.

Das Espenmoos verfügt über eine recht eigenartige Haupttribünenkonstruktion, die eher nach Konzertmuschel aussieht. Die Gegentribüne könnte man sogar zweistöckig nennen, unten sind ein paar Stufen, oben ein paar Sitzreihen, naja, aber alles recht übersichtlich.
Der Heimblock befindet sich auf der Hintertorseite, gegenüber der recht desolate Gästeblock, der aus einer gammeligen Stahlrohrtribüne besteht, die zur Hälfte bestuhlt ist. Die stehenden Gäste sind die einzigen im Stadion, die kein Dach über dem Kopf haben, was beim heutigen Wetter nicht wirklich toll war und auch zu dem ein oder anderen Sonnenbrand geführt haben mag.

Bis zum Anpfiff unterhielt man sich mit den Kollegen aus Basel, vor allem darüber, wie es jetzt (also nach dem 13.5.) in der Szene weitergehen würde.

Um 16h00 begann dann endlich das Spiel, die Heimfans zeigten eine nette Choreographie aus am Dach befestigten Folien mit dem Thema “Saint City” (eine Anspielung auf den Film “Sin City”), auf Basler Seite beschränkte man sich auf ein paar Bengalos und das Präsentieren diverser Spruchbänder gegen die Registrierungspflicht und Fanpass. Auch auf St. Gallener Seite gab es im späteren Verlauf zu diesem Thema noch zwei Spruchbänder, da die gesamte Schweizer Szene in dieser Frage einig ist.

Basel kam direkt mit einer Superchance von Chipperfield ins Spiel, die leider nicht verwandelt wurde. Das Heimteam übernahm im Anschluß immer mehr die Kontrolle und erzielte nach nur acht Minuten das 1:0.

Nun wirkte Basel zwar stärker, kam aber zu keinen nennenswerten Möglichkeiten, wohingegen St. Gallen noch vor dem Pausenpfiff durch die Schiedsrichterin (ziemlich desolate Leistung, jedoch auf beiden Seiten) das 2:0 erzielen konnte, erneut durch Aguirre.

Die Stimmung bei den Heimfans übrigens überraschend gut, das hatte ich nicht erwartet. Gutes Gehüpfe von einem Großteil der Tribüne, sehr homogenes Klatschen und auch sonst ordentlicher Support.

Auf Basler Seite war heute auch auf den Rängen eher der Wurm drin, vielleicht lag es an der Hitze, ich weiß es nicht.

Kurz nach Wiederanpfiff konnte Petric den Anschlußtreffer erzielen und ich hatte die Hoffnung, daß dies die Initialzündung für den FCB sei. Schade, war doch nur ein Strohfeuer, denn Aguirre schoß nur kurz später sein drittes Tor für den FC St. Gallen in dieser Partie.

Der FC Basel ließ leider häufig den Kampfgeist vermissen, verlorenen Bällen wurde nicht nachgesetzt und auch im Zweikampfverhalten ging man eher verhalten zur Sache.

Rund fünf Minuten vor Schluß kam Basel dann zwar nochmal auf 3:2 heran und man merkte nun auch, daß gekämpft wurde, letztendlich blieb es aber bei der ärgerlichen aber verdienten Niederlage in St. Gallen.

Wir begleiteten unsere Basler Freunde noch zum Bahnhof und machten uns dann auf den Weg zurück nach Deutschland, wo man mich rund 24 Stunden nach dem Einsammeln auch wieder in Karlsruhe absetzte und der Rest noch den Ritt nach Braunschweig vor sich hatten.

FC ST. GALLEN: Stefano Razzetti - Pascal Cerrone, Jiri Koubsky, Juan Pablo Garat (Philippe Montandon, 19′), Marc Zellweger - Marcos Gelabert (Samir Kozarac, 86′), Francesco Di Iorio, Jürgen Gjasula, David Marazzi - Francisco Aguirre (Philipp Muntwiler, 78′), Alexander Tachie Mensah. TRAINER: Rolf Fringer

FC BASEL: Franco Costanzo - Reto Zanni, Koji Nakata, Daniel Majstorovic, Bruno Berner (Ivan Rakitic, 56′) - Franz Burgmeier (Papa Malick Ba, 76′), Ivan Ergic - Scott Chipperfield, Zdravko Kuzmanovic - Mladen Petric, Eduardo Adelino Da Silva (Mile Sterjovski, 27′). TRAINER: Christian Gross

SCHIRI: Nicole Petignat

TORE: 1:0, 2:0, 3:1 Francisco Aguirre (8′, 44′, 52′), 2:1 Mladen Petric (49′), 3:2 Ivan Ergic (86′)

ZUSCHAUER: 10.000, darunter gut 1.000 Basler und acht Braunschweiger

Super League: FC Basel - FC Zürich 1:2 (0:1)

Samstag, 13. Mai 2006
FC Basel St. Jakob-Park,
Basel, Schweiz
FC Zürich

Nach einem netten Frühstück in einer Kneipe im Karlsruher Bahnhof ging es mit Daniel und Henner (beide am Vorabend bereits angereist) per Bimmelbahn nach Basel, wo wir auch sehr zeitg eintrafen.
Probleme hatten wir (also eher die beiden) zwei: keine Franken und keine Tickets.
Also erstmal auf zum Stadion, wo bereits einiges loswar, leider hauptsächlich Leute, die ebenfalls Tickets suchten.
Auch Bekannte Basler, die ich traf, meinten, daß es eher schlecht aussähe.
Nun denn, ich hatte meine Karte ja, also erstmal der Dinge harren.
Irgendwann kam der Rest aus Braunschweig und so nach und nach verdrückten sich die ersten schon in den Block, nur Henner und Daniel hatten noch Pech - bis dann plötzlich beide innerhalb von einer Minute irgendwie Leute auftaten, die sie mit in die Muttenzer Kurve nahmen - ich weiß bis heute nicht wie!
Es war natürlich brechend voll, schließlich ging es ums Finale der Schweizer Meisterschaft, ein Punkt würde dem FCB genügen, bei einer Niederlage wäre ausgerechnet der heutige Haßgegner aus Zürich Meister.
Das Spiel begann mit einer netten Choreographie auf Heimseite, bei der der Rathausbalkon und die Übergabe des Meisterpokals schonmal vorgezogen wurde.
Auf dem Rasen zunächst nervöses Abtasten, beide Teams wußten, was auf dem Spiel steht.
Nach einer guten halben Stunde das überraschende 1:0 für den Gast aus Zürich - Scheiße!
Basel kämpfte nun und kam zu einer Vielzahl von hochkarätigen Chancen - nur ein Tor wollte einfach nicht fallen.
In der 72. Minute dann ausgerechnet Petric mit einem wunderschönen Freistoß zum Ausgleich! Der Jubel kannte keine Grenzen!
Zürich war deutlich geschockt und der FCB hätte in dieser Phase gut und gerne noch drei Tore schießen können - haben sie aber nicht.
Als bereits jeder den Jubelschrei zum Abpfiff auf den Lippen hatten, kam die verhängnisvolle 93. Minute, die den Schweizer Fußball verändern sollte: 2:1 für den FC Zürich und damit der erste Meistertitel seit 25 Jahren…
Torschütze war ausgerechnet der Rumäne Filipescu, der zur neuen Saison zum MSV Duisburg wechselte und somit mit dem BTSV in der zweiten Liga die Klingen kreuzen wird.
Fassungslosigkeit und Wut machten sich unter den Anhängern des FC Basel breit, was einige direkt zu einer Pitch Invasion trieb.
Die Polizei, natürlich, etwas langsam, so daß es einige Zeit dauerte, bis eine Kette zum Schutz der Spieler und feiernden Zürcher Fans gebildet werden konnte, wobei weder mit Tränengas noch mit Gummigeschossen gegeizt wurde und auch mal in Gruppen Unbeteiligter geballert wurde, wenn die sich in Schußweite aufhielten.

Gummigeschosse auch auf Unbeteiligte

Basler feiern zusammen mit den Zürchern

Basler feiern zusammen mit den Zürchern

Wir verfolgten das Treiben im Stadion noch eine Zeitlang, ehe wir uns entschlossen, uns auf den Weg zum badischen Bahnhof zu begeben.
Vor dem Stadion hatte die Polizei nix im Griff, überall wurden Unbeteiligte Opfer von Tränengasgranaten und Gummigeschossen.

Vorm Joggeli

Nachdem wir endlich eine Haltestelle gefunden hatten, wo noch eine Bahn fuhr ging es mit der nächsten zum Schweizer Bahnhof, nicht wirklich praktisch, aber nicht zu ändern - unser geplanter Zug war eh längst weg.
Also via badischem Bahnhof, Freiburg und Offenburg zurück nach Karlsruhe, wo wir irgendwann in aller Hergottsfrühe auch heil ankamen.

Die Ereignisse in Basel haben in den darauf folgenden Wochen dazu geführt, daß in der Schweiz eine Zwangsregistrierung eingeführt wurde, welche aber direkt zum Saisonbeginn wegen Sinnlosigkeit wieder abgeschafft wurde. Der FC Basel wurde - abgesehen von einer empfindlichen Geldstrafe, Geisterspielen und Spielen mit gesperrter Fankurve - dazu gebracht, seine Fans stärkster Gängelei auszusetzen. Leider wurden die Belange der Fans völlig aussen vor gelassen.

FC BASEL: Patrick Zuberbühler - Bruno Berner - Daniel Majstorovic, Papa Malick Ba, Reto Zanni - Koji Nakata, Ivan Ergic, Matias Emilio Delgado (Boris Smiljanic, 90′), Scott Chipperfield (Mile Sterjovski, 86′) - Eduardo Adelino Da Silva (Cesar Andres Carignano, 56′), Mladen Petric. TRAINER: Christian Gross

FC ZÜRICH: Johnny Leoni - Florian Stahel, Iulian Sebastian Filipescu, Steve Von Bergen, Marc Schneider - Xavier Margairaz (Kresimir Stanic, 73′), Blerim Dzemaili, Gökhan Inler, Clederson César (Alain Nef, 6′) - de Araujo Raffael (Alexandre Alphonse, 29′), Alhassane Keita. TRAINER: Lucien Farve

SCHIRI: Massimo Busacca

TORE: 0:1 Alhassane Keita (30′), 1:1 Mladen Petric (72′), 1:2 Iulian Sebastian Filipescu (93′)

ZUSCHAUER: 32.712 (ausverkauft)

Ekstraklasa: MKS Pogoń Szczecin - Górnik Zabrze 1:1 (1:1)

Samstag, 27. August 2005
MKS Pogoń Szczecin Stadion Florian Krygier,
Szczecin, Polen
Górnik Zabrze

Halb acht Uhr morgens ging es aus dem Bett und nach einer schnellen Dusche und dem Räumen des Zimmers, sowie einem schnellen Frühstück wurde die Straßenbahn zum Bahnhof geentert und dort die S- bzw. Regionalbahn über Güstrow nach Stettin in Polen bestiegen, wo heute abend das Spiel der Ekstraklasa zwischen dem Club aus Szczecin-Pogodno (Stettin-Braunsfelde) und dem vierzehnmaligen polnischen Meister (zuletzt allerdings 1988) Górnik Zabrze auf dem Programm stand.

Die Fahrt von Güstrow wurde von dem witzigen Zugbegleiter aufgelockert, der vor jedem Halt erstmal auf die lokalen Besonderheiten wirtschaftlicher, geschichtlicher und geographischer Natur einging. So lernten wir beispielsweise die größte Zuckerfabrik in Norddeutschland kennen - kann man immer mal gebrauchen…

Mittags war die Hansestadt Stettin in Pommern erreicht, die Stadt gehörte von 1720 zu Preußen und wurde nach der Potsdamer Konferenz Polen zugesprochen.

Stefan und ich zog es erstmal in die City, wo ein wenig herumgelatscht wurde und schließlich eine Pizza genossen wurde, bevor wir wieder zurück zum Bahnhof gingen, um von dort ein Taxi zum Stadion zu nehmen.

Die Strecke hätten wir auch locker laufen bzw. mit der Straßenbahn zurücklegen können, jedoch hatten wir nach dem Spiel nur sehr wenig Zeit, so daß unsere Taktik vorsah, dem Taxifahrer klar zu machen, daß er uns bitte um 20h45 auch wieder abholen möchte, was soweit auch klappte.

Für 30 Zloty (ca. 7,50 Euro) wurden Karten der teuersten Kategorie gekauft, wollten wir doch das heutige Spiel in Ruhe geniessen.

Mit als erste enterten wir den Ground und hatten so viel Zeit zum rumschauen und photographieren.

Florian KrygierUnter anderem war heute auch Florian Krygier im Stadion, um dort seine Geschichte von Pogon Stettin zu signieren - ich konnte es mir nicht nehmen lassen, mir von ihm ein Autogramm auf meine Eintrittskarte geben zu lassen.

Florian Krygier ist DAS Urgestein des Fußballs in Stettin, mittlerweile 98 Jahre alt und immer noch Vereinsmitglied. Seit der letzten Saison trägt auch das Stadion seinen Namen - ein Kuriosum, daß ein Stadion nach einer lebenden Persönlichkeit benannt ist.

Das Stadion selbst hat eine ungewöhnliche Hufeisenform mit zwei Geraden und einer Kurve, ein kleines Dach schützt einen kleinen Teil der Gegengeraden, ansonsten ist der All-Seater unüberdacht.

Die Sitzschalen bilden die Worte PogoÅ„ und Szczecin auf den Geraden und MKS (für Morski Klub Sportowy - Seesportclub) in der Kurve, wo außerdem noch ein relativ liebloses Abbild eines Fußballers zu sehen ist.

Stadion Florian Krygier, Szczecin, Polen

Von den Zwanziger Jahren bis zur Eroberung durch die Sowjetarmee hieß das Stadion Rühl-Kampfbahn, nach dem Stadtschulrat Prof. Dr. Hugo Rühl.

Mittlerweile füllte sich das Stadion so einigermaßen, knapp 18.000 Zuschauer faßt der Ground, nur gut ein Drittel der Plätze sollten heute besetzz werden.

Da unsere Plätze nicht so prall waren - weit vom Fanblock entfernt, weit unten, neben dem Gästesektor, entschlossen wir uns, unser Glück auf der sowieso höheren Gegengeraden zu versuchen und hatten kurz nach Spielbeginn auch das Glück, daß der Ordner kurz seinen Posten verließ und man nun einen schönen Platz genießen durfte.

Zabrze Away Mob in Stettin

Von dort konnte man sowohl das nicht vorhandene Treiben der etwa 100 Gästefans aus Polens Kohlenpott begutachten, hatte aber auch tolle sich auf den Fanblock von PogoÅ„, wo zwar einigermaßen laut gesungen wurde, ansonsten aber nur eine Schalparade zu Beginn präsentiert wurde.

Nach 15 Minuten kam dann aber das eigentliche Intro: ein großer Wimpel wurde hochgezogen eingerahmt von Goldfolie, sowie in den Nebenblocken dunkelblauen und bordeauxroten Pappen. Dazu gab es ein Spruchband (MiÅ‚oÅ›c jedno ma imiÄ™…) und ein paar Fackeln - sah sehr nett aus, ließ sich aber leider aus meiner Position nur mäßig photographieren, da direkt dahinter die Sonne unterging.

Die Heimmannschaft war klar besser, geriet jedoch nach 23 Minuten in Rückstand als Aleksander aus dem Nichts aus knapp 10m das 1:0 für die Gäste erzielte.

Keine zehn Minuten später konnte PogoÅ„ endlich eine seiner zahlreichen Chancen nutzen und den Ausgleich erzielen, der mit orangenem Rauch und ein paar Fackeln gefeiert wurde.

Das Spiel verflachte zusehends und man konnte somit seinen Blick ein wenig hin und her schweifen lassen (Spiel, Gast, Heim…). Nett auch ein gemeinsamer Sprechchor von den Heim- und Awayfans, der offensichtlich gegen die Polizei gerichtet war.

In der Halbzeit mußte man Hupfdohlen ertragen, die aber wenigstens zu einem sehr netten, rockigen Vereinssong rumhampelten.

Nach der Pause blieb das Spiel leider auf schwachem Niveau, beide Teams versuchten ihr Glück bekamen aber nichts zählbaren zu Stande.

In der zweiten Halbzeit präsentierte sich die Heimkurve mit schönen Gesängen sowie ein paar Schwenkern und gelben Luftballons - nix besonderes, sah aber trotzdem ganz nett aus, speziell als dazu dann noch ein paar Bengalos gezündet wurden.

Leider mußten wir das Spiel bereits kurz vor Abpfiff verlassen, da wir ja mit unserem Taxiknilch verabredet waren, der jedoch nicht am vereinbarten Treffpunkt auftauchte - zum Warten hatten wir keine Zeit, also wurde das erstbeste Taxi angehalten und nachdem man ihm klar gemacht hatte, daß es zum Bahnhof geht, war auch soweit alles geritzt.

Auf der Fahrt von Stettin nach Angermünde hatten wir einen ganzen Zugteil für uns alleine, sehr nett…

Halb zwölf war dann Berlin-Ostbahnhof erreicht und es trennten sich unsere Wege, währen Stefan sich mit dem WET auf den Heimweg nach Regensburg machte, nutzte ich mein Lidl-Ticket und bestieg den Nachtzug nach Düsseldorf.

Meine Freude über ein Abteil für mich währte allerdings grad bis Berlin Zoo, aber trotzdem wurde ein wenig geschlafen ehe morgens um 9h00 wieder Karlsruher Gefilde erreicht waren.

TORE: 0:1 Arkadiusz Aleksander (23′), 1:1 Edi Carlos Andradina (32′)

ZUSCHAUER: knapp 7.000, davon etwa 100 Gästefans aus Zabrze