Guten Rutsch und frohes neues Jahr!
Donnerstag, 30. Dezember 2004Und wieder ist ein Jahr um - ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch und im nächsten Jahr viele neue Ground und ansehnliche Fußballspiele.
Und wieder ist ein Jahr um - ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch und im nächsten Jahr viele neue Ground und ansehnliche Fußballspiele.
Da kein Fußball in greifbarer Entfernung anstand und aus alter Verbundenheit zur SG Braunschweig fuhr ich heute mal in die Ballsporthalle Frankfurt, um dort in der Basketball-Bundesliga die Skyliners gegen Braunschweig zu sehen.
Ich war seit bestimmt zehn Jahren nicht mehr beim Basketball gewesen und gespannt, was nun aus diesem Sport, der Liga und natürlich dem Braunschweiger Team geworden ist.
Von der Halle war ich ziemlich angetan, reichlich Platz (heute waren vielleicht zwei Drittel voll), aber man ist trotzdem ziemlich nahe am Geschehen (anders als in der Volkswagenhalle in Braunschweig). Die Amerikanisierung (bei Basketball natürlich unvermeidbar) hielt sich in Grenzen - natürlich gab es Hupfdohlen und ein beklopptes Maskottchen (eine Art schwanzloser Maruspilami in Blau-Orange), ansonsten außer dem Hotdog-Stand nix was nerven würde. Und ne ordentliche Bratwurst und n Bier gabs auch.
Etwa 50 Braunschweiger waren dabei, wobei ich niemanden kannte und sich dieses kleine Trüppchen in zwei Gruppen teilte - die einen hinter der Bank der Braunschweiger auf der Haupttribüne, die anderen auf der diametralen Korbseite. Es gab Trommeln (geschmackvoll in Eintrachtfarben), ansonsten außer einem BTSV-Schal kein Fußballbezug - früher waren bei den Auswärtsspielen der SG immer auch bekannte Fußball-Allesfahrer dabei, die Zeiten sind wohl vorbei.
Vom Team kannte ich natürlich auch niemanden, immerhin sagten mir die Namen John Celestand und Pete Lisicky was, vermisste aber alte Recken wie Scooter Barry oder Stephen “Hightower” Arigbabu.
Das Spiel fing schon scheiße an: 14:0 konnten die Hausherren vorlegen, bevor der erste Korb für die Braunschweiger gelang - während Frankfurt einen 3er nach dem anderen warf, scheiterten die Guten regelmäßig unterm Korb und fingen sich Rebounds ein.
Immerhin kam Braunschweig zum Ende des Viertels noch auf 17:10 ran, leider hatte ich ein dringendes Bier&Wurst-Bedürfnis, so daß ich den Anfang des zweiten Viertels verpaßte - denn da drehte Braunschweig auf, kamen sogar auf 19:19 ran und es roch nach einer möglichen Sensation. Kaum war ich jedoch wieder auf meinem Platz, da drehte sich das zu diesem Zeitpunkt ausgeglichene Spiel und die Skyliners machten wieder einen Punkt nach dem anderen.
Ähnlich nach der Pause - der Beginn des dritten Viertels war aus Braunschweiger Sicht OK, man konnte sich eine Führung erarbeiten, die dann aber wieder zunichte gemacht wurde. Zum Ende des letzten Viertel besann man sich leider zu spät nochmal, so daß das Spiel gegen den Tabellenzweiten recht deutlich verloren ging. Braunschweig stehen harte Zeiten bevor, als Vorletzter steht man auf einem Abstiegsplatz.
Die Stimmung in der Halle war beschissen - da war früher mehr los! Die Braunschweiger trommelten vielleicht mal, mehr war von den Heimfans auch nicht zu hören. Kein Defense-Gebrüll, keine Anfeuerungen…erbärmlich!
Wenigstens gab es vom Sponsor noch nen Eiskratzer beim Verlassen der Halle geschenkt, der auch gleich ausprobiert werden konnte.
Endergebnis: 80 : 63 (17:10 , 19:17 , 25:15 , 19:21 )
Zuschauer: 3520 (50 aus Braunschweig)
Ich wünsche allen Lesern ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest… und denen, die auf der Insel (oder sonstwo, wo der Ball rollt) sind - viele Grounds und Tore.
Endlich sollte der Länderpunkt Frankreich fallen - immerhin wohne ich seit einem halben Jahr nur einen Steinwurf von unseren froschfressenden Nachbarn entfernt.
Da mir der auserkorene Fahrer aus persönlichen Gründen absagen musste, ging es also alleine per Miet-PKW (den ich zum Glück noch hatte) gegen 19h los.
Straßburg war schnell erreicht und auch das Stade de la Meinau schnell und problemlos gefunden. Der angrenzende McDo erlaubte mir a) mein Vehikel zu parkieren und b) noch schnell die Örtlichkeiten aufzusuchen, bevor ich mich mit meinem grandiosen Schulfranzösisch (1 Jahr, freiwillige, dritte Fremdsprache, Abschluß: 1 Punkt) es tatsächlich schaffte mir ein Ticket für die Nordtribüne zu kaufen (Öh Bijeeeh puhr la Norrrrd ‘Ooohhte). Da heute wohl mit keinem großen Ansturm gerechnet wurde, war man mit 15 EYPO dabei.
Also etwa eine Stunde vor dem kick off auf die Tribüne und gefroren - es war arschkalt und irgendwie hab ich nicht dran gedacht, dass man sich ja auch etwas wärmer anziehen könnte.
Das Stadion in Straßburg ist ein reines Fußballstadion mit Sitztribünen auf allen vier Seiten sowie den Ecken.
Bereits vor Spielbeginn wurden die Ordner das erste (und einzige) Mal aktiv, als einige Sitzreihen hinter mir eine Bande Kinder ausversehen eine (offenbar schon lose) Sitzschale raustraten, die darauf hin ästhetisch wertvoll unter lautem Gepolter sämtliche Betonstufen herunterschlidderte.
Irgendwie hatte ich erwartet, daß die Kids jetzt rausfliegen, aber sie wurden nur in den Nebenblock gewiesen.
Um 21:00 ging es endlich auf vereistem Boden los - nach einer Schweigeminute (Ursache entzieht sich meiner Kenntnis) war Anstoß und die Ultra Boys fingen in ihrer Ecke an, zu unterstützen. Der Support konnte durchaus gefallen - nichts besonderes aber über die komplette Spieldauer wurde gesungen!
Die erste Hälfte plätscherte so vor sich hin, der RCS war etwas überlegen konnte aber nur wenige Chance herausarbeiten. Einzig nennenswert ein strammer Schuß ans Lattenkreuz, von dem der Ball zum Torhüter abprallte, der den Ball aber nicht kommen sah und völlig verwirrt schien.
Die zweite Hälfte begann furios: Lille ging nach einer Ecke durch einen Kullerball von Makoun in Führung - tatsächlich konnten sich die Handvoll Fans aus Lille nun auch mal akustisch bemerkbar, die RCS-Anhänger waren aber nur kurz geschockt und nahmen ihren Support schnell wieder auf.
Les bleus stürmten und man konnte merken, dass sie heiss auf den Ausgleich waren. Keine zehn Minuten nach dem Rückstand war Niang nach tollem Anspiel durch und konnte nur noch mit einer Notbremse an der Strafraumgrenze gestoppt werden - klarer Fall: carte rouge für Plestan.
Ich hab die Schmähgesänge aus der blauen Ecke nicht genau verstanden, aber es hörte sich verdammt nach “Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen” an.
Da gleich zwei Spieler von Straßburg verletzt außerhalb des Spielfelds behandelt werden mußten, kam es in den folgenden Minuten zu einem Spiel von acht vs. neun Feldspielern.
Straßburg drängte auf den Ausgleich, mußte allerdings mit vielen Fehlpässen und Abseitsstellungen kämpfen.
Eine viertel Stunde vor dem regulären Ende der Partie dann aber doch der erlösende Ausgleich durch Farnerud.
Nun ja, mir sind beide Teams herzlich egal, außerdem fror ich erbärmlich, so daß ich nur noch hoffte, daß in den verbleibenden Minuten noch der Siegtreffer fällt.
Das Glück war mir nicht hold, es hieß Verlängerung - die weiterhin keine Tore zu bieten hatte - und Elfmeterschießen. Der erste Schuß von Lille ging an den Pfosten, der zweite meterweit links neben das Gehäuse während die Blauen ihre Elfer sicher verwandelten und sich somit den Sieg nicht nehmen ließen.
Während ich schnell zum Auto hastete konnte ich noch ein ‘Ipp-’Ipp-’Ürrah sowie (ich schwöre!) ein Zickezacke-Zickezacke vom Stadionsprecher vernehmen. Heizung auf voll und zurück über den Rhein in die Zivilisation.
RC STRASBOURG: Vercoutre - Lacour, Fahmi (Devaux), Kante, Boka - Abdessadki (Carlier), Bassila, Camadini (Johansen), Arrache - Farnerud, Niang
LILLE OSC: Malicki - Angbwa, Plestan, Vitakic, Tafforeau - Cabaye, Makoun - Debuchy, Acimovic (Landrin), Audel (Dernis) - Odemwingie (Fauvergue)
Tore: 0:1 Makoun (47′), 1:1 Farnerud (72′), im Elfmeterpölen trafen Devaux, Kante, Carlier und Niang für Straßburg sowie Landrin und Cabaye für Lille. Tafforeau und Dernis verschossen.
Zuschauer: 7844, davon vielleicht 80 aus Lille
Tja, aus Verzweiflung ging es heute vormittag nach Frankfurt ins Stadion am Brentanobad um dort das Derby der Frauenbundesliga zwischen dem Tabellenführer, dem 1. Frauen-Fußball-Club Frankfurt und dem FSV zu besuchen.
Tatsächlich war dies mein erster Frauenkick und ich muß sagen, daß ich das so bald nicht unbedingt nochmal haben muß…
Das erste was mir auffiel, daß eine wirklich erstaunliche Anzahl von lesbischen Pärchen unter den Zuschauern war - nix gegen Lesben, nur frage ich mich, was machen die da? Gehen die auch zu den Männern? Oder wollen die unbedingt Frauen Fußball spielen sehen? Warum dann nicht eine Sportart, wo das nicht ganz so albern aussieht?
Immerhin 1190 Zuschauer haben den Weg in das Stadion gefunden, welches mit einer überdachten Sitztribüne glänzen kann, gefunden, darunter ein kleiner FSV-Mob inkl. Zaunfahnen und nach dem Spiel sowas wie eine Pyroshow (Silvester steht vor der Tür…), ein paar Mal wurde sogar ernsthaft angefeuert - ansonsten waren in der zweiten Hälfte nur quiekende Kleinkinder zu hören, die abwechselnde FFC oder FSV skandierten, so daß ich mit Tinnitus nach Hause fuhr.
Das Spiel selbst war dank der Tore ganz nett, aber vom fußballerischem, naja… ich hatte mir da ehrlich gesagt mehr versprochen - Bundestrainerin Tina Theune-Meyer war aber angeblich angetan.
Tore: 1:0 Birgit Prinz (7′), 2:0 Renate Lingor (26′, Foulelfmeter), 2:1 Jennifer Meier (32′), 3:1 Sandra Albertz (45′), 3:2 Patrizia Barucha (50′), 4:2 Safi Nyembo (75′)
Zuschauer: 1190
Nachdem dank der vorabendlichen Weihnachtsfeier der Firma (mit zuviel unterschiedlichen Giften…) schon das Aufstehen extrem schwer fiel, wollte ich mich nach einem Blick auf den strahlend blauen Himmel draußen nicht noch weiter aufhalten und setzte mich in den Mietwagen, um nach Villingen ins Stadion im Friedengrund zum heutigen Oberligakracher gegen den FV Lauda zu fahren.
Je näher ich nach Villingen kam, desto winterlicher wurde es. Mit einer kleinen Verspätung von 10 Minuten (das Gekurve durch den Ort raubt einem die Nerven!) kam ich am Ground an und mußte leider feststellen, daß das Spiel abgesagt worden war und ich den Weg umsonst angetreten war. Klasse…
Am Vortag eröffnete mir mein werter Chef, daß heute nachmittag noch ne wichtige Besprechung mit dem Vorstand auf dem Plan stehen wird und ich da dabeisein muß. Termin: 17h, veranschlagte Dauer: zwei Stunden.
Scheiße…20h45 ist kick off im St. Jakob-Park zu Basel.
Also so schnell es ging ohne unhöflich zu sein aus der Konferenz raus (19h20), das geplante Umziehen sein gelassen und mit Bleifuß in die Schweiz - zum Glück kein Problem an der Grenze, bloß waren natürlich mittlerweile alle groundnahen Parkplätze gefüllt, so daß ich mich mit einem weiten und teurem (10 Fränkli, 15 Minuten strammer Fußmarsch) Parkplatz zufrieden geben mußte.
Im Stadion kurz nach Anstoß angekommen und leider die Choreo im Joggeli verpaßt.
Die Stimmung in Basel war klasse, nur von den Holländern hat man nix gehört, wie man später erfuhr haben die aber wohl bei den riots vorher ordentlich punkten können und unter anderem ein Waffengeschäft in Basel geknackt - nett…
Nach der Heimniederlage gegen die Hearts sah es nicht nach der nächsten Runde für den FCB aus, was sich aber durch einen Auswärtssieg bei Fradi wieder anders gestaltete. Mit einem Sieg gegen die Holländer war man sicher durch, egal wie Budapest in Schottland spielen würde - bei einem Unentschieden oder einer Niederlage sähe es nicht so gut aus.
Ich war grad im Stadion als Basel das 1:0 erzielte - leider wurde das Tor wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben. Der FC Basel ließ sich davon aber nicht beunruhigen und stürmte weiter voran und erarbeitete auch einige Chancen, die jedoch entweder nichts einbrachten oder vom Schiri abgepfiffen wurden (u. a. wurde ein klarer Handelfmeter nicht gegeben und ein weiteres Abseitstor abgepfiffen).
In der Pause kontne ich auch endlich mal schauen, ob bekannte Gesichter in der Muttenzer Kurve auszumachen waren und tatsächlich fand ich ziemlich weit unten den Anwalt und die Primaten.
Beeindruckend immer wieder: wenn man sich in Deutschland durch einen vollen Block drängelt, dann muß man aufpassen, daß man niemanden mit einem Bierbecher anrempelt, in Basel muß man darauf achten, daß man keinen anstößt, der grad beim Bau einer Sportzigarette beschäftigt ist.
In der zweiten Hälfte waren die Tulpis etwas besser am Start, jedoch war Basel weiterhin bemüht, endlich die Führung zu erzielen und konnte das in der 53. Minute auch endlich schaffen.
Die Schweizer schienen mit diesem Spielstand zufrieden zu sein und überließen das Spiel mehr und mehr Rotterdam, die jedoch regelmäßig an der Abwehr der FC scheiterten.
Kurz vor Schluß gab es nochmal eine hochkarätige Chance für Basel, die aber nicht mehr genutzt wurde. Nach dem Apfiff die Gewissheit: auch 2005 wird europäisch gespielt (und zwar zunächst gegen den OSC Lille, wie die Auslosung am nächsten Mittag für die dritte Runde ergab).
Im mittlerweile ensetzendem Sprühregen (bei nett unter 0°C) ging es nach kurzem Feiern zurück zum Auto und heim nach Karlsruhe, nicht ohne noch jedem überholten Holländer einen freundlichen Mittelfinger zu präsentieren.
FC Basel: Zuberbühler, Philipp Degen, Quennoz, Zwyssig, Sterjovski (David Degen), Huggel, Chipperfield, Delgado (Barberis), Rossi, Carignano, Gimenez
Feyenoord Rotterdam: Lodewijks, Song, Bosschaart, Magrao, Buffel, Mtiliga, Smolarek, Paauwe (Artz), Loovens, Kalou (Lazovic), Kuijt
Tor: 1:0 Carignano
Zuschauer: 25660