Archiv für die Kategorie ‘Oberligen-2008’

OL Hessen: RSV Würges – Eintracht Frankfurt II 1:0 (1:0)

Mittwoch, 03. Oktober 2007
RSV Würges RSV-Stadion Goldener Grund,
Bad Camberg-Würges
SG Eintracht Frankfurt

Es ging mal wieder in den Süden der Republik und wie der „Zufall“ es so wollte, lagen zwei Spiele auf dem Weg. Das erste war der Auftritt der U23 der SGE beim RSV Würges.

Eine gute halbe Stunde vor Kickoff wurde das kleine Stadion „Goldener Grund“ nach einer kurzen Tour durch den Hochtaunus erreicht und der Wagen auf dem offiziellen Parkplatz abgestellt, der noch halb leer war – warum da schon die Zufahrtsstraßen zugeparkt waren, weiß kein Mensch…

Der Ground verfügt über einen Unterstand mit vier Stufen und einer Reihe Bänken über ungefähr Zweidrittel einer Geraden, auf der Gegenseite findet sich eine einzige, einsame Stufe, was auch schon den gesamten Ausbau ausmacht. Halt, neben der „Haupttribüne“ gibts noch den Sprecherturm, inklusive kleinem Glockenturm – die Glocke wurde auch mehrfach geläutet! – und darunter eine Art Old-School-VIP-Lounge, wo ein paar uralte Renter saßen. Schon einigermaßen Kult.

Goldener Grund, Würges

Das Polizeiaufgebot konnte sich auch sehen lassen, Kontrollen am Eingang gab es jedoch keine. Die Beamten hatten auch nix weiter zu tun, Gäste waren nämlich erstaunlicherweise so gut wie keine da, nicht organisiert (sieht man mal von so einem Grüppchen von vielleicht 15 Frankfurtern auf der Geraden ab) und langweilig still.

Das es hier keine Wiederholung des Frankfurter Auftritts in Darmstadt geben würde, war ja klar, aber an einem Feiertag, an dem die Erste nicht spielt, hätte ich mir doch einen größeren Mob erwartet. War wohl auch doch nur ein Strohfeuer, die Unterstützung der U23. Schade! Peinlich wird es dann aber dadurch, dass beim zweiten Spiel des Tages (Mannheim-Derby) mehr Frankfurter waren als in Würges. Leute, das war perfekt zu doppeln!

Insgesamt sehr beschaulich in Würges: wo sonst werden keine falschparkenden Autos, sondern zwei Fahrräder vom Sprecher ausgerufen? (OK, in Münster kann ich mir das auch vorstellen).

Das Spiel war mal wieder auf unterem Oberliganiveau, die Frankfurter optisch besser, Würges aber mit den besseren Chancen und auch dem einzigen Tor des Tages.

Danach – und vor allem in der zweiten Hälfte – merkte man, dass die SGE unbedingt noch was holen wollte. Brachte aber alles nix.

Direkt vor Schluss noch eine lustige Aktion: der Keeper der Frankfurter (übrigens ne ziemliche Graupe) lief bei einer Ecke mit vors gegnerische Tor, der Ball konnte aber abgewehrt und auf seine Bude geschossen werden und rollte so also gen leeres Tor – kurz vor der Linie war dann aber ein Franfurter zurückgesprintet und konnte mit dem Schlußpfiff klären.

Für mich gings direkt zum Auto und auf nach Mannheim…

TORE: 1:0 Zvonimir Vasiljevic (25′)

ZUSCHAUER: ca. 600, nur eine sehr enttäuschende Anzahl Gäste

OL Bayern: SpVgg Bayern Hof – TSG Thannhausen 0:3 (0:1)

Samstag, 29. September 2007
Bayern Hof Stadion Grüne Au,
Hof
TSG Thannhausen

Netterweise wurden für diesen Kick noch kurzfristig drei Mitfahrer abgeworben, die eigentlich zum Spiel der Chemnitzer in Eilenburg wollten – gleich mehrfaches Glück: billiger, für mich lustiger (als alleine fahren) und vor allem war das Spiel in Eilenburg kurzfristig abgesagt worden.

Also wurde am Samstag morgen bei strömendem Regen Mamas Golf gesattelt und der Highway 2 in Richtung Osten befahren.

Mit einem kleinen McD-Stopp (doppelter Skandal: keine Gläser mehr im Maximenü UND kein Cappucino-Shake mehr…) gings problemlos ins bayerische Hof und zum dortigen Oberligaground „Grüne Au“.

Der Regen hatte netterweise aufgehört, so dass man wenigstens nicht auf die Tribüne musste, 7,50 Euro für einen Oberligakick ist aber trotzdem frech!

Grüne Au, Hof/Saale

Das Stadion ist dafür Bombe, die Haupttribüne extrem steil und schmal, skurrile Stufen auf den Stehrängen und auf der Gegengeraden noch eine alte Holztribüne. Zuschauerrekord nach Wikipedia: 19.100 im Aufstiegsspiel gegen Rot-Weiss Essen 1968.

Grüne Au, Hof/Saale

Die SpVgg Bayern Hof ist ja ein Fusionsclub aus der SpVgg Hof und dem FC Bayern Hof (früher bekannt als Britannia Hof), mehrfach konnte man sich als
Meister der Regionalliga Süd in den sechziger und siebziger Jahren für die Aufstiegsrunde zur Bundesliga qualifizieren, wobei ein Aufstieg nicht gelingen sollte, dafür war man Gründungsmitglied der 1974 eingeführten zweiten Bundesliga. Nach vier Jahren stieg man 1978 wieder in die Drittklassigkeit ab und pendelt mittlerweile zwischen Oberliga und Landesliga.

Die aktuelle Situation sieht nicht besonders gut aus – man findet Bayern Hof am Tabellenende, was in dieser entscheidenen Saison den Sturz in die sechste Liga bedeuten würde.

FänEin witziges old-school-Publikum kann Hof sein Eigen nennen, allen voran der Schalmann (Vielen Dank an Melse fürs Knipsen und Rocky fürs zur Verfügung stellen). Aber auch sonst noch ne Menge Originale vor Ort.

Nachdem kürzlich ein Trainerwechsel durchgeführt worden war (neuer Trainer ist Andreas Singer), hofft man nun, „den Bock noch umzustoßen“ – woher kenn ich das nur?

Das Spiel begann direkt auf niedrigem Niveau, ein ziemliches Gebolze wurde den Zuschauern geboten.
Nachdem bereits nach rund zehn Minuten der Gast eine hundertprozentige Chance (wenn auch abseitsverdächtig) verdaddelte, merkte man den Hofern an, dass sie Schiss in der Buxe haben.

Lediglich einmal gabs eine gute Chance für die SpVgg, der Keeper der Gäste konnte im Reflex klären, was den Stürmer dazu brachte, buchstäblich ins Gras zu beißen. Der herzhafter Biss in eine Grassode sorgte wenigstens für Erheiterung auf den Rängen.

Die Schwaben konnten weiter das Spiel bestimmen, die Hausherren leisteten sich dagegen einen Bock nach dem anderen. Somit war es also auch nur eine Frage der Zeit, bis das 1:0 für den Gast fiel.

Der Ex-Koblenzer Joseph Olumide konnte vorher schon Akzente setzen, scheiterte aber am Torhüter der Hofer, schließlich konnte er aber eine Einzelaktion wunderschön abschließen und das 1:0 erzielen.

Bayern Hof nun endgültig ab von der Spur, beim 2:0 wollten gleich drei Abwehrspieler den ballführenden Spieler der TSG Thannhausen angreifen, dabei wurde aber der frei nebenher laufende Angreifer übersehen, ein schöner Pass in den freien Raum, zwei Abwehrspieler, die sich noch gegenseitig umrennen, Tor, 2:0. Oder besser: 0:2.

So langsam wurde auch das Publikum unruhig, nach dem 0:3, erneut nach einem wunderbaren Alleingang von Olumide wurde dann auch eine Bande eingelatscht und am Zaun gerüttelt. „Vorstand raus“-Rufe kenn ich ja auch zur Genüge.
Passiert ist aber weiter nix, die Security vor der Geschäftsstelle blieb auch arbeitslos.

Grüne Au, Hof/Saale

Kurz vor Schluss leistete sich Hof noch eine gelb-rote Karte wegen multiplen Meckerns, die Zuschauer fanden es nicht schön, besonders als von dem Spieler noch Gesten in Richtung Tribüne kamen.

Nachdem man noch die Handvoll Gästefans belächelt hatte, ging es für uns in die Heimat zurück, die mit einem kleinen Schlenker durch Halle (komische Straßenführung, irgendwie ist das neu gewesen…) auch problemlos erreicht wurde.

TORE: 0:1 und 0:3 Joseph Olumide (42′, 64′), 0:2 Mijo Stijepic (54′)

ZUSCHAUER: 700, Gäste vielleicht 10, bestehend aus Eltern und Rentnern

OL Nord: BTSV II – BV Cloppenburg 1:3 (1:1)

Sonntag, 23. September 2007
Eintracht Braunschweig Rheingoldarena,
Braunschweig
BV Cloppenburg

Ziemlich wenig Zuschauer kamen zur heutigen Partie in der Rheingoldarena, selbst der Stadionsprecher zog desolaterweise eine Hoppingtour seiner Pflichterfüllung vor.

Aus Cloppenburg war nur eine enttäuschend kleine Zahl an Leuten dabei, die offenbar mit dem Mannschaftsbus mitgekommen waren, da hätte ich mir doch deutlich mehr erhofft!

Die Rollen schienen klar verteilt – der BV Cloppenburg steht oben in der Tabelle und hat sich klar zum Ziel gesetzt, die Qualifikation für die neue Regionalliga zu schaffen, wohingegen der BTSV eher in südlicheren Tabellenregionen zu finden ist.

Dennoch begann das Spiel mit klaren Vorteilen für den BTSV, eine merkwürdige Abseitsentscheidung weckte den Pöbel, direkt im Anschluss gabs dafür dann wohl die Konzessionsentscheidung, da war unser Stürmer tatsächlich locker drei Meter im Abseits… Nun denn.

Eilers konnte nach einem Freistoß und folgendem Chaos vor dem Strafraum den Ball im Cloppenburger Gehäuse unterbringen – dem Torkrokodil gefiel es!

Ex-Profi Breitenreiter besorgte leider direkt vor der Pause den Ausgleich, in der zweiten Hälfte dann nur noch der BVC am Ball, so dass der Endstand von 3:1 letztendlich auch in Ordnung ging.

Nicht in Ordnung ging allerdings das Gepöbel der Cloppenburger Spieler, das muss ja wohl nicht sein, Ihr Bauern!

BTSV: Nico Lauenstein, Maik Littmann, Marco Dimitrijevic, Ken Reichel, Christoffer Pieper (Rick Latus, 80′), Morsi Barkallah (Fabian Krüger, 80′), Marc Pfitzner, Andreas Ladwig, Sebastian Klisa, Justin Eilers (Philipp Peters, 45′), Benjamin Fuchs. TRAINER: Uwe Hain

TORE: 1:0 Justin Eilers (25′), 1:1 und 1:2 André Breitenreiter (44′, 60′), 1:3 Til Bettenstaedt (77′)

ZUSCHAUER: 293, vielleicht 15 Gäste, davon grad 6 Aktive…

OL Nord: BTSV II – SV Wilhelmshaven 0:0

Freitag, 07. September 2007
Eintracht Braunschweig Rheingoldarena,
Braunschweig
SV Wilhelmshaven

Nach langen, langen Jahren mein quasi erstes richtiges Heimspiel beim BTSV – nach einem kurzen Abstecher in der City ging es per Straba zur Rheingoldarena.

Das Spiel sollte zur zweiten Nullnummer in Folge werden, wobei der Kick auf erstaunlich hohem Niveau geführt wurde – und die Sprehe-Truppe trotz Meisterschaftsambitionen nicht wirklich Akzente setzen konnte.

Der Abend klang dann in Brunswiek Downtown aus. Schönes Gefühl, wieder zu Haus zu sein!

BTSV: Nico Lauenstein – Adrian Wagner, Marco Dimitrijevic, Christoffer Pieper, Maik Littmann – Andreas Ladwig, Jan Washausen (Morsi Barkallah, 46′), Marc Pfitzner, Philipp Peters, Justin Eilers (Sebastian Klisa, 87′) – Sebastian Bönig (Rick Latus, 82′). TRAINER: Uwe Hain

TORE:

ZUSCHAUER: 345, kein einziger Gästefan

OL Nord: Hannover 96 II – BTSV II 2:2 (1:1)

Sonntag, 02. September 2007
Hannover 96 Niedersachsenstadion,
Hannover
Eintracht Braunschweig

Es gibt für den BTSV nur einen echten Derbygegner und das ist das Team von Hannover 96. Über die Rivalität wurden schon Bücher veröffentlicht, so dass es auch nicht überrascht, dass sich – wenn auch abgeschwächt – auch bei der Zweitvertretung Derbyfeeling ausbreitete.

Immerhin rund 400 Braunschweiger fanden den Weg ins Niedersachsenstadion, welches leider mit offiziell nur knapp 1.200 Zuschauern ein trostloses Bild bot – obwohl die Erste vom Lieblingsfeind spielfrei war und Dauerkartenbesitzer freien Eintritt gehabt hätten. Egal, war eh nicht anders zu erwarten.

Ich erreichte das Stadion eine halbe Stunde vor Spielbeginn, der Einlass war schnell gewährt und so konnte man das erste Mal einen Blick in das große Rund werfen, was nicht zuletzt für die WM umgebaut worden war.
Würde man dieses eklige %-Logo aus der Kurve entfernen und ein paar von den roten gegen gelbe Sitzschalen tauschen, nun, dann fänd ich das Stadion schonmal gar nicht schlecht – also für einen Neubau jetzt.

Die alte Schüssel des Niedersachsenstadion fand ich persönlich nie so prall, wobei der Gästeblock natürlich absoluter Kult war, aber obwohl der Neubau klar den Charakter des alten Stadions fortführt, so ist es doch besser geworden.

OK, genug geschleimt.

Unsere Ultras hatten beim Einlass weniger Glück als ich, so dass erst ab der 10. Minute der Awaysektor ordentlich gefüllt war. Dafür konnte man sich aber frei durch die Stadt bewegen und sogar der Altstadt einen kleinen Besuch abstatten – Chapeau, da hat die Polizei wohl gepennt.
Es kam aber zu keinem Kontakt, da Hannoi es vorgezogen hatte, frühzeitig im Stadion zu sein.

Die Stimmung heute war durchaus OK, vielleicht sogar gut zu nennen – wäre das ein normales Spiel. Es war aber das Derby und da hätte ich mir schon ein klein wenig mehr Ernsthaftigkeit und Hass gewünscht.

Zum Sportlichen: es gab ein schiedlich-friedliches 2:2, wobei für uns der Punkt schon sehr glücklich war, da es zwei Situationen gab, wo der Schiedsrichter doch sehr einseitig für uns gepfiffen hatte.
Das eine war eine vermeintliche Schwalbe vom Pfitzner, die mit einem Elfmeter belohnt wurde, das zweite ein etwas rustikaler Einsatz von Horn, wo man sich über einen Elfer – diesmal zu unserern Ungunsten – nicht hätte beschweren können.

Wie dem auch sei – unverdient gewonnene Punkte sind ja eh die Schönsten – nach dem Abpfiff ging es für mich zum Auto und auf schnellstem Weg aus Kackstadt zurück in die Zivilisation.

Niedersachsenstadion, Hannover

BTSV: Adrian Horn – Maik Littmann, Christoffer Pieper, Marco Dimitrijevic, Adrian Wagner – Adil Boukantar (Justin Eilers, 56′), Kai Koitka, Marc Pfitzner, Jan Washausen – Philipp Peters (Andreas Ladwig, 90′), Stefan Hauk (Sebastian Bönig, 83′). TRAINER: Uwe Hain

TORE: 1:0 Daniel Stendel (36′), 1:1 und 2:2 Kai Koitka (41′, Elfmeter & 63′), 2:1 Bastian Schulz (55′)

ZUSCHAUER: 1.127, würd mal sagen, Eindrittel-Zweidrittel Gut-Böse-Verhältnis

OL Westfalen: DJK Germania Gladbeck – FC Gütersloh 2000 3:0 (0:0)

Sonntag, 26. August 2007
DJK Germania Gladbeck Vestische Kampfbahn,
Gladbeck
FC Gütersloh 2000

Schon lange stand die Vestische Kampfbahn ganz oben auf meiner Liste „Dringend zu besuchende Grounds“, nur leider spielte Germania Gladbeck als Verbandsligist auf einem kleineren Sportplatz und nur ganz selten (und dann oft noch unbemerkt) gab es mal ein Testspiel in diesem Hammerstadion. Nun gut, die Germanen sind aufgestiegen, somit ist der Krusenkamp kaum noch geeignet, also kann nun munter in das Stadion Gladbeck, Stadion an der B224 oder aber eben die Vestische Kampfbahn (so wurde die Schüssel bei der Erbauung 1928 getauft und offiziell auch nie umbenannt, wie ich nach kurzem Wikipedieren recherchieren konnte).

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

Überhaupt, Wikipedia ist hier eine sehr ergiebige Ressource, so erfährt man, dass hier der Zuschauerrekord von 45.000 Zuschauern mit dem Match VfR Mannheim – Borussia Dortmund bei der Endrunde um die deutsche Meisterschaft 1950 aufgestellt wurde.

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

Auch, dass der STV Horst-Emscher hier in der Saison 1950/51 Erstligafussball spielte (während das heimische Fürstenbergstadion umgebaut wurde).

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

1986 wurde das Stadion unter Denkmalschutz gestellt.

Mit diesen Eckdaten sollte man meinen, dass es leicht gewesen wäre, eine Autobesatzung für einen Trip gen Westen zusammen zu bekommen (zumal der ursprüngliche Plan noch ein Doppel mit dem A-Jugend-Westfalenderby Arminia-Borussia im Stadion Brackwede vorsah).

Doch weit gefehlt: während Rocky sofort dabei war, kam der Rest der potentiellen Mitfahrer mit merkwürdigen Ausreden daher. Um das Auto noch halbwegs zu füllen, wurde sogar der Kompromiss eingegangen, ein Ausschlafen zu ermöglichen und somit auf das Spiel in Bielefeld zu verzichten. Rocky und ich werden Brackwede wohl nie kreuzen können…

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

Problemlos ging es also über die A2 von Braunschweig nach Gladbeck – eine schöne Razzia auf der Gegenseite bei der erstmal fein alle Autos mit osteuropäischem Kennzeichen rausgewunken wurden, bot ein wenig Kurzweil – da abgefahren, erste links (gegenüber von der Motel-Tanke mit Kultfaktor) und schon ist man nach ca. 300km da.

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

Das Stadion wurde durch das größte der drei charakteristischen Eingangsportale geentert und sich erstmal auf eine umfassende Runde begeben, bei der die mächtigen Stehränge mit 33 Stufen, die wunderbar vergammelten Fahnenmasten (Flutlicht sucht man vergebens) und die anderen Eingänge in Augenschein genommen wurden, ehe wir auf der Seite mit der kleinen Sitztribüne (unüberdacht und erst in jüngerer Zeit erbaut, daher wirkt das Ding wie ein Fremdkörper) erstmal die örtliche Infrastruktur testen konnten. Fazit: das Essen durch die Bank empfehlenswert!

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

So nach und nach füllte sich dann die Schüssel, wir konnten noch Holgi aus seinem Bochumer Exil locken (obwohl der das Kreuz schon gemacht hatte), desweiteren wimmelte es noch von anderen Hopperkollegen. Die Gästefans fanden zu einem großen Teil einen kostenneutralen Zugang zum Stadion, tja, warum lässt man auch die Tore unverschlossen?

Auf Heimseite waren einige recht anachronistisch wirkende Fans zu bewundern (inkl. Gasfanfare), leider auch ein paar Trottel mit Schalke-Trikot (der S04 war auf Awaytour in Wolfsburg).

Das Spiel begann vor rund 400 Zuschauern, wobei die etwa 50 Gütersloher zwar die Barriere gut vollgeflaggt hatten, sich ansonsten aber zurückhielten. Wie sich nach rund 15 Minuten herausstellte, wohl ein Boykott – dank der desolaten sportlichen Situation, man ist weit abgeschlagen von einem Platz für die neue Oberliga (dafür muss man in Westfalen mindestens Zehnter werden, einen Qualiplatz für die dreigeteilte Regionalliga zu fordern wäre wohl vermessen).

So wurde in der Folgezeit komplett (also jedenfalls in der ersten Hälfte) durchsupportet und zwei Spruchbänder präsentiert: „Wir wollen nicht in die Verbandsliga“ und „Jeder für sich, Keiner für uns“.

Fans vom FC Gütersloh

Das Spiel war zunächst einmal sehr zerfahren, nach einer Viertelstunde war dann aber das ärgste Gebolze abgelegt und der FC Gütersloh kam sogar zu der ein oder anderen Chance, Gladbeck auf der anderen Seite konnte einen Lattentreffer verzeichnen sowie ein wegen Abseits aberkanntes Tor.

Latte für Gütsel

Mir sind die Jungs vom FCG ja durchaus sympathisch, vier Jahre Wohnsitz in Gütsel prägen halt doch, dennoch war man natürlich auf seinen eigenen Vorteil bedacht, sprich man wollte Action sehen und phantasierte daher in der Pause auch von einem unberechtigten Elfmeter für Gladbeck in der 92. Minute und anschließendem Platzsturm des FCG-Pöbels.

War dann alles gar nicht so weit von der Realität entfernt, kaum hatte die zweite Hälfte begonnen, da fiel das 1:0 für die Hausherren, während die Ostwestfalen wohl noch mental beim Pausenpils waren.

Der FCG 2000 war dadurch mal sauber geschockt, nun klappte nix mehr (von einem Lattentreffer mal abgesehen), Gladbeck kam jedoch desöfteren zu gefährlichen Kontern, die in der 82. Minute dann auch in einem Elfmeter gipfelten, nachdem der Gütersloher Keeper zwar den ersten Schuss halten konnte, die Abwehr dann aber den zum Nachschuss bereiten Gladbecker umtrampelte.

Elfmeter für Gladbeck

Damit war dann das blau-grüne Genick gebrochen, ein weiterer Konter besorgte den 3:0-Endstand und einige der Gütersloher Aktiven waren schon auf dem Platz, jedoch nicht wirklich entschlossen genug, um eine Pitch Invasion zu probieren. Die zwei Cops oder die Kinderordner hätten sie jedenfalls kaum stoppen können.

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

Der gute alte Guido Naumann, mittlerweile Trainer in Gladbeck musste übrigens gegen Mitte der zweiten Halbzeit auf die Tribüne, nachdem er mit einer Schiedsrichterentscheidung wohl nicht so einverstanden war.

Noch ein weiterer Bekannter wurde gesichtet: Luc Ndjock war ja von unserer Zwoten zum FCG gewechselt, durfte sich hier aber auch nur hinterm Tor warm machen. Aber immerhin verschonten ihn die aufgebrachten Fans ausdrücklich von der gerechtfertigten Häme gegenüber dem Rest der Söldner.

Vestische Kampfbahn, Gladbeck

Nachdem da auch nicht mehr viel passierte ging es für uns zurück zum Auto (wobei man einem Gladbecker noch klar machen musste, dass das nicht „meine Truppe“ war, die hier verloren hatte) und mit einem kleinen Zwischenstopp gen Heimat, die gegen 20h00 erreicht werden konnte.

TORE: 1:0 Nedim Djuliman (46′), 2:0 Kadir Mutluer (Elfmeter, 82′), 3:0 Seyit Ersoy (85′)

ZUSCHAUER: 500, wohl so 50 Gütersloher, davon 30 aktiv

OL Nord: BTSV II – SV Meppen 0:0

Sonntag, 12. August 2007
Eintracht Braunschweig Rheingoldarena,
Braunschweig
SV Meppen

Bei den letzten drei Partien gegen den SV Meppen gabs für uns jeweils unschöne Klatschen mit jeweils fünf Gegentoren, heute sollte das netterweise anders werden.

Pünktlich wurde der Stadionparkplatz angesteuert, wo bereits Henner wartete und gemeinsam die Rheingoldarena für die Saisonpremiere betreten, wo sich auch schon eine ordentliche Zahl an Gästefans an der Bude versammelt hatte. Endlich mal Gästesupporter, die diesen Namen auch verdienen.

Kurz vor Spielbeginn hatte sich dann auch der Pöbelmob formiert, da wusste man, was einem in der Sommerpause gefehlt hatte.

Das Spiel begann mit leichten Vorteilen für den Gast (heut in Aston Villa-Farben), die ja in dieser schweren Saison auf jeden Fall einen der ersten Plätze einnehmen wollen, um sich so für die dreigleisige Regionalliga zu qualifizieren. Überhaupt sieht die Zielsetzung der Emsländer den Weg zurück in den bezahlten Fußball innerhalb der kommenden drei Jahren vor.

Neben diversen weiteren mehr oder weniger lustigen Spielern vom SV Meppen, hatte es uns besonders die Nummer 15 angetan, der den geilen Pornonamen „Max Cream“ trug – und daher unser ganzer Liebling wurde.
Bei uns trat die neuformierte Zweite mit Matthias Henn und Stefan Hauk als Leihgabe der Ersten an (der Märtyrer wurde dann in der zweiten Hälfte gegen Washausen ausgewechselt)

Mit zunehmender Spielzeit wurde der SV Meppen immer schwächer und nervöser und der BTSV selbstsicherer, so dass am Ende eigentlich mehr als der eine Punkt auf unserem Konto hätte sein dürfen – speziell der nicht gegebene Elfmeter, viel zu lasche Entscheidungen bei einigen sehr rustikalen Fouls der Meppener und ein paar merkwürdige Abstoß-Ecken-Entscheidungen ließen mich mit dem Schiri hadern.

BTSV: Nico Lauenstein – Adrian Wagner, Matthias Henn, Christoffer Pieper, Maik Littmann – Philip Specka (Morsi Barkallah, 60′), Adil Boukantar, Andreas Ladwig, Marc Pfitzner, Sebastian Bönig (Rick Latus, 74′) – Stefan Hauk (Jan Washausen, 46′). TRAINER: Uwe Hain

TORE: gabs heute keine

ZUSCHAUER: 480, darunter gut 50 Emsländer