Archiv für die Kategorie ‘FC Basel’

UEFA-Cup: Racing Strasbourg – FC Basel 2:2 (1:2)

Donnerstag, 16. März 2006
RC Strasbourg Stade de la Meinau,
Strasbourg, Frankreich
FC Basel

Auch zu diesem Spiel wurde mit der Bahn angereist – von Karlsruhe ja ein Katzensprung.

Am Hauptbahnhof in Strasbourg konnte man noch die Vorbereitung der Staatsmacht für die Ankunft des Hauptmobs der Basler begutachten, ehe der Zug auch schon eintraf und man sich in die Menge mischte und per Straßenbahn zum Stade de la Meinau gefahren wurde.

Dort verdrückte ich mich erstmal aus dem Mob, was auch erstaunlich problemlos gelang, um auf den Rest der Braunschweiger Kollegen zu treffen, die mich auch direkt am McDonald’s fanden.

Gemeinsam ging es dann zum Gästeeingang und kurz darauf auch in den Gästeblock (mit einem netten fünf Meter hohen Zaun) – vielen Dank an dieser Stelle an die Freunde aus Basel, die uns mit Tickets für dieses Spiel versorgt hatten!

Das Stadion sollte heute nur zu einem Bruchteil gefüllt werden, die desolate sportliche Situation des RC Strasbourg im Allgemeinen, die 2:0-Vorlage im Hinspiel der Basler im Speziellen und sicherlich auch die frühe Anstoßzeit von 18h00 bewirkte, dass sich nur gut 8.000 Zuschauer im Stadion einfanden, darunter gut ein Viertel aus Basel, unterstützt von Braunschweigern und Mannheimern. Der Heimblock, in dem die Ultra Boys 90 das Sagen haben, war grade einmal zur Hälfte gefüllt.

Zu Spielbeginn gab es von Baslerseite eine Choreographie im gesamten Gästesektor, bestehend aus weißen Pappen und einer Folie mit dem Baslerstab. Die Stimmung bereits phantastisch, unsere schweizer Freunde legten heute einen geilen Support hin!

Die gute Stimmung wurde kurz nach Spielbeginn noch untermauert, da bereits in der 3. Minute Eduardo zum 1:0 für die Eidgenossen traf und damit die Hoffnung auf ein Weiterkommen der Franzosen enorm schwächte.

Zwar traf in der 10. Minute Carlier für die Elsässer aus einer deutlichen Abseitsposition zum 1:1, jedoch tat das weder dem Spiel noch der Stimmung auf den Rängen des FC Basel Abbruch, auch wenn die Straßburger nun ihre Chancen witterten.

In der 26. Minute machte erneut Eduardo alles klar, nach einem Pass von Delgado schoss er das 2:1, damit würde der RCS noch vier Tore erzielen müssen, um weiter zu kommen.

Der Schock bei den Elsässern saß tief, der FCB konzentrierte sich nun mehr auf die Defensive, so dass das Spiel bis zur Pause ohne weitere Höhepunkte auskam – aber auch dies beeinträchtigte die Stimmung im Gästeblock nicht.

Auch in der zweiten Hälfte (die übrigens wieder mit einer Choreographie der Basler eingeläutet wurde) änderte sich nicht viel, Basel ließ den Ball laufen, ohne sich jedoch übermäßig anzustrengen, die Straßburger versuchten halbherzig, das Spiel zu drehen, konnten aber auch nicht viel Zählbares vorweisen, bis Kanté rund zehn Minuten vor Ende eine Ecke zum 2:2-Ausgleich verwandeln konnte.

Die Elsässer versuchten in den verbleibenden Minuten zwar noch zornig weitere Treffer zu erzielen, kamen jedoch nicht ernsthaft gegen die abgeklärte Defensive des FC Basel an.

Nach Abpfiff natürlich großer Jubel im Gästesektor, wie schon zu Spielbeginn und zu den Toren wurden einige Fackeln gezündet und ordentlich gefeiert (ob es allerdings besonders schlau ist, zum Anpfiff der 2. Hälfte Leuchtspur in den Anstoßkreis zu schießen, wo sich der RCS auf den Anstoß bereitmachte, ist sicherlich mindestens diskutabel – bei einem Treffer hätte ich mich nicht gewundert, wenn die UEFA Basel vom Wettbewerb ausgeschlossen hätte).

Pyromanie

Nach einer kurzen Blocksperre ging es aus dem Stadion, wo sich auf dem Parkplatz unsere Wege trennten, für mich ging es mit der Straßenbahn wieder zum Bahnhof und von dort per Nahverkehrszug zurück in die badische Zivilisation.

Der FC Basel hat mit einer souveränen Leistung in den beiden Achtelfinalspielen, das erste Mal seit 32 Jahren ein UEFA-Cup-Viertelfinale erreicht und wird als nächstes auf den Middlesbrough FC treffen, ehe es im Halbfinale gegebenenfalls gegen den Sieger des rumänischen Derbies Steaua vs. Rapid Bukarest geht.

RC STRASBOURG: Nicolas Puydebois – Yves Deroff, Habib Bellaid, Cédric Kanté, Ahmed ‚Abou‘ Moslem – Pascal Johansen, Ricardo Faty, Pontus Farnerud, Arthur Boka – Rudy Carlier, Alexander Farnerud. TRAINER: Jacky Duguépéroux

FC BASEL: Patrick Zuberbühler – Reto Zanni, Boris Smiljanic, Daniel Majstorovic, Bruno Berner (Scott Chipperfield, 79′) – Papa Malick Ba – David Degen, Mladen Petric, Matias Emilio Delgado (Ivan Ergic, 66′), Mile Sterjovski – Eduardo Adelino Da Silva (Baykal Kulaksizoglu, 86′). TRAINER: Christian Gross

SCHIRI: Benquerença (Portugal)

TORE: 0:1, 1:2 Eduardo Adelino Da Silva (3′, 26′), 1:1 Rudy Carlier (10′), Cédric Kanté 2:2 (78′)

ZUSCHAUER: erbärmliche 8.115, aber immerhin gut 2.000 Basler mit Unterstützung aus Mannheim und Braunschweig

UEFA-Cup: FC Basel – RC Strasbourg 2:0 (1:0)

Donnerstag, 09. März 2006
FC Basel St. Jakob-Park,
Basel, Schweiz
RC Strasbourg

Mit Zug und Bus ging es mal wieder zu den Eidgenossen, wo heute das Hinspiel des UEFA-Cups gegen des Racing Club Strasbourg (aka Rasensportclub Straßburg) gespielt wurde.

Kurioserweise traf man ja bereits im ersten Spiel der Gruppenphase aufeinander, dieses Spiel verlor der FC Basel mit 0:2.

Nach Siegen gegen Roter Stern Belgrad und Tromsö IL verlor der FC Basel das letzte Gruppenspiel und erreichte die Zwischenrunde nur dank der Schützenhilfe der bereits qualifizierten Strasbourger, die in der letzten Minute gegen Belgrad ausgleichen konnten.

In der Zwischenrunde konnte sich Basel mit einem 1:0-Heimsieg und einem 1:1 in der Ferne gegen den AS Monaco durchsetzen, so dass nun die Karten neu gemischt waren.

Strasbourg kämpft zur Zeit in der Ligue 1 um den Klassenerhalt, was zur Verunsicherung der Mannschaft und des Umfelds beiträgt. Nur gut für den FC Basel.

Am Stadion angekommen traf ich recht schnell auf den Rest aus Braunschweig, der per PKW angereist war und mir netterweise schon ein Ticket mitbesorgt hatte.

Noch kurz was getrunken bzw. gegessen und dabei mit den Basler Freunden geredet (die sich peinlich berührt zeigten, dass wir nicht nur die Karten sondern auch unser Bier selbst gekauft hatten) und dann ging es auch schon in die Muttenzer Kurve.

Dort war mal wieder eine Aktion der besonderen Art geplant: große Luftballons in blau-weiß (die Farben nicht nur vom heutigen Gegner sondern auch von beiden Rivalen aus Zürich) waren mit Federn gefüllt und wurden mit Zündschnüren präpariert.

Bei dem Einlauf der Mannschaften wurden diese Ballons also in den Basler Himmel gelassen, nur um kurz darauf zu platzen – dazu gab es ein Spruchband „Wir lassen jeden blau-weißen Traum zerplatzen“. Ein Schauer aus weißen Federn zog sich dank des Winds durchs ganze Stadion.

Das Spiel begann gleich gut für die Basler, die heute deutlich zeigen konnten, wer Herr im Haus ist: in der achten Minute ein Foul an der Strafraumgrenze an Delgado, der sich die Chance nicht nehmen ließ und den Freistoß direkt um die Mauer der Strasbourger in die linke obere Ecke schoss.

Quasi im Gegenzug dann zwar eine gute Möglichkeit für den Gast aus dem Elsass, der Ball ging jedoch knapp neben das Tor.

Auf Basler Seite wurde weiterhin gut kombiniert und es wurden auch zahlreiche gute Chancen herausgespielt, Zählbares war jedoch nicht darunter, auch weil der Kepper vom RCS stets zur Stelle war.

Die Stimmung in der Kurve durchweg gut, leider kamen heute nur gut 14.000 Zuschauer, erbärmlich, wenn man bedenkt, dass Basel an die 24.000 Dauerkarten verkauft hat.

Auch aus dem nahen Elsass war nur eine geringe Anzahl Gäste angereist, etwa 300 Straßburger, unterstützt von ein paar Phönix Sons aus Karlsruhe, hatten die nur 150km lange Strecke an diesem Abend auf sich genommen. Stimmung war dort auch vorhanden, zwar nicht zu hören, es gab jedoch einiges an Bewegung.

Zu Beginn der zweiten Hälfte verflachte das Spiel zunehmend, Basel tat nicht mehr als nötig, der Gast versuchte zwar sein Möglichstes scheiterte jedoch regelmäßig an der Abwehr des FCB oder am eigenen Pech, wenn mal wieder knapp am Tor vorbeigeschossen wurde.

In der 89. Minute machte dann der kurz vorher eingewechselte Kuzmanovic den Sack zu, 2:0 für den FC Basel, eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Straßburg.

Mich zog es relativ zügig nach Spielende zum badischen Bahnhof, während der Rest der Braunschweiger noch den Sieg mit den Basler Freunden feierte.

FC BASEL: Patrick Zuberbühler – Bruno Berner, Boris Smiljanic, Daniel Majstorovic, Reto Zanni – Papa Malick Ba (Ivan Ergic, 83′), Matias Emilio Delgado, David Degen (Zdravko Kuzmanovic, 77′), Mile Sterjovski – Eduardo Adelino Da Silva, Mladen Petric. TRAINER: Christian Gross

RC STRASBOURG: Nicolas Puydebois – Yves Deroff, Karim Haggui (Habib Bellaid, 87′), Cédric Kanté, Ahmed ‚Abou‘ Moslem – Abd Rabo Hosni, Edgard Gnoleba Loué (Yacine Abdessadki, 39′) – Amara Diané, Pontus Farnerud, Guillaume Lacour (Arthur Boka, 63′) – Alexander Farnerud. TRAINER: Jacky Duguépéroux

SCHIRI: Stefano Farina (Italien)

TORE: 1:0 Matias Emilio Delgado (8′), 2:0 Zdravko Kuzmanovic (89′)

ZUSCHAUER: nur 14.243, gut 300 Gäste aus Strasbourg

UEFA-Cup: AS Roma – FC Basel 3:1 (2:0)

Mittwoch, 14. Dezember 2005
AS Roma Stadio Olimpico,
Roma, Italien
FC Basel

Nach ziemlich genau elf Monaten sollte es also mal wieder in die ewige Stadt gehen – ein günstiger Flug war schnell gefunden, nun musste ich nur noch nach Hahn kommen – also mit dem letzten Zug nach Heidelberg, da ne Stunde lustig Aufenthalt, ehe der Bus durchstartete.
Kaum eingestiegen übermannte mich dann auch die Müdigkeit, so dass ich erst am Flughafen wieder aufwachte.

Dort warteten schon unsere Mannheimer Freunde in größerer Zahl und man begab sich bald durch den Security Check, um noch ein Frühstücksbierchen zu genießen.

Pünktlich hob die blau-gelbe Maschine dann auch ab und kaum hatte man es sich versehen, landeten wir auch schon in Ciampino vor den Toren Roms.

Etwa zeitgleich kam auch ein Flieger aus Basel, in dem auch die ersten Bekannten waren, die uns gewohnt freundlich begrüßten.

Nach kurzer Wartezeit landete dann schließlich auch noch der EasyJet-Flug aus Berlin, in dem der Braunschweiger Pöbel mitflog.

Erstaunlicherweise gab es nirgendwo auch nur die geringsten Probleme, stand die ganze Tour doch bis kurz vorher auf der Kippe.

Für uns Krawalltouristen wurde auch direkt am Flughafen einiges geboten – das Abflugterminal wurde wegen einer Bombendrohung geräumt und ein herrenloser Koffer vor dem Eingang gesprengt.

Mit Bus und Bahn ging es in die City, wo nach kurzem und planlosen Rumlatschen der Basler Hauptmob getroffen wurde und man es sich erstmal für längere Zeit in der Sonne auf der spanischen Treppe gemütlich machte und ein paar Biere genoß.

Nach einigen Stunden ging es dann von dort zur Piazza Popolo, wo der Haupttreffpunkt für alle Basler und Freunde war. Ein Penner mit lecker eitrigem Pflaster am Hals ließ sich durch uns nicht wirklich stören und schlief hinter unserer Bank den Schlaf der Gerechten.

Irgendwann wurde dann zum Aufbruch geblasen, mit Polizeieskorte ging es zu einem Park etwas außerhalb, wo die Busse warteten, die uns zum Olympiastadion bringen sollten.

Dort angekommen gab es dann einiges Theater, da nur Leute mit Ticket UND Voucher vom FC Basel eingelassen wurden – und zwar nach Vergleich der Personalien mit den auf den Tickets aufgedruckten Namen. Einige hatten sich die Tickets aber direkt in Rom gekauft und schauten dadurch in die Röhre, wiederum andere blieben aus Solidarität mit den Ausgesperrten vor den Toren des Stadions.

Nach mehreren Durchsuchungen seitens der Carabinieri war man dann aber im Stadion, welches heute nur zu ca. einem Viertel gefüllt werden sollte.

Der FC Basel verlor das letzte Spiel der Gruppenrunde zwar mit 3:1, da der bereits für die Zwischenrunde qualifizierte RC Strasbourg jedoch in der 94. Minute noch den Ausgleich gegen Crvena Zvezda (Roter Stern Belgrad) erzielte, konnten auch die Basler ein Weiterkommen bejubeln!

Auf den Rängen begann der Support in Halbzeit eins einigermaßen verhalten, nach der Halbzeit gab es dann aber noch eine ordentliche Pyroeinlage und durchaus laute Unterstützung.

Basler Pyromanie

...und noch mehr Basler Pyromanie

Nach dem Spiel und der obligatorischen Blocksperre durfte man dann irgendwann wieder zu den Bussen, die dann aber auch noch lange auf die Abfahrt warteten und uns schließlich samt Polizeieskorte unter Blaulicht zum Bahnhof brachten – leider nicht wie erwartet nach Termini sondern zu einem Vorortbahnhof – also dort erstmal in den erstbesten Zug in die City.

Nun ist Rom in der Woche nachts nicht grade eine pulsierende Weltstadt, so dass wir doch erstmal ein wenig hilflos waren, wo es hingehen soll (…und sich einige für den Bezug eines Zimmers in der Jugendherberge entschieden…).

Nach kurzem Hin und Her wurde dann aber ein Dönerladen besetzt und dem dortigen Besitzer ein Wahnsinnsumsatz beschert. Irgendwann meinte der gute Mann jedoch – es war so gegen 3h morgens, dass er jetzt doch mal schließen wollen würde und das ja auch illegal sei… Auch unser Vorschlag, doch einfach die Tür zuzumachen und uns in Ruhe zu lassen, konnte den guten Mann nicht überzeugen. Indem man den Guten aber erstmal eine ganze Zeit ignorierte, konnte der Rausschmiss in die kalte Römer Nacht noch ein wenig herrausgezögert werden – irgendwann mussten wir dann aber doch kapitulieren.

Vor der Tür fand uns direkt ein Penner sympathisch und schaffte es, uns durch die Römer Nacht zu treiben – niemand wollte sich von ihm anfassen lassen, wir hatten unseren Spaß, er hatte offenbar auch seinen Spaß, also sei es drum.

Netterweise hatten ein paar fliegende Verkäufer noch ihre Stände offen, so dass man sich wenigsten noch ein wenig mit Bieren eindecken konnte und dann vor dem mittlerweile geschlossenen Bahnhof auf den Morgen und damit den Bus zum Flughafen wartete.

Neben ca. 20 Leuten aus Braunschweig und Basel bestand diese illustre Gesellschaft noch aus diversen Pennern, die ebenfalls kein zu Hause ihr Eigen nennen konnten.

Wir überlegten gerade, den Hut rumgehen zu lassen, um für einen Bum-Fight der Jungs zu sammeln, als es bei denen auch schon losging – eine nette Keilerei von zwei Tippelbrüdern, immer wieder durch zwei andere angeheizt. Technisch auf hohem Niveau, wenn der Alkohol nur nicht die Koordination bei den Jungs beeinträchtigt hätte.

Irgendwann war auch diese Vorstellung vorbei und wir hatten immer noch ewig Zeit totzuschlagen, also standen wir alle mehr oder minder genervt in der Gegend rum, bis endlich der Bahnhof öffnete, in dem es nur noch kalt und nicht mehr saukalt war.

War dann auch nur noch ’n Stündchen eh dann der erste Bus zum Flughafen fuhr und man sich dort auf dem harten Boden zu einem Nickerchen lang machen konnte… Auch das war irgendwann überstanden und es hieß Abschied nehmen, von Rom und den Braunschweiger Kameraden. Der Flug zurück nach Hahn wurde komplett verpennt.

Netterweise bot mir Waldhof-Björn an, Jogges und mich bis Mannheim im Auto mitzunehmen, so dass ich ein wenig früher als geplant den Zug nach Karlsruhe bekommen konnte, wo es ziemlich direkt in die Heia ging, die ich dann auch die kommenden zwölf Stunden nicht mehr verließ.

Fazit: eine absolut geile Tour mit den Freunden vom FC Basel und einer phantastischen Truppe Mannheimer und Braunschweiger Kollegen!

AS ROMA: Gianluca Curci, Christian Panucci (Cristian Chivu, 41′), Philippe Mexes, Cesare Bovo, Alberto Aquilani, Rodrigo Taddei, Daniele De Rossi, Simone Perrotta (Aleandro Rosi, 74′), Leandro Damian Cufré, Francesco Totti, Shabani Nonda (Alessandro Faiolhe Amantino Mancini, 84′). TRAINER: Luciano Spalletti

FC BASEL: Patrick Zuberbühler – Reto Zanni, Patrick Müller, Boris Smiljanic, Scott Chipperfield (Mile Sterjovski, 65′) – Papa Malick Ba (Mladan Petric, 46′) – Matias Emilio Delgado, Ivan Ergic (Baykal Kulaksizoglu, 72′), David Degen – Eduardo Adelino Da Silva, Julio Hernan Rossi. TRAINER: Christian Gross

SCHIRI: Dr. Helmut Fleischer (Deutschland)

TORE: 1:0 Rodrigo Taddei (12′), 2:0 Francesco Totti (44′), 3:0 Shabani Nonda (49′), 3:1 Mladan Petric (78′)

ZUSCHAUER: 16.000, darunter knapp 2000 Basler, ca. 30 Braunschweiger und gut zehn Mannheimer…

CL Quali: FC Basel – Werder Bremen 2:1 (1:0)

Mittwoch, 10. August 2005
FC Basel St. Jakob-Park,
Basel, Schweiz
Werder Bremen

Mal wieder direkt von der Arbeit ging es mit dem ICE nach Basel – eine unspektakuläre Fahrt, nur aufgelockert durch etwas planlose Werder-Fans, die irgendwie nicht glauben wollten, daß es klüger ist, in Basel-Bad auszusteigen („Aber das ist doch noch n deutscher Bahnhof und Basel liegt doch in der Schweiz!“) – naja, der Klügere gibt nach, ich bin am badischen Bahnhof raus, die Jungs sind zum SBB weitergefahren.

Mit dem Bus gings zügig zum Joggeli, wo bei schönem Sommerwetter bereits einiges los war. Also erstmal das Ticket abgeholt und noch kurz an der Geschäftsstelle vorbeigeschaut, ehe es mit ein paar Halben zur Tanke ging, wo auf die Abordnung der Braunschweiger Ultras gewartet wurde, die kurz darauf auch eintrafen.

Im Stadion ging es dann zu den Kameraden vom Inferno und man konnte sich schon langsam für den Support fertig machen.

Geschätzte 1.000 Bremer waren anwesend, die auch eine sehr nette Stimmung verbreitet haben – zu hören waren sie zwar nicht, aber der Block war oft in Bewegung, unterstützt von ein paar Doppelhaltern und Schwenkern.

Werder-Fans

Die Muttenzerkurve präsentierte heute eine kleine Choreo aus blauen und roten Plastikfähnchen und einem Graffititransparent, welches unter das Dach gezogen wurde. Nichts außergewöhnliches, aber doch ganz nett.

Das Spiel begann aus Basler Sicht durchaus ansprechend, trotzdem dauerte es bis zur 15. Minute, ehe die erste Großchance auf Schweizer Seite zu verzeichnen war.

In dieser Phase konnten die Bremer nur durch allerhand unfaire Aktionen auf sich aufmerksam machen – schade, dass der Schiri da nicht gleich mal hart durchgegriffen hat.

In der 28. Minute dann das 1:0 von David Degen, der sich immer weiter aus dem Schatten seines Zwillingsbruder herausspielt.

Werder war nach diesem Tor sichtlich geschockt und Basel versuchte nachzulegen, was aber zunächst nicht gelingen sollte.

Nachdem Chipperfield kurz vor der Pause noch eine 100% Chance versiebte, ging es in die Kabine.

Basel drückte in der zweiten Hälfte weiter und Bremen kann im Moment nur dagegenhalten, so ist es auch nur folgerichtig, daß Rossi Reinke nach einer Vorlage von Petric (ausgerechnet…) schön tunneln konnte.

Statt weiter die kämpferischen Tugenden auszuspielen und möglicherweise sogar noch einen höheren Sieg zu erzielen, verflachte das Basler Spiel nun leider ein wenig, so dass die Norddeutschen besser zum Zug kamen.

In der 74. Minute machte Miroslav Klose alles richtig – 2:1…

Nun verkehrten sich die Verhältnisse: Basel war auf „Ergebnis halten“ fixiert, wohingegen die Bremer noch den Ausgleich anstrebten.

Auch Standardsituationen konnten den FCB nicht mehr weiter bringen, so dass man mit dem 2:1 letztendlich zufrieden sein musste. Für die Bremer ist das erzielte Tor natürlich ebenfalls Gold wert, so dass wohl keiner wirklich unglücklich nach Hause fuhr.

Mich zog es wieder zum Badischen Bahnhof und mit dem Zug zurück nach Karlsruhe, wo ich kurz vor zwei in der Früh auch in meinem Bett lag.

FC BASEL: Patrick Zuberbühler – Reto Zanni, Alexandre Quennoz, Boris Smiljanic, Kléber de Carvalho Correa – Papa Malick Ba, David Degen, Scott Chipperfield (Julio Hernan Rossi, 46′) – Matias Emilio Delgado (Ivan Ergic, 65′) – Mladen Petric, Mile Sterjovski (Baykal Kulaksizoglu, 70′). TRAINER: Christian Gross

WERDER BREMEN: Andreas Reinke – Ümit Davala, Petri Pasanen, Naldo, Jelle Van Damme (Christian Schulz, 46′) – Jurica Vranjes, Johan Micoud, Torsten Frings (Patrick Owomoyela, 65′), Tim Borowski – Miroslav Klose, Ivan Klasnic. TRAINER: Thomas Schaaf

SCHIRI: Paul Allaerts (Belgien)

TORE: 1:0 David Degen (28′), 2:0 Julio Hernan Rossi (52′), 2:1 Miroslav Klose (74′)

ZUSCHAUER: 28.101, ich tippe mal auf so ca. 1.000 Bremer

Super League: FC Basel – FC Zürich 3:2 (0:2)

Sonntag, 24. April 2005
FC Basel St. Jakob Park,
Basel, Schweiz
FC Zürich

Nachdem ich die Zeit zwischen den beiden Spielen mit einem Spaziergang entlang der deutsch-schweizerischen Grenze verbracht hatte, erreichte ich um kurz nach 14h00 den Parkplatz vom Joggeli.

Zunächst beehrte ich mal wieder den Fanshop, ehe es mich zu der Shell-Tankstelle vor der (und dank des Regens auch bald in die) Muttenzer Kurve zog.

Dort waren bereits Vorbereitungen zur heutigen Choreo in vollem Gange: das gesamte Parkett bekam kurz vor Beginn Plastikleibchen, die dann beim Einlauf der Mannschaft angezogen werden sollten. Außerdem bat man darum seinen Platz anschließend nicht zu verlassen, bzw. sich nach der Pause wieder dort hinzustellen.

Dadurch entstand eine Kurvenbild, welches das gesamte Spiel über Bestand hatte – die Kurve war vertikal in Blau und Rot unterteilt, eine große gelbe (schwarzumrandete) 12 symbolisierte den 12. Mann. Dazu sollte es beim Einlauf farbigen Rauch geben.

Choreographie FC Basel-FC Zürich

Die Züricher konterten mit einem einzigen, dafür doch recht lauten Knaller (Knallpetarde, wie man in der Schweiz sagt) sowie einer gelungene Schalparade.

Da es bereits die ganze Zeit am pissen war, war der Boden extrem schmierig, was besonders dem FCB anfangs große Probleme bereitete.

Nach nur drei Minuten ein stammer Schuss, den Zubi abwehren konnte, der Nachschuss geht an den Pfosten und der dritte Nachschuss leider ins Tor. 0:1 für den ungeliebten Gast aus Zürich.

Der FC Basel versuchte nun den Ausgleich zu markieren, doch wie so oft kam alles anders als nach 30 Minuten Daniel Gygax zum 2:0 aus Sicht des Gastes erhöhen kann: ein langer Paß von Nef erreichte den Nationalspieler Gygax.

Wütende Szenen gab es anschließend, da diese Szene auf den Videowänden wiederholt wurde und Spieler wie Zuschauer ein Abseits gesehen haben wollen – ich konnte das nicht genau erkennen, denke aber, dass das Tor regulär war. Besondere Brisanz kam dadurch, dass bei strittigen Szenen, keine Wiederholung im Stadion gestattet ist.

Durch dieses Tor zeigte sich Basel zunächst etwas geschockt, kam aber dann doch wieder besser ins Spiel und versuchte, vor der Pause wenigstens noch den Anschlusstreffer zu erzielen, was jedoch nicht gelingen sollte.

Beide Mannschaften kamen zwar unverändert aus der Kabine, trotzdem wirkte Basel wie ausgewechselt.

Es begann nun ein Sturmlauf auf das Tor der Zürcher mit Chancen im Minutentakt, doch sollte zunächst das Glück einfach fehlen.

In der 55. Minute dann endlich der erlösende Anschlusstreffer durch Jimmygool, der einen abgewehrten Schuß von Delgado abstauben kann.

Jetzt steht das Joggeli Kopf, war die Stimmung vorher trotz des Rückstands schon nicht schlecht, so werden die Blau-Roten nun bedingungslos nach vorne gebrüllt.

Und es geht weiter, nur eine Minute später kann Taini einen Schuss von Delgado halten, kann aber erneut eine Minute später sich nur mit einem Foul retten – Elfmeter.

Vor Ausführung des Elfers kommt es zu Reibereien an der Strafraumgrenze, in deren Verlauf der Züricher Keita wohl Kléber einen Ellenbogenstoß versetzt. Alles halb so wild, aber die Ausführung des Elfers wird dadurch verzögert – und schließlich verschießt Gimenez den Ball.

Nur eine Minute später macht er aber wieder alles gut, Jimmygool schießt, Taini scheint zu halten, aber ihm rutscht der Ball ins eigene Tor – das sah nicht gut aus für den Keeper der Züricher.

Und offenbar schien ihn dies und die Tatsache die Muttenzer Kurve im Rücken zu haben, nervös zu machen – 75% seiner Abschläge gingen von da an ins Aus und der Rest zum Gegner.

Die Stimmung zu diesem Zeitpunkt natürlich von Heimseite phantastisch – hier ging noch mehr, mit einem Unentschieden wollte sich kein Zuschauer und kein Spieler zufrieden geben.
Von den Zürichern war mittlerweile nicht mehr viel zu hören – vorher waren sie durchaus stimmgewaltig und auch in der Kurve zu hören gewesen.

Es folgt Eckball über Eckball, Taini muss doch noch mal zu überwinden sein. Der gerade erst eingewechselte Smiljanic schafft es schließlich in der 74. Minute mit einem gefährlichen Aufsetzer. 3:2, Spiel gedreht, obwohl ein Elfer verschossen wurde – was will man mehr?!

Auf den Rängen war es bei den Zürichern nun sehr ruhig, auf dem Platz gab man sich bei den Blau-Weißen offenbar ebenfalls dem Schicksal hin – konnte allerdings erfolgreich verhindern, noch höher zu verlieren.

Die Plastikleibchen wurden kurz vor Ende synchron ausgezogen und Schal/Fahne/Wedel verwandt – was ebenfalls einen tollen Eindruck machte. Schließlich – ebenfalls auf Kommando – warf die gesamte Kurve die Plastiksäcke nach unten – davon gibt es leider nur mäßige Bilder im Internet – sah auf jeden Fall sehr geil aus.

Zehn Minuten vor Schluß wird der starke Rossi rausgenommen, der bei dem Schiri wohl bei nächster Gelegenheit eine rote Karte bekommen hätte.

Drei Minuten Nachspielzeit mußten die Basler Fans noch ertragen, dann endlich pfiff der Schiedsrichter die Partie ab.

Nach einigem Feiern verließ ich das Stadion und machte mich auf den Weg zu meinem Auto – wäre ich noch da geblieben und Richtung Gellertkurve gezogen, dann hätte man wohl noch Augenzeuge einiger Riots werden können.

Stattdessen ging es für mich nach Hause, an der Grenze musste der deutsche Zöllner doch ein wenig über meinen FC Basel-Schal schmunzeln.

FC BASEL: Pascal Zuberbühler – Patrick Degen, Marco Zwyssig, Patrick Müller, Kléber de Carvalho Correa – Sébastien Barberis (Boris Smiljanic, 68′), Scott Chipperfield, Matias Emilio Delgado, Reto Zanni – Julio Hernan Rossi (David Degen, 82′), Christian Gimenez (Mile Sterjovski, 91′). TRAINER: Christian Gross

FC ZÜRICH: Davide Taini – Florian Stahel, Daniel Stucki, Blerim Dzemaili (Daniel Tarone, 76′), Alain Nef – Iulian Filipescu, Xavier Margairaz (Francisco Guerrero, 84′), Daniel Gygax, Mihai Tararache, Francesco Di Jorio (Adrian Illie, 63′), Alhassane Keita. TRAINER: Lucien Favre

SCHIRI: Massimo Busacca (Bellinzona)

TORE: 0:1 Xavier Margairaz (3′), 0:2 Daniel Gygax (30′), 1:2, 2:2 Christian „Jimmygool“ Gimenez (55′, 59′), 3:2 Boris Smiljanic (75′)

ZUSCHAUER: 25.768

Super League: FC Basel – Grasshoppers Zürich 4:1 (1:1)

Sonntag, 06. März 2005
FC Basel St. Jakob-Park,
Basel, Schweiz
Grasshoppers Club Zürich

Nachdem am Samstag die Reise nach Bremen (der BTSV holte dort durch ein spätes Tor von Jürgen Rische ein 1:1-Unentschieden, nachdem die Bremen Amas bereits in der fünften Minute die Führung erzielten; unter den gut 1.600 Zuschauern waren nach Schätzungen 1.300 Braunschweiger) sowieso und krankheitsbedingt die Tour ins Kaiserstuhlstadion von Bahlingen (wo der SV Waldhof Mannheim zu einem wichtigen 3:1-Sieg kommen konnte) ausgefallen war, war ich zumindest heiß drauf, das Prestigeduell FC Basel vs. Grasshopper-Club Zürich mitzunehmen.

Nachdem das letzte Aufeinandertreffen am 12. September letzten Jahres mit einem 8:1-Debakel für den Gast aus Zürich endete, hoffte ich natürlich auch dieses Mal auf zahlreiche Tore – und sollte auch nicht wirklich enttäuscht werden.

Auch ansonsten war es natürlich ein namhaftes Aufeinandertreffen – der Schweizer Rekordmeister Grasshoppers (übrigens als zweitältester Schweizer Club 1886 von englischen Studenten gegründet) mit seinen 27 Meistertiteln, 18 Pokalsiegen (davon 8 Double), der mittlerweile aber sowohl finanziell als auch sportlich seiner Historie hinterherläuft, gegen die aktuelle Nummer 1 bei den Eidgenossen mit immerhin zehn Meistertiteln und sieben Pokalerfolgen.

So ging es also am Sonntag mittag per Bahn nach Basel. Es schneite ziemlich stark und ich hatte schon insgeheim die Befürchtung, dass das Spiel gefährdet sein könnte und war dementsprechend froh, am Joggeli alles für ein Fußballfest vorbereitet zu finden.

Das Stadion füllte sich relativ langsam, an den Eingängen wurden Tickets für das Spiel FC Zürich-FC Basel verkauft – wegen der Vorkommnisse beim letzten Spiel in Zürich (Anfang Dezember beim GC), als die Polizei kurzerhand und unbegründet einen ganzen Zug in Gewahrsam nahm, ruft der Großteil der Fanszene in Basel zu einem Boykott des Spiels auf – statt dessen wird es im St. Jakob Park eine Übertragung des Spiels auf Großbildleinwand geben.

Ich bin da ja hin und her gerissen – zum einen finde ich es klasse, damit wird ein deutliches Zeichen gesetzt, zumal Basel ja immer viele Awayfans im Gepäck hat und dadurch zu einem nicht unbedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Gastgeber geworden ist. Andererseits: der FCB wird also auswärts ohne Unterstützung antreten müssen – ich hoffe, das geht nicht nach hinten los.

Mit Freude konnte ich sehen, daß nach dem Ausscheiden aus dem UEFA-Cup die unseligen Klappsitze aus der Muttenzer Kurve verschwunden waren, so dass diesmal echte Stehplatzatmosphäre aufkommen konnte, ohne ständig über Sitze zu stolpern oder sich das Schienenbein an einem Klappsitz zu prellen.

Kurz vor Beginn wurden Luftballons, Plastikfähnchen, aber auch große Schwenker und Doppelhalter in der Muttenzer Kurve verteilt, die dann beim Einlaufen der Teams für eine gelungene Kulisse sorgten. Ein wenig bunter Rauch und Bengalos waren auch am Start, jedoch eher verhalten. In erster Linie wurde eben mit dem Fahnenmeer geglänzt.

Auf seiten der Zürcher gab es ein Banner „Widerstand“ – keine Ahnung, was davon der Hintergrund ist. Ebenfalls fiel auf, dass sie das gesamte Spiel hindurch immer wieder Spruchbänder präsentierten, die offenbar gegen die auch in der Schweiz im Hinblick auf die Euro 2008 erhöhten Repressalien anspielten. Das erste lautete „Auswärts zu Gast – willkommen im Knast“, was sicherlich ebenfalls eine Anspielung an die Ereignisse in Zürich erinnerte, zunächst hielt ich das noch für eine ironische Provokation, jedoch zeigten die späteren Spruchbänder (besonders schön das schwyzerdütsche „Isch das dä Fussball wonär wänd? Kei Emotione und d’Fans dusse mit bundnä Hände“, auch wenn es ein wenig gedauert hat, bis die drei Bahnen in der richtigen Reihenfolge präsentiert wurden), dass das wohl doch eher unerwartete Solidarität ausdrücken sollte. Zumal die Züricher wohl auch im Moment massiv unter Aktionen des Vereins und der Staatsmacht gegen sie leiden müssen

Laut FCB-Homepage wurden 28.500 Eintrittskarten für diese Partie verkauft, es wurden dann aber nur gut 21.000 besetzte Plätze gemeldet.

Das Spiel begann furios, bereits nach 150 Sekunden flog der Zürcher Seoane mit einer roten Karte vom Platz – meines Erachtens ziemlich hart, Gelb OK, aber rotwürdig war das nicht. Naja, egal, ich werd mich nicht beschweren, wenn die Scheisse vom See dezimiert wird.

Basel stürmte nun zwar und versuchte, Kapital aus der zahlenmäßigen Überlegenheit zu erzielen, die Abwehr von GC stand jedoch sicher und es kam wie es kommen musste: in der 20. Minute das 0:1 nach einem Fehler von Zwyssig.

Zum Glück konnte Basel bereits sechs Minuten später durch einen schönen Abstauber von Carignano nach einem tollen Paß von Zanni ausgleichen.

Knapp zehn Minuten später hätte das 2:1 fallen können, ein Zürcher war jedoch dazwischen und fast im Gegenzug gab es dann noch eine Riesenchance für den GC.

Kurz nach der Pause dann erneut eine rote Karte, diesmal für Scott Chipperfield, der sich nach einem Foul von einem GC-Verteidiger wohl zu einer Tätlichkeit hat hinreißen lassen. Dies konnte ich nicht gut erkennen und dachte zunächst, dass der Schiri die falsche Karte aus der Tasche gezogen hatte, nachdem kurz nach der Roten auch die gelbe Karte gezogen wurde – diese jedoch für den Zürcher Lichtensteiner, der Chipperfield gehalten hatte.

Nun ware das Spiel also sowohl von der Mannschaftsstärke als auch vom Spielstand wieder ausgeglichen, nur zwei Minuten später jedoch hätte es die nächste rote Karte geben müssen, als der Züricher Verteidiger Stepanovs im Strafraum den Ball mit der Hand spielte. Hier beließ es der Mann in Schwarz jedoch bei einer Verwarnung und einem Elfmeter, den Gimenez eiskalt verwandelte.

Nur fünf Minuten später dann die Vorentscheidung: Zwyssig erzielt mit einem schönen Kopfball das 3:1 für die Basler.

Die Grasshoppers gaben sich zwar nicht auf, kamen auch noch zu einigen Möglichkeiten, jedoch stand die Basler Abwehr meist sicher und spätestents Zubi war nicht zu überwinden.

Kurz vor Ende der Partie dann noch ein wunderschönes Tor von Rossi nach Flanke von Zanni.

Nach dem Spiel ging es für mich durchgefroren schnell per Bus zum Badischen Bahnhof und mit dem nächsten Zug zurück nach Karlsruhe.

FC BASEL: Pascal Zuberbühler – Philipp Degen, Alexandre Quennoz, Marco Zwyssig, Kléber – Reto Zanni, Patrick Müller (Julio Hernan Rossi, 46′), Scott Chipperfield – Matias Emilio Delgado (David Degen, 82′) – Christian Gimenez (Sébastien Barberis, 76′), César Carignano. TRAINER: Christian Gross

GC ZÜRICH: Peter Jehle – Stephan Lichtsteiner, Aleksandar Mitreski, Igor Stepanovs, Kim Jaggy – Gerardo Seoane, Tariq Chihab (Luca Denicolà, 48′), Ricardo Cabanas, Sahr Senesie (Vyacheslav Hleb, 60′) – André Muff, Rogerio (Vero Salatic, 5′). TRAINER: Hanspeter Latou

SCHIEDSRICHTER: Busacca

TORE: 0:1 André Muff (20′), 1:1 César Carignano (26′), 2:1 Christian Gimenez (53′, Handelfmeter), 3:1 Marco Zwyssig (58′), 4:1 Julio Hernan Rossi (87′)

ZUSCHAUER: 21.078, davon vielleicht 400 aus Zürich

UEFA-Cup: FC Basel – OSC Lille 0:0

Donnerstag, 17. Februar 2005
FC Basel St. Jakob-Park,
Basel, Schweiz
OSC Lille

Nach den Spielausfällen der vergangenen Wochen und der Überdosis an sinnlosen Testspielen, war ich froh, endlich mal wieder zu einem Pflichtspiel zu fahren. Und dann auch noch nach Basel.

Die Zugfahrt verlief ereignislos, so dass ich kurz vor 19h am Badischen Bahnhof ankam und den bereits wartenden Bus nach St. Jakob bestieg.
Schon am Bus wehte der weihnachtliche Hauch der Schweizer Berggräser zu mir hinüber – ach ja, es ist schon schön bei den Eidgenossen.

Am Stadion erstmal ein Ticket sichern – netterweise wurde ich in der Schlange angesprochen und bekam so mein Billet für 30 statt 40 Franken (immerhin rund 6€ gespart) – offenbar haben sich da einige nach der Auslosung zu dieser Zwischenrunde (oder 1/16-Finale) im UEFA-Pokal mit Tickets eingedeckt und wurden vom mangelnden Interesse überrascht.
Insgesamt sollten heute nur 19.029 Zuschauer das Spiel sehen – da hätte ich doch deutlich mehr erwartet. Wahrscheinlich sind die Basler alle noch fasenachtsgeschädigt.

Nach einem kurzen Besuch im Fanshop hing ich ein wenig an der Shelle rum – da werden doch Braunschweiger Heimatgefühle wach – ehe ich die Stufen zum Joggeli erklomm.

Kurz bevor das Spiel losging, begann es zu schneien, erdnussdicke Flocken schwebten vom Himmel, sah eigentlich ganz hübsch aus.

Pünktlich 20h30 begann der Kick, diesmal ohne Pyro und auch sonst relativ verhalten von der Muttenzer Kurve.

Das Spiel konnte durchaus gefallen, auch wenn es ein paar Minuten dauerte, bis Tempo in die Begegnung kam.

Schon in der dritten Minute ergab sich durch einen von der Strafraumgrenze direkt geschossenen Freistoß die erste hochkarätige Chance für den FCB. Fast im Gegenzug dann ein Angriff der Franzosen (aus dem Stadionprogramm konnte ich lernen, dass Lille erst seit relativ kurzer Zeit französisch ist – Fußball bildet), den Zubi gerade noch zur Ecke klären konnte.

Danach tat sich zunächst auf beiden Seiten nicht mehr viel.

In der 20. Minute haderten die Heimfans mit einer Entscheidung des bulgarischen Schiedsrichters und belegten ihn mit „Hoyzer, Hoyzer“-Rufen – auch bei unserem südlichen Nachbarn ist die Sportwettenaffäre nicht unbemerkt geblieben.

Nach 35 Minuten gab es dann aber wieder eine ganze Stafette an tollen Chancen für die Basler sowie die beste Chance für Lille: ein Fernschuss ging am Außenpfosten vorbei – da hat kein Blatt Papier mehr dazwischen gepasst.

Der FCB hatte im folgenden großes Glück: ein Ball sprang Marco Zwyssig im eigenen Strafraum an die Hand, was der Schiri zum Glück nicht gesehen hat. War zwar sicher keine Absicht, aber Strafstoß hätte man wohl geben können.

Kurz darauf in der 41. Minute jedoch eine ähnliche Situation, die ebenfalls nicht geahndet wurde: der Torwart der Franzosen setzte außerhalb des Strafraums Hand ein.

Kurz vor Ende der ersten Hälfte ging ein Schuss von Reto Zanni nur ans Außennetz des Gastes – dieses Tor wäre unheimlich wichtig gewesen!

Nach dem Pausenpfiff wurde der Schiri mit Pfiffen und schlimmen Wörtern belegt, Gegenstände flogen jedoch keine (obwohl der Spielertunnel ja in Wurfweite ist).

In der 50. Minute gab es erneut eine phantastische Chance für den FC Basel, welche jedoch vom OSC-Keeper zunichte gemacht wird.

Im Folgenden wurde Basel immer stärker und suchte aggresiv die Führung, was sich in weiteren Chancen in der 60. und 65. Minute auswirkte.

Sylva im Tor vom OSC hielt aber alles und beeidruckte durch seine Reaktionen.

In der 88. Minute wurde erneut mit dem Unparteiischen gehadert, da er dem FC Basel einen Strafstoß verwehrte.

Kurz vor Ende der regulären Spielzeit kam auch OSC Lille nochmal zu einer Chance, der Ball flog jedoch knapp über der Latte in die Zuschauer auf der Gellertkurve.

Nach einer kurzen Nachspielzeit pfiff der Schiri das Spiel mit einem torlosen Remis ab, für Basel wird es dementsprechend nächste Woche beim Rückspiel in Lille schwer, naja, aber wenigstens kein Tor kassiert.

Und für mich ging mal wieder eine Serie von Matches ohne 0:0 zu Ende – in dieser Saison ist wirklich der Wurm drin: dies war mittlerweile die längste Serien von immerhin 16 Spielen, aber auch schon mein siebtes 0:0…

Mit dem Bus ging es zurück zum Badischen Bahnhof und nach kurzer Wartezeit mit dem ICE heim nach Karlsruhe.

FC BASEL: Zuberbühler, Kléber, Zwyssig, Müller, Degen P, Zanni (Sterjovski, 71′), Huggel, Chippy, Rossi, Gimenez (Petric, 83′), Carignano. Trainer: Christian Gross

OSC LILLE: Sylva, Debuchy (Cabaye, 75′), Tavlaridis, Moussilou (Odemwingie, 75′), Brunel, Bodmer, Tafforeau, Chalmé, Vitakic, Angwbwa, Dumont. Trainer: Claude Puel

SCHIEDSRICHTER: Genov, BUL

ZUSCHAUER: 19.092, davon ca. 100 aus Lille