Archiv für die Kategorie ‘Länderspiele’

Testkick: Österreich – DFB 0:3 (0:0)

Mittwoch, 06. Februar 2008
OEFB Ernst-Happel-Stadion,
Wien, Österreich
DFB

Morgens halb acht in Braunschweig wurde man vor die grausame Wahrheit gestellt, dass die Fahrt in die Hauptstadt unseres Nachbarlands nicht über Tschechien (billige Kippen!) gehen solle, sondern aus versicherungstechnischen Gründen über den Umweg Passau und Linz…

Auf der Hinfahrt gab ich den Fahrer eines von zwei vom Fanprojekt organisierten Bullis, ein paar Pausen später war man dann auch schon vor den Toren Wiens.

Nun hatte ich zwar eine perfekte Routenplanung für die ursprüngliche Tour erstellt, war aber leider nun auf die nichtvorhandenen Ortskenntnisse vom Fanprojekt angewiesen, was mal deutlich nach hinten losging (Nix für ungut, Florian!), so dass wir mal fein knapp zwei Stunden durch Wien irrten und dann nicht auf unseren VIP-Parkplatz gelassen wurden.

Wie dem auch sei, immer noch mehr als genug Zeit, um die Vouchers in echte Tickets zu tauschen und das Stadion zu betreten.

Übrigens hier nur sehr lasche Kontrollen, an der Grenze gar keine… wenn das die Generalprobe für die Sicherheitsvorkehrungen bei der EM sein sollten, dann kann das ja lustig werden.

Das Ernst-Happel-Stadion gefiel mir sehr gut, wären da nicht die kasperbunten Sitzschalen – aber da das Stadion heute gut gefüllt war, war auch das kein Problem.

Ernst-Happel-Stadion, Wien, Österreich

Stimmung auf deutscher Seite verhalten, nur gepöbelt wurde laut, die Ösis waren durchweg lauter, jedenfalls bis zum 0:2 aus deren Sicht. Speziell das Gehüpfe kam gut rüber. Dafür nervte der Stadionsprecher mit seiner albernen Animation.

Österreich - Deutschland 0:3

Aprops Gepöbel, die bergdeutsche Retourkutsche auf „In Europa kennt Euch keine Sau!“ – „…mag Euch keine Sau!“ muss noch kommentiert werden:
Liebe Ösis, mal nicht so arrogant, wir beiden Ländern sind in Europa wohl ähnlich unbeliebt und die Hauptgründe für unsere Unbeliebtheit sind österreichischen Ursprungs: WK Eins und Addi. Also mal schön die Goschen halten!

Ernst-Happel-Stadion, Wien, Österreich

Österreich - Deutschland 0:3

Das Spiel unter aller Sau, aber egal, letztendlich zeigte sich mal wieder, dass ein gutes Pferd nur so hoch springt, wie es muss, Deutschland eine Turniermannschaft ist (remember den Kick gegen Italien vor der WM?) und Österreich als Nicht-Ausrichter wohl kaum eine Chance auf eine EM-Teilnahme gehabt haben dürfte.

Genug der phrasenschweinesken Äußerungen, ich verweise dafür auf die grandiose Initiative „Österreichfreie EURO 2008“ (Website gibts leider nicht mehr).

Hitzlspergers Treffer war schon eine coole Überraschung, klasse abgezogen, wenn auch unverdient, aber unverdiente Tore sind die Schönsten, gell?

Dank Klose und Gomez konnten viele der Einheimischen auch den Abfahrtsstau vermeiden, denn spätestens nach der 80. Minute leerte sich das Stadion doch zusehends.

Österreich - Deutschland 0:3

Schön und erwähnenswert noch die Begegnung mit einem Neunerbus voller Ösis mit Cordoba-Shirts. Jungs, einige von Euch waren noch nicht mal das geile Glitzern in Papas Augen, als der größte und einzige Erfolg Eurer Truppe gefeiert werden konnte. Aber ich bin ein beschissener Verlierer und antworte daher einfach: Färöer!

Ernst-Happel-Stadion, Wien, Österreich

Die Rückfahrt begann zäh, eine Stunde lang stand man im Parkhaus, ehe auch nur eine Radumdrehung geschafft war und dann galt es ja auch noch, Wien wieder zu verlassen. Ich konnte zwar eine korrekte Route ausfindig machen – ist aber trotzdem ein Umweg von mehr als 30 Kilometern gewesen.

Irgendwo vor Linz gabs dann einen Fahrerwechsel und ich konnte die Augen schließen, ein paar Kippenpausen später waren wir auf der Höhe Hof im Blitzeis, so eine Kacke…

Naja, die letzten 300 Kilometer durfte ich dann nochmal ans Steuer, gegen 10h00 hatte uns die Löwenstadt wieder, wo es für mich zügig in die Heia ging.

ÖSTERREICH: Alexander Manninger – Sebastian Prödl, Martin Stranzl, Emanuel Pogatetz – Joachim Standfest, René Aufhauser (Thomas Prager, 69′), Jürgen Säumel, Christian Fuchs – Andreas Ivanschitz – Martin Harnik (Roman Kienast, 73′), Roland Linz (Veli Kavlak, 82′). TRAINER: Josef Hickersberger

DFB: Jens Lehmann – Heiko Westermann, Per Mertesacker, Manuel Friedrich (Roberto Hilbert, 74′), Philipp Lahm – Michael Ballack (Simon Rolfes, 87′), Thomas Hitzlsperger (Jermaine Jones, 82′) – Bernd Schneider (Lukas Podolski, 59′), Bastian Schweinsteiger – Miroslav Klose, Kevin Kuranyi (Mario Gomez, 59′). TRAINER: Joachim Löw

SCHIRI: Paolo Dondarini (Italien)

TORE: 0:1 Thomas Hitzlsperger (53′), 0:2 Miroslav Klose (63′), Mario Gomez (80′)

ZUSCHAUER: 48.500, geschätzt 5.000 Teutonen

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EM-Quali: Irland – DFB 0:0

Samstag, 13. Oktober 2007
Football Association of Ireland Croke Park,
Dublin, Irland
DFB

Freitag ging es am frühen Nachmittag mit Basti nach Bremen, von wo uns Ryan Air zunächst einmal nach London brachte, von wo es nach einem kleinen Aufenthalt dann auf die grüne Insel ging.

In Dublin hatten wir uns entgegen des vorherigen Plans, beide Nächte im Hotel „Airport“ zu nächtigen, dann doch dazu durchgerungen noch eine Übernachtung zu buchen, was sich dann auch als gut herrausstellte.

Die Bude war vom Feinsten und die Bar noch offen, also erstmal mit ein paar Guinness auf den BTSV angestoßen.

Am nächsten Morgen wurde man von den Mannheimer Kollegen aus dem Schlaf geklingelt, nach einem „Full Irish Breakfast“ – identisch mit einem englischen Frühstück – gings zum Flughafen, um neben dem Waldhof auch noch unsere Mitflieger für den Rückflug zu treffen.

Mit dem Bus gings in die City, wo sich ein Teil von uns der Kultur hingab, der Rest eigentlich auch – wer will denn verneinen, dass Bier Teil der irischen Kultur sei?

So saßen wir bis zum Nachmittag in einem entspannten Pub in der Nähe vom Vergnügungsviertel Temple Bar und tranken Bier. Bis auf einen Waldhöfer. Der hat grad mal eine Cola getrunken… Das hätte der Schwabe auch tun sollen, denn so ging es ihm schon im Pub nicht mehr wirklich gut. Waldhöfer vertragen halt nix…

Mit dem Umweg Busbahnhof, wo vergeblich versucht wurde, sein Gepäck abzugeben, ging es dann zum Stadion, wo man sich von einem Burgerbräter noch übers Ohr hauen ließ und dann den Croke Park betrat.

Laut Wikipedia handelt es sich hierbei mit einer Kapazität von 82.500 Zuschauern um das fünfgrößte Stadion Europas.

Croke Park, Dublin, Irland

Da dieses Stadion normalerweise den irischen Sportarten wie Gaelic Football oder Hurling vorbehalten ist, und nur ausnahmsweise während des Umbaus des Fußballstadions Lansdowne Road für den in Irland teilweise nicht so geliebten Soccer geöffnet wird, war klar, dass sich besonders die deutschen Hopper zu diesem Spiel einfinden würden.

Darüberhinaus waren natürlich auch viele Nationalmannschaftsallesfahrer und Neckermänner von der Partie, die teilweise genannte Zahl von zehntausend Deutschen glaube ich zwar nicht, aber 8.000 waren das locker – die Stimmung aber trotzdem scheiße.

Das Stadion verfügt über sehr mächtige Tribünen mit zwei Rängen (sowie noch zwei kleinen Zwischenrängen) auf drei Seiten und einer unüberdachten Tribüne auf der zweiten Hintertorseite (wo unter anderem die deutschen Gäste untergebracht waren).

Croke Park, Dublin, Irland

Das Spiel war eher unansehnlich, naja, eh Nebensache.

Nach dem Kick gings dann per pedes zurück in die Stadt und zunächst mal Richtung Temple Bar – wo aber alle Pubs brechend voll waren. Nach etlichem Herumirren haben wir dann aber doch eine nette Kneipe etwas Abseits gefunden, wo man sogar einen Sitzplatz ergattern konnte und die Musik nicht so abartig laut war, dass man nicht mehr reden kann. Nach Ladenschluss gings wieder zur Hauptstraße, wo man noch kurz die Leute abcheckte und schließlich mit einer Taxe zum Airport fuhr, wo man sich zu den Waldhöfer Dichtköppen gesellte.

Ich war grad im Begriff einzuschlafen – auf den kalten Fliesen – als per minutenlangem Feueralarmklingeln alle Airportsleeper geweckt wurden. Da sich niemand wirklich für den Alarm interessierte, gehe ich mal davon aus, dass es sich dabei um pure Schikane der kleinen Iren gehandelt hat.

Naja, irgendwann wurde dann eingecheckt und noch ein wenig im Abflugbereich gepooft und dann nach London geflogen, wo dieses Mal nur läppische fünf Stunden Zeit totgeschlagen werden wollten – zog sich sehr ordentlich, da konnte auch das erneute englische Frühstück nicht drüber hinwegtäuschen.

Endlich gings dann nach Bremen, der Flug wurde komplett verpennt, wo das Auto auf den Endspurt wartete. Am späten Nachmittag war man dann back in BS und ziemlich bald in der Heia.

IRLAND: Shay Given – Steve Finnan, Joey O’Brien, Richard Dunne, Stephen Kelly – Lee Carsley – Andrew Keogh (Aiden McGeady, 80′), Andy Reid, Kevin Kilbane (Daryl Murphy, 92′) – Kevin Doyle (Shane Long, 70′), Robbie Keane. TRAINER: Stephen Staunton

DFB: Jens Lehmann – Arne Friedrich, Per Mertesacker, Christoph Metzelder, Marcell Jansen – Bastian Schweinsteiger (Simon Rolfes, 18′), Torsten Frings – Clemens Fritz, Piotr Trochowski (Gonzalo Castro, 90′) – Kevin Kuranyi, Mario Gomez (Lukas Podolski, 64′). TRAINER: Joachim Löw

SCHIRI: Martin Hansson (Schweden)

TORE: keine

ZUSCHAUER: 67.495, 8.000 Deutsche würd ich mal tippen

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U21 EM: Portugal – Belgien 0:0

Sonntag, 10. Juni 2007
Portugal Euroborg,
Groningen, Niederlande
Belgien

Kurz nach Anpfiff erreichten wir das Stadion Euroborg, eigentlich eher ein Einkaufszentrum mit Sportplatz – aber viel schlimmer als in Basel.

Euroborg, Groningen, Niederlande

Auf einem völlig leeren Parkplatz wurde der fahrbare Untersatz abgestellt und zum Stadion gesprintet – was direkt von einem Parkwächter vereitelt wurde, der uns darauf hinwies, dass dieser Parkplatz den zu erwartenden Massen an Behinderten vorbehalten sei.

Für Rocky hieß dies also, den Wagen zähneknirschend umzuparken, wir kümmerten uns derweil um die Tickets, die es genau auf der anderen Stadionseite gab. Immerhin gab’s für dieses Spiel „Buy one, get one free“, so dass wir für grad mal 5 Euro in den Genuss dieses Fußballleckerbissens kommen konnten.

...das UEFA-CasinoNachdem wir dann noch falsch zum passigen Eingang geschickt worden waren, wurde die (das?) Euroborg ungefähr zur 20. Spielminute beim Spielstand von 0:0 betreten. Wie man später mitbekam, hatten wir eine kleine Rangelei als bisher einzigen Höhepunkt verpasst – schade.

Das Spiel heute wollten grad noch 3.500 Zuschauer sehen, darunter eine kleine Handvoll Portugiesen (auch hier darf man von Expats ausgehen), sowie einer etwas größeren Handvoll Belgier. Während erstere immerhin ab und zu versuchten Stimmung zu machen, waren die Belgier mucksmäuschenstill.

Außerdem war erwartungsgemäß auch der ein oder andere Hopper vor Ort – einzig „Greven on Tour“ hing fernsehgerecht für EuroSport. Groningen lässt sich ja dem Vernehmen nach nicht besonders einfach mit einem Punktspiel haken, da man sich da wohl ziemlich mit Tickets und Fancards für Deutsche anstellt.

Das Spiel war ziemlich öde, beide Teams würde ich als etwa gleichstark bezeichnen, Höhepunkte gabs aber keine.

Euroborg, Groningen, Niederlande

Und leider auch keine Tore – somit also das 14. torlose Unentschieden in dieser Saison…

Nach Abpfiff gings zurück zum Auto – und da gabs dann als negativen Höhepunkt einen platten Reifen: ein fetter Eisendorn hatte sich in den Pneu gebohrt, also war erstmal Reifenwechsel angesagt – so kann man dem Abfahrtsstau natürlich auch entgehen. Auf jeden Fall wären die angedrohten 50 Euro fürs Falschparken (auf dem geterrten Behindertenparkplatz) billiger gewesen.

Auf dem schnellsten Weg gings anschließend ins heimische Braunschweig, wo man gegen halb drei auch müde und erschöpft eintraf.

ZUSCHAUER: 3.500, 100 Portugiesen, 400 Belgier (ist nur ne ganz grobe Schätzung)

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U21 EM: Niederlande – Israel 1:0 (1:0)

Sonntag, 10. Juni 2007
Niederlande Abe Lenstra Stadion,
Heerenveen, Niederlande
Israel

Heute wurde – in Deutschland quasi unbemerkt (da sich unser Nachwuchs nicht qualifizieren konnte) – in den Niederlanden die U21-EM mit zwei Spielen eröffnet. Da netterweise sogar ein feiner Doppler gemacht werden konnte, war für uns schon vor Längerem klar, dass man da mal vorbeischauen würde.

Zunächst einmal ging es mittags von Braunschweig aus nach Heerenveen, wo im Abe Lenstra Stadion Gastgeber Holland auf Israel traf.

Abe Lenstra Stadion Heerenveen, Niederlande

Mit einigen kleineren Pausen wurde die Stadt und das Stadion in Friesland erreicht und wir konnten uns in die Herde orange-gewandeter Trottel einreihen.

Zu viel Lästerei ist sicherlich nicht angebracht, die gleichen Freaks findet man bei Heimspielen der deutschen Nationalmannschaft ja auch – nur sind unsere Farben nicht so penetrant häßlich.

Nachdem die Ticketfrage erfolgreich geklärt worden war (überraschenderweise war das Spiel nicht ausverkauft), sollten auch die Plätze eingenommen werden, was eine selten blöde Schnepfe von Ordnerin aber erstmal vereitelte, da sie Robin wegen dessen Kamera den Zutritt verwehrte. Albern ohne Ende!

Während der Rest sich dann (inkl. ihrer Digicams…) schon mal die Eröffnungsfeierlichkeiten reinzog, musste das Alkodil zurück zum Auto joggen, um die Knipse loszuwerden. Pünktlich zum Anpfiff war er dann aber durchgeschwitzt auch bei uns.

Fan oder Müllmann?

Die Eröffnung war eh keine Bombe, paar rumhampelnde Trullas in komischen Kostümen und die Fahnen der teilnehmden Teams.

Das Spiel begann mit klaren Vorteilen für die Oranjies, was auch zu einiger Stimmung auf den Tribünen führte. War aber natürlich nur 08/15-Klatsch-Support, absolut nicht der Rede wert.

Abe Lenstra Stadion Heerenveen, Niederlande

Gäste waren auch ein paar im Eckblock, es darf aber davon ausgegangen werden, dass es sich dabei um in Holland wohnende Israelis handelte. Stimmung gabs da jedenfalls kaum.

1:0 durch Maduro

Nach zehn Minuten dann das 1:0, bei dem für mich nicht ersichtlich war, ob wirklich Maduro von Ajax der Torschütze war, oder es nicht doch eher um ein Eigentor gehandelt hat. Ist aber auch Wumpe.

LaaaaangweiligNach der Pause – die man mit Holländer-Verhöhnen verbrachte – wurde Israel etwas stärker, konnte aber dennoch nichts auch nur ansatzweise Zählbares verbuchen.

Auf den Rängen dafür die grosse Langeweile, Stimmung bei Null – nur die Welle sollte ein paar Mal gestartet werden, verebbte aber regelmäßig bei den Pressevertretern („buuuuuuh“).

So blieb es also beim 1:0 für die Niederlande, für uns ging es nach Abpfiff schnell zum Auto und auf schnellstem Weg zurück nach Groningen, wo das zweite Spiel des Tages lockte…

TOR: 1:0 Hedwiges Maduro (10′)

ZUSCHAUER: 21.000, vielleicht 500 Israelis

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Testkick: Slowakei – DFB 2:0 (2:0)

Samstag, 03. September 2005
Slovak Football Association Tehelné pole,
Bratislava, Slowakei
DFB

Nach der slowakischen Grenze (keine Kontrollen) wurde erstmal Geld getauscht und der Versuch unternommen, eine Autobahnvignette käuflich zu erstehen.

Die Tusse in der Wechselstube wollte mir jedoch keine Wochen- sondern nur eine Monatsvignette verkaufen – nicht mit mir… An der nächsten Tankstelle gab es dann gar nur noch Jahresvignetten (es wird ja immer schöner…)

Also ging es vignettenfrei nach Preßburg, wo wir die Zenmethode zur Stadionsuche anwandten und nach einem ungeplanten Abstecher zum Stadion von Artmedia Bratislava und einem weiteren Tankstellenstopp (…um doch mal nach dem Weg zu fragen und einen weiteren Versuch zu starten, eine Vignette zu kaufen – hier sagte man mir, dass die Dinger tatsächlich komplett ausverkauft seien, also wohl doch keine Touriverarsche…) den Ground für das Länderspiel fanden.

Also schnell mal den Wagen weggeparkt und sich um die Kartenfrage kümmern.

War gar nicht so ganz einfach, mit dem DFB-Voucher gab es Tickets in der gegenüberliegenden Turnhalle, jedoch eben nur für diejenigen, die ein Voucher hatten – für mich also nicht…

Ganze 540 Tickets hatte der DFB vor dem Spiel verkauft, ausschließlich an Mitglieder des „Fanclub Nationalmannschaft“, normale Fans guckten in die Röhre (wenn man nicht auf teure Pauschalangebote zurückgreifen wollte). Völlig sinnlos… ist ja nicht so, dass der DFB meine Ausweisdaten etc. nicht hätte – aber nein, mir verkaufen sie kein Voucher.

Da es auch an den Abendkassen keine Karten für den deutschen Block im Speziellen und deutsche Fans im Allgemeinen gab, ich aber keine Lust hatte, mal eben 20 Euro irgendeinem dahergelaufenen Slowaken als Anstellgebühr zu bezahlen, wurde erstmal ein wenig gewartet und mit einem Anzugmokel vom DFB diskutiert, der so wundervolle Vergleiche brachte wie: „Wenn man um fünf nach acht zum HL geht, um sich ne Tüte Milch zu kaufen, dann muss man sich auch nicht wundern, wenn er nicht mehr offen hat.“ – wunderbar…

Naja, jedenfalls blieb der DFB auf seiner harten Linie, dass die gut 800 ohne Ticket angereisten Fans heute draußen bleiben würden. Dass es dann richtig gekracht hätte, kann man sich ausmalen.

Ich hatte großes Glück, dass ich von einem Kumpel von Nacke (die beiden wurden vor der Turnhalle getroffen) noch eine Karte bekommen konnte, so dass ich mich ebenfalls auf den Weg ins Stadion machte und der Dinge harrte, die da kommen sollten.

Die Sicherheitskontrollen waren durchwachsen, man wurde sehr genau abgetastet, aber so richtig interessiert war der Typ nicht, was ich in meinen Taschen hatte…

Basti und Rocky waren ebenfalls schon im Block und waren dabei, Bastis Banner zu hängen, während ich ein paar Photos schoß.

Das Tehelné Pole Stadion ist das slowakische Nationalstadion und beherbergt ansonsten den Zweitligisten Slovan Bratislava. Der All-Seater verfügt über jeweils überdachte Haupt- und Gegentribünen, wohingegen die Kurven nicht überdacht sind.

Vor dem Eingang versammelten sich immer mehr Deutsche, die Kneipe gegenüber machte sicherlich den Umsatz des Jahrhunderts, ansonsten war noch ein Wasserwerfer aufgeboten worden und der Sicherheitschef des DFB geisterte ums Stadion umher.

Kurz bevor das Spiel begann, waren dann alle Deutschen im Ground – entweder gab es dann doch irgendwo Tickets oder man wollte einfach die ganzen Deutschen nicht draußen sich selbst überlassen.

Das Spiel war natürlich unter aller Sau – daher hier auch nicht weiter nennenswert.

Die Heimfans (vielleicht ein Block von 100 Leuten) zeigten zum Intro Fontänen, Fackeln und eine Blockfahne – oh, Gott, Pyrotechnik! So was Ungezogenes!

Naja, aus dem deutschen Block wurde das halbherzig mit zweimal einer Fackel und ein paar Gramm Rauch während des Spiels gekontert.

Ansonsten wurde supportet bzw. anti-supportet. Vor allem Meyer-Vorfelder und Otto Schily bekamen ihr Fett ab. Ansonsten noch viel Sinnloses, wenn auch Lustiges.

Nicht ganz so lustig dann die Humba vom Dresdner, der da unbedingt ein „Dynamo“ einstreuen musste, was fast zu einer Bufferei zwischen Ost- und Westdeutschen geführt hätte.

Nachdem das Spiel mit 2:0 (beide Tore durch den Wolfsburger Karhan) verloren worden war, hieß es für die deutschen Fans Blocksperre, was einige nicht durchmachen wollten – also wurde versucht, das Stadion zu verlassen, dies konnte die Slowakische Polizei aber wirkungsvoll verhindern. Als dann ein Stück des Stadionzauns herausgetreten wurde, mussten einige Deutsche in der ersten Reihe kräftig den Knüppel schmecken.

Wir bekamen von all dem nicht viel mit, da wir noch im Block waren, sahen dann aber die Verletzten…

Nach einiger Zeit durfte man sich dann auf den Weg zum Auto machen, der an ein paar üblen slowakischen Kanten vorbeiführte. Passiert ist aber nix weiter…

Wir fuhren direkt nach Brünn, wo wir immerhin im zweiten Hotel auch Unterkunft fanden, Rocky endlich das erste Bier des Tages trinken und wir uns bald darauf in die Horizontale begeben konnten…

SLOWAKEI: Kamil Äontofalský – Radoslav Zabavník, Martin Škrtel, Roman Kratochvíl, Marián Had (Jan Äurica, 46′) – Miroslav Karhan (Peter Hlinka, 67′), Jozef ValachoviÄ (Martin Petráš, 51′) – Filip Hološko (Martin Jakubko, 80′), Marek Mintál (Ivan Kozák, 46′), Vratislav Greško – Róbert Vittek (Mário Breška, 61′). TRAINER: Dušan Galis

DFB: Jens Lehmann – Patrick Owomoyela (Andreas Hinkel, 74′), Per Mertesacker, Christian Wörns (Lukas Sinkiewicz, 46′), Thomas Hitzlsperger (Marcell Jansen, 46′) – Fabian Ernst (Bastian Schweinsteiger, 46′) – Sebastian Deisler, Bernd Schneider (Kevin Kuranyi, 82′) – Michael Ballack – Miroslav Klose, Gerald Asamoah (Lukas Podolski, 46′). TRAINER: Jürgen Klinsmann

SCHIRI: Braamhaar (Niederlande)

TORE: 1:0, 2:0 Miroslav Karhan (20′, Foulelfmeter und 38′)

ZUSCHAUER: 9.276, davon ca. 1.300 Deutsche

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Confed Cup: Griechenland – Japan 0:1 (0:0)

Sonntag, 19. Juni 2005
Griechenland Waldstadion,
Frankfurt
Japan

Ich dachte mir, wenn ich schon keine WM-Tickets bekomme, dann werd ich mir wenigstens die sogenannte Mini-WM anschauen. Zumal damit dann auch relativ schmerzlos der Neubau der Commerzbank-Arena bestätigt werden kann.

Irgendwie war ich mir sicher, dass der Kick abends 20h45 losgeht, weswegen ich den ganzen Tag noch in der Wohnung rumgegammelt habe – bis mich eine SMS von Suptras-Andi erreicht: „Übrigens: Kick-Off 18h00“.

So also ziemlich überstürzt unter die Dusche und den nächsten Zug nach Frankfurt bestiegen, wo es auch einigermaßen problemlos zum Sportfeld weiterging.

Halb sechs konnte ich dann leider keinen Schwarzmarkt ausmachen, so dass ich die Kassen nach billigen Karten abklapperte – das billigste war Ostkurve Unterrang (normalerweise der Gästeblock) für schlappe 39 Euro…

Im Ground erstmal die Anheuser-Busch-Bierverkäufer und McDonald’s-Schlampen beschimpft, ehe es zu meinem Platz ging.

Um mich rum im wesentlichen Griechen und vereinzelte Japanesen, die Stimmung ging allein von Hellas aus – die Japaner können nur kreischen.

Dabei war der Gyros-Support aber auch alles andere als gut – nicht koordiniert und lahm – in der Ostkurve standen die Lautstärksten, vielleicht 500 Leute, die ein wenig Alarm machten.

Das Spiel begann und ich merkte, daß mich das alles eigentlich gar nicht interessiert – scheiße, inkl. Zug mal schlappe 70 EYPOs aus dem Fenster geschmissen…

Die kleinen Männer aus dem Land der aufgehenden Sonne stürmten und vergaben Chance um Chance, die Griechen versuchten, ihren EM-erprobten, spielzerstörenden Stil zu spielen, Fandel hat nur die Hälfte gesehen.

Kurz: ich hab nur gehofft, dass die Scheiße schnell vorbei geht, um Riots hab ich gebetet, kurz überlegt, selbst den Flitzer zu machen…

In der Pause kurz zu Andi runter, der das Marathon-Tor bewachen musste, um ein paar Sätze zu labern…

Zum Glück schoss der gute Oguro von Gamba Osaka das 1:0 – man ist ja immer schon froh, wenn Tore fallen.

Kurz vor Schluss hatte ich die Faxen dicke und machte mich schon mal auf den Weg, in der Hoffnung eine gute Pole Position im Kampf um die S-Bahn zu bekommen. Naja, hat so einigermaßen geklappt…

Am Bahnhof noch ein paar Bettler verscheucht und dann in einem brechend vollen Zug nach Karlsruhe – mit dem festen Vorsatz: nie wieder Sinnlos-Cup.

GRIECHENLAND: Antonis Nikopolidis – Angelos Basinas – Efstathios Tavlaridis (Vassilios Tsiartas, 31′), Sotiris Kirjakos – Vassilos Lakis (Dimitrios Papadopoulos, 59′), Panagiotis Fissas – Konstantinos Katsouranis – Georgios Karagounis – Stylianos Giannakopoulos – Angelos Charisteas, Zissis Vryzas (Theofanis Gekos, 46′). TRAINER: Otto Rehhagel

JAPAN: Yoshikatsu Kawaguchi – Akira Kaji, Makoto Tanaka, Tsuneyasu Miyamoto, Alex – Takashi Fukunishi, Hidetoshi Nakata – Mitsuo Ogasawara (Yashuito Endo, 74′), Shunsuke Nakamura (Koji Nakata, 89′) – Keiji Tamada (Masashi Ogoru, 66′), Atsushi Yanagisawa. TRAINER: Zico

TOR: 0:1 Masashi Oguro (76′)

SCHIRI: Herbert Fandel (Kyllburg)

ZUSCHAUER: 34.314 (ich schätze mal so 15.000 Hellas-Sympatisanten, 2.000 Schlitzis und der Rest Neckermänner)

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