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Coupe de France: CS Sedan Ardennes – Racing Strasbourg 3:1 (1:0)

Freitag, 07. Januar 2005
CS Sedan Ardennes Stade Louis-Dugauguez,
Sedan
Racing Strasbourg

Nach einer Stunde Schlaf holte ich die Karlsruher Hopperkollegen Steffen und Tobber vom Bahnhof ab und wir fuhren über Luxemburg und Belgien (fünf Länder an einem Tag hab ich auch schon lange nicht mehr gehabt) nach Sedan in den Ardennen, wo das Spitzenspiel des heutigen Freitags des ersten Spieltags der Hauptrunde im französichem Pokal zwischen dem Zweitligisten CS Sedan Ardennes und Racing Strasbourg auf dem Programm stand.

In Luxembourg wurde ein kurzer Tankstopp eingelegt (keine 80 Cent für den Liter Diesel – Herrlichkeit!), ehe es direkt nach Sedan an der belgischen Grenze ging.

Dort angekommen mussten wir zunächst feststellen, dass die Clubadresse nicht mit dem Stadion übereinstimmt und wir zunächst das Trainingsgelände angesteuert hatten. Auf der Suche nach dem Ground wurden wir dann aber intuitiv schnell fündig und machten uns auf die erfolglose Suche nach einem Ticketverkauf. Verzweifelt mußte ich dann eine Ordnerin fragen, die meinte, nun, sie würde uns wohl gratis reinlassen – das nimmt man doch gerne mit!
So saßen wir also für umme auf der Haupttribüne, pünktlich zu kick off bzw. Schweigeminute für die Flutopfer in Südostasien.

Das Stade Louis-Dugauguez ist ein neuerichteter all-seater mit zwei Etagen. Leider sind die Sitzschalen in grau bzw. beige, so daß das ganze Teil den Rohbaucharme nicht los wird. Direkt hinter dem Stadion steht noch die alte Sitztribüne im Brachland, die nach dem Umbau nun verwaist.

Aus Strasbourg hat nur eine jämmerliche Busbesatzung den Weg nach Sedan gefunden, Stimmung bis auf die ersten zwei Minuten war nicht vorhanden.

Die Heimfans verteilten sich im wesentlichen auf die Hintertortribünen und waren jeweils mit Trommeln ausgestattet, was dann auch den Hauptteil des Supports ausmachte. Erwähnenswert noch ein Keilerkopf und ein kleines ausgestopftes Wildschwein (dem Wappentier von Sedan), was am Zaun der rot-grünen hing.

Das Spiel selbst war anfänglich sehr schwach und langweilig, in der ersten Halbzeit gab es nur eine nennenswerte Szene, als ein Spieler von Sedan im Strafraum fiel und der Schiri nach kurzem Zögern und hektischem Herbeirennen des Linienrichters auf den Elfmeterpunkt wies. So stand es also 1:0 in der 23. Minute – und das war es auch für die erste Hälfte.

Nach der Pause entwickelte sich ein netteres Spielchen, Strasbourg drängte auf den Ausgleich, jedoch wußte Sedan durchaus sportlich zu überzeugen und vergab einige hochkarätige Möglichkeiten, ehe sie endlich das 2:0 erzielen konnten. Netterweise gab sich Strasbourg immer noch nicht auf und konnte sogar noch den Anschlußtreffer zum 2:1 nach einem Getümmel im Strafraum erzielen, was jedoch im direkten Gegenstoß durch einen wunderbaren Direktschuß von Sedan zunichte gemacht wurde.

Nach dem Kick ging es zum Auto zurück, nicht jedoch ohne dass jeder von uns eine gefunde Eintrittskarte als Souvenir mitnehmen konnte.
Die Rückfahrt verlief größtenteils ereignislos, so dass ich die beiden Mitfahrer kurz nach eins am Bahnhof ablud und mich anschließend ins heimische Bett begab.

CS SEDAN: Regnault, Henin, Charpenet, Jambay (Njanka), Ducortioux, Amalfitano, Noro, Belhadj, Gagnier (Abdou), Sabin, Gueï (Liri)

RC STRASBOURG: Vercoutre, Deroff, Fahmi, Kante, Boka, Abdessadki, Keita (Le Pen), Johansen (Haggui), Arrache, Pagis (Carlier), Farnerud

TORE: 1:0 Noro (26′, Foulelfmeter), 2:0 Sabin (59′), 2:1 Johansen (67′), 3:1 Gagnier (68′)

ZUSCHAUER: 5.933, maximal 50 aus Straßburg

Coupe de la Ligue: Racing Strasbourg – OSC Lille 4:2 n.E. (0:0,1:1,1:1)

Dienstag, 21. Dezember 2004
Racing Strasbourg Stade de la Meinau,
Strasbourg
OSC Lille

Endlich sollte der Länderpunkt Frankreich fallen – immerhin wohne ich seit einem halben Jahr nur einen Steinwurf von unseren froschfressenden Nachbarn entfernt.

Da mir der auserkorene Fahrer aus persönlichen Gründen absagen musste, ging es also alleine per Miet-PKW (den ich zum Glück noch hatte) gegen 19h los.

Straßburg war schnell erreicht und auch das Stade de la Meinau schnell und problemlos gefunden. Der angrenzende McDo erlaubte mir a) mein Vehikel zu parkieren und b) noch schnell die Örtlichkeiten aufzusuchen, bevor ich es mit meinem grandiosen Schulfranzösisch (1 Jahr, freiwillige, dritte Fremdsprache, Abschluss: 1 Punkt) tatsächlich schaffte, mir ein Ticket für die Nordtribüne zu kaufen („Öh Bijeeeh puhr la Norrrrd ‚Ooohhte“).

Da heute wohl mit keinem großen Ansturm gerechnet wurde, war man mit 15 EYPO dabei.

Also etwa eine Stunde vor dem kick off auf die Tribüne und gefroren – es war arschkalt und irgendwie hab ich nicht dran gedacht, dass man sich ja auch etwas wärmer hätte anziehen können.

Das Stadion in Straßburg ist ein reines Fußballstadion mit Sitztribünen auf allen vier Seiten sowie den Ecken.

Bereits vor Spielbeginn wurden die Ordner das erste (und einzige) Mal aktiv, als einige Sitzreihen hinter mir eine Bande Kinder ausversehen eine (offenbar schon lose) Sitzschale raustraten, die darauf hin ästhetisch wertvoll unter lautem Gepolter sämtliche Betonstufen herunterschlidderte.

Irgendwie hatte ich erwartet, dass die Kids jetzt rausfliegen, aber sie wurden nur in den Nebenblock gewiesen.

Um 21:00 ging es endlich auf vereistem Boden los – nach einer Schweigeminute (Ursache entzieht sich meiner Kenntnis) war Anstoß und die Ultra Boys fingen in ihrer Ecke an, zu unterstützen. Der Support konnte durchaus gefallen – nichts Besonderes aber über die komplette Spieldauer wurde gesungen!

Die erste Hälfte plätscherte so vor sich hin, der RCS war etwas überlegen, konnte aber nur wenige Chance herausarbeiten. Einzig nennenswert ein strammer Schuss ans Lattenkreuz, von dem der Ball zum Torhüter abprallte, der den Ball aber nicht kommen sah und völlig verwirrt schien.

Die zweite Hälfte begann furios: Lille ging nach einer Ecke durch einen Kullerball von Makoun in Führung – tatsächlich konnten sich die Handvoll Fans aus Lille nun auch mal akustisch bemerkbar machen, die RCS-Anhänger waren aber nur kurz geschockt und nahmen ihren Support schnell wieder auf.

Les bleus stürmten und man konnte merken, dass sie heiss auf den Ausgleich waren. Keine zehn Minuten nach dem Rückstand war Niang nach tollem Anspiel durch und konnte nur noch mit einer Notbremse an der Strafraumgrenze gestoppt werden – klarer Fall: carte rouge für Plestan.

Ich hab die Schmähgesänge aus der blauen Ecke nicht genau verstanden, aber es hörte sich verdammt nach „Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen“ an.

Da gleich zwei Spieler von Straßburg verletzt ausserhalb des Spielfelds behandelt werden mussten, kam es in den folgenden Minuten zu einem Spiel von acht vs. neun Feldspieler.

Straßburg drängte auf den Ausgleich, mußte allerdings mit vielen Fehlpässen und Abseitsstellungen kämpfen.

Eine viertel Stunde vor dem regulären Ende der Partie dann aber doch der erlösende Ausgleich durch Farnerud.

Nun ja, mir sind beide Teams herzlich egal, ausserdem fror ich erbärmlich, so dass ich nur noch hoffte, dass in den verbleibenden Minuten noch der Siegtreffer fällt.

Das Glück war mir nicht hold, es hieß Verlängerung – die weiterhin keine Tore zu bieten hatte – und Elfmeterschießen.

Der erste Schuss von Lille ging an den Pfosten, der zweite meterweit links neben das Gehäuse während die Blauen ihre Elfer sicher verwandelten und sich somit den Sieg nicht nehmen ließen.

Während ich schnell zum Auto hastete konnte ich noch ein „‚Ipp-‚Ipp-‚Ürrah“ sowie (ich schwöre!) ein „Zickezacke-Zickezacke“ vom Stadionsprecher vernehmen.

Heizung auf voll und zurück über den Rhein in die Zivilisation.

RC STRASBOURG: Vercoutre – Lacour, Fahmi (Devaux), Kante, Boka – Abdessadki (Carlier), Bassila, Camadini (Johansen), Arrache – Farnerud, Niang

OSC LILLE: Malicki – Angbwa, Plestan, Vitakic, Tafforeau – Cabaye, Makoun – Debuchy, Acimovic (Landrin), Audel (Dernis) – Odemwingie (Fauvergue)

TORE: 0:1 Makoun (47′), 1:1 Farnerud (72′), im Elfmeterpölen trafen Devaux, Kante, Carlier und Niang für Straßburg sowie Landrin und Cabaye für Lille. Tafforeau und Dernis verschossen.

ZUSCHAUER: 7.844, davon vielleicht 80 aus Lille