Archiv für November 2006

UEFA-Cup: Wisła Kraków - FC Basel 3:1 (1:1)

Donnerstag, 30. November 2006
Wisła Kraków Stadion Wisły,
Krakau, Polen
FC Basel

Mittwoch morgens gegen 6h00 begann diese Tour am Bahnhof in Karlsruhe, wo mich die Autobesatzung bestehend aus Waldhof Mannheim und FC Basel aufsammelte.
Unterwegs noch einen Waldhöfer aufgegabelt und ab ging es mit zwei Halben nach Hahn, wo die Weiterreise mit Ryan Air auf dem Programm stand.

Am Flughafen traf man auch sogleich den Rest unserer feinen Truppe sowie auf weitere Freunde des FC Basel.

Der Flug verging ereignislos, bis auf die Durchsage vom Käpt’n, daß wegen starken Nebels nicht in Krakau sondern in Kattowitz gelandet werden müßte. Kurwa.

Dort war man dann erstmal mit großer Ratlosigkeit konfrontiert: da Ryan Air dort keinen Schalter hat, konnte uns niemand sagen, wie wir nun nach Krakau kommen würden.

Zwar gab es einen Bus, aber der sollte Geld kosten und die Gerüchte verdichteten sich, daß es einen Transfer für die Gestrandeten geben sollte - nur war bis zum Abfahrt desselben nicht klar, wann und von wo dieser starten sollte.

Der Basler Hofchauffeur Frossard witterte noch die dicken Franken und machte uns das Angebot, uns mitzunehmen (auch die Mannschaft und der VIP-Troß waren in Katowice gestrandet), was dankend abgelehnt wurde, da der Fahrpreis wohl in seine Taschen gewandert wäre.

Plötzlich hatte unser Bus sich dann auf dem Parkplatz materialisiert und so gings über die Autobahn zum Flughafen nach Krakau und von da per Linienbus zu unserem Hotel.

Nach kurzem Einchecken und Frischmachen machten wir uns auf den Weg in die City, dekandenterweise auf Hotelkosten via Taxis. Unser Taximann war sehr bemüht, so daß wir fast fünf Minuten vor dem Rest am Treffpunkt ankamen.

Nach einem lecker Essen in einer wohl recht noblen Pizzeria (Preise von rund 5 Euro für ne Riesenpizza sind für den Einheimischen nicht grad billig) gings in eine urige Kneipe im zweiten Kellergeschoß in der Nähe des Marktplatzes, wo die Truppe um Effi, Hagedorn und Wisła-Marek bereits sehnsüchtig auf uns warteten. Später tauchten auch noch die Basler um Florian und Ornella auf, so daß einem feuchtfröhlichen Abend nicht viel im Weg stand - außer, daß unser Hotelshuttle für 22h15 bestellt war und man mal wieder gehen mußte, als die Stimmung grad den Zenit erreichen wollte.

An einer Tankstelle wurden noch ein paar Vorräte eingekauft und sich dann ins kurzerhand etablierte Dreibettzimmer zurückgezogen. Nach einigen Drinks und Gesprächen machte sich dann allgemeine Müdigkeit breit, so sich Kai zum Schwaben kuschelte und auch unser Zimmer den Rückzug antrat.

Am nächsten Morgen wurde das Frühstücksbuffet vom Hotel supportet (leider nicht im Preis und mit 29 Złoty für polnische Verhältnisse auch sehr hochpreisig), ehe es leicht dezimiert (Basel Sektion Schwaben lag malad im Bett und ließ sich von Annika pflegen) per Bus in die City ging, wo uns direkt die Effi-Crew über den Weg lief. Unsere Wege trennten sich allerdings recht bald, da Effi und Marek noch ein paar geschäftliche Dinge zu regeln hatten und wir mehr das Touriprogramm vor uns hatten.

Nach kurzem Abstecher über den Markt meldete sich der Hunger bei den Frühstücksverweigerern, bei mir dagegen der Kater, so daß sich unsere Truppe nach kurzem Abstecher zu McD (wo der Schwabe sich direkt in die Bedienung verliebte) trennte. Ein Teil war nun auf Shoppingtour, Weissi und ich probierten mal ein Konterbier, was auch hervorragend klappte.

Nach der Wiedervereinigung gings dann erst in ein obskures Restaurant, der pure Tourinepp und anschließend in die Kneipe vom Vorabend, wo noch ein wenig Mut für das gefährliche Fußballspiel am Abend angetrunken werden wollte.

Per Taxi noch mal kurz zum Hotel und dann auch schon Richtung Ground, der grad n Kilometer entfernt war. Was hatte man nicht alles von dem Wisła-Lynchmob gehört, wir haben genau keinen Fan gesehen (naja, bis auf Weissi, der es vorzog erstmal zur Heimkurve zu gehen und sich durch sein Verhalten direkt als Fremder zu outen - passiert ist aber erwartungsgemäß nix).

Nach mehr als albernen Kontrollen und dem Hinweis der Basel-Ordner, daß wir uns bitte nicht von den schwarz vermummten Gesellen im Block provozieren lassen sollten, gings in den neuen Gästeblock.

Dort alles vom Feinsten, nur leider konnte man den Rest unserer Tribüne dank eines extrem dichtmaschigen Zauns nicht erkennen. Diese Tribüne ist die erste neuerrichtete, gegenüber das Ding ist auch fast fertig, jedoch fehlen da wohl noch die Sitzschalen. Die alte Haupttribüne und die Gegenseite sind noch im alten Zustand und es steht wohl auch noch in den Sternen, wann der komplette Umbau fertig wird (in der Stadtverwaltung haben wohl die Cracovialeute das Sagen, wird gemunkelt).

Neben einer weiteren Autobesatzung aus der schönsten Stadt der Welt waren leider nur eine sehr übersichtliche Menge an Baslern vor Ort, so daß man nicht zu viel Stimmung erwarten konnte.

Die Heimseite präsentierte ein Spruchband (”Auf gehts, kämpfen und siegen” oder so) und eine Choreographie aus einer Blockfahne und Metallicfolien in silber, rot und blau - diese wurden leider nicht passend hochgehalten, so daß die Choreo mal klassisch in die Hose ging. Anschließend wurde der Zaun mit den üblichen Bannern verziert (auch wenn wohl die ein oder andere in der Vorwoche an Craxa ging, wie man so hörte)

Das Spiel war unterste Kajüte, zwar konnte der FCB durch Petric schon nach acht Minuten in Führung gehen, Wisła glich aber umgehen aus und war von da an die weniger schlechte der beiden Mannschaften, die heute beide einen ganz üblen Stiefel runterspielten.

Die Stimmung bei uns so einigermaßen OK, auf Heimseite ebenfalls sehr durchwachsen - aber wenn die loslegten, dann war es brutal laut. Dazu gabs immerhin mal ein paar Strobo-Bengalen, leider hinter den Fahnen, so daß man nicht wirklich was sah - offenbar gibts bei Wisła ein Abkommen mit dem Verein, bei europäischen Spielen zu Hause nicht zu zündeln.

Nach der Pause dann das gleiche Spiel, Wisła ganz schwach, Basel noch schwächer, so daß auch die beiden folgenden Tore für die Polen absolut in Ordnung gingen (auch eine gelb-rote Karte für Cléber in der 88. Minute auf Heimseite konnte nichts mehr ändern) und sich der FC Basel nun ganz auf die Meisterschaft und den nationalen Cup konzentrieren kann.

Wir erduldeten noch eine Blocksperre, ehe wir uns auf den Fußweg allein ins Hotel machten, wo natürlich wieder nichts passiert ist (außer einem kleinen Pitstop an der Tanke, um die Vorräte aufzufüllen).

Im liebgewonnenen Partyzimmer wurden dann noch ein paar Biere getrunken, aber auch heute forderte der anstrengende Tag schon bald seinen Tribut.

Während der Großteil unserer Bombentruppe am Freitag zurück nach Hahn flog, ging es für mich per Taxi zum Bahnhof, wo ich mit Marek, Effi und Ingo verabredet war, um gemeinsam nach Stettin zu fahren. Dank der findigen Mitreisenden kostete die neunstündige Fahrt in der ersten Klasse Intercity via Warschau grad 80 Złoty - da darf sich die DB gerne mal die ein oder andere Scheibe von abscheiden!

In Stettin wurde erstmal das Gepäck in Mareks Bude verstaut ehe es zum Shoppen (Zigaretten und Bier…) und Pizzaessen in die City ging, ehe wir daheim bei dem einen oder anderen Bier noch über die aktuellen Preise für Schals und Aufkleber auf dem Weltmarkt diskutierten.

Effi und Marek hatten Samstag früh noch geschäftlich zu tun, was jedoch ins Wasser fiel und wir so mit einem Abstecher auf dem Polenmarkt einigermaßen zeitig mit bis unters Dach vollgepacktem Auto Richtung Berlin durchstarteten, wo für Ingo und mich ein weiterer Leckerbissen auf der Fußballspeisekarte stand…

WISŁA KRAKÓW: Emilian Dohan - Marcin Baszczyński, Cléber Guedes de Lima, Dariusz Dudka, Michael Thwaite - Jakub Błaszczykowski (Adam Kokoszka, 89′), Jacob Burns, Radosław Sobolewski, Marek Zieńczuk - Piotr Brożek (Jean ‘Paulista’ Rodrigues, 64′), Paweł Brożek (Pareyk Małecki, 90′). TRAINER: Dragomir Okuka

FC BASEL: Louis Crayton - Reto Zanni, Daniel Majstorovic, Koji Nakata, Scott Chipperfield - Mile Sterjovski, Papa Malick Ba, Ivan Ergic, Zdravko Kuzmanovic (Cristiano, 83′), Delron Buckley (Ivan Rakitic, 62′) - Mladen Petric. TRAINER: Christian Gross

SCHIRI: Viktor Kassai (Ungarn)

TORE: 0:1 Mladen Petric (8′), 1:1 und 1:3 Paweł Brożek (11′, 83′), 2:1 Jean ‘Paulista’ Rodrigues (71′)

ZUSCHAUER: 8.000, rund 100 Basler (drei Mannheimer, sechs Braunschweiger)

BL2: Wacker Burghausen - BTSV 1:1 (0:1)

Sonntag, 26. November 2006
Wacker Burghausen Wacker-Arena,
Burghausen
Eintracht Braunschweig

Kurz nach drei Uhr morgens ging es am Totensonntag los, um meine Eintracht zum dritten Mal in Burghausen zu unterstützen. Mit der Straßenbahn ging es zunächst einmal nach Heilbronn, von da nach Stuttgart und weiter nach Ulm - da wurde dann leider der Anschluß nach München um lächerliche 30 Sekunden verpaßt… Einzige Möglichkeit nun noch pünktlich zum 11-Uhr-Treffpunkt in München zu kommen, war nun, in ein IC-Teuerticket zu investieren - schönen Dank auch, scheiß Deutsche Bahn.

In München lief ich direkt Mitfahrer Niko über den Weg, unser Wagen samt Chauffeur der Sektion München kam dann auch bald, und man machte es sich zu dritt auf der Rückbank bequem.

Schien in München noch die Sonne, bei schnuckeligen 18°, so war es an der österreichischen Grenze mehr als zehn Grad kälter und trübe…

Direkt auf dem Parkplatz vom Stadion wurde dann auch der gute alte Wackerfan Eise aufgegabelt, mit dem es noch auf ein Weißbier in die benachbarte Schwimmhallte (!) ging, ehe sich unsere Wege trennen sollten.

Wie schon letztes Mal, so gabs auch diesmal einen Umbau der Wacker-Arena zu bestätigen, wurde doch nun eine größerer Stahlrohrtribüne für die Gäste direkt auf der Laufbahn errichtet und auch die Haupttribüne war durch einen Umbau näher ans Spielfeld gerückt.

Knapp 200 Braunschweiger hatten sich heute in Oberbayern versammelt und konnten durch ein sehr gelungenes Intro mit großen und kleinen Schwenkfahnen auf sich aufmerksam machen - auch sonst war unser Support heute nicht so schlecht, es wurde durchgängig gesungen, wenn es auch häufig gerne ein wenig lauter hätte sein dürfen. Leider fahren immer noch zu viele auswärts mit, die dann im Block die Zähne nicht auseinander bekommen.

Das Spiel begann für beide Seiten durchwachsen, wobei der BTSV das Spiel zunehmend zu bestimmen schien und - grad als ich auf dem Weg zum Klo war… - dennoch eingiermaßen überraschend zum 1:0 durch einen Siegert-Kopfball kam.

Nach dem Seitenwechsel dann leider Burghausen die klar bessere Mannschaft, die auch zu einigen Chancen kamen und leider in der 64. Minute den Ausgleich erzielen konnte.

In der Restspielzeit dann weiter Wacker am Stürmen - zum Glück erfolglos.

Nach dem Abpfiff dann bei uns viele gesenkte Köpfe - sicherlich, ein Punkt auswärts ist durchaus ein Erfolg, nur bringt uns das leider im Abstiegskampf nicht wirklich weiter. Hätte man in den Heimpartien gegen Paderborn, Koblenz, Fürth und Unterhaching ein paar mehr Punkte (letztendlich wären aus diesen Partien gut und gerne elf Punkte mehr zu holen gewesen), so wäre die Stimmung nach dem Kick in Burghausen sicherlich entspannter gewesen.

Deprimiert gings zurück zum Auto und nach München, wo dank zügiger Fahrweise noch der Zug um 17h51 Richtung Heimat bestiegen werden konnte, mit Umstiegen in Ulm und Stuttgart (jeweils mit längerem Aufenthalt) erreichte ich dann nach nur rund 23 Stunden wieder das heimische Karlsruhe, wo es einigermaßen direkt ins Bett ging.

WACKER BURGHAUSEN: Uwe Gospodarek - Vlado Jeknic, Hrvoje Vukovic, Daniel Rosin, Dilaver Satilmis (Maximilian Nicu, 46′) - Björn Hertl, Oliver Fink (Stefan Aigner, 46′)- Thorsten Burkhardt (Ronald Schmidt, 76′), Thomas Drescher - Dragan Bogavac - Marek Krejci. TRAINER: Markus Schupp

BTSV: Thorsten Stuckmann - Benjamin Siegert, Marco Grimm, Francis Banecki, Jan Tauer - Torsten Lieberknecht - Markus Husterer, Kosta Rodrigues (Dennis Weiland, 89′), Dennis Brinkmann - Jürgen Rische (Martin Hauswald, 84′), Ahmet Kuru (Samuel Koejoe, 64′). TRAINER: Willi Reimann

SCHIRI: Tobias Welz (Wiesbaden)

TORE: 0:1 Benjamin Siegert (40′), 1:1 Marek Krejci (64′)

ZUSCHAUER: 5.050, nur knapp 200 Braunschweiger

OL BaWü: FC 08 Villingen - Heidenheimer SB 3:0 (1:0)

Samstag, 25. November 2006
FC 08 Villingen Friedengrundstadion,
Villingen-Schwenningen
Heidenheimer SB

Am Samstag gings per Bahn nach in die Doppelstadt Villingen-Schwenningen am Schwarzwaldrand - ich war da ja schon vor ca. zwei Jahren mal, damals stand ich leider vor verschlossenen Stadiontoren - scheiß Schnee…

Heute hatte ich mehr Glück, problemlose Zugfahrt, problemloser Fußweg zum Ground und frühzeitig vor Ort, so daß ich noch die Ankunft der Gästefans mitbekam - ein Bus hatte sich auf den Weg gemacht, wie sich später zeigen sollte, waren aber nur ungefähr die Hälfte der Mitreisenden am Support beteiligt.

Das Stadion im Friedengrund ist eins der Schmuckkästchen der Liga, einer Sitzplatztribüne liegt eine schöne Stehplatztribüne gegenüber, dazu ist eine Hintertorseite noch mit Stufen ausgestattet. 15.000 Zuschauer fast der Ground, für die Oberliga natürlich gnadenlos überdimensioniert. Hinter der Stehtribüne liegt übrigens noch ein Kunstrasenplatz, der ebenfalls über eine kleine Tribüne verfügt (da spielte heute die B-Jugend gegen Reutlingen, quasi als Vorspiel). Direkt nebenan liegt dann auch noch der Platz des DJK Villingen, der jedoch über keinen Ausbau verfügt.

Nach einer Stadionrunde und einer Portion Pommes (nicht zu empfehlen) gings dann auch langsam gen Kick-Off-Time. Das Spiel begann mit einer Gedenkminute für die verstorbene Ehrenpräsidentin vom FC 08.

Der Gast aus Heidenheim ist ja die Überraschungsmannschaft der Oberliga, grad vor zwei Jahren aufgestiegen, konnte sie sich schon letzte Saison an der Spitze etablieren und gehört diese Saison zu den absoluten Spitzenteams. Villingen dagegen eher verloren im Mittelfeld (wobei auch das durchaus als Erfolg gewertet werden kann, da man den Nimbus einer Fahrstuhlmannschaft zwischen Verbands- und Oberliga innehat).

Die Partie begann recht unterhaltsam und ausgegelichen, beide Fanlager waren ordentlich und durchgängig am Supporten, wobei man ebenfalls beiden den Rat geben kann, mal weniger Trommeln einzusetzen - bringt ja nix, wenn das ständige Getrommel den eigenen Support übertönt.

Die Gästefans zündeten nach ner Viertelstunde erstmal fein Rauch, der sich über den Platz ausbreitete - schien aber keinen wirklich zu stören, gab jedenfalls keine Durchsage, von wegen “liebe Gästefans, das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ist verboten…”. Sowieso war alles in Villingen sehr entspannt, sowohl Heim- als auch Gästeanhang bevölkerten die Stehtribüne, eine Fantrennung gabs nicht, Ordner waren keine vor Ort und die einzigen beiden Cops standen untätig-entspannt in der gegenüberliegenden Ecke. Und passiert ist nix weiter - so gehts doch auch, muß ja nicht immer ne Hundertschaft zum Fußball kommen.

Villingen kam immer besser ins Spiel und hatte in der 25. Minute die erste Großchance, als ein Schuß an den Pfosten ging.

Nach ca. einer halben Stunde folgerichtig das 1:0 durch einen abgefälschten Schuß, was auch dem Spielverlauf entsprach - auch wenn die Heidenheimer im Gegenzug fast ausgeglichen hätten.

Kurz nach Anpfiff dann das vorentscheidende 2:0, wieder durch Sari, was den Gast auch zu schocken schien, denn Villingen blieb die klar stärkere Mannschaft und hätte zehn Minuten später beinahe das 3:0 erzielt: erneut war es Sari, der verzog aber vorm Tor.

In der 62. Minute hatte Heidenheim aber nochmal ein Großchance auf den Anschluß, konnte jedoch die Kugel nicht im Tor der 08er unterbringen - obwohl in dem Getümmel vorm Gehäuse sicherlich vier oder fünf Versuche zu verzeichnen waren, ehe Villingen endgültig klären konnte.

Zehn Minuten später machte der Gastgeber dann mit einem Konter zum 3:0 alles klar, was die Gäste zum Abbrennen einer weiteren Ladung Rauchpulver veranlaßte, der diesmal über den Nebenplatz des DJK abzog und noch nach dem Abpfiff fünfzehn Minuten später in der Luft hing…

Gegen Spielende entwickelten sich noch zahlreiche Möglichkeiten auf beiden Seiten, die aber nicht mehr zu Toren führten, so daß Villingen das Spiel klar für sich entscheiden konnte, was vom Heimanhang mit einem Bengalo gefeiert wurde.

Für mich gings schnellen Schrittes zurück Richtung Bahnhof, wo man noch einen Offenbacher Hopperkollege traf, mit dem auch bis Offenburg die Fahrt verlabert wurde.

TORE: 1:0 und 2:0 Adem Sari (30′, 48′), 3:0 Rodrigo Stasiak (73′)

ZUSCHAUER: 1.100, ca. 50 Gäste (wovon aber auch nur 20 den Mund aufgemacht haben)

BL2: Karlsruher SC - Hansa Rostock 4:4 (3:0)

Montag, 20. November 2006
Karlsruher SC Wildparkstadion,
Karlsruhe
Hansa Rostock

Die pure Langeweile trieb mich am heutigen abend in den Wildpark - allerdings war natürlich auch Spitzenspiel angesagt (und im Vorfeld ein ’sold out’ gemeldet.

Natürlich gabs noch Gästekarten also rein in Vergnügen für 5 Euro statt DSF. Die Kontrollen erstaunlich lasch, da waren die Ordnungskräfte bei unserem letzten Auftritt noch engagierter. Dafür gabs aber kein Bier bei den Gästen.

Die DreKSCau Vor Spielbeginn flog das neue KSC-Maskottchen via Fallschirm in den Innenraum. Nun halte ich Maskottchen ja eh für so sinnlos wie ein zweites Arschloch, aber das Ding schießt den Vogel ab - ein Wildschwein haben sich die tollen Verantwortlichen des KSC da einfallen (oder von irgendwelchen Marketing-Nimrods einreden) lassen. Der Kerl hat übrigens noch keinen Namen, auf der KSC-Homepage darf man Vorschläge loswerden. Ich denke ja, daß ich mit meinen Vorschlägen Stinktier und DreKSCau gute Chancen haben werden.

Da ich heute ja mal einigermaßen neutral unterwegs war (die Daumen wurden Hansa gedrückt, aber Tore und gutes Spiel waren wichtiger), postierte ich mich mal Richtung Kurve, um wenigstens ein wenig vom Heimsupport mitzubekommen - und da muß ich sagen, das war aller Ehren wert! Brutal laut und durchgängig! Schade, daß man das als Gästefan normalerweise nicht mitkriegt. Auf Hansaseite die Stimmung leider sehr enttäuschend, waren zwar beachtliche 400 Mann auf nen Montag abend auf den Katzensprung von der Ostsee ins Badische dabei, aber laut oder auch nur durchgängig ist etwas anderes.

Das Spiel begann allerdings auch gleich mit einem Stimmungsdämpfer für die Gäste, nach sechs Minuten stands schon 1:0 für den KSC und zehn Minuten später konnte Porcello mit einem geilen direkten Freistoß aus über 30 Metern auf 2:0 erhöhen.

Die Frust der Rostocker entlud sich in zwei Leuchraketen, die unters Dach der Gegengerade gefeuert wurden - an Asozialität natürlich kaum zu überbieten.

Der KSC antwortete sportlich und führte zur Halbzeit bereits mit 3:0.

Nach dem Seitenwechsel kam die Kogge etwas besser in Fahrt, in Halbzeit eins waren die Gastgeber noch haushoch überlegen, nun war es ausgeglichener und folgerichtig fiel dann auch der Anschlußtreffer für Hansa.

Kaum zehn Minuten später schien der Fisch dann aber endgültig gelutscht zu sein, nachdem Freis auf 4:1 erhöhen konnte.

Um einer Blocksperre zu entgehen und da ich noch Suptras-Andi treffen wollte, der heute mal VIP war, latschte ich dann in der 75. Minute aus dem Stadion und bekam grad noch das 4:2 für Hansa mit.

Da Andi noch ein wenig auf sich warten ließ, hörte ich gar noch das 4:3 - der Hammer! Auf dem Weg zur Straßenbahn dann die unglaubliche Nachricht: Hansa schafft sogar noch den Ausgleich zum 4:4!

Sehr ärgerlich! Drei Tore nicht gesehen und dadurch sicherlich eins der geilsten Spiele dieser Saison nicht in voller Länge gesehen. Naja, ich werds überleben.

KARLSRUHER SC: Markus Miller - Florian Dick, Maik Franz, Mario Eggimann, Christian Eichner - Godfired Aduobe - Giovanni Federico, Bradley Carnell - Massimilian Porcello - Edmond Kapllani, Sebastian Freis (Michael Mutzel, 81′). TRAINER: Edmund Becker

HANSA ROSTOCK: Mathias Schober - Dexter Langen, Tim Sebastian (Kim Madsen, 46′), Gledson da Silva Menezes, Marc Stein - Stefan Beinlich (Kai Bülow, 77′) - René Rydlewicz (Djordjije Cetkovic, 61), Christian Rahn - Zafer Yelen - Amir Shapourzadeh, Enrico Kern. TRAINER: Frank Pagelsdorf

SCHIRI: Thorsten Kinhöfer (Herne)

TORE: 1:0 Kapllani (6′), 2:0 Porcello (16′), 3:0 Carnell (28′), 3:1 und 4:2 Shapourzadeh (54′, 78′), 4:1 Freis (63′), 4:3 Rahn (81′), 4:4 Cetkovic (87′)

ZUSCHAUER: 27.000, darunter rund 400 Gäste

OL Nord: Arminia Hannover - BTSV II 0:1 (0:0)

Sonntag, 19. November 2006
Arminia Hannover Rudolf-Kalweit-Stadion,
Hannover
Eintracht Braunschweig

…wo wir bei ekligem Regen auch viel zu früh zum Tag der Steuerverschwendung ankamen.

Meiner Ansicht nach muß man noch nicht mal _wirklich_ szenekundig sein, um einschätzen zu können, daß bei einem Kick SV Arminia - BTSV nicht wirklich dramatische Dinge passieren, packt uns in den Block neben die Tribüne, stellt fünf Ordner und vier Cops hin und gut.

Aber nein, Braunschweig und Hannover, das geht ja nicht… also wurde mal richtig tief ins Staatssäckel gegriffen und ordentlich Wochenendzuschläge finanziert. Fast 20 Wannen standen vor dem und im Block, berittene Polizei sicherte den Parkplatz… fehlte eigentlich nur der Wasserwerfer und der Helikopter.

Dabei war wirklich nix zu erwarten, da unsere “Freunde” von 96 ja selber ein Auswärtsspiel bei Gladbach hatten.

Naja, wahrscheinlich wurde das von unserer Polizei noch als Erfolg gefeiert, daß nichts passiert ist.

Rund 50 Braunschweiger hatten den Weg trotz Regen und Hannover nicht gescheut, im Heimblock standen auch nicht mehr. Dafür war allerdings die Tribüne ganz ordentlich gefüllt. Immerhin.

Das Spiel selbst war, naja, sagen wir mal, durchwachsen. Die Eintracht hatte schon die meisten Spielanteile, dennoch kam die Arminia das ein oder andere Mal gefährlich vor unser Tor, welches heute aber von Nico Lauenstein fehlerfrei gehütet wurde (muß ja auch mal lobend erwähnt werden).

Mit laufender Spielzeit wurden die Hannoveraner stärker, trotzdem gab es ein glückliches Ende, da in der 86. Minute Profileihgabe Banecki einen Foulelfmeter sicher verwandeln konnte. Warum da aber der Schiri dem SVA-Keeper nicht Rot für seine Notbremse an Mirko Burgdorf gegeben hat? Weiß kein Mensch!

Stimmung bei uns nur sehr sporadisch, ab und an gabs aber sogar mal nen Wechselgesang mit der Haupttribüne. Vom Heimblock war auch nicht mehr zu hören.

Durchnäßt aber mit drei Punkten im Gepäck gings dann zurück nach Braunschweig. In Hannover zu gewinnen ist halt immernoch am geilsten!

BTSV II: Nico Lauenstein – Maik Littmann, Marco Dimitrijevic, Francis Banecki, Ludwig Siegismund – Marc Pfitzner (Adil Boukantar, 88′), René Wegner, Mirko Burgdorf, Muhammed Basar – Stefan Hauk (Sebastian Bönig, 68′), Edgar Bernhardt (Phillip Peters, 68′). TRAINER: Uwe Hain

TORE: 0:1 Francis Banecki (86′, Foulelfmeter)

ZUSCHAUER: 400, darunter gut 50 Braunschweiger und noch etwa genausoviele Schutzmänner und -frauen

3. Kreiskl.: SV Grün-Weiß Waggum II - BTSV III 0:5 (0:2)

Sonntag, 19. November 2006
SV Waggum Sportanlage,
Braunschweig-Waggum
Eintracht Braunschweig

Der Schwerpunkt des heutigen Fußballtages lag natürlich auf dem Spiel der Zwoten bei Arminia Hannover, aber da sich dies gut mit dem Auswärtskick unserer Dritten doppeln ließ, war mit Rossi auch schnell ein Mitfahrer überredet.

Pünktlich mit dem Anpfiff wurde die Sportanlage am Flughafen betreten - immerhin gibts hier eine kleine überdachte Tribüne mit zwei Reihen Holzbänken, sehr begrüßt, hatte es doch angefangen zu regnen.

Kurz nach uns trafen noch zwei weitere Dritte-Gucker ein, so daß eine Zuschauerzahl von rund 30 vermeldet werden konnte.

Der BTSV spiele souverän seinen Stiefel runter, durch zwei frühe Tore führte man schnell mit 2:0, was nie wirklich in Gefahr geraten sollte.

Nach der Pause konnten die Blau-Gelben auf 5:0 erhöhen, so daß langsam wieder an die Tabellenspitze in der 3. Kreisklasse geschielt werden darf.

Meine Autobesatzung war mittlerweile auf vier Personen angewachsen, also nach dem Abpfiff schnell auf nach Kackstadt…

TORE: 0:1 Sander (6′), 0:2 Politidis (9′), 0:3 und 0:4 Becker (57′, 68′), 0:5 Yilmaz (84′)

ZUSCHAUER: 30

VL Bremen: OSC Bremerhaven - FC Bremerhaven 0:3 (0:1)

Samstag, 18. November 2006
OSC Bremerhaven Nordseestadion,
Bremerhaven
FC Bremerhaven

Leider konnte nur Rocky zu einem Besuch des Krachers der Verbandsliga Bremen überredet werden, das Bremerhavener Derby stand auf dem Plan, für mich besonders reizvoll, war doch so das Nordseestadion mal einigermaßen sinnvoll zu besuchen (OSC spielte Ende der der 70er mal zwei Jahre in der Zweiten Bundesliga!).

Trotz vergessener Anfahrtsbeschreibung wurde der Ground problemlos und leider viel zu früh erreicht, so daß erstmal die Vereinsgaststätte für einen Kaffee besucht wurde. Hier fand dann auch der tolle Weihnachtsflohmarkt statt…

Auf der Suche nach dem Eingang zur Tribüne stützten wir uns auf alte Hoppingberichte, die den Weg durch die Schwimmhalle beschrieben - uns wollte man da aber nicht ins Stadion lassen, also wieder raus und tatsächlich eine offene Tür hinter der Haupttribüne gefunden.

Das Nordseestadion hat auch schon bessere Zeiten gesehen, es gibt eine nette, geschwungene Tribüne mit Sitzschalen bzw. an den Seiten Sitzbänken und einem Stehblock auf der Gegengeraden (heute leider geschlossen, scheint aber einigermaßen kürzlich renoviert zu sein, die Wellenbrecher sind jedenfalls recht neu). In den Kurven finden sich überwucherte Wälle.

Drinnen wurden gleich mal zwei weitere Braunschweiger entdeckt, Fotos gemacht und dann auf den Anpfiff gewartet.

Der sollte sich erstmal rund fünf Minuten verzögern, da der Präsident des FC Bremerhaven gerne auf der Trainerbank sitzen wollte, der Schiedsrichter dies aber nicht zuließ. So gabs erst mal etwas Gezeter vom Geronten, bis ihm dann endlich sein Trainer und diverse Spieler überreden konnten, den Innenraum zu verlassen.

14h05 begann dann endlich eins der schwächsten Fußballspiele meiner Karriere von Stadionbesuchen, der FC Bremerhaven ganz schwach, aber immer noch um mindestens zwei Ligen stärker als die Heimmannschaft.

Der Olympische Sportclub schaffte es kaum mal, einen Ball über zwei, drei Stationen zu spielen, für gewöhnlich ging der zweite Paß noch in der eigenen Hälfte an den Gegner.

Dementsprechend fiel dann auch das 1:0 für die Gäste recht zeitig und es war nur eine Frage der Zeit, bis weitere Tore für den FC Bremerhaven fallen würden.

Nur das Unvermögen der Gäste bewahrte den OSC vor einem höheren Halbzeitergebnis.

Die Pause wurde meinerseits mit dem Erwerb der örtlichen Pommes verbracht, waren gar nicht so unlecker, allerdings verstehe ich nicht, wie man Curryketchup über Pommes schütten kann - naja. Negativ fiel auch die Frittenfee auf, die ihre Hand in einem grindigen Verband gewickelt hatte. Wohl zu tief in die Friteuse gepackt.

Der Zuschauerandrang für ein Verbandsligaspiel sicherlich OK, wobei ich mir fürs Derby ein wenig mehr ausgerechnet hatte. Gut 300 Zuschauer waren vor Ort, wovon wohl die Hälfte für den FC Bremerhaven war, auch wenn nur sechs von ihnen sowas ähnliches wie Support ablieferten und auch einige Zaunfahnen im Gepäck hatten. Vom Heimseite gab es nichts dergleichen - weder Fahnen, noch Support… Immerhin einen Opa mit OSC-Schal konnte man begrüßen.

Die zweite Hälfte begann wie die erste, OSC stümperte sich einen Stiefel zurecht, daß man Mitleid bekommen konnte und der FC Bremerhaven war zu doof, diese Dilettanten abzuschießen.

In der 52. Minute gabs die einzig erwähnenswerte Chance von den Olympioniken, als ein Schuß leider nur an den Pfosten ging.

Nachdem in der 60. Minute Baumann vom OSC gelb-rot für eine Grätsche bekam lief es dann etwas besser für den FC Bremerhaven und in der 67. Minute fiel dann auch endlich das 2:0 - welches vom Präsidenten, der nach der Pause wieder im Innenraum rumgeisterte, mit einem wahren Veitstanz gefeiert wurde.

Chabaan konnte in der 79. Minute per Foulelfmeter noch auf 3:0 erhöhen, was auch den Endstand darstellen sollte.

Für uns gings nach Spielende zügig gen Heimat, Rocky wurde noch irgendwo im Nirgendwo zwischen Goslar, Hildesheim und Braunschweig aus dem Wagen geschmissen und die heimische Kommandocouch bald darauf mit Beschlag belegt.

TORE: 0:1 Sebastian Söhl (10′), 0:2 Ahmet Karaca (67′), 0:3 Tarek Chabaan (79′, Foulelfmeter)

ZUSCHAUER: gut 300, wohl die Hälfte für den Gast, aber nur sechs “Supportende”