Archiv für März 2005

RL Süd: Kickers Offenbach - Sportfreunde Siegen 1:1 (1:0)

Donnerstag, 31. März 2005

Direkt von der Arbeit ging es mit ein paar Bierchen per ICE nach Frankfurt, wo ich mit ein paar Recken der Blutgrätsche zu einem vereinsübergreifenden Fußballabend verabredet war.

Mit Schalker Jupp und der Rostocker Andi plus einem Kollegen ging es dann per S-Bahn nach Offenbach-Ost - wo vom BVB noch Yvonne zu uns stieß und wir im Stadion auf Andreas - der einzige Siegener dieser Equipe - trafen.

Das Spiel wurde live im Fernsehen gezeigt trotzdem war der Bieberer Berg gut gefüllt.

Mein letzter Besuch liegt ja schon ein paar Jährchen zurück, mittlerweile ist die Stahlrohrtribüne im Awaysektor wieder benutzbar gemacht worden - die sah damals noch deutlich abenteuerlicher aus.

Das Spiel startete unter interessanten Vorzeichen: der Erste gegen den überraschenden Zweiten der Regionalliga Süd - kann also gut sein, daß ich in der nächsten Saison beide Teams mit der Eintracht wiedersehe.

Von beiden Fanlagern kam gute Stimmung rüber, zu Beginn gabs auf OFC-Seite ein paar verhaltene Bengalen - ist halt alles nicht mehr so wie früher, wo der Berg regelmäßig brannte.

Das Spiel begann mit gegenseitigem Abtasten der Teams, beide Defensivabteilungen standen sicher, so daß Torchancen Mangelware waren.

In der 20. Minute ein gefährlicher Freistoß für den OFC und ein Abwehrfehler vom OFC-Keeper in der 35. Minute, den die Sportfreunde aber nicht ausnutzen konnten, waren die nennenswertesten Szenen, bevor es nur eine Minute später im Gehäuse der Siegerländer klingelte - in direkter Freistoß aus rund 20m.

Den Hauptteil des Spiels wurde natürlich mit Labern verbracht. Und mit dem Versuch alkoholhaltige Getränke zu bekommen - das ausgeschenkte Bier war bleifrei, blieb also nur gespritzer (also verdünnter) Äppelwoi. Das war wenig zweitligatauglich.

Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste mit einer Abwehrschlacht auf beiden Seiten, Siegen drängte auf den Ausgleich, kam aber nicht aus dem Mittelfeld weiter.

Eine Viertelstunde vor Schluß dann doch noch der Ausgleich, nach einer Flanke konnte Helmes das Tor erzielen, das auch der schiedlich-friedliche Endstand dieser Partie war.

Für uns ging es nun mit dem PKW zurück nach Frankfurt, wo ich meinen ICE nach Karlsruhe enterte und gegen 01h00 endlich im Bett lag.

OFC: Cesar Thier - Christian Müller, Lars Weißenfeldt, Markus Happe, Bastian Pinske - Christian Pospischil (Alf Mintzel, 78′), Laszlo Kanyuk, Stefan Sieger, Thorsten Judt - Suat Türker (Ole Budtz, 78′), Sasa Ciric (Sascha Gies, 67′). TRAINER: Hans-Jürgen Boysen

SPORTFREUNDE SIEGEN: Adnan Masic - Marco Stark, Cem Islamoglu, Harri Ylönen (Nils Döring, 72′) - Björn Weikl, Peter Nemeth, Robert Vujevic, Patrick Dama - Patrick Helmes, Ralf Schmitt (Til Bettenstaedt, 78′), Andreas Nauroth. TRAINER: Ralf Loose

SCHIRI: Günter Perl (München)

TORE: 1:0 Laszlo Kanyuk (37′), 1:1 Patrick Helmes (76′)

ZUSCHAUER: 9431, davon etwa 500 Siegener

OL BaWü: VfR Mannheim - 1. FC Normannia Gmünd 1:2 (0:1)

Dienstag, 29. März 2005

Das Spiel hatte ich eigentlich schon abgehakt, entschloß mich aber am nachmittag im Büro doch spontan, abends nach Mannheim zu fahren, um dort im Rhein-Neckar-Stadion das Oberligamatch VfR gegen Normannia Gmünd zu besuchen.

Das Stadion liegt direkt im Schatten des neugebauten Carl-Benz-Stadions wo der SV Waldhof seine Spiele austrägt und verfügt über eine kleine Sitztribüne, die unter dem Dach über Sitzschalen, an den Seiten jedoch nur über verottete Holzbänke verfügt.
Auf der Gegengeraden befindet sich eine höhere Stehtribüne, fein säuberlich nach Heim- und Gästefans getrennt, ansonsten war es das mit nennenswertem Ausbau.

Im Heimblock hatte sich eine handvoll VfR-Fans versammelt, die zu Beginn ein paar Wunderkerzen und Bengalische Lichter abbrannten, der Gästeanhang postierte sich dagegen unter dem Dach und nervte das ganze Spiel über mit extrem lauten Ratschen. Das war leider der einzige Support und auch völlig unabhängig von der Spielsituation. Immerhin darf man ihnen einen beinahe 90-minütigen Dauersupport zu Gute halten.

Das Spiel hatte kaum begonnen, da stand es auch schon 0:1 nach einer schönen Aktion der Gmünder.

Der Gast war in allen Belangen stärker, der VfR rannte nur hinterher. Wenn die Normannia nicht die zahlreichen Chancen zum Ausbau der Führung vergeigt hätte, es hätte gut und gerne 4:0 zu Halbzeit stehen können.

Pünktlich zum Wiederanpfiff setzte der Regen ein, so daß ich mich nunmehr unter dem Dach postierte und mit einen Tinnitus von dem vielleicht 10-köpfigen Gmündanhang (vor allem Frauen um die 30) holte.

Der Trainer vom VfR zeigte Risikobereitschaft und brachte einen weiteren Stürmer und kam auch besser ins Spiel. Es sprang aber weiter nichts zählbares heraus. Im Gegenteil: um ein Haar hätte sich der VfR in der 71. das Ei selbst noch ins Nest gelegt, ein verunglückter Rettungsschuß ging nur knapp neben den Pfosten

Derweil wurde der Regen immer stärker, es schüttete wie aus Kübeln.

In der 76. Minute flog dann der Rasenspieler Bachiri (vorher schon wegen Meckerns verwarnt) nach einer dummen Aktion mit gelb-rot vom Platz.

Nur sechs Minuten später waren die Hausherren nur noch mit acht Feldspielern auf dem Platz, als Schöfthaler nach einer Notbremse am alleine davonalleinden Kretschmer die rote Karte sah. Immerhin konnte der Mannheimer Keeper den Elfmeter von Mangold halten, so daß es zunächst beim 0:1 blieb.

Kurze Zeit später konnte Normannia jedoch aus der Feldüberlegenheit Erfolg verbuchen und zum 0:2 erhöhen.

In der 89. Minute kam Mannheim durch einen verwandelten Foulelfmeter noch auf 1:2 ran, aber konnte in den verbleibenen Minuten keinen Punkt mehr entführen, was auch denkbar unverdient gewesen wäre.

TORE: 0:1 Christoph Kunze (4′), 0:2 Giuseppe Iorfida (85′), 1:2 Yüksel Ekiz (89′, Foulelfmeter)

ZUSCHAUER: 400

Südbadenpokal (Halbfinale): SC Freiburg (A) - Freiburger FC 1:0 (0:0)

Montag, 28. März 2005

Ursprünglich war es eher eine Schnapsidee, zu diesem Spiel anzureisen, aber dank des fetten Benz düste ich morgens aus Goslar gen Süden und war in rekordverdächtigen 3h20 schon in Karlsruhe, kurz die Klamotten aus dem Wagen geworfen und weiter nach Freiburg.

Hier fand heute das Halbfinale im Südbadenpokal statt, die Amas von SC Freiburg traten gegen den Verbandsligisten Freiburger FC an.

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten kicker-Sonderhefte - beide Freiburger Clubs waren in der zweiten Liga vertreten und der FFC die klare Nummer 1 in der Stadt. Nun, diese Zeiten sind lange vorbei, mittlerweile spielt selbst die Reserve vom SC höherklassiger.

Zu allem Überfluß musste der FFC auch noch vor einigen Jahren aus der alten Wirkungsstätte - dem Möslestadion - ausziehen, wo sich der SC Freiburg nun eingenistet hat und seine Sportschule betreibt. Der FFC spielt mittlerweile im Schönebergstadion des Blau-Weiß Wiehre.

1907 wurde der FFC zehn Jahre nach seiner Gründung Deutscher Fußballmeister, auch die folgenden Jahre waren sehr erfolgreich.
Nach dem zweiten Weltkrieg kam man aber nicht mehr so richtig in Gang, Zweitklassigkeit war angesagt. 1974 mußte dann sogar der Gang in die Drittklassigkeit angetreten werden, aus der sich der FFC aber 1977 wieder herauskämpfen konnte.
1982 hieß es Abschied nehmen vom bezahlten Fußball, der Abstieg in die Oberliga erfolgte, aus der man nicht wieder nach oben kam (1985 scheiterte der FFC in der Aufstiegsrunde am VfR Bürstadt und dem FC Homburg aus Hessen bzw. Südwest).
1990 dann der nächste Rückschlag - Abstieg in die Viertklassigkeit, was 1999 noch durch den Abstieg in die Landesliga getoppt wird.
Der totale Umbruch erfolgt, der Verein verläßt das Mösle und schafft auf Anhieb die Rückkehr in die Verbandsliga, wo der Verein heute noch kickt und sich momentan auf Platz 5 jedoch mit 23 Punkten Rückstand auf Platz 1 wiederfindet.

Bei schönem Wetter war der Ground schnell erreicht und stand der
obligatorische Stadionrundgang an. Eine sehenswerte zweistöckige
Haupttribüne und Stehränge ringsum lassen erahnen, dass hier früher höherklassiger Fußball gespielt wurde. Bis zu 25.000 Zuschauer besuchten damals das Mösle.

Heute waren nur etwa 1.000 Freiburger hier, zusammengesetzt aus jeder Menge SC-Kinder, ein paar Ultras, sowie ziemlich vieler FFC-Fans (offenbar unterstützt von 08 Villingen-Anhängern).

Zu Beginn konnten die Anhänger des FFC mit (teils farbigem) Rauch und einigen Bengalos aufwarten, die Heimfans hatten immerhin ein paar Zaunfahnen dabei.

Auf den Rängen entwickelte sich ein nettes Gesangsduell: “Ihr seid ein Volk ohne Heimat” hörte man von den einen, “Eure Eltern geh’n zum FFC” und “Ihr wart noch die Deutscher Meister” von den anderen.

Besonders schön auch der Volker Finke-Support von beiden: die FFC-Fans sangen “Volker Finke, Du bist der beste Mann”, worauf die SC-Anhänger mit “Ihr habt bezahlt, Ihr könnt ihn haben” antworteten, was wiederum die Reaktion “Ihr seid die Kinder vom Finke” hervorrief.

Das Spiel begann recht ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für den SC. Der FFC kam aber durch Konter auch zu einigen Möglichkeiten. Generell läßt sich sagen, daß das Spiel durchaus schön anzuschauen war.

Nach der Pause ging der SC durch einen Abwehrfehler nach einem Freistoß mit 1:0 in Führung.

Der FC kämpfte noch um den Ausgleich, ohne sich jedoch nennenswerte Chancen zu erarbeiten.

Insgesamt eine hochklassige Partie mit einem leider verdienten Sieger, die Rückkehr des FFC ins Mösle läßt sich jedenfalls nur als Achtungserfolg werten.

Der SC trifft vorraussichtlich am 5. Mai im Finale auf den Sieger der Partie SC Pfullendorf-FC 08 Villingen.

SC FREIBURG (A): D. Wohlfarth - Oswald, Fall, Kaufmann, Coulibaly - Esposito (Saggiomo, 58′), Borrozzino, Matmour - Amadi (Matter, 77′), Ampomah, S. Wohlfarth

FREIBURGER FC: Winski - Olveira, von Au, Roth, Kluge - Wünsche, Filipe, De Min (Ay, 65′) - Cinadere (Frei, 52′), Bekid, Christ

TOR: 1:0 Adam Fall (68′)

ZUSCHAUER: 1.000

RL Nord: BTSV - KFC Uerdingen 2:0 (2:0)

Samstag, 26. März 2005

Relativ zeitig ging es per Bahn von Goslar heute nach Braunschweig, da mich Henner vom Bahnhof abholen wollte und wir in Wenden noch schnell ein Bierchen trinken wollten, bevor es per Straßenbahn zum Ground gehen sollte.

Kurz vor Spielbeginn waren wir dann auch dort und mit uns noch zwölfeinhalbtausend Unentwegte. Aus Krefeld waren vielleicht 50 Leute angereist.

Zu Beginn gab es im Block 9 eine schöne Fahnen- und Doppelhalterparade zu bewundern.

Das Spiel begann durchaus ansehnlich - Torfabrik Kuru profitierte von einem Fehler der Krefelder Abwehr bereits nach acht Minuten und erzielte das 1:0. Na also Ahmed, geht doch noch mit dem Tore schießen.

In der 20. Minute konnte Kuru sogar noch einen draufsetzen, als er eine Flanke von Daniel Graf in die Maschen des Uerdinger Keepers bolzte. Das war dann heute sein 16. und 17. Saisontor!

Das war es dann aber auch an schönem Spiel, so daß die Zeit zu großen Teilen mit Labern und der Planung zukünftiger Touren vertan wurde.

Die Eintracht konnte durch diesen enorm wichtigen Sieg die Tabellenführung zurückerlangen und vor allem weitere Punkte gegen den Nichtaufstieg sammeln.

BTSV: Thorsten Stuckmann - Benjamin Siegert (Thorsten Sümnich, 76′), Martin Amedick, Marco Grimm, Kosta Rodrigues - Daniel Graf, Torsten Jülich, Patrick Bick, Lars Fuchs (Denni Patschinsky, 80′) - Nermin Celikovic (Jürgen Rische, 76′), Ahmed Kuru. TRAINER: Michael Krüger

KFC UERDINGEN 05: Toni Tapalovic - Michael Kniat, Erdal Eraslan, Benny Evers, Markus Ehrhard - Jörg Scherbe, Chrissovalantis Anagnostou, Benjamin Baltes, Danny Thönes (Mehmet Yesil, 66′) - Ilia Gruev (Markus Wersching, 58′) - Dustin Heun. TRAINER: Wolfgang Maes

SCHIEDSRICHTER: Lutz-Michael Fröhlich (Berlin)

TORE: 1:0, 2:0 Ahmed Kuru (8′, 20′)

ZUSCHAUER: 12.500, davon 50 aus Krefeld

Testkick: Hertha BSC Berlin - IF Vålerenga 1:1 (0:0)

Freitag, 25. März 2005

…dank des Feiertags verlief die Fahrt quer durch Berlin und vorbei an neuralgischen Punkten wie Pariser Platz und Unter den Linden problemlos, so daß wir kurz nach 16.00h am Olympiastadion angekommen waren. Uli hatte sich netterweise vorher informiert, daß nur ein Zugang geöffnet sein würde, so daß auch dadurch keine Zeit verloren ging.
Also schnell semi-legal geparkt und hinter dem Maifeld an Pferdeställen vorbei zum neugebauten Amateurground.

Eine flache Sitztribüne sowie Betonstufen prägen das Bild. Nix tolles aber für die Amas sicherlich ein Klasseground.

Meiner Eintracht ist es ja leider nicht vergönnt, dort zu spielen, stattdessen geht’s für uns schon am kommenden Samstag in die Stasiarena.

Daher war ich natürlich auch nicht unglücklich, daß sich diese Chance bot, den letzten Ground der Regionalliga Nord mit einem halbwegs sinnigen Spiel zu haken.

Der norwegische Vizemeister - trainiert vom früheren Hertha-Profi Rekdal - war zu einem Trainingslager in der Hauptstadt.

Die Osloer waren die klar bessere Mannschaft und konnten sich zahlreiche gute Chancen erarbeiten. Beide Teams gingen kräftig zur Sache - nix mit Freundschaftsspiel.

In der Pause konnte man erstmal ein paar Jugendteams bewundern, die geschlossen den Ground enterten, darunter der TSV 1860, der SV Wehen und zu meinem Abscheu der VfL Wolfsburg.
Wie ich später erfuhr, war das Deutschlandfinale des Nike-Premier-Cups der Grund, dessen Gewinnerteam nach Hongkong fliegen würde. Die C-Jugend der Dortmunder Borussia hat das übrigens geschafft, indem im Finale der VfL Bochum besiegt wurde.

Knappe zehn Minuten nach Anpfiff der zweiten Hälfte konnte Gashi aus 20m das 1:0 für die Gäste erzielen.

Kurz vor Schluß erzielte der neu ins Spiel gekommene Däne Cagara aber den letztendlich verdienten Ausgleich für die Gäste.

Nach dem Kick brachte ich noch schnell Uli nach Hause ehe ich in neuer Rekordzeit die A2 nach Braunschweig entlangdüste.

HERTHA BSC BERLIN: Fiedler (Semghoun, 73′) - Schumann (Cagara, 78′), van Burik, Madlung - ‘Zecke’ Neuendorf, Dardai, Marx, Marcelinho, Reina - Bobic (Okoronkwo, 46′), Rafael. TRAINER: Falko Götz

IF VÅLERENGA OSLO: Bolthof - Muri, dos Santos, Hulsker - Ishizaki, Holm, Hovi, Gashi - Iversen, Johnsen (Stromnes, 46′), Berre (Forsund, 46′). TRAINER: Kjetil Rekdal

TORE: 0:1 Ardian Gashi (53′), 1:1 Dennis Cagara (89′)

SCHIEDSRICHTER: Christian Schößling

ZUSCHAUER: 2.500, keine Norweger, jede Menge Jugendmannschaften

OL NO-Nord: BFC Dynamo - Energie Cottbus (A) 0:1 (0:1)

Freitag, 25. März 2005

Bereits am Abend vorher verabredete ich mich mit Uli in Berlin zu den Spielen BFC-Cottbus Amas und Hertha-Vålerenga. Philip konnte ich leider nicht zu beiden Kicks überreden, er zog es vor, direkt mit einigen weiteren Kollegen der Braunschweiger Ultras zum Spiel der Dynamos anzureisen.

Bei bestem Wetter verlief die Anreise unspektakulär, so daß ich gegen zwölf Uli in Friedenau abholen konnte.

Durch authentische DDR-Gebiete ging es zum Sportforum Hohenschönhausen.

Der BFC hat ja grad erreicht, daß auch die Meisterschaften im Osten anerkannt werden und sie daher nun - wie die Bayern - drei Sterne auf der Brust tragen dürfen.
Am Abend vorher war jedenfalls wohl fett Party angesagt und heute sollte das erste Spiel mit den Sternen stattfinden.

Es hatten sich auch schon einige Zuschauer an den Kassen versammelt, so daß man doch einige Minuten warten mußte, bevor man sein heißbegehrtes Ticket in der Hand halten konnte.

Aus Cottbus waren etwa 50 Supporters mitgereist, die auch zunächst die einzigen waren, die Stimmung machten. Da hatte ich mir vom BFC doch erheblich mehr versprochen.

Immerhin gab es eine deutliche Sprache, meckern können sie gut. Der schönste Spruch galt aber dem Gästetrainer, als er einen Schritt aus der Coachingzone machte: “Geh zurück in Deine Zone!” - ich hab herzlich gelacht.

Ansonsten gab es noch einen netten Gesang “Schiri, wir wissen, wo Du Kaffee trinks! Im Café King, im Café King!” - hat hier ja auch einen schönen lokalen Bezug.

Das Spiel war ausgesprochen schwach, aber mit labern verging die Zeit wie im Flug, nur unterbrochen durch das Tor der Buskotzer zum 1:0 in der 38. Minute.

Kurz vor Schluß ging es für Uli und mich aus dem Stadion, wir wollten ja noch ein Spiel im Westen sehen…

ZUSCHAUER: 1150, davon 50 aus Cottbus.

TORE: 0:1 (Thorsten Mattuschka, 38′)

Hessenpokal: VfB Marburg - SV Bernbach 2:4 n.E. (0:0 n.V.)

Donnerstag, 24. März 2005

Da sich bereits am Vormittag kein Platz im Zug mehr reservieren ließ (trotz Comfort-Status), entschloß ich mich gegen die Reise mit der Deutschen Bahn und für einen Mietwagen.
Offenbar wollte Sixt mir was gutes tun und gaben mir statt des georderten Golfs eine fette E-Klasse.

Relativ spontan entschied ich mich, daß dann noch ein Spiel auf dem Weg geschaut werden könnte - meine Wahl fiel auf das Hessenpokal-Achtelfinale zwischen den beiden Oberliga-Konkurrenten VfB Marburg und SV Bernbach. Gerade fünf Tage war es her, daß beide Mannschaften in Bernbach im Punktspiel gegeneinander antraten. Der SVB behielt da mit 2:1 die Oberhand.

Das Stadion an der Gisselberger Straße in Marburg war schnell und problemlos gefunden, ein Ground mit einer winzigen Tribüne mit einhundert Schalensitzen und ansonsten ein paar Betonstufen.

Das Spiel selbst war gar nicht so schlecht, da hatte ich doch schlechteres erwartet und nach dem Kick in Pirmasens war ich auch glücklich, mal wieder eine ausgesprochen souveräne Schiedsrichterleistung sehen zu können.

Beiden Mannschaften fehlte der Drang zum Tor, während im Mittelfeld meist gute Spielzüge zu beobachten waren, waren Torszenen Mangelware.

Ein Wiedersehen gab es für mich mit Tobias Oteng-Mensah, der ‘99 von Reinhold Fanz nach Braunschweig geholt wurde und sich dort nie richtig durchsetzen konnte. Leider wurde er früh ausgewechselt, konnte aber auch bis dahin keine Akzente setzen.

Es dauerte bis kurz vor Schluß der regulären Spielzeit bevor Marburg durch einen Volleyschuß von Daniel Beck beinahe einen Last-Minute-Treffer erzielte.

So hieß es also Verlängerung, was mir nicht so paßte. Erstens mal wieder ein 0:0 (nach regulärer Spielzeit), schon das achte in dieser Saison, außerdem war ich doch ziemlich müde und wollte nach Hause.

Aber ich wurde auch in den kommenden dreißig Minuten nicht erlöst sondern mußte noch auf das Elfmeterschießen warten.

Der Stadionsprecher gab derweil verbalen Müll von sich, mein Favorit: “Der Noch-Bürgermeister von Marburg ißt eine Wurst”.

Ca. 150 Zuschauer harrten der Dinge, Stimmung gab es überhaupt keine und Gästefans waren auch nicht auszumachen.

Im Elfmeterschießen trat zuerst die Heimmannschaft an und konnte durch die Nummer 12 zum 1:0 vorlegen, Bernbachs Nr. 5 gleicht aus.
Der schlechtplatzierte zweite Elfer durch Marburgs Alex Kurylenko wird von Bernbachs Keeper Rohrbach gehalten, so daß Bernbach durch die Nummer 9 mit 2:1 in Führung geht.
Den dritten Elfer setzt Jakup Aljija neben den Kasten, Bernbach erhöht durch die Nummer 12.
Marburg erzielt durch die Nummer 2 den Ehrentreffer zum 3:2, bevor Bernbachs Nr. 14 den entscheidenen 4:2 Endstand herstellt.

Der SV Bernbach trifft damit im Viertelfinale auf den Landesligisten FSV Steinbach.

ZUSCHAUER: 150, keine aus Bernbach