Archiv für September 2006

RL Nord: Borussia Mönchengladbach II - SV Wilhelmshaven 0:0

Samstag, 30. September 2006
Borussia Mönchengladbach Grenzlandstadion,
Mönchengladbach-Rheydt
SV Wilhelmshaven

Ein klein wenig später als erhofft gings heute los, da auf meiner Strecke aber gar nix los war, kam man bequem ohne jegliche Staus durch und zeitig auch im Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt an und auch das Grenzlandstadion war nach einer kleineren Unsicherheit schnell gefunden.

Nach ein paar geknipsten Bildern ging es Richtung Bierbude, wo ich meinen Augen kaum traute - zwei PKW-Besatzungen aus Braunschweig hatten sich unabhängig ebenfalls diesen Kracher der Regionalliga Nord ausgesucht, so daß wir also insgesamt mit neun Braunschweigern vor Ort waren (und zu diesem Zeitpunkt noch spekulierten, ob wir evtl. mehr als die Wilhelmshavener werden).

Zum Spielbeginn hatten sich aber rund 40 Jadestädter eingefunden, auf der Heimseite war ebenfalls nicht viel los, da die erste Elf der Fohlen heute nachmittag bekanntlich beim SV Werder Bremen antreten mußte.

Das Spiel, was man hier über sich ergehen lassen mußte, war unter aller Kanone, so was Schlechtes habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen. Zum Glück hatte ich ja Gesellschaft, so daß hauptsächlich gesabbelt wurde.

Die Sprehe-Fans versuchten ein paar Mal sowas wie Support, auf der Heimseite wurde zu einem einsamen “VfL”-Ruf die weiße Fahne geschwenkt - auch wir waren bereit zur Kapitulation vor soviel fußballerischer Grausamkeit, aber der Schiedsrichter kannte keine Gnade und ließ volle 90 Minuten durchspielen.

Erst in den letzten zehn Minuten gab es ein paar gute Szenen auf beiden Seiten, die aber nicht verwertet werden konnten, so daß die Serie der nicht-torlosen Spiele mal wieder bei Null beginnt.

Nach dem Kick gings dann mal wieder nach Gütersloh, wo pünktlich um 18h00 im Hotel Peterken eingecheckt wurde und der Abend bei japanischem Whisky, türkischem Bier und schwarzem Wodka ausklang.

TORE:

ZUSCHAUER: 473, davon rund vierzig Gäste und neun Braunschweiger

OL Südwest: FC Homburg - Borussia Neunkirchen 2:0 (1:0)

Freitag, 29. September 2006
FC Homburg Waldstadion,
Homburg
Borussia Neunkirchen

Sehr zeitig ging es heute nachmittag die rund 120 km ins Saarland - eine weise Entscheidung, wie sich zeigen sollte, da auf der Bundesstraße zwischen Landau und Pirmasens (eh ein Nadelöhr) eine eklige Baustelle gut 40 Minuten meiner Lebenszeit stahl.

Nichtsdestotrotz war ich dann aber um kurz nach 18h00 am Waldstadion und ergatterte die Stehplatzkarte mit der laufenden Nummer 000001! Da fragt man sich natürlich zum einen: warum ist das eine sechsstellige Zahl? Zum anderen: Da da weder Datum noch Gegner auf der Karte stehen, fangen die immer wieder bei Null an? OK, das nur am Rande.

Nach ausgiebiger Stadionrunde und Photoshooting (hab ich bei meinem letzten Besuch vor knapp zwei Jahren aus mir unbekannten Gründen nicht gemacht) mußte nun noch einige Zeit vertrieben werden, was mit allgemeinem Herumlungern auch einigermaßen klappte, viel zu sehen gab es nicht, das Programm war schnell durchgelesen und ein weiteres gefundenes Programm des 4-Nationen-Turniers der U16-Nationalmannschaften (fand kürzlich im Saarland statt…) konnte auch nur kurz fesseln.

Mehrfach checkte ich meine Schuhe, ob ich in irgendwas reingetreten war (war ich nicht), denn, liebe Homburger, nehmts mir nicht übel, aber irgendwie roch es die ganze Zeit nach, äh, nun ja, Hunde-Aa.

Immerhin begannen nun Eingangskontrollen der genaueren Art (ich war noch mit einem netten Kopfnicken eingelassen worde), so daß ich da noch ein wenig spechtete. Außerdem wurde erträgliche bis wirklich gute Musik gespielt - beide Daumen hoch hierfür.

So langsam füllte sich der Ground - nun ja, für Homburger Verhältnisse wenigstens. Gäste waren lange kaum auszumachen (halt eine Handvoll Normalos im Awaysektor), zum Anpfiff hatte sich dann aber sowohl auf Heimseite, als auch im Gästeblock eine ganz ordentliche Anzahl von fußballinteressierten Besuchern eingefunden.

Die Neunkirchener waren noch beim Beflaggen des Zauns (unterstützt von Saarbrückern… dazu später mehr), als das 1:0 für den FC Homburg fiel - in der zwanzigsten Spielsekunde, ich denke, das dürfte mein persönlicher Rekord sein.

Auf beiden Seiten lieferten die Fans gute Stimmung, zunächst hauptsächlich der Austausch von Anti-Gesängen der verfeindeten Lager, die gerade 20 km voneinander entfernt wohnen.

Der aktive Block der Homburger umfaßte ca. 100 Leute auf der Gegengeraden und nochmal ca. 50 (oft Ältere) in der Kurve neben der Haupttribüne (was auch zu einigen netten Wechselgesängen führte). Bei den Gästen waren es zunächst die gut 20 Ultras, die Stimmung machten, aber auch da gabs noch ein paar bei den Normalos die anfangs mitzogen.

Nach einer knappen halben Stunde dann die Hammerchance der Borussia zum Ausgleich, ein Freistoß, der aus gut 20 Metern direkt aufs Tor gezimmert wurde, ging scheinbar Millimeter daneben.

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit war das Spiel zwar durchaus gut anzuschauen, wurde aber im Wesentlichen im Mittelfeld ausgetragen. Wenn doch mal ein Spieler Richtung Tor marschierte, dann war es häufig einer der Linienrichter, der mit einer Abseitsfehlentscheidung für Ruhe sorgte.

Auch auf den Rängen wurde es merklich ruhiger, wenngleich immer noch der ein oder andere Gesang angestimmt wurde und natürlich auch gepöbelt wurde.

In der Pause gabs ein wenig Gepose von ein paar Homburger Kids am Zaun zum Pufferblock, was wohl selbst den Neunkirchenern zu doof war, da kaum Reaktionen kamen.

Nachdem nach etwa einer Stunde auch das 2:0 für den FC Homburg gefallen war und kurze Zeit später mit Nasser Ammami einer der besten Borusse mit gelb-rot vom Platz mußte, kochte die Stimmung wieder ein wenig hoch.

Auf der Heimseite wurde ordentlich supportet, wohingegen die Neunkirchener und Saarbrücker das volle Programm des Anti-Supports abspielten.

Diese Liaison von den Ultras Neunkirchen und Saarbrücken ist schon sehr merkwürdig. Klar, den FC Homburg hassen beide, aber das wäre so, als würden wir uns mit Wolfsburg gegen Hannover verbünden.

Buah, abartige Vorstellung… schnell was anderes denken…

Auf jeden Fall konnte man von den Gästen nun allerfeinstes Liedgut lauschen, so wurden gleich mehrere Untergrundbahnen von Homburg nach Oświecim gebaut, der nationale Widerstand ausgerufen und dem stärker pigmentierten Stürmer vom FC Homburg nahegelegt, in eine Strauchpflanze zu huschen. Und ein SS-SA-Borussia hab ich auch schon lange nicht mehr gehört, wurde dafür heute abend gleich mehrfach Zeuge, wie oberkörperfreie Jugendliche das grölten.

Nicht schön sowas und mir ist immer noch ein Rätsel, wieso das von der Polizei, die äußerst zahlreich erschienen war, bzw. den anderen Gästen nicht unterbunden wurde.

Neunkirchen war in der zweiten Hälfte klar schwächer, auch dies mag zu Frust bei den Kids geführt haben, aber sowas muß ja wohl trotzdem nicht sein.

Den Schlußpfiff bekamen die meisten Gäste und auch das NK-Inferno nicht mit, da man es vorzog, schon ein paar Minuten vorher das Weite zu suchen. Ob die NK-Hools City Service auf der Suche nach Opfern noch fündig geworden sind? Man weiß es nicht…

Ein Neunkirchener Spieler verdiente sich noch meinen heutigen Sonderapplaus für besonderen Humor, als er einen Homburger Zuschauer als Franzose beschimpfte - nun ja, als Saarländer im Allgemeinen sollte man mit sowas meiner Meinung etwas sparsamer umgehen und da - wie erwähnt - Neunkirchen ja auch nicht gerade weit vom Erbfeind weg ist, im Speziellen sowieso.

Für mich gings nach dem Kick dann zum Parkplatz hinterm Gästeblock, wo aber auch kein Borussenlynchmob wartete und dann zügig gen Heimat.

TORE: 1:0 Pierre Hallé (1′), 2:0 Alexander Conde (57′)

ZUSCHAUER: 1.520, davon ca. 250 Gäste

BL2: BTSV - Karlsruher SC 2:2 (0:0)

Freitag, 22. September 2006
Eintracht Braunschweig Eintrachtstadion,
Braunschweig
Karlsruher SC

Ein klein wenig später als geplant ging meine Fahrt in Karlsruhe los, aber eigentlich immer noch locker rechtzeitig, doch schon in Höhe Darmstadt der erste Stau und dann bei Frankfurt und dann bei Wetterau und dann… naja, und so weiter… eigentlich ohne große freie Stücke bis Braunschweig - halt, von Göttingen bis Seesen, da war ich flott unterwegs…

Auf jeden Fall - da natürlich auch Braunschweig durch die bescheuerten Baustellen enie Katastrophe ist - wurde der Wagen um viertel vor sechs auf dem mittleren Mittelweg geparkt und zum Stadion gehetzt. Pünktlich zum Anpfiff stand ich inkl. Bier dann aber sogar im Block, wenn auch klitschnaß geschwitzt.

Nach der Begrüßung der anderen konnte man dann auch mal in die Nordkurve blicken - und war doch etwas enttäuscht, wenn man als Tabellenführer anreist, dann zieht auch die Ausrede “Freitag abend” nicht, das waren maximal 300 Gäste - und darunter bestimmt auch der ein oder andere Berliner (mit denen es dann auch eine Spruchbandaktion der KSCler gab: “Vereint in den Farben, vereint an der Spitze”, naja, nicht wirklich schön die Tapete).

Die erste Hälfte beginnt mit verhaltenem Spiel, KSC will deutlich machen, daß sie verdienter Spitzenreiter sind und die Blau-Gelben, daß sie zu unrecht unten drinstehen - man scheint an die okaye (das Wort wollte ich immer schonmal schreiben) Leistung von Köln anknüpfen zu wollen.

Mitte der ersten Hälfte dann Tor für die Karlsruher, aber Schiri Anklam (die Statistiker haben berichtet, daß er bislang 8x den BTSV gepfiffen hat und unter ihm noch nie verloren haben) pfeift ab - entweder nach einer phantastischen Schwalbe von Lieberknecht oder aber wegen Abseits - konnte man aus meiner Position nicht sehen.

Apropos Schwalben, da waren heute beide Teams gut dabei, das nervt echt tierisch. Wenn ich überlege, wie oft Adoube beim KSC kraftlos zusammengebrochen ist… ich glaub, ich muß mir den nächste Woche mal schnappen und dann gehen wir in Karlsruhe mal ordentlich Essen, damit der Jung was auf die Rippen bekommt und nicht immer umfallen muß.

Nach knapp vierzig Minuten dann die Mutter der hundertprozentigen Chacen, Siegert rennt nach geiler Flanke vom Fuchser allein auf KSC-Keeper Miller (der beiliebe kein Titan ist) und… vergeigt… scheiße.

Wenigstens war Braunschweig jetzt deutlich engagierter und vor allem bei Standards semi-gefährlich.

Torlos gings also in die Pause und bislang war das ja alles gar nicht so schlecht - nur bringt uns ein Unentschieden auch nicht viel weiter als eine Niederlage - und ein Tor wär ja auch mal nicht schlecht. Ich mein, war jetzt das sechste Pflichtspiel und Braunschweig hat zwei Treffer, einen Elfmeter und ein Halbeigentor - das is nicht grad das, was man Torfabrik nennen würde.

Die zweite Hälfte beginnt mit ähnlich verteilten Rollen wie die Erste und der BTSV ist weiter bemüht in Führung zu gehen.

Leider nun aber die nächste Schwalbe, diesmal Kapllani, der fällt und so einen Freistoß rausholt - und der wird direkt geschoßen und verwandelt - Scheiße!

Immerhin setzte jetzt nicht der Kölneffekt ein, wo man im ersten Schock gleich noch die zweite Bude fing, sondern es wurde weiter gefightet.

Nach einer knappen Stunde dann ne Ecke für die Eintracht, im Strafraum klammert Kapllani Grimm - ein Pfiff: Elfmeter und endlich ne Karte für diesen Klappstuhl.
Onkel Jürgen darf den Elfer schießen und obwohl Mistvogel-Miller noch ordentlich am provozieren ist (warum er dafür keine Gelbe gesehen hat, weiß kein Mensch), verwandelt Rische das Ding natürlich sicher.

So, 1:1, mal wieder n Tor, aber immer noch kein Treffer aus dem Spiel - unsere Offensive muß dringend besser werden.

Nun, das tat sie angestachelt durch den Ausgleich auch, der KSC nur noch am Foulen oder Fallen, ex-Wolfsburger Maik Franz provoziert und fällt am laufenden Band, was leider nicht geahndet wird.

Dafür kriegt Kapllani die Ampelkarte für ein eher harmloses Foul im Mittelfeld, naja, aber da er sich vorher schon mehrfach gelbwürdig verhalten hat, denke ich mal, er darf sich nicht beschweren.

Nun also der BTSV in Überzahl - und die Frage: können wir da was draus machen? Denn im ersten Moment siehts nicht so aus, mi Gegenteil.

Zum Glück kommen die Löwen schnell wieder zu sich und kombinieren sogar mal.

Anklam pfeift nach wie vor Merkwürdigkeiten, zum Glück hat kann der KSC aus den sich ihnen bietenden Möglichkeiten nicht viel machen.

Eine gute Viertelstunde vor Schluß dann endlich das erste echte Tor für den BTSV in dieser Saison: Kastrati, mal wieder nach der Fuchsecke. Sehr fein, 2:1 - jetzt bitte abpfeifen.

Leider ging das Spiel aber noch fast zwanzig Minuten.

Fuchs will dann selbst auch noch ne Bude machen, war aber leider im Abseits, dafür dann ausgerechnet der fallsüchtige Maik Franz, der aus 20m sehr schön abzieht, nachdem die Braunschweiger Abwehr vorher zweimal mehr schlecht als Recht Angriffe von Federico und noch wem abblocken konnten.

Schweini Zwo, mittlerweile für Kastrati im Spiel, hat dann direkt vor Schluß nochmal die Hammerchance, aber Miller hat seine Kackstelzen am richtigen Platz.

So bleibts beim 2:2 - wie oben gesagt, nicht zu verachten aber zu wenig, wenn unsere Abschlußschwäche jetzt nicht bald mal abgelegt wird.

Für mich gings ziemlich zügig aus dem Stadion und die gefühlten fünf Kilometer zum Auto und dann durch das Baustellenmoloch Braunschweig nach Goslar (nicht, ohne da auch noch in eine Vollsperrung zu fahren).

BTSV: Thorsten Stuckmann - Torsten Jülich, Markus Husterer, Marco Grimm, Kosta Rodrigues - Benjamin Siegert, Torsten Lieberknecht (Tobias Schweinsteiger, 75′), Dennis Brinkmann, Lars Fuchs - Jürgen Rische, Bekim Kastrati (Ahmed Kuru, 82′). TRAINER: Michael Krüger

KARLSRUHER SC: Markus Miller - Thomas Kies (Jan Männer, 75′), Maik Franz, Mario Eggimann, Christian Eichner - Giovanni Federico, Godfried Aduobe, Massimilian Porcello, Bradley Carnell (Timo Staffeldt, 90′) - Sebastian Freis (Florian Dick, 87′), Edmond Kapllani. TRAINER: Edmund Becker

SCHIRI: Matthias Anklam (Buchholz)

TORE: 0:1 Bradley Carnell (48′), 1:1 Jürgen Rische (58′), 2:1 Bekim Kastrati (73′), 2:2 Maik Franz (83′)

ZUSCHAUER: 16.700 offiziell, hätte paar mehr geschätzt. Gäste geschätzte 250, hatte paar mehr gehofft.

BL2: 1. FC Köln - BTSV 4:1 (2:1)

Freitag, 15. September 2006
1. FC Köln Müngersdorfer Stadion,
Köln
Eintracht Braunschweig

Heute sollte es endlich stattfinden - das erste wichtige Spiel der Saison! So zumindest waren die Worte einen Braunschweigverantwortlichen noch vor der Auswärtspartie in Jena.

Nun ja, ich hatte vorher allein von der ersten Mannschaft schon vier wichtige Spiele gesehen, von denen bekanntermaßen zwei mit einem torlosen Remis und zwei mit Niederlagen endeten. Sollte heute also alles besser werden? Ich mein, wenn das hier nun das erste wichtige Spiel ist, vielleicht ist dann die schäbige Ausbeute von bislang nur zwei Punkten gar nicht so schlimm. Naja, aber ich bin halt auch nur Fan und hab nicht so die Ahnung von Fußball, ne…

Ganz schlimm war natürlich, daß unser süßes Maskottchen, der kleine Löwe Charly, von den fiesen Kölnern mit Stadionverbot belegt wurde - so hatten wir ja von vornherein schon einen Nachteil und ich gar keine Lust mehr nach Köln zu fahren.

Ähm, OK… Es ging also nach Kölle, das erste Mal für mich ins fertig umgebaute RheinEnergieStadion - wobei ich natürlich den Begriff Müngersdorfer Stadion jederzeit vorziehe. Beim letzten Auftritt unserer Jungs waren damals die Umbauarbeiten noch in vollem Gange.

Ich machte mich mittags in Karlsruhe auf den Weg, hatte mit ein paar Staus zu kämpfen, war aber dennoch sehr früh in Köln.

Von außen ist das Stadion schon eine ziemlich imposante Erscheinung, sieht auf jeden Fall besser aus als die neuen Dinger in Düsseldorf, Gladbach oder Wolfsburg.

Vor dem Eingang wurde dann noch eine ganze Weile rumgelungert und dem neuesten Klatsch und Tratsch gelauscht, ehe es in den neuen Gästeblock ging.

Innen glänzt das Stadion mit zwei Rängen auf jeder der vier Tribünen, nennt mich altmodisch, aber ich fands früher schöner.
Was aber auf jeden Fall rockt, ist die Dachkonstruktion und die beleuchteten Pfeiler in den Ecken (und das nicht, weil sie beleuchtet sind).

So nach und nach füllte sich unser Block, wohingegen der Rest des Stadions nur sehr langsam voller wurde - klar, die Anfangszeit von 18h00 ist absolute Grütze, aber das sind ja schon englische Verhältnisse, wo man erst ne Minute vor Anpfiff das Stadion betritt.

Zu Beginn des Spiels war es dann nämlich auch durchaus gut voll, 40.000 ist die offizielle Zahl.

Die Heimkurve um die Wilde Horde lieferte als Intro ein paar hochgezogene Blockfahnen und eine Doppelhalterparade, naja, biedere Hausmannskost, bestenfalls.

Auf unserer Seite waren ein paar Schwenkfahnen in Aktion, was auch ganz nett aussah.

Lange war es ja unklar, ob und was überhaupt mitgenommen werden darf:

Zitat:

Fahnen, Banner, Choreos und Trommeln sollten nicht mitgenommen werden.
Aufgrund der Vorkommnisse (abbrennen von Pyros hinter Choreographien)
im Rahmen des DFB-Pokalspiels in Osnabrück, hat Eintracht Braunschweig die Verantwortlichen des 1. FC Köln darum gebeten, den mitreisenden Eintracht-Fans insbesondere Fahnen, Banner, Choreos und Trommeln - abzunehmen bzw. damit den Zutritt zu verweigern.

So stand es einige Tage vor dem Spiel auf der offiziellen Homepage der Eintracht.
Es wurde zwar dann noch zurückgerudert, jedoch eben erst sehr kurz vor dem Spiel.
Für mich war diese Angelegenheit Anlaß, aus dem Verein auszutreten - besonders, da auf meine Frage, wer auf Braunschweiger Seite dafür verantwortlich ist, nicht reagiert wurde.

Das Spiel begann von beiden Seiten engagiert und man spürte schon leise Hoffnung aufkeimen, daß vielleicht sogar ein Pünktchen heute zu holen sein könnte, als Helmes mich mit einem Doppelschlag in sieben Minuten auf den Boden der Tatsachen und des Tabellenkellers zurückholte.

Meine Blau-Gelben nun reichlich konsterniert, kommen aber wie die Jungfrau zum Kind plötzlich zum Anschlußtreffer: Daniel Graf bolzt auf die Kölner Bude, Alpay lenkt ab - Tor, nur noch 2:1, aber genaugenommen immer noch kein Braunschweiger Tor aus dem laufenden Spiel in der fünften Partie…

Zumindest für uns auf den Rängen war dies nun spätestens die Initalzündung, denn nun gabs das erste Mal in dieser Saison eine wirklich gute Braunschweiger Stimmung.

Auch auf dem Rasen haben die Jungs sich nun wieder ein Herz gefaßt und bemühen sich und kämpfen.

So geht es dann nach der Pause auch in die zweite Halbzeit, in der zunächst mal die Eintracht den Ton angibt, was für uns ein ganz ungewohntes Bild ist, bislang in dieser Saison.

Auf dem Spielfeld dominiert die Eintracht und auf den Rängen ebenfalls, den Kölnern ist nach zweimal Viva Colonia offenbar die Lust am Support vergangen.

Leider patzt nach knapp 70 Minuten unser Keeper Stuckmann und fällt völlig sinnlos einen Kölner Spieler - logische Entscheidung: Strafstoß - das Stucki da nur gelb gesehen hat, kann man dem Schiedsrichter gar nicht hoch genug anrechnen.

Kurz vor Schluß dann auch noch das 4:1, und beinahe hinterher noch das Fünfte.
Zu unserem Glück hat der Schiri ein einsehen und pfeift endlich ab.

Tja, was soll man da sagen, wieder ne derbe Packung bekommen, obwohl es zwischen der 30. und 70. Minute so aussah, als sei der BTSV die bessere Mannschaft. Wer weiß, was passiert wäre, wenn in der Situation der Ausgleich gefallen wäre?

Nun gut, is eh alles Spekulatius, auf den Rängen haben wir klar gewonnen und das ist doch auch mal schön.

Einigermaßen geknickt gings zum Auto und dann nach Karlsruhe zurück, wo man sich auf das kommende Spiel eben gegen den KSC mental vorbereitete.

1. FC KÖLN: Stefan Wessels - Bernt Haas, Carsten Cullmann, Alpay Özalan, Fabrice Ehret - Pekka Lagerblom (Marvin Matip, 81′), Baykal Kulaksizoglu - Thomas Broich, Ricardo Cabanas - Patrick Helmes (Matthias Scherz, 36′), Adil Chihi (Peter Madsen, 55′). TRAINER: Hanspeter Latour

BTSV: Thorsten Stuckmann - Finn Holsing, Markus Husterer, Marco Grimm (Torsten Jülich, 21′), Kosta Rodrigues - Benjamin Siegert, Torsten Lieberknecht, Dennis Brinkmann, Jan Tauer (Martin Hauswald, 70′) - Daniel Graf, Bekim Kastrati (Ahmed Kuru, 46′). TRAINER: Michael Krüger

SCHIRI: Peter Sippel (München)

TORE: 1:0, 2:0 Patrick Helmes (10′, 17′), 2:1 Daniel Graf (30′, Eigentor Alpay), 3:1, 4:1 Matthias Scherz (67′, Foulelfmeter; 89′)

ZUSCHAUER: 40.000, darunter geschätzte 2.000 Braunschweiger

OL Nord: ASV Bergedorf 85 - BTSV II 0:2 (0:1)

Sonntag, 10. September 2006
ASV Bergedorf 85 Stadion Sander Tannen,
Hamburg-Bergedorf
Eintracht Braunschweig

…der Weg durch die Hansestadt war zwar nervig, aber wir hatten ja eh massig Zeit und letztendlich war auch alles (trotz des Hamburg Triathlons) halb so wild, so daß wir sehr zeitig am Stadion Sander Tannen in Bergedorf - für mich das zweite Mal in rund vier Monaten - ankamen.

Also flugs einen Parkplatz direkt vor der Tür und erstmal in die Vereinskneipe, wo sehr lecker gespeist wurde.

Irgendwann kam auch die Wochenendticket-Fraktion des B-Platz-Pöbels und schließlich auch die Mannschaft, die irgendwo im Stau steckte, weswegen der Kick mit kleiner Verspätung angefiffen wurde.

Nachdem die zehn Gäste (plus ein paar Verstreute, plus ein paar kurz vor der Pause Eintrudelnde - ebenfalls staugeplagt) das Stadion mit drei Fahnen verschönert hatten, konnte das Spiel auch schon beginnen.

Die Spielanlagen waren heute erfreulicherweise klar verteilt, unsere Jungs die klar bessere Mannschaf, und so konnte Mirko Burgdorf bereits in der fünften Minute das 1:0 erzielen, wobei es in der ersten Hälfte dann auch blieb.

Support von unserer Seite heute quasi gar nicht, außer hier und da mal ein “Eintracht, Eintracht” und ein paar Versuchen von Herrn Böhm ein “Wir brauchen keinen Kuchen…” anzustimmen.

Ansonsten wurde noch der gute, alte Tibor Nadj (”Naddel”) freundlich begrüßt und die Nummer 6 vom Allgemeinen Sportverein Bergedorf-Lohbrügge besonders in unser Herz geschlossen, nachdem er erst ständig am Reklamieren war und dann noch meinte, uns seinen ausgefahrenen Mittelfinger zu präsentieren. Na warte, Du Trinkeding, komm Du mal nach Braunschweig, da verschwinden auch manchmal welche wie Du…

Die Elstern konnten mit nervigem Getrommel (in der Tribünenmitte) auf sich aufmerksam machen und wenn man genau hinhörte, dann gabs auch Anfeuerungsrufe von der Bierstandseite - offenbar ist die Bergedorfer-Fanszene zu heterogen, als das ein gemeinsamer Support möglich wäre.

Die Info, daß draußen alle Autos Strafzettel hätten und die Durchsage, daß nun begonnen würde, abzuschleppen, ließen mich dann doch mal zum PKW latschen, der aber - selbstmurmelnd - völlig verkehrsregelkonform geparkt war.

Kaum war ich wieder zurück im “Awaysektor”, da durfte sich Herr Burgdorf ein zweites Mal in die Torschützenliste eintragen.

In den restlichen Minuten wurde dieses Ergebnis nur noch verwaltet, wenn man wirklich gewollt hätte, dann wäre vielleicht sogar noch ein 3:0 drin gewesen, aber wer will da schon mit hadern. Auswärtssieg ist Auswärtssieg.

BTSV II

Es wurde noch kurz mit unserer glorreichen Zweiten gefeiert (inkl. Shalalalala Zweite von ebendieser) und dann die Rückfahrt angetreten, die - sehr begrüßt - staufrei verlief. Nachdem ich die Herren Löwenstadtbewohner in der schönsten Stadt dieseits von Alpha Centauri abgeliefert hatte ging es für mich nur noch schlappe 500 Kilometer gen Süden, wo ich dann auch irgendwann nachts ankam und - natürlich - keinen Parkplatz finden konnte.

BTSV II: Nico Lauenstein – Maik Littmann, Marco Dimitrijevic, Ludwig Siegismund, Christoffer Pieper (Patrick Wötzel, 90′) – Finn Holsing, Mirko Burgdorf, Muhammed Basar, Edgar Bernhardt (Marc Pfitzner, 80′) – Stefan Hauk, Sebastian Bönig (Hasim Gökden, 86′). TRAINER: Uwe Hain

TORE: 1:0, 2:0 Mirko Burgdorf (5′, 59′)

ZUSCHAUER: enttäuschende 180, darunter wohl insgesamt so knapp 20 Braunschweiger

VL Hamburg: HEBC - BSV Buxtehude 1:1 (0:0)

Sonntag, 10. September 2006
HEBC Professor-Reinmüller-Platz,
Hamburg-Eimsbüttel
BSV Buxtehude

Bevor nachmittags unsere glorreiche Zwote ihre Visitenkarten in Bergedorfs Sander Tannen abgeben sollte, sollte mal beim Hamburg Eimbsbütteler Ballspiel Club von 1911 e.V. vorbeigeschaut werden - das sagt so natürlich niemand, stattdessen ist die Bezeichnung HEBC überall geläufig.

In Braunschweig wurde die Elite des B-Platz-Pöbels und Berichteschreiber eingeladen (also Hennig, Basti, Robin und Rocky) und ab ging es nach Hamburg, wo der gute Professor-Reinmüller-Platz leichter zu finden war, als ein Parkplatz (was natürlich auch souverän gemeistert wurde).

Der Eintritt wurde gerne bezahlt, gab es doch dafür eine für Verbandsligaverhältnisse sehr ordentliche Eintrittskarte und das Stadionheft mit dem schönen Namen “Roter Rasen”.

Ja, roter Rasen… macht schon Sinn, denn der Reinmüller (so lautet die gebräuchliche Kurzform, offenbar gibt es in Eimbsbüttel Menschen, die gerne möglichst komplizierte Wortkonstrukte bilden, wie eben den Hamburg Eimbsbütteler Ballspiel Club oder halt auch den Professor-Reinmüller-Sportplatz in der Tornquiststraße) ist halt ein Grandplatz (also rote Asche), was bei den Gästeteams denkbar unbeliebt sein dürfte.

Professor-Reinmüller-Platz, HEBC

Auf den beiden Längsseiten bietet der Platz ein paar Stufen, ansonsten gibts keinen nennenswerten Ausbau, erwähnenswert ist aber noch die Lage inmitten einer Wohnsiedlung. Und wenn ich jetzt “inmitten” sage, dann im wahrsten Wortsinne. Da prallt schon mal der Ball von der Hauswand zurück ins Spiel und ich möchte nicht wissen, wieviele Scheiben der Anlieger hier schon ihr Leben lassen mußten.

Ein Büdchen bot Kaffee, Bockwurst und auch Bier (ich mußte ja leider fahren), das Wetter war phantastisch und der Stuhlgang war auch schon in der historisch original erhaltenen Kabine erledigt worden. So ließ es sich also bis zum Anpfiff von Lila-Weiß gegen Blau-Gelb (hatten wir das nicht grad am Freitag erst?) aushalten.

Das Spiel begann ziemlich verhalten, irgendwie merkte man beiden Teams doch an, daß es auf diesem Untergrund wirklich weh tun kann, wenn man hier engagierter in die Zweikämpfe geht.

So plätscherte das Spiel hin und her, nicht unbedingt grottig, aber eben auch keine Bombe…

Auch in der zweiten Halbzeit ändere sich da erstmal nicht viel dran, bis in der 75. Minute ein Spieler vom HEBC das Kunststück vollbrachte, den Ball von der Grundlinie aus am Buxtehuder Keeper und drei Abwehrspielern vorbei ins Tor zu stokeln.

Drei Minuten später fiel dann der verdiente Ausgleich, wobei es auch blieb und sich die beiden Teams schiedlich-friedlich Unentschieden trennten.

Für uns hieß es Abschied nehmen vom roten Rasen, denn nun ging es quer durch Hamburg nach Bergedorf.

TORE: 1:0 Marco Concilio (75′), 1:1 Niki Nitschke (78′)

ZUSCHAUER: 150 (handgezählt und hochgerechnet!), keine Gäste

F-Jugend: MTV Braunschweig - TSV Timmerlah 6:0 (3:0)

Samstag, 09. September 2006
MTV Braunschweig MTV-Sportpark Kennel (B-Platz),
Braunschweig
TSV Timmerlah

Nein, keine Angst, ich bin nicht total bescheuert und schau mir jetzt schon F-Jugend an. Und auch die Groundhopping-Dogma-Hardliner können beruhigt ausatmen, dafür wird kein Kreuz im Informer gemacht genausowenig, wie ich die dringende Aufnahme des Sportplatzes in die erlauchte Liste der non-league Grounds fordern werde (obwohl, der A-Platz… da gibts im Informer grottigere…).

Das war halt das erste Saisonspiel von Henners Bengel und da hab ich versprochen vorbeizuschauen - was ich auch gemacht hab.

MTV - Timmerlah (F-Jugend)

Mittlerweile spielen die Jungs schon richtig Fußball, also meistens wenigstens, immerhin werden keine Gänseblümchen mehr gepfückt und dergleichen. Klare Kiste heute, Timmerlah ohne Chance, hatten aber aus unerfindlichen Gründen auch den kleinsten Spieler ins (viel zu große) Tor gestellt. Beim MTV ein Spezi für die Standards, sehr ordentlich, wie er die Bälle von der Ecke aufs Tor gezwiebelt hat.

Mit Henner gings dann anschließend nach Goslar aufs Altstadtfest, öhm, ja, mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen.