Eredivisie: Ajax Amsterdam – Roda JC Kerkrade 2:0 (2:0)

Ajax Amsterdam Amsterdam ArenA,
Amsterdam, Niederlande
Roda JC Kerkrade

Der Tag fing relativ scheiße an – Mutters Wagen war zugefroren und auch die Innenseite der Winschutzscheibe vereist. Wie ich sowas hasse…

Kurz nach acht traf ich mich mit Rocky (der heute mal wieder den Fahrer machte) und Sandra, kurz drauf komplettierte Basti unsere Truppe und ab gings gen Westen, um bei unseren holländischen Freunden nach dem Rechten zu sehen.

Ich war das letzte Mal vor acht Jahren in Amsterdam, zum Glück funktionierte mein Parkplatz-Geheimtipp immer noch, so dass wir kostenneutral um kurz nach eins in der City waren und dort ein wenig hierhin und dorthin schlenderten, ohne echtes Sightseeingbedürfnis zu haben. Leider war das Wetter auch etwas ungemütlich, so dass wir nach einer Runde über den Dam und durchs Rotlichtviertel eine Kneipe aufsuchten und da bis zum späteren Nachmittag verweilten.

Kurz nach sechs waren wir dann nach kurzer Fahrt an der (nicht mehr ganz) neuen Amsterdam ArenA angekommen und stellten unser Auto auf einen der 8€-Parkplätze ab. Man hats ja…

Amerstam ArenA

Nach einer kleinen Stärkung und dem erfolgreichen Erwerb unserer bestellten Tickets gings dann auch schon ins Stadion, nicht wie die feinen Herren auf der Geraden per Rolltreppe (!), sondern schön per pedes die Stufen hoch. Da unter der Arena noch das Parkhaus und diverse Geschäftsebenen liegen, muss man selbst zum Unterrang einiges an Höhenmetern zurücklegen.

Amsterdam ArenA

Oben angekommen wurden erstmal ein paar Bilderchens geschossen und die farbenfrohe Gestaltung des All-Seaters „bewundert“ ehe man sich entschloss, zu viert in eine Arena-Bezahlkarte zu investieren, um sich bis Kickoff wenigstens noch an einem Heißgetränk zu wärmen.

Kurz vor Beginn wurde es dann auch tatsächlich recht voll, nachdem noch eine Viertelstunde vorher nichts auf das gemeldete „Ausverkauft!“ hindeutete. Tatsächlich waren aber auch während des Spiels noch diverse Lücken zu sehen, so dass die offizielle Zuschauerzahl ins Reich der Fabeln verwiesen werden muss. Die beiden Gästeblöcke im Oberrang waren kaum zu einem Viertel gefüllt, der Ajax-Supportblock auf der Südseite wies ebenfalls große Lücken auf.

Kurz nachdem ein Anti-Pyro-Video über die Anzeigentafeln geflimmert war, zeigte der aktive Anhang von Ajax ein, zwei Bengalen als Intro.
Die Gästefans aus Kerkrade ließen nur einmal ganz kurz von sich hören, danach war man still und artig auf seinen Klappsitzen.
Aber auch die Heimkurven (Vak 401 sitzt/steht mit den Ultras im Oberrang der Nordtribüne, F-Side hat es sich im Unterrang gegenüber gemütlich gemacht) konnten nur selten mal auf sich aufmerksam machen – nach einem durchwachsenen Start war lange Zeit gar nix zu hören.
Der Rest des Publikums bekommt die Zähne eh nicht auseinander – sehr traurige moderen holländische Fußballwelt.

Das schwache Spiel konnte einen auch nicht grad vom Hocker reißen, wenigstens sorgte der Schiedsrichter mit seinen merkwürdigen Entscheidungen für ein wenig Kurzweil und war beim 1:0 für Ajax nicht wirklich gut im Bilde:
Ein Angriff von den Hausherren konnte in der Roda-Abwehr gestoppt werden, der Keeper hatte den Ball schon in der Hand als Sneijder ihn nicht wirklich sauber tackelte und den Ball wohl auch mit der Hand berührte. Auf jeden Fall stands dadurch 1:0, da halfen dann auch die Proteste der Huub Stevens-Truppe nix.

Trotzdem war Ajax die klar dominierende Mannschaft, während Roda eher an eine uns wohlbekannte Mannschaft aus Braunschweig erinnerte und so gar nix auf die Reihe bekam, Ajax dafür aber noch diverse Chancen und auch mehrfach Aluminium verbuchen konnte, so dass das 2:0 nach einer Ecke kurz vor der Pause durchaus in Ordnung ging.

Die zweite Halbzeit war dann leider noch öder, da Ajax sich nun auf den beiden Toren ausruhte, hinten gut dicht machte, aber nach vorne eben auch nicht mehr viel beschickte, so dass es außer einem Lattentreffer keine weiteren guten Szenen gab.

Bereits ab der 80. Minute setzte ein reger Abwanderungsverkehr ein, nicht nur ein, zwei, nein – buchstäblich Hunderte strömten zum Ausgang… mir völlig unverständlich.

Wir blieben natürlich noch bis zum Ende und machten uns dann auch zu unserem Auto auf, dessen Heizung dankbar begrüßt wurde. Nach kurzem Abfahrtsstau war man dann wieder sich selbst bzw. der Frau im Navi überlassen, die uns aber sicher nach Braunschweig leitete, von wo es für mich (nach erneutem Freikratzen) noch den Rest der Strecke nach Goslar ging.

AJAX AMSTERDAM: Dennis Gentenaar – George Ogararu, Zdenek Grygera, Jaap Stam, Thomas Vermaelen (Jan Vertonghen, 52′) – Johnny Heitinga, Wesley Sneijder, Urby Emanuelson (Olaf Lindenbergh, 74′) – Tom De Mul (Mauro Rosales, 61′), Klaas Jan Huntelaar, Ryan Babel. TRAINER: Henk ten Cate

RODA JC KERKRADE: Bram Castro – Jan-Paul Saeijs (Ger Senden, 46′), Pa Modou Kah, Vincent Lachambre, Marcel Meeuwis – Kemy Agustien, Dieter Van Tornhout, Adil Ramzi, Andres Oper (Sekou Cissé, 46′), Davy De Fauw, Marcel De Jong (Boldizsár Bodor, 72′). TRAINER: Huub Stevens

TORE: 1:0 Wesley Sneijder (15′), 2:0 Zdenek Grygera (42′)

ZUSCHAUER: angeblich „uitverkocht“, aber da waren noch sehr viele, teils große Lücken, also niemals die gemeldeten 50.334 sondern großzügig geschätzte 45.000

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