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OL Bayern: SpVgg Bayern Hof – TSG Thannhausen 0:3 (0:1)

Samstag, 29. September 2007
Bayern Hof Stadion Grüne Au,
Hof
TSG Thannhausen

Netterweise wurden für diesen Kick noch kurzfristig drei Mitfahrer abgeworben, die eigentlich zum Spiel der Chemnitzer in Eilenburg wollten – gleich mehrfaches Glück: billiger, für mich lustiger (als alleine fahren) und vor allem war das Spiel in Eilenburg kurzfristig abgesagt worden.

Also wurde am Samstag morgen bei strömendem Regen Mamas Golf gesattelt und der Highway 2 in Richtung Osten befahren.

Mit einem kleinen McD-Stopp (doppelter Skandal: keine Gläser mehr im Maximenü UND kein Cappucino-Shake mehr…) gings problemlos ins bayerische Hof und zum dortigen Oberligaground „Grüne Au“.

Der Regen hatte netterweise aufgehört, so dass man wenigstens nicht auf die Tribüne musste, 7,50 Euro für einen Oberligakick ist aber trotzdem frech!

Grüne Au, Hof/Saale

Das Stadion ist dafür Bombe, die Haupttribüne extrem steil und schmal, skurrile Stufen auf den Stehrängen und auf der Gegengeraden noch eine alte Holztribüne. Zuschauerrekord nach Wikipedia: 19.100 im Aufstiegsspiel gegen Rot-Weiss Essen 1968.

Grüne Au, Hof/Saale

Die SpVgg Bayern Hof ist ja ein Fusionsclub aus der SpVgg Hof und dem FC Bayern Hof (früher bekannt als Britannia Hof), mehrfach konnte man sich als
Meister der Regionalliga Süd in den sechziger und siebziger Jahren für die Aufstiegsrunde zur Bundesliga qualifizieren, wobei ein Aufstieg nicht gelingen sollte, dafür war man Gründungsmitglied der 1974 eingeführten zweiten Bundesliga. Nach vier Jahren stieg man 1978 wieder in die Drittklassigkeit ab und pendelt mittlerweile zwischen Oberliga und Landesliga.

Die aktuelle Situation sieht nicht besonders gut aus – man findet Bayern Hof am Tabellenende, was in dieser entscheidenen Saison den Sturz in die sechste Liga bedeuten würde.

FänEin witziges old-school-Publikum kann Hof sein Eigen nennen, allen voran der Schalmann (Vielen Dank an Melse fürs Knipsen und Rocky fürs zur Verfügung stellen). Aber auch sonst noch ne Menge Originale vor Ort.

Nachdem kürzlich ein Trainerwechsel durchgeführt worden war (neuer Trainer ist Andreas Singer), hofft man nun, „den Bock noch umzustoßen“ – woher kenn ich das nur?

Das Spiel begann direkt auf niedrigem Niveau, ein ziemliches Gebolze wurde den Zuschauern geboten.
Nachdem bereits nach rund zehn Minuten der Gast eine hundertprozentige Chance (wenn auch abseitsverdächtig) verdaddelte, merkte man den Hofern an, dass sie Schiss in der Buxe haben.

Lediglich einmal gabs eine gute Chance für die SpVgg, der Keeper der Gäste konnte im Reflex klären, was den Stürmer dazu brachte, buchstäblich ins Gras zu beißen. Der herzhafter Biss in eine Grassode sorgte wenigstens für Erheiterung auf den Rängen.

Die Schwaben konnten weiter das Spiel bestimmen, die Hausherren leisteten sich dagegen einen Bock nach dem anderen. Somit war es also auch nur eine Frage der Zeit, bis das 1:0 für den Gast fiel.

Der Ex-Koblenzer Joseph Olumide konnte vorher schon Akzente setzen, scheiterte aber am Torhüter der Hofer, schließlich konnte er aber eine Einzelaktion wunderschön abschließen und das 1:0 erzielen.

Bayern Hof nun endgültig ab von der Spur, beim 2:0 wollten gleich drei Abwehrspieler den ballführenden Spieler der TSG Thannhausen angreifen, dabei wurde aber der frei nebenher laufende Angreifer übersehen, ein schöner Pass in den freien Raum, zwei Abwehrspieler, die sich noch gegenseitig umrennen, Tor, 2:0. Oder besser: 0:2.

So langsam wurde auch das Publikum unruhig, nach dem 0:3, erneut nach einem wunderbaren Alleingang von Olumide wurde dann auch eine Bande eingelatscht und am Zaun gerüttelt. „Vorstand raus“-Rufe kenn ich ja auch zur Genüge.
Passiert ist aber weiter nix, die Security vor der Geschäftsstelle blieb auch arbeitslos.

Grüne Au, Hof/Saale

Kurz vor Schluss leistete sich Hof noch eine gelb-rote Karte wegen multiplen Meckerns, die Zuschauer fanden es nicht schön, besonders als von dem Spieler noch Gesten in Richtung Tribüne kamen.

Nachdem man noch die Handvoll Gästefans belächelt hatte, ging es für uns in die Heimat zurück, die mit einem kleinen Schlenker durch Halle (komische Straßenführung, irgendwie ist das neu gewesen…) auch problemlos erreicht wurde.

TORE: 0:1 und 0:3 Joseph Olumide (42′, 64′), 0:2 Mijo Stijepic (54′)

ZUSCHAUER: 700, Gäste vielleicht 10, bestehend aus Eltern und Rentnern

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