Archiv für Juli 2006

Super League: FC St. Gallen - FC Basel 3:2 (2:0)

Montag, 31. Juli 2006
FC St. Gallen Espenmoos,
St. Gallen, Schweiz
FC Basel

Mit ein paar Jungs (und auch zwei Mädels) aus Braunschweig sollte es in die Ostschweiz gehen, um dort die Freunde des FC Basel zu unterstützen.
Der 9er-Bus machte sich am Vorabend auf den Weg (nachdem das erfolgreiche Fanturnier der Ultras Braunschweig beendet war) und man sammelte mich gegen halb eins morgens am Bahnhof in Karlsruhe ein.

Zunächst ging die Fahrt nach Lindau am Bodensee, da der Wunsch geäußert wurde, “noch schwimmen zu gehen” - erwartungsgemäß wurde Lindau morgens um drei erreicht, außer einer Tanke hatte nichts offen, immerhin konnte dort ein Fußball abgestaubt werden. Leider konnte uns die freundliche Dame auch nicht verraten, wo man denn nun am besten an den See käme.

Nun denn, mal in den Stadtplan geschaut und das Strandbad entdeckt, welches auch das nächste Ziel unserer Tour wurde. Erstaunlicherweise standen wir dort vor verschlossenen Türen (morgens um vier, wo gibts denn sowas?), so daß man sich erstmal mehr oder weniger bequem der Augenpflege hingab - die anderen jedenfalls, ich konnte nämlich dummerweise nicht pennen.

Nach ein paar unbequemen Stunden machte man sich dann erstmal auf den Weg, fand eine Bucht, wo man - wenn man gewollt hätte - hätte Baden können, entschied sich dann aber erstmal für ein Frühstück beim Schotten.

Irgendwie wurde langsam auch gehypert, also gings immer noch viel zu früh via Bregenz in die Schweiz (vignettenlos, geht über die Landstraße perfekt: von Lindau nach Bregenz, dann am Bodenseeufer entlang in die Schweiz, den Rhein noch überquert und in Rorschach Richtung Süden nach St. Gallen).

Natürlich viel zu früh wurde dann das Espenmoos erreicht, was uns immerhin die Chance gab, den perfekten Parkplatz einzunehmen und ein wenig am Stadion rumzustromern.

Immerhin war noch völlig unklar, wie und wo man in den Ground kommen sollte - durch die Registrierungspflicht hätte es nur in Basel Gästekarten gegeben, dies wurde jedoch komplett boykottiert, so daß quasi alle Basler (und auch wir) ticketlos anreisten. Plan war es, einen neutralen Block zu entern, falls der Gästesektor tatsächlich nicht zugänglich ist - aber auch ein Stürmen des Stadions stand im Raum.

Während der Rest unserer Busbesatzung in die City ging, nutzte ich die Zeit, tatsächlich mal für ein oder zwei Stündchen zu schlafen - sehr begrüßt!

Nachdem ich ausgeschlafen (naja) hatte und die anderen mit Frischgeld und gesättigt wieder zurück waren, ging es zum Bahnhof, wo der Zug aus Basel erwartet werden sollte - dessen Ankunft dann auch nur knappe zwei Stunden später war, so daß doch übel rumgelungert wurde.

Das Warten hat sich aber gelohnt, die Ankunft war schon ein schönes Spektakel (das fast bös geendet hätte, als ein Basler Kamerad während des Einfahrens aus dem Fenster sprang und das Gleichgewicht verlor - hat nicht viel gefehlt und er wäre unter den noch ziemlich schnell rollenden Zug gestürzt).

Nach dem Begrüßen der Kameraden ging es dann geschlossen zum Stadion und dort auch direkt in den Gästeblock (was jedoch ewig dauern sollte - bei gefühlten 60° in der Sonne keine Freude). Immerhin gabs keinerlei Streß, ich bekam mein ermäßigtes Ticket anstandslos und konnte den Ground also problemlos entern.

Das Espenmoos verfügt über eine recht eigenartige Haupttribünenkonstruktion, die eher nach Konzertmuschel aussieht. Die Gegentribüne könnte man sogar zweistöckig nennen, unten sind ein paar Stufen, oben ein paar Sitzreihen, naja, aber alles recht übersichtlich.
Der Heimblock befindet sich auf der Hintertorseite, gegenüber der recht desolate Gästeblock, der aus einer gammeligen Stahlrohrtribüne besteht, die zur Hälfte bestuhlt ist. Die stehenden Gäste sind die einzigen im Stadion, die kein Dach über dem Kopf haben, was beim heutigen Wetter nicht wirklich toll war und auch zu dem ein oder anderen Sonnenbrand geführt haben mag.

Bis zum Anpfiff unterhielt man sich mit den Kollegen aus Basel, vor allem darüber, wie es jetzt (also nach dem 13.5.) in der Szene weitergehen würde.

Um 16h00 begann dann endlich das Spiel, die Heimfans zeigten eine nette Choreographie aus am Dach befestigten Folien mit dem Thema “Saint City” (eine Anspielung auf den Film “Sin City”), auf Basler Seite beschränkte man sich auf ein paar Bengalos und das Präsentieren diverser Spruchbänder gegen die Registrierungspflicht und Fanpass. Auch auf St. Gallener Seite gab es im späteren Verlauf zu diesem Thema noch zwei Spruchbänder, da die gesamte Schweizer Szene in dieser Frage einig ist.

Basel kam direkt mit einer Superchance von Chipperfield ins Spiel, die leider nicht verwandelt wurde. Das Heimteam übernahm im Anschluß immer mehr die Kontrolle und erzielte nach nur acht Minuten das 1:0.

Nun wirkte Basel zwar stärker, kam aber zu keinen nennenswerten Möglichkeiten, wohingegen St. Gallen noch vor dem Pausenpfiff durch die Schiedsrichterin (ziemlich desolate Leistung, jedoch auf beiden Seiten) das 2:0 erzielen konnte, erneut durch Aguirre.

Die Stimmung bei den Heimfans übrigens überraschend gut, das hatte ich nicht erwartet. Gutes Gehüpfe von einem Großteil der Tribüne, sehr homogenes Klatschen und auch sonst ordentlicher Support.

Auf Basler Seite war heute auch auf den Rängen eher der Wurm drin, vielleicht lag es an der Hitze, ich weiß es nicht.

Kurz nach Wiederanpfiff konnte Petric den Anschlußtreffer erzielen und ich hatte die Hoffnung, daß dies die Initialzündung für den FCB sei. Schade, war doch nur ein Strohfeuer, denn Aguirre schoß nur kurz später sein drittes Tor für den FC St. Gallen in dieser Partie.

Der FC Basel ließ leider häufig den Kampfgeist vermissen, verlorenen Bällen wurde nicht nachgesetzt und auch im Zweikampfverhalten ging man eher verhalten zur Sache.

Rund fünf Minuten vor Schluß kam Basel dann zwar nochmal auf 3:2 heran und man merkte nun auch, daß gekämpft wurde, letztendlich blieb es aber bei der ärgerlichen aber verdienten Niederlage in St. Gallen.

Wir begleiteten unsere Basler Freunde noch zum Bahnhof und machten uns dann auf den Weg zurück nach Deutschland, wo man mich rund 24 Stunden nach dem Einsammeln auch wieder in Karlsruhe absetzte und der Rest noch den Ritt nach Braunschweig vor sich hatten.

FC ST. GALLEN: Stefano Razzetti - Pascal Cerrone, Jiri Koubsky, Juan Pablo Garat (Philippe Montandon, 19′), Marc Zellweger - Marcos Gelabert (Samir Kozarac, 86′), Francesco Di Iorio, Jürgen Gjasula, David Marazzi - Francisco Aguirre (Philipp Muntwiler, 78′), Alexander Tachie Mensah. TRAINER: Rolf Fringer

FC BASEL: Franco Costanzo - Reto Zanni, Koji Nakata, Daniel Majstorovic, Bruno Berner (Ivan Rakitic, 56′) - Franz Burgmeier (Papa Malick Ba, 76′), Ivan Ergic - Scott Chipperfield, Zdravko Kuzmanovic - Mladen Petric, Eduardo Adelino Da Silva (Mile Sterjovski, 27′). TRAINER: Christian Gross

SCHIRI: Nicole Petignat

TORE: 1:0, 2:0, 3:1 Francisco Aguirre (8′, 44′, 52′), 2:1 Mladen Petric (49′), 3:2 Ivan Ergic (86′)

ZUSCHAUER: 10.000, darunter gut 1.000 Basler und acht Braunschweiger

SBFV-Pokal: SV Linx - VfB Bühl 4:1 (3:1)

Samstag, 29. Juli 2006
SV Linx Hölzelstadion, Rheinau-Linx VfB Bühl

Da nichts besseres anstand, ging es heute ins nördliche Südbaden, wo in der ersten Runde des Verbandspokals die Begegnung der beiden Verbandsligisten SV Linx und dem VfB Bühl auf dem Programm stand.

Da der Hauptsponsor von Linx die Firma Weber-Haus ist, konnte man einen recht schönen Ausbau bewundern, ein recht überdimensionierter, überdachter Platz schließt sich an das Vereinsheim und die Hölzelhalle an, von wo man das Spiel auch gut beobachten konnte. Ansonsten gibts außer ein paar Betonstufen nichts, was weiter erwähnenswert wäre.

Das Spiel begann pünktlich, wurde jedoch in der achten Minute wegen eines vorbeiziehenden Gewitters für 20 Minuten unterbrochen, ich nutzte die Zeit für einen Wursttest - leider gabs nur Bockwürste (Wienerle, wie man in Baden zu sagen pflegt), nicht schlecht, aber eben keine Bratwurst.

Die Unterbrechung brachte den VfB Bühl ein wenig aus dem Konzept, denn kurz nach Wiederanpfiff stand es durch einen schönen Doppelschlag von Djordevic schon 2:0, ehe der Gast aufwachte und den Anschluß herstellen konnte.

Nach einer halben Stunde dann das 3:1 durch Stoll, der auch in das einzige Tor im zweiten Durchgang zum Endstand von 4:1 erzielen konnte.

Am Rande: da der neue Linxer Trainer Franzose ist (Frankreich ist ja direkt nebenan), wurden von ihm auch die Anweisungen auf französisch gegeben, was ich ganz amüsant fand (”a droite, a droite!”).

Das Spiel war jetzt nicht wirklich schlecht, aber vom Hocker gerissen hat es mich nicht, naja, immerhin einen Ex-Oberliga-Ground gemacht. Nach dem Spiel gings wieder heim nach Karlsruhe, wo ein paar Stunden für die kommende Tour vorgeschlafen werden wollte.

TORE: 1:0, 2:0 Goran Djordjevic (12′, 13′), 2:1 Daniel Schmidt (15′), 3:1, 4:1 Cedric Stoll (29′, 58′)

ZUSCHAUER: 227, keine erkennbaren Bühler, Stimmung nicht vorhanden

Testkick: Braunschweiger SC - BTSV 0:7 (0:2)

Samstag, 15. Juli 2006
BSC Braunschweig Stadion Franz’sches Feld, Braunschweig BTSV

“Endlich ging es mal wieder nach Braunschweig, auch wenn nur ein Freundschaftsspiel auf dem Programm stand” - so hieß es vor rund einem Jahr hier und so sollte es auch dieses Jahr wieder sein.

Aus Goslar gings per PKW nach Braunschweig ins östliche Ringgebiet, bereits vor den Toren der Sportanlage traf man die diversen Kollegen, die man in den letzten acht Wochen vermißt hatte.

Franz'sches Feld

Im Stadion bei großer Hitze wieder the same procedure as last year, nur daß diesmal in den unsäglichen neuen, marineblauen (so der Verein) bis lilanen (so die Fans) Trikots (mit pfiffigen Details, Zitat Verein) gespielt wurde. Knapp 3000 Zuschauer waren ebenfalls heiß auf den Auftritt des BTSV.

Das Spiel war heute Nebensache, die Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen stand im Vordergrund, also wurde das Spiel im Wesentlichen verlabert, ein paar Tore sah man aber natürlich auch. Ein wenig erschreckend, daß bis auf eine Bude vom Ex-Freiburger Koejoe nur alte Braunschweiger die Treffer erzielten - das wird in den kommenden Wochen hoffentlich ausgeglichener!

Nach dem Spiel gings zurück in den Harz, froh, mal wieder den BTSV und seinen Anhang gesehen zu haben, jedoch sportlich mit gemischten Gefühlen.

BTSV: Thorsten Stuckmann (Alexander Krunze, 46′) - Finn Holsing, Markus Husterer, Francis Banecki (Torsten Lieberknecht, 46′), Jan Tauer (Kosta Rodrigues, 46′) - Patrick Bick (Torsten Jülich, 46′), Daniel Graf (Benjamin Siegert, 46′), Lars Fuchs (Tobias Schweinsteiger, 46′), Martin Hauswald (Dennis Weiland, 46′) - Samuel Koejoe (Ahmet Kuru, 46′), Dustin Heun (Bekim Kastrati, 46′). TRAINER: Michael Krüger

TORE: 0:1 Samuel Koejoe (10′), 0:2 Lars Fuchs (26′), 0:3, 0:6, 0:7 Ahmet Kuru (47′, 68′, 72′), 0:4 Torsten Jülich (52′), 0:5 Benjamin Siegert (62′)

ZUSCHAUER: 2.893

Testkick: SV 98 Schwetzingen - VfB Stuttgart 1:8 (1:4)

Dienstag, 11. Juli 2006
SV 98 Schwetzingen Städtisches Stadion,
Schwetzingen
VfB Stuttgart

Nach fast zwei Monaten ohne Fußball (WM sei dank), rollte endlich mal wieder der Ball, da merkt man doch erst, was einem gefehlt hat.

Heute sollte es zu einem Testspiel nach Schwetzingen gehen, wo der SV grad aus der Landesliga aufgestiegen ist. Zu Gast war der große VfB aus Stuttgart - mal wieder durch eine Lotto-Sonderauslosung (letztes Jahr gabs ja das Derby KSC-VfB…)

Nun ja, per Bahn gings bei Affenhitze nach Schwetzingen und zu Fuß zum Stadion, welches über eine schöne Sitztribüne und ansonsten Betonstufen verfügt. Ringsrum alter Baumbestand, sehr schön - leider natürlich auch eine breite Laufbahn, die den schönen Eindruck schmälert.

Tribüne in Schwetzingen

Was natürlich absehbar war: Millionen von Neu-Fußball-Interessierten strömten zu dem Kick und zu allem Überfluß gab es noch Tröten und diese Plastikschläuche zum klappern (ihr wißt was ich meine). Also ein ohrenbetäubender Lärm von den ganzen Arschlöchern in ihren Deutschlandtrikots.

Da die Schwaben noch im Stau standen, wurde das Spiel mit 30 Minuten Verspätung begonnen - scheiße.

Die Partie begann ausgeglichen, der Verbandsligist hatte ein paar gute Aktionen, tauchte mehrmals frech vorm Stuttgarter Tor auf und hatte sogar die Chance zur Führung, als Delpierre den Schwetzinger Kettenmann nur durch eine Foul im Strafraujm bremsen konnte. Leider war der schwach geschossene Elfmeter kein wirklicher Prüfstein für Ersatzkeeper Alexander Stolz.

Schwetzingen schien dadurch kurz geschockt zu sein, was die Schwaben sofort ausnutzen, ehe der Ehrentreffer für die Spargelstadt gelang: der Ball ging erst an die Latte (der VfB-Keeper war schon überwunden) konnte aber dann im Nachschuß in den Maschen versenkt werden.

Nach der Pause gabs dann eher Einbahnstraßenfußball, so daß ich froh war, als ich endlich wieder Richtung Bahnhof laufen konnte, kündigten doch dicke Wolken noch ein Gewitter an.

VFB STUTTGART: Alexander Stolz - Boris Zivkovic, Markus Babbel (Andreas Beck, 46′), Matthieu Delpierre (Serdar Tasci, 46′), Heiko Gerber (Raphael Schaschko, 46′) - Roberto Hilbert (Tobias Feisthammel, 46′), Marcel Schuon, Christian Gentner (Jon Dahl Tomasson, 46′), Alexander Farnerud (José-Alex Ikeng, 46′) - Mario Gomez (Bernd Nehrig, 46′), Cacau. TRAINER: Armin Veh

TORE: 0:1 Mario Gomez (20′), 0:2 Roberto Hilbert (30′), 0:3 Alexander Farnerud (32′), 1:3 Jürgen Struwe (33′), 1:4 Markus Babbel (36′), 1:5 Cacau (58′), 1:6 Bernd Nehrig (62′), 1:7 Boris Zivkovic (71′). 1:8 José-Alex Ikeng (80′)

ZUSCHAUER: 1.300