Archiv für April 2006

BL2: SV Wacker Burghausen - BTSV 1:2 (0:2)

Sonntag, 16. April 2006
Wacker Burghausen Wacker-Arena,
Burghausen
Eintracht Braunschweig

Nach Aufstehen (fiel nicht so leicht…) und Frühstück ging es nach Burghausen, wo man so früh eintraf, daß man sich erstmal in der City direkt an der Salzach (Danke an Stadionfan Henning - alter Klugscheißer - für die Info, daß Burghausen nicht am Inn liegt) in einen Biergarten setzte und ein Konterweizen versuchte, ehe es zur Wacker-Arena ging, wo man noch vor verschlossenen Toren warten mußte.

Als endlich die Tore geöffnet wurden, wurden schnell die Fahnen gehängt (und noch mal umgehängt) und ein Bier (nicht lecker) und Fleischkäsesemmel (lecker) probiert und der Dinge geharrt…

Nach und nach trudelten die Busse und auch der Flieger (für 199 Euro von Waggum nach Salzburg, inkl. Transfer zum Spiel… naja, für das Geld kann man natürlich auch eine Woche Trainingslager in der Türkei mit Ultra-All-Inclusive sehen), sowie diverse Individualreisenden ein.

Zu Spielbeginn gab es von Heimseite ein ‘Danke’-Transparent und ein wenig Rauch, der BTSV konnte mit einer sehr gelungenen Auswärtschoreographie kontern: eine große Zaunfahne mit der Aufschrift “3 Punkte und dicke Eier” und dazu Folienschals im Block.

Die Stimmung war heute durchwachsen, grundsätzlich schon sehr gut - die Ultras haben durchgängigen und kreativen Support abgeliefert - jedoch nur relativ selten von allen im Block getragen, so daß wir unser Potential nicht nutzen konnten.

Das Spiel begann durchaus erfolgreich für uns - nach einigen Minuten des Abtastens wird Daniel Graf im Strafraum zu Fall gebracht - der Schiedsrichter pfeift Elfmeter (sicherlich ein wenig glücklich), den Patrick Bick sicher gegen Unsymphat Gospodarek verwandelt…

Während Burghausen versuchte, das Spiel zu drehen, besann sich der BTSV auf Defensive und gelegentliche Konter - und hatte damit auch mehr Glück als der Gastgeber, die sich die Zähne am Braunschweiger Abwehrbollwerk ausbissen.

Kurz vor der Pause das 2:0 aus unserer Sicht: ein Freistoß von Lalle Fuchs in den Strafraum, wo erneut Bick unbedrängt per Kopf an den Ball kommt.

Auch dem Burghauser Maskottchen, dem doofen Panda vor unserem Block ging nun die Luft aus, er war am Boden, wie das Team von Wacker…

Nach dem Seitenwechsel waren die Hausherren noch zorniger geworden, konnten jedoch ebenso kaum etwas erreichen, außer sich den Unmut der Fans zuzuziehen: Gospodarek geht sinnlos gegen Siegert gegen und kann von Glück sagen, nur Gelb zu sehen…

Auf den Rängen vergnügt sich der Eintracht-Anhang derweil mit DSF-Verarsche: “Hallo DSF - Fickt Euch!” - mit entsprechenden Gesten in Richtung der Kamera…

Burghausen wird immer stärker und kann in der 81. Minute auch den Anschlußtreffer erzielen, was die letzten zehn Minuten noch mal richtig lang werden läßt, ehe dann aber doch gefeiert werden kann und die mittlerweile modifizierte Zaunfahne “40 Punkte & dicke Eier” präsentiert wird.

Für mich ging es mit der Bahn via Mühldorf, München und Mannheim zurück nach Karlsruhe, wo ich nach rund sieben Stunden Zugfahrt morgens um eins auch endlich eintraf.

WACKER BURGHAUSEN: Uwe Gospodarek - Martin Forkel, Hrvoje Vukovic (Dragan Bogavac, 46′), Vlado Jeknic, Thomas Drescher - Sebastian Kneißl, Björn Hertl, Oliver Fink, Timo Nagy (Robert Paul, 86′) - Thorsten Burkhardt (Ronald Schmidt, 69′), Marek Krejci. TRAINER: Markus Schupp

BTSV: Thorsten Stuckmann - Finn Holsing, Martin Amedick, Marco Grimm, Jan Tauer - Benjamin Siegert, Torsten Lieberknecht, Patrick Bick, Lars Fuchs (Dustin Heun, 61′) - Daniel Graf, Jürgen Rische (Kosta Rodrigues, 90′). TRAINER: Michael Krüger

SCHIRI: Matthias Anklam (Hamburg)

TORE: 0:1, 0:2 Patrick Bick (5′, Foulelfmeter, 39′), 1:2 Marek Krejci 82′

ZUSCHAUER: 4.500, davon durchaus beachtliche 350 aus Braunschweig

RL Mitte: DSG Union Perg - SV Spittal/Drau 2:0 (2:0)

Samstag, 15. April 2006
DSG Union Perg Machlandstadion,
Perg, Österreich
SV Spittal/Drau

Der ursprüngliche Plan sah vor, der österreichischen Bundesliga heute einen Besuch abzustatten, jedoch wurde das erreichbare Spiel in Ried auf Sonntag verlegt, so daß dies unsere einzige Alternative wurde.

Wir erreichten Perg in Oberösterreich rechtzeitig vor Anpfiff und enterten auch sogleich das Machlandstadion (welches seit letztem Frühjahr nach einem Sponsor Bachleitnerstadion heißt).

Am Eingang identifizierte man uns als weitgeresite Gäste (”Ach, aus Braunschweig sein’s”), mit einem Bier in der Hand ging es auf die Tribüne, die immerhin über ein Dach und Klappsitze bietet - das war es allerdings auch an Ausbau dieses Stadions.

Machlandstadion, Perg

Nachdem der Stadionsprecher mehrfach auf uns zeigte, hatten wir schon Befürchtungen, daß wir hier jetzt als “die Braunschweiger” oder so begrüßt würden, was aber nicht geschah.

Stattdessen kam kurz nach Anpfiff jemand zu uns, und bat uns auf die Ehrentribüne (”Der Bürgermeister bittet, daß die Herren, die Ehrentribüne betreten möchten”)… Ein Tisch wurde für uns bereitgestellt, noch schnell ein Plastikstuhl dazugestellt - taktisch klug genau an Bierkiste und Brötchenkorb vom VIP-Buffet…

Natürlich mußte man nun ein wenig Smalltalk mit dem Bürgermeister, dem stellvertretenden Landeshauptmann Oberösterreichs und dem Clubchef (und Hauptsponsor) halten, aber dies wurde größtenteils souverän gelöst.

Das Spiel war - nun ja - wohlwollend vielleicht Verbandsliganiveau, aber immerhin gab es recht überraschen zwei Tore vom Gastgeber: wir hatten grad den Bürgermeister begrüßt, da fiel das 1:0, der für den Torschützen eingewechselte Michael Schmutzer konnte dann nach einer halben Stunde auf 2:0 erhöhen.

In der zweiten Hälfte erhöhte der Favorit aus Spittal das Tempo, konnte aber die Abwehrriegel der Perger nicht durchbrechen, so daß es beim 2:0 blieb… Ein Ergebnis mit dem ich sehr zufrieden war, gingen doch alle Heimspiele von Perg in diesem Jahr bislang mit 0:0 zu Ende - so konnte mit diesem 2:0 mein Rekord an Spielen ohne torlose Unentschieden eingestellt werden (seit Mitte Oktober 2005 habe ich kein 0:0 mehr gesehen).

Daß man nur für ein Fußballspiel nach Perg kommt, daran konnten sich die Verantwortlichen nicht gewöhnen - so daß die Antwort auf die Frage, wie lange wir denn noch in Perg blieben (”Na, bis so fünf Minuten nach Abpfiff”) wurde mit Unverständnis quittiert.

Für uns ging es also direkt zurück nach Bayern, wo wir uns strategisch günstig in Altötting einquartierten, wo tatsächlich auch noch eine Kneipe offen hatte, wo endlich auch Basti nach rund tausend gefahrenen Kilometern zum ersten Bier des Tages kam.

TORE: 1:0 Jaroslav Holy (7′), 2:0 Michael Schmutzer (30′)

ZUSCHAUER: 400 vielleicht, keine Gäste erkennbar…

RLS: SSV Jahn Regensburg - Karlsruher SC II 2:0 (2:0)

Samstag, 15. April 2006
SSV Jahn Regensburg Jahnstadion,
Regensburg
Karlsruher SC II

Per Bahn gings frühmorgens von Goslar nach Braunschweig, wo schnell noch ein Kaffee gekauft und Bastis Auto für die heutige Tour bestiegen wurde. Henning und Rocky komplettierten unser Quartett auf dem Weg nach Bayern.

Ohne Besondere Vorkommnisse erreichte man Regensburg und begab sich für Speis und Trank in die Vereinskneipe - sehr empfehlenswert, sehr urig mit einer Menge alter Wimpel.

14h30 war dann Anpfiff für diesen Kick, bei dem es für den Jahn so langsam um die Wurst (Abstieg) geht - bei recht schönem Wetter hatten sich offizielle 1700 Zuschauer im Jahnstadion eingefunden, darunter abgezählte acht Karlsruher und etwa 150 aktive Regensburger.

Regensburg konnte mit einem Wechselgesang mit der Tribüne glänzen, was die Badener mit einem 4+4 Wechselsupport konterten - guter Lacher… Ansonsten war von den Gästen nix zu sehen (außer drei Zaunfahnen) und auch die Heimseite gönnte sich längere Schaffenspausen.

Das Spiel ging mit 2:0 an Regensburg, was die Nerven bei den Bayern sicherlich ein wenig beruhigen konnte.

Für uns ging es direkt nach Abpfiff zum Auto und Richtung Ostmark…

TORE: 1:0 Tobias Fink (10′), 2:0 Kristjan Glibo (17′)

ZUSCHAUER: 1.700, darunter abgezählte acht Karlsruher (mich jetzt mal nicht eingerechnet)

RLS: VfB Stuttgart II - SSV Jahn Regensburg 1:0 (0:0)

Sonntag, 09. April 2006
VfB Stuttgart II Robert-Schlienz-Stadion,
Stuttgart
SSV Jahn Regensburg

Kurzfristig entschloß ich mich heute, einen der letzten Grounds der Regionalliga Süd zu besuchen, zu lang hatte ich diesen Platz schon vor mir her geschoben.

So ging es also nach Stuttgart, wo man trotz der immer noch katastrophalen Verkehrsführung auch pünktlich zum Kick-Off das Amateurstadion des VfB betreten konnte. Im Jahr 1995 wurde das Stadion zu Ehren des Ehrenspielführers des VfB in Robert-Schlienz-Stadion umbenannt.

Ein paar Betonstufen ringsrum sind alles, was dem Zuschauer hier geboten wird - und natürlich der Blick auf das direkt angrenzende Daimlerstadion

Das Spiel selber mal wieder unter aller Kanone, Stimmung nicht vorhanden. Naja, OK, die paar Regensburger verschafften sich ab und an Gehör, war aber auch eher als sehr spärlich zu bezeichnen.

Die Partie blieb ohne Höhepunkte und ich hatte schon Angst, ein 0:0 erleben zu müssen, als Danny Galm in der 63. Minute das Siegtor zum 1:0 schoß.

Dies war auch wirklich der einzige Höhepunkt der Tour, die mich direkt nach Abpfiff zum Auto und umgehend aus Schwaben zurück in die badische Zivilisation brachte.

TORE: 1:0 Danny Galm (63′)

ZUSCHAUER: 500, davon rund 30 aus Regensburg

BL2: BTSV - Alemannia Aachen 0:1 (0:1)

Freitag, 07. April 2006
Eintracht Braunschweig Eintrachtstadion,
Braunschweig
Alemannia Aachen

…der Wecker wurde natürlich gepflegt überhört - der Schlafmangel der letzten Tage forderte seinen Tribut. Netterweise weckte Muttern mich kurz nach 18h00 (”sag mal, wolltest Du heute nicht zur Eintracht?”), also direkt ins Auto und Vollgas. In Braunschweig keine (Parkplatz-) Experimente, sondern direkt zur Shelle, wo ich gerne bereit war, die drei Euro Gebühr für den buchstäblich letzten Platz zu zahlen.

Das Stadion wurde also tatsächlich rechtzeitig betreten, was mir heute besonders wichtig war, da ja eine große Aktion zu Ehren des verstorbenen Hacky geplant war.

Zum Einlauf der Teams gab es im Block 9 eine schwarze Blockfahne mit dem Konterfei von Hacky, flankiert von schwarzen Papptafeln, was hervorrangend klappte - schade, daß es so ein trauriger Anlaß sein muß, bei dem eine Choreo reibungslos klappt (also nicht die Pappen schon vorher gezeigt oder gar als Papierflieger den Weg aus dem Block finden).

Ganz großen Respekt an dieser Stelle auch an die Gäste aus Aachen, die ein Spruchband “Hacky R.I.P.” zeigten und außerdem bei der sehr ergreifenden Schweigeminute die Klappe hielten!

Wie viele andere auch, bekam ich mal wieder feuchte Augen!

Nachdem am Vortag bei der Beisetzung bereits mehr als 500 Braunschweiger Hacky einen würdigen Abschied bereitet hatten, sollte dies nun auch heute auf den Rängen passieren, indem der immer noch herrschende Supportverzicht der aktiven Gruppen bei Heimspielen aufgehoben wurde. Somit also Unterstützung des Team aus voller Kraft.

Leider schien davon bei den Spielern nicht allzuviel anzukommen, denn Aachen zeigte von Beginn an, wer nächste Saison in der Bundesliga spielen will.

Nach einer guten Viertelstunde kam der BTSV zwar etwas besser ins Spiel, wirklich gute Chancen konnte aber, wenn überhaupt, nur die Alemannia verbuchen.

Kurz vor der Pause war es dann auch Marius Ebbers, der für den Gast das 1:0 erzielen konnte.

Nach der Pause kommt eine kämpferisch stärkere Eintracht aus der Kabine, wobei leider das letzte Quentchen Glück bei allen Versuchen, ein Tor zu schießen, fehlte.

Auf Aachener Seite wird hauptsächlich gemauert, sicherlich auch verständlich, wenn man bedenkt, daß die Alemannen mit einem Sieg in Braunschweig so gut wie sicher aufgestiegen sind.

So geht schließlich auch dieses Spiel zu Ende, sicherlich unglücklich für die Eintracht, die nun noch weiter auf den Klassenerhalt warten muß.

Für mich ging es direkt zurück in den Harz, um endlich ein wenig Schlaf nachzuholen.

Den Aachenern herzlichen Glückwunsch zum lang ersehnten Aufstieg und nochmals allen Respekt und vielen Dank für das phantastische Verhalten bei der Schweigeminute!

BTSV: Thorsten Stuckmann - Finn Holsing, Martin Amedick, Marco Grimm, Jan Tauer - Daniel Graf, Patrick Bick, Torsten Lieberknecht (Nermin Celikovic, 77′), Kosta Rodrigues (Lars Fuchs, 54′) - Jürgen Rische, Ahmed Kuru (Dustin Heun, 54′). TRAINER: Michael Krüger

ALEMANNIA AACHEN: Kristian Nicht - Mirko Casper, Alexander Klitzpera, Moses Sichone, Emil Noll - Sergio Pinto, Reiner Plaßhenrich, Erwin Koen (Sascha Dum, 60′) - Sascha Rösler (Goran Sukalo, 70′) - Jan Schlaudraff, Marius Ebbers (Erik Meijer, 76′). TRAINER: Dieter Hecking

SCHIRI: Thorsten Kinhöfer (Herne)

TORE: 0:1 Marius Ebbers (43′)

ZUSCHAUER: 20.000, darunter nur 400 Gäste aus Aachen

UEFA-Cup: Middlesbrough FC - FC Basel 4:1 (1:1)

Donnerstag, 06. April 2006
Middlesbrough FC Riverside Stadium,
Middlesbrough, England
FC Basel

Nach einem extrem stressigen Mittwoch mit Hin- und Hergedüse und voller Aktion wurde der Plan, noch den Zug nach Braunschweig zu nehmen, um dort nach dem Spiel der Zwoten gegen Altona 93 bis zur Abfahrt abzuasseln, verworfen und stattdessen der Nacht-ICE um kurz nach halb zwei von Karlsruhe nach Düsseldorf bestiegen.

Wenig - zu wenig - Schlaf und ein wenig Unsicherheit wegen des doch einigermaßen knappen Umstiegs in Düsseldorf in die Regionalbahn, hat aber alles geklappt, so daß es problemlos nach Weeze ging.

Der ursprüngliche Plan war, dort mit dem Busshuttle zum Airport zu kommen, die Nummer, die auf der Website von der Flughafen-Miniatur angegeben wurde, um den Shuttle zu buchen war aber leider falsch - nun ja, die Dame am anderen Ende war natürlich begeistert, von mir morgen kurz vor sieben angerufen zu werden, hatte aber doch die korrekt Nummer parat.

Dort wurde mir jedoch gesagt, daß es den Shuttle erst einen Zug später gäbe, was mir zu knapp war. Die Alternative, in Kevelaer auszusteigen, um von da mit dem Shuttle zu fahren, wurde kurzerhand verworfen, da der Braunschweiger Party-PKW sich bereit erklärte, mich auf dem Weezer Hauptbahnhof einzusammeln.

Klappte auch hervorragend, so daß wir ausreichend früh den International Airport Weeze betreten und ohne Schlange einchecken konnten - so solls sein.

Kurz geshoppt und schon ging es mit dem Ryan-Air-Bomber nach London, wo bei Sonnenschein und kaltem Wind gelandet wurde und nach kurzer Wartezeit auch unser Rental Car entgegengenommen werden konnte.

Also ab auf die Bahn Richtung “The North” - Rocky mimte für die gesamte Tour den tapferen Fahrer - morgens um vier in Braunschweig los, von Stansted nach Middlesbrough und das ganze retour - Nettolenkzeit knapp 20 Stunden mit nur kurzen Nickerchen zwischendurch - Respekt!

Ein kurzer Stop irgendwo zur Nahrungsaufnahme und weiter nach Boro, wo wir gegen 17h00 ankamen und nach kurzem Suchen einen stadionnahen und preisneutralen Parkplatz unser eigen nennen konnten.

Noch kurz in den Pub, wo sich das Gros der Basler Freunde versammelten und auch die Mannheimer Reisegruppe bereits zugegen war, wo jedoch nur noch Zeit für ein schnelles Pint war, ehe es geschlossen zum Ground ging.

Das Riverside Stadium vom Middlesbrough FC ist ein ziemlich hässlicher Kasten, sieht aber netter aus, da er taktisch klug in einer noch weitaus hässlicheren Gegend steht.

Gegen 18h30 wurde der Nichtraucherground betreten und der Dinge geharrt, die da kommen sollten.

Der Engländer - so sollte man heute wieder lernen - betritt das Stadion ja erst direkt vor Anpfiff, so dass man erstmal im Wesentlichen auf die roten Schalensitze des (natürlich) all-seaters blickte.

Zum Kick-off war es dann aber doch einigermaßen voll, bedenkt man die doch ziemlich desolate Ausgangslage für Boro, die das Basler 2:0 aus dem Hinspiel egalisieren mussten, sicherlich ganz OK. Stimmung auf Heimseite jedoch völlige Fehlanzeige.

Von Baslerseite gab es zu Beginn eine kleine Luftballon-Choreographie in rot-blau - nix tolles, aber immerhin. Ansonsten war die Stimmung als grösstenteils sehr gut zu beschreiben - entsprechend heiser war ich dann auch nach dem Kick.

Boro konnte direkt nach Anstoss einen ersten Akzent setzen, als Ayegbeni nur knapp am Tor vorbeizog - danach waren dann auch alle wach…

In der 23. Minute der grosse Jubel - etwas überraschend erzeilt Eduardo nach einem Freistoss das 1:0 für Basel! Boro nun also - dank der Auswärtstorregel beim UEFA-Cup vier Tore hinten. Das sollte doch reichen, auch wenn die Engländer von Beginn an klar machten, wer der Hausherr ist und die Basler ordentlich in Bedrängnis brachten.

Zehn Minuten später der Ausgleich, der von der schwachen Basler Abwehr begünstigt wurde.

Kurz darauf fast die erneute schweizer Führung: ein Ball kommt in den Rücken vom Borokeeper, der ihn dann mit den Hacken Richtung eigenes Gehäuse kickt - leider aber nicht trifft. Wäre ein selten kurioses Tor gewesen.

So ging es also mit einem lockeren 1:1 in die Pause - Boro zwar klar besser, aber wer dachte da schon an das böse Ende, welches diese Partie nehmen sollte.

Unbegreiflicherweise kamen die Engländer super motiviert aus der Kabine, wohingegen die Basler sichtlich geschockt waren und nun gar nichts mehr zu stande bekamen.

So dauerte es auch nur bis zur 57. Minute bis erneut Viduka zum 2:1 für die Heimmannschaft traf, einem Treffer, bei dem Zubi nicht besonders gut aussah.

Trotz der Führung so gut wie keine Stimmgung bei der Heimsupportern - keine Chants, kaum mal ein Roar (wie man auf der Insel so sagt…).

In der 73. Minute dann gelb-rot für Majstorovic - wir vermuteten zunächst, dass er gemeckert habe, der Presse ist jedoch zu entnehmen, dass ein nicht-vorgefallenes Zeitspiel geahndet wurde - somit also eine Fehlentscheidung des russischen Schiedsrichters.

Middlesbrough konnte aus der Überzahl Kapital schlagen und traff durch Hasselbaink in der 79. Minute zum 3:1 - nur noch ein Tor zur Sensation.

Und obwohl die Heimmannschaft nun haushoch überlegen und die Basler völlig verunsichert waren, war auf Heimseite kaum Stimmung - vor allem aber nicht der angeblich legendäre englische Support zu vernehmen.

In der 90. Minute dann das Unfassbare - Zuberbühler kann einen scharfen Schuss von Viduka nur wegfausten, Maccarone staubt ab und erzielt das 4:1.

Nun erstmals Heimstimmung - “you only sing when you’re winning” war noch nie so wahr, wie heute. Erbärmliches englisches Gesindel!

Noch eine letzte Chance für den FC Basel, die jedoch vergeben wurde bevor der Traum vom grössten Vereinserfolg mit dem Schlusspfiff platzte.

Während nun auf den Rängen bei den Engländern ordentlich gefeiert wurde, wurden auf Basler Seite nicht wenige Tränen vergossen - verständlich, wenn man sich schon mit eineinhalb Beinen im Halbfinale gegen Bukarest sieht.

Die Blocksperre von nur 20 Minuten wurde weiter mit wütendem Baselsupport verbracht, so dass wenigstens auf den Rängen die Eidgenossen einen klaren Sieg trotz zahlenmässig klarer Unterlegenheit verbuchen konnten. Warum jedoch einige der Elf von Boro noch applaudieren müssen, bleibt wohl auch das Geheimnis der Einmal-Away-Fahrer.

Bemerkenswert auch die Musikauswahl während der Blocksperre: “I predict a riot” von den Kaiser Chiefs wurde gespielt - ich weiß nicht, ob das so klug ist (naja, blieb ja alles ruhig, aber trotzdem)

Nach der Verabschiedung der Freunde aus Basel und Mannheim ging es für uns zum Auto, die Stimmung natürlich auf dem Nullpunkt.

Nachdem sich die rot-weisse Feierkaravane (…) endlich vom Parkplatz verpisst hatte, ging es für uns wieder Richtung Süden.

Morgens gegen vier waren wir dann wieder in Stansted und entschlossen uns, ein Stündchen im Auto statt im Flughafen zu nickern, da man bereits im Vorbeifahren sah, dass da bereits der Bär loswar.

Das Einchecken ging wieder einigermaßen reibungslos, ebenso der Antritt des Rückflugs, wo ich beim Start bereits fest schlief und erst durch die Landung geweckt wurde.

Per PKW wurde dann die Etappe nach Braunschweig zurückgelegt, wo wir gegen 13h00 den Bahnhof erreichten - für Uni und mich hieß es nun auf unsere respektiven Züge warten.

15h00 war ich in Goslar und zwanzig Minuten später im Bett - jedoch nur für ein kurzes Nickerchen, denn heute abend stand ja schließlich noch der Kick BTSV gegen Alemannia Aachen auf dem Programm…

MIDDLESBROUGH FC: Mike Schwarzer - Stuart Parnaby, Chris Riggott, Gareth Southgate, Franck Queudrue (Massimo Maccarone, 67) - James Morrison (Jimmy Floyd Hasselbaink, 45′), George Boateng, Fábio Rochemback (Andrew Taylor, 90′+2′), Stewart Downing - Mark Viduka, Yakubu Ayegbeni. TRAINER: Steve McClaren

FC BASEL: Patrick Zuberbühler - Reto Zanni, Daniel Majstorovic, Boris Smiljanic, Bruno Berner - David Degen (Scott Chipperfield, 61′), Matias Emilio Delgado (Ivan Ergić, 70′), Papa Malick Ba, Mladen Petric - Mile Sterjovski (Alexandre Quennoz, 85′) - Eduardo Adelino Da Silva. TRAINER: Christian Gross

SCHIRI: Yuri Baskakov (Russland)

TORE: 0:1 Eduardo (23′), 1:1, 2:1 Mark Viduka (33′, 57′), 3:1 Jimmy Hasselbaink (79′), 4:1 Massimo Maccarone (90′)

ZUSCHAUER: 24.521, davon rund 500 Basler (unterstützt von jeweils fünf Mannheimern und Braunschweigern)

Hacky R.I.P.

Dienstag, 04. April 2006

Am späten Donnerstag abend erreichte die Braunschweiger Fanszene die traurige Nachricht, daß Michael Meyer, besser bekannt als Hacky, verstorben ist.

Hacky war eine Ikone in der Braunschweiger Szene, die ihresgleichen sucht!

Als ich 1982 mein erstes Braunschweigspiel sah, da war Hacky schon viele Jahre aktiv dabei - so zum Beispiel als Gründungsmitglied des Fanclubs “LÖWEN ‘79″.

In jenen heißen Bundesligajahren haben auch viele Gästefans seine Bekanntschaft gemacht - entweder wenn von den auswärtigen Fans vergeblich versucht wurde, den damaligen Block C der Gegengerade zu stürmen oder wenn es andererseits zu Gegenbesuchen in der Nordkurve oder auswärts in die Heimblöcke kam.

Hacky engagierte sich jahrelang für die Eintracht-Fans - gerade in den schwarzen Jahren Oberliga war er es, der durch das Organisieren von Bussen es vielen Fans erst ermöglichte, den BTSV auswärts zu begleiten und so den Grundstein zu unserer heutigen, großen und vielschichtigen Szene zu legen.

Auch wenn sich einige unserer Ansichten unterschieden - Hacky hinterläßt eine nicht zu schließende Lücke bei allen blau-gelben Fans und im Braunschweiger Fanprojekt.

Zu Gunsten der Hinterbliebenden wurde ein Spendenkonto eingerichtet:

Fanprojekt Eintracht Braunschweig
BLZ 250 500 00
Kontonr. 150 330 538
Verwendungszweck: “Hacky”

Hacky, Ruhe in Frieden!

Beim Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Siegen gab es Hacky zu Ehren ein Spruchband und eine sehr bewegende Ansprache von Thilo, bei der wohl jeder im Gästeblock Tränen in den Augen hatte.

Am Donnerstag, 6. April 2006 um 11h00 findet die Trauerfeier im Krematorium am Braunschweiger Hauptfriedhof statt. Jeder Eintrachtfan ist dort gerne gesehen, um Hacky einen respektvollen Abschied zu geben. Statt Blumen wird um Spenden auf das oben genannte Konto gebeten.

Kommenden Freitag wird es auch beim Heimspiel gegen Alemannia Aachen eine Aktion geben, die den großen Respekt der gesamten Szene - seien es Normalos, Kutten, Hools, Ultras oder Allesfahrer - für den wohl bekanntesten Fan Eintracht Braunschweigs zeigen soll.

Hacky, wir werden Dich und was Du für den Verein und uns getan hast nie vergessen! Ruhe in Frieden!