Archiv für März 2006

BL2: BTSV - Hansa Rostock 4:1 (3:0)

Mittwoch, 29. März 2006
Eintracht Braunschweig Eintrachtstadion,
Braunschweig
FC Hansa Rostock

Die Bahn brachte mich zum heutigen Spiel an die Hamburger Straße. Schon am Bahnhof traf ich auf Rostocker Andi und noch einen Hansa- und Waldhof-Fan (Sachen gibts…), mit denen auch die Fahrt zum Stadion angetreten wurde, wo meinereiner zunächst bei ein paar Bieren mit den üblichen Verdächtigen sabbelte, ehe es in den Ground ging.

Durch den Sieg gegen Paderborn konnten doch ein paar mehr Zuschauer ins Stadion gelockt werden, beachtlich vor allem die Zahl der Gäste, die einen Block komplett und zwei Blöcke zu etwa 70% füllen konnten und auch nicht schlecht Alarm machten.

Auf Heimseite mal wieder eher verhaltene Stimmung, da sich in der Frage der willkürlichen Stadionverbote noch nichts getan hat und daher die aktiven Fans weiterhin die Stimmung bei den Heimspielen boykottieren.

Das Spiel begann ansehnlich, zwei gut kämpfende Teams, Braunschweig mit Graf und Amedick nahezu wieder in Bestbesetzung.

Daniel Graf war es auch der in der achten Minute eine Sahneflanke von Siegert an Hansa-Keeper Schober vorbei in die blau-gelben Maschen köpft - herrlich, so kanns weitergehen!

Und so ging es auch weiter, nur zehn Minuten später - Hansa hatte sich kaum von dem Schock des frühen 1:0 erholt - ein mustergültiger Pass von Kuru an Graf. Tor. 2:0. Auch hierbei sah Schober nicht besonders gut aus.

Nach 25 Minuten sah sich Pagelsdorf bei den Hanseaten genötigt, einen Doppelwechsel vorzunehmen, gebracht hat es nicht viel, denn noch vor der Pause konnte Jürgen Rische endlich seine Torabstinenz beenden und traf zum 3:0.

In der zweiten Hälfte sah man eine wütend kämpfende Hansakogge, bei der heute nichts klappte und auf der Gegenseite die nunmehr entspannt und ruhig aufspielenden Löwen, denen alles gelang. Dies wurde in der 65. Minute einmal mehr klar, als Kosta Rodrigues per direkt verwandelten Freistoß das 4:0 erzielte.

Enrico Kern konnte zwar kurz vor Schluß noch den Anschlußtreffer erzielen, aber das focht niemanden mehr ernsthaft an, so daß der Endstand nach Ecken 6:0 für Hansa, nach Toren jedoch 4:1 für die Eintracht lautete.

Am Bahnhof traf man wieder auf Andi mit dem man sich dann in den ICE nach Frankfurt setzte und ihn seine Wettschulden einlösen ließen - der Verlierer hatte die Anzahl der Siegtreffer in Weizenbier aufzuwiegen.

In Frankfurt dann Abschied von Andi und Umstieg in den IC nach Bruchsal von wo es dann per S-Bahn ins badische Domizil ging, wo ich gegen halb drei betrunken und glücklich in die Federn sank.

BTSV: Thorsten Stuckmann - Benjamin Siegert, Torsten Jülich, Martin Amedick (Martin Hauswald, 81′), Jan Tauer - Daniel Graf, Torsten Lieberknecht, Patrick Bick, Kosta Rodrigues (Lars Fuchs, 72′) - Jürgen Rische, Ahmed Kuru (Dustin Heun, 77′). TRAINER: Michael Krüger

HANSA ROSTOCK: Mathias Schober - Miso Brecko, Tim Sebastian, Kim Madsen (Martin Pohl, 25′), Michael Hartmann - Kai Bülow - René Rydlewicz, Denis Lapaczinski (Tobias Rathgeb, 25′) - Kevin Hansen - Rade Prica (Marcel Schied, 65′), Enrico Kern. TRAINER: Frank Pagelsdorf

SCHIRI: Peter Gagelmann (Bremen)

TORE: 1:0, 2:0 Daniel Graf (8′, 18′), 3:0 Jügen Rische (38′), 4:0 Kosta Rodrigues (65′), 4:1 Enrico Kern (88′)

ZUSCHAUER: 17.700, nicht schlecht für Mittwoch, 18h00 - darunter bemerkenswerte knapp 2.000 Rostocker.

OL NO-Süd: Hallescher FC - Sachsen Leipzig 2:2 (1:1)

Samstag, 25. März 2006
Hallescher FC Kurt-Wabbel-Stadion,
Halle
Sachsen Leipzig

Eine feine Autobesatzung sammelte mich morgens in Goslar auf und es ging zu fünft nach Halle.

Dort kam man dann bei unangenehmen Regen leider auch viel zu früh an, was der Entscheidungsfindung zugunsten “Hauptribüne überdacht” aber sehr zuträglich war - sind wir echt schon solche Sissies?

Ein wenig noch vorm Ground rumgelungert, immer beschützt durch einen Helikopter der Polizei, dann durften wir endlich das Stadion betreten und betraten auch ziemlich flink die kleine Haupttribüne. Ich will gar nicht wissen, wem wir da die Stammplätze weggenommen haben, har, har… Aber sehr beengt geht es zu in Sachsen-Anhalt - die Beinfreiheit läßt doch sehr zu wünschen übrig und ich war heilfroh, daß sich mein Sitznachbar bereits in der 70. Minute aus dem Staub machte - hatte wohl Angst vor dem Abreisestau.

Bis kurz vor Beginn waren Heim- und Gästekurve noch erschreckend leer, im Heimblock konnte man die Vorbereitungen für die Choreo beobachten, bei den Gästen verliefen sich zu dem Zeitpunkt vielleicht 80 Leute… da mittlerweile aber sogar schon zwei Hubschrauber in der Luft waren, konnte man davon ausgehen, daß da noch was kommen würde - und so war es dann auch:
Während sich der Heimblock sukkzesive einigermaßen gefüllt hatte, blieb der Gästeblock immer noch leer - bis man zunächst ein paar Wannen und dann aber eine sehr ordentliche Menge von jungen Menschen in orangenen T-Shirts (eine Aktion der Sachsen, “Chemie zur Sau machen”) die Straße zum Stadion entlangrennen (!) sah.

Zu Beginn gab es von Halle eine große Überziehfahne, die wegen der Geometrie des Blocks ihre Wirkung nicht richtig entfalten konnte und ein großes Spruchband “Fussball leben statt nach Strafen streben”, vom Gast nix (naja, ordentlich Remmidemmi, ein wenig Rauch, ein wenig Leuchtspur…) außer sehr spektakulär anzusehendem Gewusel in Orange im Block.

Das Spiel begann auch direkt freundlich für den Gast aus Sachsen, es waren kaum fünf Minuten gespielt, als Garbuschewski mit einem Freistoß das 1:0 für die Leutzscher erzielte.

Das Spiel ging weiter munter hin und her, ich war froß, neutraler Zuschauer zu sein, da von beiden Teams ein Fehler nach dem anderen kam und zudem ein recht rustikaler Fußball gespielt wurde.

Nach knapp 20 Minuten konnte Petrick für den HFC ausgleichen, was dann bis zur Pause auch der letzte Höhepunkt eines zerfahrenen Spiels blieb.

Zum Einlaufen der sächsischen Chemiker gab es aus im Fanblock eine sehenswerte Aktion zu sehen: am Zaun symbolisierte ein Transparent ein aufgeschlagenes (Märchen-) Buch, dazu gab es einen großen Doppelhalter und ein Spruchband - als man schon dachte, das wärs kam noch eine große Überziehfahne mit einem Drachen und einem Halle-Wappen - dank Pyrounterstüzung stieß der Drache grünen Rauch aus und rote Bengalen symbolisierten das verbrennende Halle-Wappen. Sehr ordentlich!

Halle konnte dagegen nur ein paar weniger spannende Doppelhalter präsentieren und blieb auch den größten Teil der zweiten Halbzeit völlig still, so daß ich meine Mitfahrer schon nach einem etwaigen Supportboykott fragte.

Spielerisch war es immer noch Kraut und Rüben, mit leichten Vorteilen für die Leipziger, die aber bis zur 74. Minute warten mußten, eh ihnen das 2:1 gelingen sollte.

Mit einer der letzten Aktionen, der Gästeanhang in Orange saß schon zum Feiern auf dem Zaun, erzielte Halle den nicht unverdienten aber dennoch sehr glücklichen Ausgleich durch einen Freistoß, womit dem Gast weitere zwei Punkte für den geplanten Aufsiteg in die Regionalliga fehlen.

Nachdem das Spiel abgepfiffen wurde und das Heimteam sich zum Feiern in die Kurve begab, begannen die Leipziger mit einer Pitch Invasion, standen jedoch zunächst völlig unentschlossen in ihrer Kurve ehe man sich den Fahnen im Heimblock näherte - Zeit genug für die Polizei entsprechend zu reagieren.

Vor der Haupttribüne noch eine unschöne Szene, Adebowale Ogunbure wurde von den Leuten von “Gate A” übel bepöbelt, ließ sich dann aber zu einem provozierenden Hitlergruß hinreißen, worauf hin es zu einem Handgemenge vor der Tribüne und wohl auch im Spielertunnel kam.

Abschließend kann man sagen, daß es auf dem Platz ein zwar gerechtes, für SaLei jedoch sehr unglückliches Unentschieden gab - auf den Rängen war das Ergebnis deutlicher: hier hatten die Sachsen eindeutig die Nase vorn, sowohl was die Choreographie und Pyroeinsatz betraf, aber auch Gesänge, Bewegung im Block und Ausdauer des Supports.

Für uns ging es recht zügig gen Westdeutschland, eine Dönerpause in Aschersleben wurde noch eingelegt, bevor man mich am frühen Abend in Goslar aus dem Wagen warf.

TORE: 0:1 Ronny Garbuschewski (5′), 1:1 Michel Petrick (19′), 1:2 Maximilian Watzka (74′), 2:2 Tobias Friedrich (92′)

ZUSCHAUER: 3.045, davon etwa die Hälfte aus Leipzig

BL2: BTSV - SC Paderborn 2:0 (2:0)

Freitag, 24. März 2006
Eintracht Braunschweig Eintrachtstadion,
Braunschweig
SC Paderborn 07

Mit dem Auto ging es die paar Kilometer von Goslar nach Braunschweig, um einigermaßen frühzeitig am Straf Raum zu sein.

Nach dem Austauschen der neuesten Nachrichten ging es ziemlich pünktlich ins Stadion und auch zügig in den Block. Nicht wirklich viele sollten heute bei Nieselregen diesem Spiel beiwohnen, immerhin beachtliche 400 Paderborner trotzen dem Wetter. Nicht viele Gäste für die Entfernung, aber doch durchaus respektabel für den Verein.

Das Spiel begann mit vielen Fehlern auf beiden Seiten und konnte einen nicht wirklich vom Hocker reißen, die Stimmung in der Südkurve (man bedenke, es gibt immer noch keine koordinierte Unterstützung, da sich seites des Vereins bezügich der ungerechtfertigten Stadionverbote noch nichts getan hat) war sehr verhalten. In der Nord dagegen durchaus Support erkennbar, war ja von dem Gast aus Paderborn nicht wirklich zu erwarten.

Der Schiedsrichter setzte leider auch schnell negativ Akzente: der Gast zog ein übles Zeitspiel auf, was nicht geahndet wurde, dafür wurde noch so kleine Nicklichkeit von Braunschweig abgepfiffen (und auch mit Karten belohnt, was man sich auch für die zahlreichen Unsportlichkeiten aus der Dreihasenstadt gewünscht hätte).

Als man grade damit abgeschlossen hatte, heute auch nur ein entfernt gutes Fußballspiel zu sehen, traf Paderborn mit einem wunderschönen Flugkopfball zum 1:0 - netterweise ins eigene Tor. Sehr schön gemacht, mich würde mal interessieren, wie viel er auf diesen Treffer gewettet hat…

Durch das Tor kam jetzt auch Stimmung nicht nur in der Südkurve sondern auch auf den Sitzplätzen auf.

Der Gast zeigte sich durch diesen Treffer massiv geschockt, wohingegen der BTSV nun einigermaßen befreit aufspielen konnte und durch ein wunderschönes Tor von Ahmet Kuru kurz vor der Pause das wichtige 2:0 erzielen konnte.

In der zweiten Hälfte drängte die Eintracht nun auf weitere Tore, versiebte die Chancen aber regelmäßig durch Fehler im Abspiel oder beim Abschluß. Selten, daß Starke im Paderborner Tor mal ernsthaft geprüft worden wäre.

Die Gäste wiederum lauerten auf Konterchancen, wann immer sich ihnen eine bot wurde diese jedoch übermotiviert vertändelt. Nun ja, uns kanns recht sein.

Das waren heute drei ganz wichtige Punkte, schon am nächsten Mittwoch gibts im Nachholspiel gegen Hansa Rostock die nächste Chance, Zähler gegen den Abstieg zu sammeln.

BTSV: Thorsten Stuckmann - Benjamin Siegert, Torsten Jülich, Marco Grimm, Jan Tauer - Daniel Graf, Torsten Lieberknecht, Patrick Bick, Lars Fuchs (Nermin Celikovic, 71′) - Jürgen Rische (Martin Hauswald, 77′), Ahmed Kuru (Dustin Heun, 86′). TRAINER: Michael Krüger

SC PADERBORN 07: Tom Starke - Markus Krösche, Markus Bollmann, Dusko Djurisic, Gary de Graef - Daniel Brinkmann, Bernhard Erkinger - Benjamin Schüßler (Biyouha Marcel Ndjeng, 54′), Mehmet Dragusha (Albert Bunjaku, 65′), Dennis Schulp - Sebastian Schoof. TRAINER: Jos Luhukay

SCHIRI: Guido Winkmann (Kerken)

TORE: 1:0 Markus Bollmann (33′, Eigentor), 2:0 Ahmet Kuru (44′)

ZUSCHAUER: 15.000, darunter etwa 400 Gästefans

BL2: VfL Bochum - BTSV 4:0 (2:0)

Sonntag, 19. März 2006
VfL Bochum Ruhrstadion,
Bochum
Eintracht Braunschweig

Tja, McDonald’s-Ticket gilt nicht am Sonntag, WET-Tour ist kaum machbar, also bleibt nur das gute alte Teuerticket, um nach Bochum zu kommen, was schon scheiße genug ist.

So gehts also Sonntag vormittag per ICE mit Umstieg ins Ruhrgebiet, wo am Bahnhof angekommen auch direkt die ersten tapferen Mitstreiter getroffen werden und es per Tram zum Ruhrstadion geht, immer noch eins meiner Lieblingsstadien dieser Liga.

Da die Stehplatzkarten alle schon im Vorverkauf weggegangen waren, wurde Henner instruiert mir ne Sitzplatzkarte mitzukaufen, was auch tadellos geklappt hat. Dem Rest der mit uns zusammen eingetroffenen Allesfahrern wollte man jedoch zunächst keine Karten für die Hintertortribüne verkaufen, weil angeblich erstmal der andere Sitzplatzblock wegverkauft werden muß. Die sind doch nicht mehr ganz dicht in Bochum. Naja, nach ein paar Diskussionen klappte das dann auch und wir beeilten uns vor der Ankunft des Sonderzugs im Block zu sein, was zum Glück auch klappte.

Dort gab es direkt eine kleine Diskussion mit einem Beamten der Polizei vor Ort, der meinte sinnloserweise mit seinen dreckigen Stiefeln über die Sitzschalen zu latschen - steht man als Fan mal auf dem Sitz wird Stadionverbot angedroht, aber in einem völlig leeren Block drauf rumlatschen, das ist erlaubt - naja, sinnlos sich darüber aufzuregen.

Nach und nach trudelten dann wirklich alle ein, niemand ließ sich dieses Spiel entgehen, zum Glück wurde die Hintertortribüne dann aber doch nicht voll, so daß man freie Platzwahl hatte - unsere eigentlichen Plätze wären nämlich genau neben denen vom U16-Fanclub gewesen und das mu0 ja auch nicht sein.

Zu Beginn sehr ordentliche Stimmung vom Heimmob, Grönemeyer muß man ja nicht mögen, aber als Vereinshymnensänger taugt er schon.

Westkurve Bochum

Auf unserer Seite war der Support ebenfalls durchaus OK und sollte sich noch steigern, dazu später mehr.

Das wir hier sportlich was zu holen haben würden, damit rechneten nur die größten Optimisten, trotzdem war das, was uns heute von den Jungs auf dem Rasen geboten wurde unterste Schublade.

Bochum spielte von Beginn an der Favoritenrolle gerecht werden und es dauerte grad fünf Minuten als Edu mit einem Hammerschuß an die Latte einen ersten Akzent setzte.

Drei Minuten später war es dann auch soweit, 1:0 für Bochum und fast direkt danach die Chance zum Nachlegen für Edu, der kurz darauf wegen einer selten dämlichen Schwalbe erstmal fein Gelb sah - wäre der Schiedsrichter konsequent gewesen, dann hätte Edu früher zum Duschen gemußt - denn trotz der Verwarnung konnte er seine Fallsucht nicht ablegen.

Von der Eintracht kam viel zu wenig, stattdessen erarbeite sich die Heimelf Chancen im Minutentakt, so daß man sich nicht hätte beschweren können, hätte es nach 20 Minuten schon 3:0 gestanden.

Nach einer knappen halben Stunde war es dann soweit, das 2:0 für den VfL - und ausgerechnet durch Edu.

Bis zur Pause änderte sich nichts vom Spiel, so daß es aus Braunschweiger ein einziges Zittern war - völlig undenkbar, daß die Eintracht hier noch was würde reißen können.

In der Pause mußte man sich dann das sinnlose Gehampel von den Stadionettes, den Bochumer Cheerleadern angucken, was wohl auch ein Grund für das von den Bochumern zum Wiedereinlaufen der Mannschaften gezeigte Spruchband “Gegen den modernen Fußball” gewesen sein dürfte.

Gegen den modernen Fussball

Die Stimmung auf beiden Seiten sehr gut, trotz der Niederlage bekam der BTSV einen guten Tifo gebacken, was mich besonders auf Grund der großen Anzahl Sonderzugfahrer positiv überraschte.

Dessen ungeachtet hatte sich auf dem Rasen nicht verändert, die Eintracht stand völlig neben sich am heutigen Tag.

In der 61. Minute dann eine Schlüsselszene, Stucki patzt total, Misimovic ist erneut zur Stelle und es steht 3:0.

Nur gut sechs Minuten später ein weiterer Boch von Stuckmann und 4:0, ganz schlimm.

Kurz später dann auch noch Elfmeter gegen die Eintracht, Edu läuft an, schießt - und Stucki hält - das bringt zwar für das Ergebnis kaum etwas aber für sein Selbstvertrauen hoffentlich eine Menge, nach den zwei vorangegangenen Kapitalfehlern.

Die Bochumer lassen es jetzt ruhig angehen, die Stimmung im Bochumer Block erstaunlicherweise fast verstummt - im Gegensatz zu den Gästeblöcken, wo immer noch bedingungslos supportet wird und auch mehrfach Rauch die Feuerwehr auf den Plan ruft.

Ironischerweise gibt es ja im Ruhrstadion Bandenwerbung vom Feuerwerkshersteller WECO - da muß man doch nicht so ein Aufheben wegen ein paar Gramm Rauchpulver machen…

Nach dem Kick ging es zurück zum Bahnhof, wo man noch die Abfahrt der Wochenendticketfraktion sowie die Bereitstellung des Sonderzuges beobachten konnte, ehe es selbst im Intercity nach Baden zurück ging wo man mit einiger Verspätung gegen 23h00 erschöpft, müde und niedergeschlagen auch ankam.

Heute wurde eins auch dem letzten klar: der Klassenerhalt ist noch nicht geschafft!

VFL BOCHUM: Peter Skov-Jensen - David Pallas (Søren Colding), Marcel Maltritz, Heiko Butscher, Philipp Bönig - Tomasz Zdebel - Daniel Imhof, Dennis Grote - Zvjezdan Misimovic (Dariusz Wosz, 70′) - Tommy Bechmann (Joris van Hout, 70′), Eduardo “Edu” Goncalves. TRAINER: Marcel Koller

BTSV: Thorsten Stuckmann - Torsten Sümnich, Torsten Lieberknecht, Marco Grimm, Jan Tauer - Benjamin Siegert, Patrick Bick, Lars Fuchs (Daniel Graf, 70′) - Martin Hauswald (Torsten Jülich, 46′) - Jürgen Rische (Dustin Heun, 57′), Ahmed Kuru. TRAINER: Michael Krüger

SCHIRI: Ralf Brombacher (Kandern)

TORE: 1:0, 3:0 Zvjezdan Misimovic (9′, 61′), 2:0 Eduardo “Edu” Goncalves (28′), 4:0 Tomasz Zdebel (68′)

ZUSCHAUER: 20.189, darunter beachtliche 2.500 Braunschweiger

RL Süd: Karlsruher SC II - VfB Stuttgart II 3:2 (2:1)

Samstag, 18. März 2006
Karlsruher SC Wildparkstadion Platz 2,
Karlsruhe
VfB Stuttgart

Bei schönstem Frühlingswetter ging es heute mal zu Fuß zum Fußball, um der Komplettierung der Regionalliga Süd einen Schritt näher zu kommen, mußte ja noch der Platz 2 des Wildparkstadions besucht werden, ein Ground, den ich lange vor mir her geschoben habe.

Nun war heute schönes Wetter, ich hatte keine anderweitigen Pläne, also ging es pünktlich zu dem vermeintlichen Haßderby der Zweitvertretungen vom KSC und dem VfB Stuattgart.

Da die VfB-Profis zeitgleich spielten, war von vornherein kein wirklich hitziges Aufeinandertreffen der Fans zu erwarten, nichts desto trotz hoffte ich doch auf eine ordentliche Pöbelei.

Das “Stadion” hinter der Nordkurve des Wildparks ist eigentlich ganz idyllisch, schöner alter Baumbestand, jedoch nicht wirklich regionalligatauglich. Die Gerade besteht aus ein paar Stufen ohne Wellenbrecher und Zaun, überragt von einem schönen Sprecherturm, die eine Hintertorgerade wird durch Bäume dominiert und kann nicht genutzt werden, gegenüber stehen die Zuschauer (heute unter anderem ein kleiner Haufen Phönix Sons) direkt an der Absperrung oder dahinter an der einzigen Bier- und Wurstbude (beides übrigens zu empfehlen, Weizen 0,5l für 2,80€ - da kann man nicht meckern und geschmeckt hat es auch). Auf der Gegengeraden finden sich schließlich vier oder fünf flache Betonstufen. Die eine Hälfte der Gegengerade kann ebenfalls nicht betreten werden während die andere Hälfte komplett eingezäunt ist - ein schlimme Frechheit von Gästekäfig.

Die zunächst beachtlichen drei Awayfans vom VfB - immerhin mit zwei Zaunfahnen - wurden bewacht von der lächerlichen Zahl von nur 18 Ordnern und drei Polizeibeamten, dazu noch Sanitäter und auch im Nebenblock noch ein paar Ordner. Naja, jeder macht sich so gut lächerlich, wie es geht. Immerhin kamen später noch mal vier und dann noch mal zwei Gäste, die jedoch alle für sich in dem großen Käfig standen.

Ich finde, dieses Bild spricht Bände - Regionalliga Süd-Tristesse pur:

Das Spiel begann direkt mit einem Sturmlauf der kleinen Schwaben, der Karlsruher Keeper hatte jedoch keine Probleme, den strammen Distanzschuß zu fangen.

In der achten Spielminute dann erneut Stuttgart mit einer guten Szene, lediglich der Pfosten war für Daniel Bierofka (von den Profis heute im Kader der Zwoten) im Weg.

Im direkten Gegenzug dann ein schneller Konter, und das 1:0 für den KSC, ein sehenswerter Treffer!

Das Spiel entwicklelte sich zu einer durchaus ansehnlichen Regionalligapartie und es ging munter hin und her. Leider ohne jegliche Unterstützung, geschweige denn Gepöbel von den Zuschauern - da war ich doch etwas überrascht und, ja, ich gebe es zu, auch enttäuscht.

In der 17. Minute ein krasser Fehler der Stuttgarter Abwehr, Erich Strobel ließ sich nicht zweimal bitten und schob zum 2:0 für den kleinen KSC ein.

Nur kurz später konnte Stuttgart dann ebenfalls mit einem Heber über den KSC-Keeper punkten, hier sah nun die Karlsruher Abwehr nicht wirklich gut aus.

Fast hätte es noch den Ausgleich gegeben, Bierofka traf jedoch ein zweites Mal nur den Pfosten.

Nach der Pause kam für die Stuttgarter der Ersatzkeeper in die Mannschaft, da sich die nominelle Nummer Eins im Spiel offenbar schwerer verletzt hatte, als vorher angenommen.

Direkt nach Anpfiff wieder Bierofka und wieder an den Pfosten, diesmal sprang der Ball jedoch meiner Ansicht nach vom Innenpfosten hinter die Torlinie, wo er vom Keeper gefangen werden konnte - der Schiri sah das anders, folglich blieb es beim 2:1 für den KSC.

Ohne groß nennenswerten weiteren Aktionen plätscherte das Spiel vor sich hin, war aber durchaus nett anzuschauen.

Leider von den Zuschauern weiter keinerlei Emotion, lediglich einer der drei Stuttgarter krähte ein paar Mal “Karlsruher Arschlöcher” in sein Megafon, was ihm Szenenapplaus einbrachte.

Nach einer Stunde Spielzeit hätte dann der Ausgleich fallen müssen, eine hundertprozentige Chance, der Keeper war bereits überwunden, jedoch erstaunlicherweise knapp am Tor vorbei.

Eine knappe Viertelstunde später war es dann aber nach einem Standard so weit: der Ausgleich für Stuttgart.

Zwei Minuten später die zweite krasse Fehlentscheidung des Schiris, diesmal zu Ungunsten der Karlsruher, als ein Stuttgarter im 16er klar mit der Hand zum Ball geht, der Unparteiische jedoch weiterspielen läßt.

Die Spielzeit war schon fast um, als der Stuttgarter Keeper nach einem Abwehrfehler einen Karlsruher Angreifer fällt - klare Sache: Strafstoß, der auch sicher zum 3:2 für den KSC verwandelt wurde.

Die ersten Minuten wurde das Spiel übrigens noch von Spielern der Reutlinger B-Jugend verfolgt, die direkt im Anschluß an dieses Spiel auf einem weiteren Nebenplatz gegen den KSC-Nachwuchs spielten - ich entschloß mich jedoch auf diesen Groundpunkt zu verzichten und nach zehn Minuten das Weite zu suchen. Man muß sich ja auch nicht jeden Scheiß angucken. Stattdessen ging es durch den Wildpark und Schloßpark wieder per pedes nach Hause.

TORE: 1:0 Kristof Müller (8′), 2:0 Erich Strobel (17′), 2:1 Bernd Nehring (19′), 2:2 Sreto Ristic (74′), 3:2 Sascha Traut (91′, Elfmeter)

ZUSCHAUER: ganze 610, darunter abgezählte sieben Stuttgarter…

UEFA-Cup: Racing Strasbourg - FC Basel 2:2 (1:2)

Donnerstag, 16. März 2006
RC Strasbourg Stade de la Meinau,
Strasbourg, Frankreich
FC Basel

Auch zu diesem Spiel wurde mit der Bahn angereist - von Karlsruhe ja ein Katzensprung.

Am Hauptbahnhof in Strasbourg konnte man noch die Vorbereitung der Staatsmacht für die Ankunft des Hauptmobs der Basler begutachten, ehe der Zug auch schon eintraf und man sich in die Menge mischte und per Straßenbahn zum Stade de la Meinau gefahren wurde.

Dort verdrückte ich mich erstmal aus dem Mob, was auch erstaunlich problemlos gelang, um auf den Rest der Braunschweiger Kollegen zu treffen, die mich auch direkt am McDonalds fanden.

Gemeinsam ging es dann zum Gästeeingang und kurz darauf auch in den Gästeblock (mit einem netten fünf Meter hohen Zaun) - vielen Dank an dieser Stelle an die Freunde aus Basel, die uns mit Tickets für dieses Spiel versorgten!

Das Stadion sollte heute nur zu einem Bruchteil gefüllt werden, die desolate sportliche Situation des RC Strasbourg im Allgemeinen, die 2:0-Vorlage im Hinspiel der Basler im Speziellen und sicherlich auch die frühe Anstoßzeit von 18h00 bewirkte, daß sich nur gut 8.000 Zuschauer im Stadion einfanden, darunter gut ein Viertel aus Basel, unterstützt von Braunschweigern und Mannheimern. Der Heimblock, in dem die Ultra Boys 90 das Sagen haben, war grade einmal zur Hälfte gefüllt.

Zu Spielbeginn gab es von Baslerseite eine Choreographie im gesamten Gästesektor, bestehend aus weißen Pappen und einer Folie mit dem Baslerstab. Die Stimmung bereits phantastisch, unsere schweizer Freunde legten heute einen geilen Support hin!

Die gute Stimmung wurde kurz nach Spielbeginn noch untermauert, da bereits in der 3. Minute Eduardo zum 1:0 für die Eidgenossen traf und damit die Hoffnung auf ein Weiterkommen der Franzosen enorm schwächte.

Zwar traf in der 10. Minute Carlier für die Elsäßer aus einer deutlichen Abseitsposition zum 1:1, jedoch tat das weder dem Spiel noch der Stimmung auf den Rängen des FC Basel Abbruch, auch wenn die Strasbourger nun ihre Chancen witterten.

In der 26. Minute machte erneut Eduardo alles klar, nach einem Paß von Delgado schoß er das 2:1, damit würde der RCS noch vier Tore erzielen müssen, um weiter zu kommen.

Der Schock bei den Elsäßern saß tief, der FCB konzentrierte sich nun mehr auf die Defensive, so daß das Spiel bis zur Pause ohne weitere Höhepunkte auskam - aber auch dies beeinträchtgite die Stimmung im Gästeblock nicht.

Auch in der zweiten Hälfte (die übrigens wieder mit einer Choreographie der Basler eingeläutet wurde) änderte sich nicht viel, Basel ließ den Ball laufen, ohne sich jedoch übermäßig anzustrengen, die Straßburger versuchten halbherzig das Spiel zu drehen, konnten aber auch nicht viel zählbares vorweisen, bis Kanté rund zehn Minuten vor Ende eine Ecke zum 2:2-Ausgleich verwandeln konnte.

Die Elsäßer versuchten in den verbleibenden Minuten zwar noch zornig weitere Treffer zu erzielen, kamen jedoch nicht ernsthaft gegen die abgeklärte Defensive des FC Basel an.

Nach Abpfiff natürlich großer Jubel im Gästesektor, wie schon zu Spielbeginn und zu den Toren wurden einige Fackeln gezündet und ordentlich gefeiert (ob es allerdings besonders schlau ist, zum Anpfiff der 2. Hälfte Leuchtspur in den Anstoßkreis zu schießen, wo sich der RCS auf den Anstoß bereitmachte, ist sicherlich mindestens diskutabel - bei einem Treffer hätte ich mich nicht gewundert, wenn die UEFA Basel vom Wettbewerb ausgeschlossen hätte).

Pyromanie

Nach einer kurzen Blocksperre ging es aus dem Stadion, wo sich auf dem Parkplatz unsere Wege trennten, für mich ging es mit der Straßenbahn wieder zum Bahnhof und von dort per Nahverkehrszug zurück in die deutsche Zivilisation.

Der FC Basel hat mit einer souveränen Leistung in den beiden Achtelfinalspielen, das erste Mal seit 32 Jahren ein UEFA-Cup-Viertelfinale erreicht und wird als nächstes auf den Middlesbrough FC treffen, ehe es im Halbfinale gegebenenfalls gegen den Sieger des rumänischen Derbies Steaua vs. Rapid Bukarest geht.

RC STRASBOURG: Nicolas Puydebois - Yves Deroff, Habib Bellaid, Cédric Kanté, Ahmed ‘Abou’ Moslem - Pascal Johansen, Ricardo Faty, Pontus Farnerud, Arthur Boka - Rudy Carlier, Alexander Farnerud. TRAINER: Jacky Duguépéroux

FC BASEL: Patrick Zuberbühler - Reto Zanni, Boris Smiljanic, Daniel Majstorovic, Bruno Berner (Scott Chipperfield, 79′) - Papa Malick Ba - David Degen, Mladen Petric, Matias Emilio Delgado (Ivan Ergic, 66′), Mile Sterjovski - Eduardo Adelino Da Silva (Baykal Kulaksizoglu, 86′). TRAINER: Christian Gross

SCHIRI: Benquerença (Portugal)

TORE: 0:1, 1:2 Eduardo Adelino Da Silva (3′, 26′), 1:1 Rudy Carlier (10′), Cédric Kanté 2:2 (78′)

ZUSCHAUER: erbärmliche 8.115, aber immerhin gut 2.000 Basler mit Unterstützung aus Mannheim und Braunschweig

BL2: SC Freiburg - BTSV 1:0 (1:0)

Sonntag, 12. März 2006
SC Freiburg Dreisamstadion,
Freiburg
Eintracht Braunschweig

Am Karlsruher Bahnhof traf ich mich zur heutigen Tour mit Didi, mit dem Baden-Württemberg-Ticket ging es zu Zweit ins Breisgau.

Während in Karlsruhe die Sonne schien und bereits sämtlicher Schnee weggeschmolzen war, lag immer mehr von der weißen Scheiße, je weiter wir nach Süden kamen. Pünktlich zur Einfahrt des Zuges in Freiburg fing es dann auch noch zusätzlich an zu schneien.

Mit der Tram gins zum Stadion, wo erstmal die Kneipe aufgesucht wurde, wo nach und nach die üblichen Allesfahrer eintrafen und man sich noch ein wenig vergnügte, bevor es in den Block ging, der heute nur von knapp 150 Braunschweigern bevölkert wurde. Tja, das Dreisamstadion ist halt nicht die AllianzArena…

Das Spiel begann direkt mit einem negativen Paukenschlag - ein Tor für den Gastgeber nach nur gut einer Minute, das hatten wir alle befürchtet und nun mußte mit einer derben Klatsche gerechnet werden.

Braunschweig heute auch wegen der Verletzungssorgen kaum gefährlich - grade eine Chance gab es für die Blau-Gelben durch Rische in der ersten Hälfte.

Die Stimmung bei uns war durchweg sehr gut, trotz oder wegen der geringen Zahl der Mitgereisten. Die Freiburger schafften dagegen das schier Unmögliche und unterboten ihre “Leistung” von dem Pokal-Spiel im Herbst noch und brachten es fertig nicht ein einziges Mal auch nur einen Ansatz von guter Stimmung zu zeigen. Steigt bitte auf, ich hab keine Lust, nochmal in diesen Hexenkessel reisen zu müssen!

Die Ordner und Polizei bei uns im Block mal wieder nett übermotiviert, warum man sich bei vielleicht 100 Leuten im Stehplatzblock provokant auf die Aufgänge stellen muß, wissen die Jungs und Mädels wahrscheinlich selber nicht. Auf jeden Fall machten sie recht dumme Gesichter, wenn man beim Herbsteigen ihnen ein “Aufgänge bitte freihalten” entgegenschmetterte.

Die 2. Hälfte dann eine Kopie der ersten Halbzeit - der SC Freiburg mit den deutlich besseren Spielanlagen, aber ohne Erfolg, Braunschweig fast chancenlos.

So endete das Spiel sportlich sicherlich fair mit 1:0, andererseits - bei so nem Spiel hätte man auch ruhig mal einen unverdienten Punkt mitnehmen können.

Mit der Straßenbahn ging es zurück zum Bahnhof und in überfüllten Zügen zurück nach Karlsruhe.

SC FREIBURG: Alexander Walke - Benjamin Baltes (Lars Hermel, 81′), Sascha Riether, Youssef Wasef Mohamad, Andreas Ibertsberger - Niels Hansen - Jonathan Pitroipa, Dennis Kruppke (Karim Matmour, 54′) - Ibrahim Tanko (Boubacar Diarra, 83′) - Samuel Koejoe, Alexander Iashvili. TRAINER: Volker Finke

BTSV: Thorsten Stuckmann - Benjamin Siegert, Torsten Sümnich, Marco Grimm, Jan Tauer - Patrick Bick, Nermin Celikovic (Lars Fuchs, 65′) - Martin Hauswald, Kosta Rodrigues - Jürgen Rische - Ahmet Kuru (Michał Janicki, 81′). TRAINER: Michael Krüger

SCHIRI: Wolfgang Walz (Pfedelbach)

TORE: 1:0 Samuel Koejoe (2′)

ZUSCHAUER: 12.000, ca. 150 Braunschweiger und vier Basler