Nach den Spielausfällen der vergangenen Wochen und der Überdosis an sinnlosen Testspielen, war ich froh, endlich mal wieder zu einem Pflichtspiel zu fahren. Und dann auch noch nach Basel.
Die Zugfahrt verlief ereignislos, so daß ich kurz vor 19h am Badischen Bahnhof ankam und den bereits wartenden Bus nach St. Jakob bestieg.
Schon am Bus wehten der weihnachtliche Hauch der Schweizer Berggräser zu mir hinüber - ach ja, es ist schon schön bei den Eidgenossen.
Am Stadion erstmal ein Ticket sichern - netterweise wurde ich in der Schlange angesprochen und bekam so mein Billet für 30 statt 40 Franken statt (immerhin rund 6€ gespart) - offenbar haben sich da einige nach der Auslosung zu dieser Zwischenrunde (oder 1/16-Finale) im UEFA-Pokal mit Tickets eingedeckt und wurden vom mangelnden Interesse überrascht.
Insgesamt sollten heute nur 19029 Zuschauer das Spiel sehen - da hätte ich doch deutlich mehr erwartet. Wahrscheinlich sind die Basler alle noch fasenachtsgeschädigt.
Nach einem kurzen Besuch im Fanshop hing ich ein wenig an der Shelle rum - da werden doch Braunschweiger Heimatgefühle wach - ehe ich die Stufen zum Joggeli erklimme.
Kurz bevor das Spiel losgeht beginnt es zu schneien, erdnussdicke Flocken schweben vom Himmel, sieht eigentlich ganz hübsch aus.
Pünktlich 20h30 begann der Kick, diesmal ohne Pyro und auch sonst relativ verhalten von der Muttenzer Kurve.
Das Spiel kann durchaus gefallen, auch wenn es ein paar Minuten dauert, bis Tempo in die Begegnung kommt.
Schon in der dritten Minute ergab sich durch einen von der Strafraumgrenze direkt geschossenen Freistoß die erste hochkarätige Chance für den FCB. Fast im Gegenzug dann ein Angriff der Franzosen (aus dem Stadionprogramm konnte ich lernen, daß Lille erst seit relativ kurzer Zeit französisch ist - Fußball bildet), den Zubi gerade noch zur Ecke klären konnte.
Danach tat sich zunächst auf beiden Seiten nicht mehr viel.
In der 20. Minute hadern die Heimfans mit einer Entscheidung des bulgarischen Schiedsrichters und belegen ihn mit “Hoyzer, Hoyzer”-Rufen - auch bei unserem südlichen Nachbarn ist die Sportwettenaffäre nicht unbemerkt geblieben.
Nach 35 Minuten gab es dann aber wieder eine ganze Stafette an tollen Chancen für die Basler sowie die beste Chance für Lille: ein Fernschuß ging am Außenpfosten vorbei - da hat kein Blatt Papier mehr dazwischen gepaßt.
Der FCB hatte im folgenden großes Glück: ein Ball sprang Marco Zwyssig im eigenen Strafraum an die Hand, was der Schiri zum Glück nicht gesehen hat. War zwar sicher keine Absicht, aber Strafstoß hätte man wohl geben können.
Kurz darauf in der 41. Minute jedoch eine ähnliche Situation, die ebenfalls nicht geahndet wurde: der Torwart der Franzosen setzte außerhalb des Strafraums Hand ein.
Kurz vor Ende der ersten Hälfte ging ein Schuß von Reto Zanni nur ans Außennetz des Gastes - dieses Tor wäre unheimlich wichtig gewesen!
Nach dem Pausenpfiff wurde der Schiri mit Pfiffen und schlimmen Wörtern belegt, Gegenstände flogen jedoch keine (obwohl der Spielertunnel ja in Wurfweite ist).
In der 50. Minute gab es erneut eine phantastische Chance für den FC Basel, welche jedoch vom OSC-Keeper zunichte gemacht wird.
Im Folgenden wird Basel immer stärker und sucht aggresiv die Führung, was sich in weiteren Chancen in der 60. und 65. Minute auswirkt.
Sylva im Tor vom OSC hält aber alles und beeidruckt durch seine Reaktionen.
In der 88. Minute wurde erneut mit dem Unparteiischen gehadert, da er dem FC Basel einen Strafstoß verwehrte.
Kurz vor Ende der regulären Spielzeit kam auch OSC Lille nochmal zu einer Chance, der Ball flog jedoch knapp über der Latte in die Zuschauer auf der Gellertkurve.
Nach einer kurzen Nachspielzeit pfiff der Schiri das Spiel mit einem torlosen Remis ab, für Basel wird es dementsprechend nächste Woche beim Rückspiel in Lille schwer, naja, aber wenigstens kein Tor kassiert.
Und für mich geht mal wieder eine Serie von Matches ohne 0:0 zu Ende - in dieser Saison ist wirklich der Wurm drin: dies war mittlerweile die längste Serien von immerhin 16 Spielen, aber auch schon mein siebtes 0:0…
Mit dem Bus ging es zurück zum Badischen Bahnhof und nach kurzer Wartezeit mit dem ICE heim nach Karlsruhe.
FC BASEL: Zuberbühler, Kléber, Zwyssig, Müller, Degen P, Zanni (Sterjovski, 71′), Huggel, Chippy, Rossi, Gimenez (Petric, 83′), Carignano. Trainer: Christian Gross
OSC LILLE: Sylva, Debuchy (Cabaye, 75′), Tavlaridis, Moussilou (Odemwingie, 75′), Brunel, Bodmer, Tafforeau, Chalmé, Vitakic, Angwbwa, Dumont. Trainer: Claude Puel
SCHIEDSRICHTER: Genov, BUL
ZUSCHAUER: 19.092, davon ca. 100 aus Lille