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OL NO-Süd: VFC Plauen – FSV Zwickau 0:2 (0:0)

Freitag, 05. Oktober 2007
VFC Plauen Vogtlandstadion,
Plauen
FSV Zwickau

Für die Rückreise aus dem badischen Süden nach Braunschweig wurde heute mal der „kleine“ Schlenker über Plauen eingeplant, um dort noch das Westsachsenderby zwischen dem Vogtländischen Fussball-Club und der BSG Sachsenring Zwickau zu besuchen.

Schon kurz nachdem ich – noch in Baden – von der A5 auf die A6 abgebogen war und die im Stau stehenden Autos der Gegenfahrbahn verhöhnt hatte, stand ich selbst im Stau. Laut Radio wurde mehrfach von „drei Kilometern stockendem Verkehr“ gesprochen – tja, da hatte die Sprecherin wohl auch stockenden Verkehr, jedenfalls stand ich knappe 30 Kilometer und gut zwei Stunden im Stau, bis es hinter Neckarsulm dann endlich voran ging.
Also Vollgas, etwaige Geschwindigkeitsbegrenzungen wurden großzügig zu meinen Gunsten interpretiert und somit war wenigstens noch übles Halbzeithopping drin.

In Plauen dann noch eine kurze Verwirrung, da man dort noch eine Umleitung über sich ergehen lassen musste, letztendlich wurde das Stadion aber dann doch gefunden und konnte etwa zur 35. Spielminute geentert werden – netterweise hatte das Spiel etwas später angefangen.

Vogtlandstadion, Plauen

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich eine wunderschöne Choreographie vom Red Kaos verpasst, Spielstand war aber immer noch 0:0.

Nach einigen Bilderchens vom Stadion und einem Roster gings dann in die Nähe der Gäste, da das Plauener Heimpublikum alles andere als überzeugen konnte.

Vogtlandstadion, Plauen

Kurz nach der Pause fiel das 1:0 für die Zwickauer, was für ordentlichen Jubel bei derem Anhang sorgte – die Heimseite im Anschluss (man glaubt es kaum) noch leiser.

Die Fans des Fussballsportvereins (wie üblich unterstützt durch einige Dresdner Dynamos) konnten auf jeden Fall diejenigen Lügen strafen, die behaupten, dass man für brachiale Lautstärke ein Dach brauchen würde (dieses Argument hörte ich zuletzt übrigens nach dem eher schwachen Auftritt von Dresden beim BTSV vor Wochenfrist). Zwickau war abartig laut, obwohl – und das wunderte mich dann auch wieder – der Gästeblock doch häufig nicht an einem Strang zog. Unter den etwa 800 Gästen waren wohl so 250 Aktive im Blockzentrum, links und rechts davon wohl eher „Normalos“, die mitunter ihr eigenes Süppchen kochten.

Pünktlich zur 60. Minute dann Fackeln im Gästeblock, sehr schön, so soll das sein. Sehr angenehm fand ich, dass man Zwickau gewähren ließ und ich auch keine Durchsage der Art „Eine Durchsage an unsere Gäste aus Zwickau, das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ist untersagt“ hören konnte. Geht also doch.

Pyro FSV Zwickau

Die heimischen Kicker waren durch das Gegentor aufgewacht und stürmten nun wütend gegen die Zwickauer Abwehr, ohne aber allzuviel Zählbares zu erreichen. Kurz vor Schluß gabs noch eine hundertprozentige Chance für Plauen, die vergeben wurde.

Tief in der Nachspielzeit dann das 2:0 für Zwickau, damit natürlich alles klar und der Jubel auf dem Platz und auf den Rängen riesengroß. Die Spieler rannten geschlossen – inklusive Keeper – quer über den Platz vor den Gästeblock.

Nach Abpfiff gabs von den Zwickauern erwartungsgemäß noch diverse Feierlichkeiten – und die absolut lauteste Uffta, die ich je hören durfte. Abartige, brachiale Lautstärke – Respekt.

Weniger Respekt dann aber für die Zwickauer Jungs auf dem Weg zum Bahnhof, die es witzig finden, Müllsäcke durch die Gegend zu latschen. Da hat der ein oder andere wohl seine anale Phase noch nicht gänzlich überwunden.

Sehr amateurhaft die Organisation der Abfahrt, eine geschlagene Dreiviertelstunde musste man warten, eh man fahren konnte. Bei deutlich unter dreitausend Zuschauern schon eine Leistung.

Für mich gings zur Autobahn und gen Heimat, die Rückfahrt verzögerte sich dank eines Idioten, der sich zwischen Halle und Magdeburg totfahren musste und so mitten in der Nacht für einen erneuten Fünf-Kilometer-Stau sorgte.

TORE: 0:1 Marcel Trehkopf (49′), 0:2 Axel Fuchsenthaler (93′)

ZUSCHAUER: 2.369, davon mal so grob geschätzte 800 aus Zwickau

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