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OL Westfalen: DJK Germania Gladbeck – FC Gütersloh 2000 3:0 (0:0)

Sonntag, 26. August 2007
DJK Germania Gladbeck Vestische Kampfbahn,
Gladbeck
FC Gütersloh 2000

Schon lange stand die Vestische Kampfbahn ganz oben auf meiner Liste „Dringend zu besuchende Grounds“, nur leider spielte Germania Gladbeck als Verbandsligist auf einem kleineren Sportplatz und nur ganz selten (und dann oft noch unbemerkt) gab es mal ein Testspiel in diesem Hammerstadion. Nun gut, die Germanen sind aufgestiegen, somit ist der Krusenkamp kaum noch geeignet, also kann nun munter in das Stadion Gladbeck, Stadion an der B224 oder aber eben die Vestische Kampfbahn (so wurde die Schüssel bei der Erbauung 1928 getauft und offiziell auch nie umbenannt, wie ich nach kurzem Wikipedieren recherchieren konnte).

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

Überhaupt, Wikipedia ist hier eine sehr ergiebige Ressource, so erfährt man, dass hier der Zuschauerrekord von 45.000 Zuschauern mit dem Match VfR Mannheim – Borussia Dortmund bei der Endrunde um die deutsche Meisterschaft 1950 aufgestellt wurde.

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

Auch, dass der STV Horst-Emscher hier in der Saison 1950/51 Erstligafussball spielte (während das heimische Fürstenbergstadion umgebaut wurde).

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

1986 wurde das Stadion unter Denkmalschutz gestellt.

Mit diesen Eckdaten sollte man meinen, dass es leicht gewesen wäre, eine Autobesatzung für einen Trip gen Westen zusammen zu bekommen (zumal der ursprüngliche Plan noch ein Doppel mit dem A-Jugend-Westfalenderby Arminia-Borussia im Stadion Brackwede vorsah).

Doch weit gefehlt: während Rocky sofort dabei war, kam der Rest der potentiellen Mitfahrer mit merkwürdigen Ausreden daher. Um das Auto noch halbwegs zu füllen, wurde sogar der Kompromiss eingegangen, ein Ausschlafen zu ermöglichen und somit auf das Spiel in Bielefeld zu verzichten. Rocky und ich werden Brackwede wohl nie kreuzen können…

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

Problemlos ging es also über die A2 von Braunschweig nach Gladbeck – eine schöne Razzia auf der Gegenseite bei der erstmal fein alle Autos mit osteuropäischem Kennzeichen rausgewunken wurden, bot ein wenig Kurzweil – da abgefahren, erste links (gegenüber von der Motel-Tanke mit Kultfaktor) und schon ist man nach ca. 300km da.

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

Das Stadion wurde durch das größte der drei charakteristischen Eingangsportale geentert und sich erstmal auf eine umfassende Runde begeben, bei der die mächtigen Stehränge mit 33 Stufen, die wunderbar vergammelten Fahnenmasten (Flutlicht sucht man vergebens) und die anderen Eingänge in Augenschein genommen wurden, ehe wir auf der Seite mit der kleinen Sitztribüne (unüberdacht und erst in jüngerer Zeit erbaut, daher wirkt das Ding wie ein Fremdkörper) erstmal die örtliche Infrastruktur testen konnten. Fazit: das Essen durch die Bank empfehlenswert!

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

So nach und nach füllte sich dann die Schüssel, wir konnten noch Holgi aus seinem Bochumer Exil locken (obwohl der das Kreuz schon gemacht hatte), desweiteren wimmelte es noch von anderen Hopperkollegen. Die Gästefans fanden zu einem großen Teil einen kostenneutralen Zugang zum Stadion, tja, warum lässt man auch die Tore unverschlossen?

Auf Heimseite waren einige recht anachronistisch wirkende Fans zu bewundern (inkl. Gasfanfare), leider auch ein paar Trottel mit Schalke-Trikot (der S04 war auf Awaytour in Wolfsburg).

Das Spiel begann vor rund 400 Zuschauern, wobei die etwa 50 Gütersloher zwar die Barriere gut vollgeflaggt hatten, sich ansonsten aber zurückhielten. Wie sich nach rund 15 Minuten herausstellte, wohl ein Boykott – dank der desolaten sportlichen Situation, man ist weit abgeschlagen von einem Platz für die neue Oberliga (dafür muss man in Westfalen mindestens Zehnter werden, einen Qualiplatz für die dreigeteilte Regionalliga zu fordern wäre wohl vermessen).

So wurde in der Folgezeit komplett (also jedenfalls in der ersten Hälfte) durchsupportet und zwei Spruchbänder präsentiert: „Wir wollen nicht in die Verbandsliga“ und „Jeder für sich, Keiner für uns“.

Fans vom FC Gütersloh

Das Spiel war zunächst einmal sehr zerfahren, nach einer Viertelstunde war dann aber das ärgste Gebolze abgelegt und der FC Gütersloh kam sogar zu der ein oder anderen Chance, Gladbeck auf der anderen Seite konnte einen Lattentreffer verzeichnen sowie ein wegen Abseits aberkanntes Tor.

Latte für Gütsel

Mir sind die Jungs vom FCG ja durchaus sympathisch, vier Jahre Wohnsitz in Gütsel prägen halt doch, dennoch war man natürlich auf seinen eigenen Vorteil bedacht, sprich man wollte Action sehen und phantasierte daher in der Pause auch von einem unberechtigten Elfmeter für Gladbeck in der 92. Minute und anschließendem Platzsturm des FCG-Pöbels.

War dann alles gar nicht so weit von der Realität entfernt, kaum hatte die zweite Hälfte begonnen, da fiel das 1:0 für die Hausherren, während die Ostwestfalen wohl noch mental beim Pausenpils waren.

Der FCG 2000 war dadurch mal sauber geschockt, nun klappte nix mehr (von einem Lattentreffer mal abgesehen), Gladbeck kam jedoch desöfteren zu gefährlichen Kontern, die in der 82. Minute dann auch in einem Elfmeter gipfelten, nachdem der Gütersloher Keeper zwar den ersten Schuss halten konnte, die Abwehr dann aber den zum Nachschuss bereiten Gladbecker umtrampelte.

Elfmeter für Gladbeck

Damit war dann das blau-grüne Genick gebrochen, ein weiterer Konter besorgte den 3:0-Endstand und einige der Gütersloher Aktiven waren schon auf dem Platz, jedoch nicht wirklich entschlossen genug, um eine Pitch Invasion zu probieren. Die zwei Cops oder die Kinderordner hätten sie jedenfalls kaum stoppen können.

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

Der gute alte Guido Naumann, mittlerweile Trainer in Gladbeck musste übrigens gegen Mitte der zweiten Halbzeit auf die Tribüne, nachdem er mit einer Schiedsrichterentscheidung wohl nicht so einverstanden war.

Noch ein weiterer Bekannter wurde gesichtet: Luc Ndjock war ja von unserer Zwoten zum FCG gewechselt, durfte sich hier aber auch nur hinterm Tor warm machen. Aber immerhin verschonten ihn die aufgebrachten Fans ausdrücklich von der gerechtfertigten Häme gegenüber dem Rest der Söldner.

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

Nachdem da auch nicht mehr viel passierte ging es für uns zurück zum Auto (wobei man einem Gladbecker noch klar machen musste, dass das nicht „meine Truppe“ war, die hier verloren hatte) und mit einem kleinen Zwischenstopp gen Heimat, die gegen 20h00 erreicht werden konnte.

TORE: 1:0 Nedim Djuliman (46′), 2:0 Kadir Mutluer (Elfmeter, 82′), 3:0 Seyit Ersoy (85′)

ZUSCHAUER: 500, wohl so 50 Gütersloher, davon 30 aktiv

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OL Westfalen: SV Emsdetten 05 – SV Lippstadt 08 5:1 (2:1)

Sonntag, 15. April 2007
SV Emsdetten 05 Stadion am Wasserturm,
Emsdetten
SV Lippstadt 08

Heute sollte es zum Abendspiel unserer Zwoten beim SV Meppen gehen – also perfekte Vorraussetzung, vorher noch ein kleines Kreuzchen in der Oberliga Westfalen zu machen.

So machten sich zwei Autos mit insgesamt sechs Mitfahrern auf, zunächst mal nach Emsdetten zu rasen – dank der sehr sportlich angesetzten Abfahrtszeit von 12h20 musste man schon ziemlich Stoff geben, um zum Kickoff im Stadion am Wasserturm (mittlerweile heißt der Ground nach dem ortsansässigen Sprudelpanscher) zu sein. Wurde aber inklusive einer kleineren Pause gemeistert.

Stadion am Wasserturm, Emsdetten

Der Ground verfügt über eine kleine Tribüne mit vier Reihen Schalensitzen und dahinter und seitlich davon noch Stehplätzen. In der Kurven gibt es keinen bis wenig Ausbau, auf der anderen Gerade findet sich dann das Vereinsheim mit einer leicht überdimensionierten Terrasse, von wo man das Spiel sicherlich auch ordentlich hätte verfolgen können – wenn heute nicht die Sonne gebrannt hätte und wir deshalb einen Platz im Schatten vorzogen.

Außerdem konnten da die beiden Fanlager besser beobachtet werden, da wir genau in der Mitte der beiden Gruppierungen unser Plätzchen gefunden hatten. Leider gabs keine Rivalität – es wurden sogar Verbrüderungsgesänge angestimmt. Oder aber gegen den gemeinsamen „Feind“ Eintracht Rheine gewettert („Kühe, Schweine, Eintracht Rheine“ im Wechselgesang war auf Rotation).

Die Gästeschar, die immerhin eine Busladung aus Lippstadt mitgenommen hatte, um dieses richtungsweisende Spiel zu besuchen (der SVL konnte sich vor dem Kick noch Hoffnungen machen, den SC Verl von dem Aufstiegsrang zu verdrängen), war zum grossen Teil schon sehr ordentlich vom Alkohol gezeichnet. Sehr gut! So wurde wenigstens Stimmung gemacht.

Aber auch der Heimblock war des Öfteren (im späteren Spielverlauf naturgemäß häufiger als anfangs) zu hören.

Der Favorit aus Lippstadt ging nach einer halben Stunde standesgemäß in Führung, nachdem der Keeper der Emsdettener nicht wirklich glänzen konnte.

Nur kurz später gelang jedoch der Ausgleich und nachdem durch ein wundervolles Stokeltor (Torwart und Abwehrspieler rennen sich gegenseitig über den Haufen, irgendwie schafft es der Stürmer noch, den Ball ins Tor zu bugsieren) war das Heimpublikum dann auch aufgewacht.

Nach der Pause gabs dann noch das vorentscheidene 3:1, die Lippstädter glänzten fortan mit Sinnlossupport und Alkohol.

Nach rund einer Stunde dann das 4:1 und – wir waren schon Richtung Ausgang umgezogen – sogar noch das 5:1 für die Emsdettener.

Für uns gings – wieder mit Bleifuß – ins Emsland…

TORE: 0:1 Sören Seidel (26′), 1:1, 2:1 und 3:1 Sinan Celik (30′, 39′, 47′), 4:1 Patrick Günner (61′), 5:1 Steve Ridder (89′)

ZUSCHAUER: naja, sagen wir mal 400, darunter 50 Gästefans

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