Archiv für die Kategorie ‘DFB-Pokal’

DFB-Pokal: SC Freiburg – BTSV 4:1 (1:1)

Dienstag, 25. Oktober 2005
SC Freiburg Dreisamstadion,
Freiburg
Eintracht Braunschweig

Mit der Bahn ging es in den Breisgau, wo bereits Kojak auf mich wartete.
Die Straßenbahn brachte uns zum Dreisamstadion, wo bereits einiges an Braunschweigern zugegen war, so dass erstmal ein wenig gefachsimpelt wurde.

Eine lächerlich geringe Zahl von Heimfans hatte sich an diesem Abend zum Auftritt im DFB-Pokal eingefunden, dafür war aus Braunschweig eine beachtliche Anzahl ins Südbadische gereist, die kurz nach Anpfiff auch durch einen guten Mob aus Basel unterstützt wurden.

Sehr schön, als die Basler plötzlich mit lautem Support in den Block stürmten.

Der Support war sicherlich einer der besten vom BTSV bis zu diesem Zeitpunkt der Saison.

Der BTSV drehte gut auf und ging bereits in der 6. Minute durch ein Tor von Daniel Graf in Führung, welches jedoch wegen Abseits aberkannt wurde.

Auf der Seite der Freiburger erkannte der Schiedsrichter fünf Minuten später ebenfalls ein Tor nicht an, obwohl der Ball wohl hinter der Linie war – konnte man aus dem verrotzten Gästeblock natürlich nicht erkennen.

Einigermaßen unverdient ging der BTSV dann nach gut 20 Minuten aber doch noch durch Graf in Führung – sollte eine Überraschung drin sein und die Finketruppe jetzt nervös werden?

Leider drehte die Freiburger weiter auf und konnten direkt vor dem Halbzeitpfiff noch den Ausgleich erzielen.

In der zweiten Hälfte fand die Eintracht keine Mittel gegen die Breisgauer Offensive, so dass dieses Spiel folgerichtig verloren wurde und das Abenteuer DFB-Pokal für den BTSV diesmal nur zwei Runden dauerte.

Der Stimmung auf den Rängen tat dies jedoch keinen Abbruch, auf Braunschweiger Seite wurde supportet, was das Zeug hielt (der dämliche Roda Antar musste sich ein vielhundertstimmiges „Du Fotze“ gefallenlassen, nachdem er vor dem Braunschweiger Block provozieren musste). Die Freiburger wurden grad nach dem 4:1 mal hörbar laut – you only sing when you’re winning.

Nach dem Spiel ging es wieder zum Bahnhof, wo noch eine Freiburgerin mit 96-Schal ausgelacht wurde und mit ein paar Bieren im Zug ging es zurück nach Karlsruhe.

SC FREIBURG: Alexander Walke – Dennis Aogo, Lars Hermel, Seyi Olajengbesi, Andreas Ibertsberger – Niels Hansen (Mark Fotheringham, 46′), Roda Antar – Soumaila Coulibaly (Jonathan Pitroipa, 86′) – Samuel Koejoe, Dennis Kruppke (Benjamin Baltes, 80′), Alexander Iashvili. TRAINER: Volker Finke

BTSV: Thorsten Stuckmann – Benjamin Siegert (Finn Holsing, 76′), Martin Amedick, Marco Grimm, Jan Tauer – Daniel Graf, Martin Hauswald (Jürgen Rische, 58′), Dennis Brinkmann, Torsten Jülich (Michał Janicki, 72′), Alessandro Caruso – Ahmet Kuru. TRAINER: Michael Krüger

SCHIRI: Christian Dingert (Thallichtenberg)

TORE: 0:1 Daniel Graf (29′), 1:1, 2:1 Samuel Koejoe (45′, 64′), 3:1 Alexander Iashvili (78′), 4:1 Roda Antar (81′)

ZUSCHAUER: 5.500, gut 500 Braunschweiger, Basler und Mannheimer

DFB-Pokal: BTSV – Borussia Dortmund 2:1 (1:1)

Montag, 22. August 2005
Eintracht Braunschweig Eintrachtstadion,
Braunschweig
Borussia Dortmund

Einigermaßen ausgeschlafen ging es am frühen Nachmittag also mal wieder nach Braunschweig, anderthalb Tage Urlaub gingen für den Besuch dieses Spiels drauf – aber das ist einem der BTSV natürlich wert.

Henner holte mich wie üblich am Bahnhof ab und wir verbrachten die Zeit im Garten bei lecker gebrutzeltem Grillgut, ehe es per Straßenbahn zum Stadion ging.

Ich war zu dem Zeitpunkt ein wenig unruhig, da meine Rückfahrgelegenheit heute Vater geworden war und sich entschloss, dass es eine doofe Idee sei, nach dem Spiel noch zu fahren und stattdessen in Braunschweig zu bleiben. Hätte ich auch nicht anders gemacht, jedoch musste ich dringend noch nach Goslar, da dort mein gesamter Krempel lag und ich am nächsten Mittag wieder in Karlsruhe im Büro sein musste.

Nach einem kurzen Plausch mit Jens von The Unity ging es zur Tanke, wo direkt der alte Schulkumpan Ingo getroffen wurde, der mittlerweile in Dortmund die blau-gelben Farben vertritt.

Nach einigen Bieren betraten wir dann das Eintrachtstadion und auch zügig den Block, da ja mal wieder ausverkauft war.

Wie zuletzt waren unsere Platznachbarn sehr entspannt – ich habe nicht eine Sekunde gesessen, wie sicherlich dreißig weitere Kollegen um mich herum. Es wird immer besser im Block 10!

Das Stadion war für dieses Spiel fernsehtauglich gemacht worden, was heutzutage bedeutet, daß sämtliche Werbung entfernt wird (ja, auch die Aufkleber an den Flutlichmasten) und eine acht Meter hohe Sichtschutzwand die Werbung des benachbarten VW-Werkes verdeckte. Desweiteren wurde für Netzer und Delling ein gläsernes Studio im Gästesektor der Nordkurve errichtet, was mindestens einen halben Block gekostet hat – daher war das Stadion auch mit 22.200 statt der eigentlichen Zahl von 23.500 Zuschauern ausverkauft.

Etwa 2.000 Dortmunder bevölkerten die Nordkurve – etliche Karten konnten in Dortmund nicht abgesetzt werden und fanden in Braunschweig natürlich reißenden Absatz.

Zu Beginn gabs von unseren Ultras eine kleine aber feine Zettelchoreographie auf der Gegengeraden zusammen mit drei Folienbahnen, die das alte Wappen und die Jahreszahl 1895 darstellten.

Das Spiel sollte ja eigentlich „pünktlich“ zum ungewöhnlichen Zeitpunkt 20:29 angepfiffen werden – jedoch gab es zunächst Mal eine kleine Unterbrechung, da das Flutlicht die Grätsche machte. Erinnert einen doch direkt an Bremen oder auch Cottbus, gell?

Dann sollte es aber endlich losgehen – und von einem Klassenunterschied war wenig zu sehen: der BTSV suchte sein Glück im Angriff!

Nach einigen Minuten kam der BVB aber besser ins Spiel und nahm das Heft in die Hand, zu diesem Zeitpunkt verlagerte sich die Eintracht auf Defensive und gelegentliche Konter.

In der 28. Minute dann eine Ecke von Dortmund, die von Wörns per Hackentrick auf Koller weitergeschoben wird und von diesem ins Tor bugsiert wird. 0:1 – Scheiße!

Nun schienen die Schwarz-Gelben endgültig Blut geleckt zu haben und bestimmten eindeutig das Spiel – bis zur 35. Minute, als erneut das Flutlicht ausfiel und das Spiel fast eine Viertelstunde unterbrochen werden musste.

Während der Unterbrechung feierte der Heimanhang weiter seine blau-gelben Götter und sich selbst, denen die Extrapause gut getan haben schien.

Denn als es mit einem Schiedsrichterball wieder weiterging, waren die Kräfteverhältnisse nicht mehr so klar absteckt, wie zuvor.

Konsequent nutzte dies Rische aus, der einen Pass von Daniel Graf mustergültig im Dortmunder Tor versenkte, während Metzelder und Dede Maulaffen feilboten.

Nun waren die Zuschauer auf den Rängen nicht mehr zu halten, alle schrien den BTSV nach vorne, die Sitzplätze tobten!

Auch nach der Pause ging es munter weiter, der BTSV witterte mal wieder die Sensation, nachdem in den vergangenen zwei Wettbewerben mit Lautern, den roten Ratten und Hertha bereits dreimal ein Erstligist die Segel an der Hamburger Straße streichen musste.

Dagegen ging bei den Dortmundern nicht mehr viel, der BVB schien geschockt über soviel Courage zu sein und bereits Lalle Fuchs hätte das 2:1 schießen können, hatte aber Pech und der Ball ging knapp am Pfosten vorbei.

Daniel Graf machte es in der 84. Minute besser, als der Ex-Basler Degen den Ball an Jan Tauer verlor und dieser Daniel Graf bediente, der zum 2:1 einnetzte.

Das Eintrachtstadion versank in atemberaubenden Jubelstürmen, erst recht, als der Schiedsrichter das Spiel abpfiff – wieder mal konnte ein Bundesligist ausgeschaltet werden!

Mal sehen, was uns die Auslosung zur nächsten Runde bringt, hatten wir bei diesem Spiel als Aufsteiger noch Amateurstatus und damit sicheres Heimrecht, so kann es nun also auch in die Fremde gehen.

Nach etlichem Feiern im Block wurde noch schnell ein Bier auf Odins Sohn Niklas getrunken, ehe Ingo netterweise zum Fahren überredet werden konnte und mich in Goslar absetzte.

Am nächsten Morgen ging es planmäßig per Bahn nach Karlsruhe, wo ich mittags mit breitem Grinsen und Eintrachttrikot im Büro erschien, um die Glückwünsche meiner Kollegen entgegenzunehmen.

BTSV: Thorsten Stuckmann – Benjamin Siegert, Martin Amedick, Marco Grimm, Jan Tauer – Daniel Graf, Dennis Brinkmann (Patrick Bick, 75′), Nermin Celikovic, Alessandro Caruso (Lars Fuchs, 60′) – Jürgen Rische, Ahmet Kuru (Martin Hauswald, 69′). TRAINER: Michael Krüger

BORUSSIA DORTMUND: Roman Weidenfeller – Patrick Degen, Christian Wörns, Christoph Metzelder, Dede – Florian Kringe, Sebastian Kehl, Marc-André Kruska – Euzebiusz Smolarek (Salvatore Gambino, 56′), Jan Koller, Lars Ricken (David Odonkor, 81′). TRAINER: Bert Van Marwijk

SCHIRI: Peter Sippel, München

TORE: 0:1 Jan Koller (28′), 1:1 Jürgen Rische (41′), 2:1 Daniel Graf (84′)

ZUSCHAUER: 22.200, davon rund 2000 Schwarz-Gelbe

DFB-Pokal: Sachsen Leipzig – Dynamo Dresden 4:6 n. E. (0:1, 1:1, 1:1)

Sonntag, 21. August 2005
Sachsen Leipzig Zentralstadion,
Leipzig
Dynamo Dresden

Die Hochzeit vom Freitag forderte noch immer heftigst ihren Tribut in Form von starken Schmerzen im umgeknickten Fuß – mittlerweile nicht nur beim Gehen (besser: Humpeln) sondern auch, wenn ich das Bein ruhig hielt.

So ging es früh morgens mit dem Zug nach Braunschweig, wo nach kurzem Shopping schon Simon getroffen wurde und erstmal zwei Schmerztabletten eingeworfen wurde.

Nach kurzem Warten komplettierten Rossi und Markus unsere Asiticket-Truppe und es ging mit der Bahn via Magdeburg nach Leipzig.

Nach einem ersten Pils wurden die Schmerzen erträglicher und waren am Zielort so weit abgeklungen, dass das Gehen zwar noch nervte, aber ansonsten einem Fußballbesuch nichts mehr im Wege stand (morgens hatte ich schon kurz mit dem Gedanken gespielt, den Jungs das WET in die Hand zu drücken und die Tour zu canceln).

Nachdem das Gepäck weggeschlossen war, konnten wir noch ein wenig das lustige Treiben auf dem Bahnhof betrachten, kam doch grad ein Sonderzug aus Dresden eingefahren.

Da man sich gegen eine Fahrt im Pendelbus entschied, wurde erstmal eine Straßenbahnhaltestelle gesucht, was sich als ziemlich kompliziert herausstellte – Großbaustelle allez…

Schließlich erreichte man das neue Zentralstadion aber problemlos und konnte sich der Kartenfrage widmen – 16 Euro wollten die Verbrecher haben, da alle Billigtickets bereits vergriffen waren, für das Programm waren nochmal 2 Euro fällig…

Zentralstadion, Leipzig

Pünktlich zum kick-off wurde das Stadion geentert, welches heute von 30.450 Besuchern einigermaßen gut gefüllt war, davon war etwa die Hälfte den Gästen zuzuordnen.

Das Stadion selber gefällt mir sehr gut – in Deutschland im Moment für mich die absolute Referenz!
Besonders schön finde ich, dass der neue Ground in die riesige Schüssel des alten Zentralstadions gebaut wurde, was Burgatmosphäre aufkommen lässt.

Der Oberrang der Haupttribüne blieb heute leer, so dass der Rest des Stadions recht gut gefüllt war, besonders natürlich die beiden Fankurven.

Beide Szenen konnten durch guten Support glänzen, besonders die Dresdner konnten am Anfang durch brutal laute Gesänge auf sich aufmerksam machen.

Endlich begann das Spiel, welches beide Teams sehr engagiert angingen – Dresden merkte man durchaus an, daß sie zwei Klassen über Chemie spielen, die das wiederum durch bedingungslosen Einsatz auszugeleichen versuchten.

Trotzdem konnte sich Dynamo in der 18. Minute mit 1:0 in Führung schießen.

Wer nun dachte, dass Dresden durch die Führung beflügelt worden wäre, sah sich getäuscht: zunächst mal wurde das Ergebnis verwaltet und man ließ der BSG Chemie mehr Raum.

Schon vor der Pause begann aber auch das große Chancen-Vertun der Dynamos – unglaublich, so viele versiebte Möglichkeiten habe ich selbst beim BTSV noch nicht gesehen: etliche Male waren ein, zwei oder sogar drei Angreifer allein vorm Keeper der Leipziger, ohne jedoch den Abschluss zu schaffen.

So ging es mit knapper Führung auch in die Pause, in der die einzig mir bekannte hörenswerte DDR-Band auftrat: City, bekannt durch „Am Fenster“.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs machten die Leipziger mit einem Spruchband deutlich, was sie von diesem Fußballevents halten (vorher waren noch die Pudys aufgetreten, auch sonst gab es reichlich zweifelhafte „Unterhaltung“). Auf der Gegenseite gabs ein wenig Rauch.

Scheiß Eventkultur! Wir wollen Fußball pur!

Die zweite Hälfte schloss direkt dort an, wo die erste aufgehört hatte: Dresden hätte sicherlich so an die fünf Buden machen können, wohingegen die Leipziger auf Konter angewiesen waren.

Die Heimkurve witterte seine Chance und so waren die Supportvorteile nunmehr klar auf der Seite der Grün-Weißen.

Fast hatte man sich schon mit dem denkbar knappen Sieg von den Fahrradstromerzegungsmaschinen zufrieden gegeben, als es im Dresdner Kasten klingelte: 1:1 in der Nachspielzeit – also Verlängerung.

Nun war auf beiden Seiten die Stimmung wieder prächtig – so soll es sein!

In den folgenden zweimal 15 Minuten ließ kein Team mehr etwas anbrennen, auch wenn sich Dresden über eine Niederlage zu diesem Zeitpunkt nicht hätte beschweren können, zumal der Verteidiger Langen auch noch eine rote Karte sah.

Es gab folglich ein Elfmeterschießen, welches die Dynamos knapp für sich entscheiden konnten, da Kresic den Schuss von Kevin Kittler abwehren konnte.

Der Favorit Dresden gewann also letztendlich glücklich diese Begegnung in der ersten DFB-Pokalrunde.

Für uns ging es nun erstmal aus dem Stadion, um erneut eine Straßenbahn zu suchen – netterweise wurden wir von den netten Freunden und Helfern erstmal in die falsche Richtung geschickt und durften dann eine kleine Odyssee über uns ergehen lassen – mein Fuß war mittlerweile fast völlig schmerzfrei, so dass das wenigstens kein großes Problem darstellen sollte.

Schlimmer war, dass es unmöglich war, etwas zu Trinken aufzutreiben – naja, wir sind ja gleich am Bahnhof. Doch auch da: Pustekuchen.

Die netten Beamten hatten den kompletten Bahnhof abgesperrt und auch der kleine Supermarkt auf der Gleisebene war „aus technischen Gründen“ geschlossen.

Auch in Bahnhofsnähe gab es in den orientalischen Supermärkten kein Bier, so dass wir durstig und genervt der Dinge harren mussten, hatte doch die blöde Kuh an der Information uns auch noch eine idiotische Verbindung ausgedruckt, die uns eine extra Stunde Wartezeit bescherte.

Endlich ging es in den Zug nach Halle, wo schnell noch ein paar Biere gekauft wurden und dann der brechend volle Zug nach Vienenburg bzw. Goslar geentert wurde – nicht ohne noch einen Dreikäsehoch aus dem Eingang zu stiefeln, der meinte, der Zug wäre bereits voll… Ja, wenn Du Idiot dich auch auf die Stufen setzt, dann ist auch weniger Platz…

Bis Halberstadt hatte man so lecker Stehplätze, was aber halbwegs locker aufgenommen wurde.

In Vienenburg trennten sich dann unsere Wege, da die Kollegen nach Braunschweig umsteigen mussten – ich fuhr die letzten paar Minuten ohne Ticket, was aber (wie nicht anders zu erwarten war) problemlos klappte.

FC SACHSEN LEIPZIG: René Twardzik, Mats Wejsfelt, Kevin Kittler, Frank Gerster, Dave Jeßner, Daniel Ferl, Adebowale Ogungbure, Maximilian Watzka, Richard Baum (Mirko Soltau, 46′), Nico Breitkopf (Sebastian Seiffert, 55′), Andreas Schwesinger (Tino Semmer, 77′). TRAINER: Wolfgang Frank

1. FC DYNAMO DRESDEN: Ignjac Kresic, Dexter Langen, Volker Oppitz, Mariusz Kujielka, Dennis Cagara, Ansgar Brinkmann, René Beuchel, Karsten Oswald (Witold Wawrzyczek, 67′), Christian Fröhlich, Joshua Kennedy (Marco Christ, 108′), Marco Vorbeck (Thomas Bröker, 82′). TRAINER: Christoph Franke

SCHIRI: Michael Weiner (Hannover)

TORE: 0:1 Dennis Cagara (18′), 1:1 Tino Semmer (90’+2′). Im Elfmeterschießen: 1:2 Christian Fröhlich, 2:2 Daniel Ferl, 2:3 Ansgar Brinkmann, 3:3 Tino Semmer, 3:4 Marco Christ, Ignjac Kresic hält gegen Kevin Kittler, 3:5 Dennis Cagara, 4:5 Mirko Soltau, 4:6 Witold Wawrzyczek

ZUSCHAUER: 30.450

3. Runde DFB-Pokal: FC Bayern München (A) – BTSV 3:2 (0:0)

Mittwoch, 10. November 2004
FC Bayern München Stadion an der Grünwalder Straße,
München
Eintracht Braunschweig

Die Auslosung der dritten DFB-Pokalrunde brachte mir mein Traumlos: die Amateure der Bayern. Traumlos war es für mich, weil ich gerne mal mit dem BTSV ins Stadion an der Grünwalder Straße fahren wollte (den Ground hab ich irgendwann Anfang der 90er mit 1860 vs. Starnberg in der Bayernliga gemacht) und weil ich es für sportlich einfacher hielt, als jedes potentielle Heimspiel.

So ging es also nach einem halben Tag im Büro per Bahn nach München, wo ich mich bereits am Bahnhof mit Bayern-Jupp traf und wir in eine Wirtschaft am Viktualienmarkt gingen, um dort Thilo, Waldhof-Matze sowie einige andere zu treffen.
Bayern/Burghausen-Eise kam auch noch, genauso wir der gute Didi, mit dem ich auch die Rückfahrt per Nachtzug gebucht hatte.

Nach einigen Bierchen ging es dann nach Giesing zum Stadion, wo die Bayern die Gästekurve und wir die Heimkurve besetzten. Natürlich waren die Amafans des FCBäh vor allem auf der Tribüne zu finden, wo sie auch eine Menge Rabatz machten. Dadurch hatten sie einen nicht zu unterschätzenden Standortvorteil, denn die mitgereisten rund 1.400 Braunschweig-Fans (da fragt man sich, wo die bei den Spielen in Wuppertal und Uerdingen alle waren?!) standen im eiskalten Schneegestöber mit akustischen Nachteilen.

Nichtsdestotrotz muß man vor der Stimmung, die die Seppel abgezogen haben, neidlos den Hut ziehen. Ich wußte, daß die einen ordentlichen Support machen, aber sowas hätte ich nicht erwartet. Viele der Blau-Gelben kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, da sie einen Support wie bei Werder Bremen Amas oder so erwarteten.

Auf unserer Seite war der Support ziemlich durchwachsen, abgesehen vom fehlenden Dach, wurde sich leider nicht dicht zusammengestellt, sondern der gesamte Kurvenbereich gefüllt, was möglicherweise besser ausgesehen haben mag, aber der Stimmung nicht zuträglich war.

Das Spiel auf vereistem Boden begann für beide Teams stark, die Eintracht hatte in der ersten Hälfte mehr vom Spiel, die Bayern aber die zwingenderen Chancen.

Nach der Pause schienen sich die Löwen noch nicht wieder auf dem Platz zurechtzufinden, als Guerrero innerhalb von nur fünf Minuten zweimal Stucki überwandt und Semler, wieder nur fünf Minuten später, sogar das 3:0 erzielte.

Statt sich aufzugeben, war die Eintracht jetzt aber wachgerüttelt und Bick konnte in der 70. Minute den Anschlußtreffer erzielen. Durch Daniel Graf kam man sogar noch drei Minuten später auf ein 3:2 heran, was zumindest wieder alle Möglichkeiten eröffnete.

Danach Chancen im Minutentakt, die Eintracht wollte unbedingt den Ausgleich, lief aber gleichzeitig immer wieder in Konter, so dass auch Stuckmann noch genug zu tun hatte und mehrere Glanzparaden abliefern musste.

Leider schaffen es meine blau-gelben Götter nicht, sich in die Verlängerung zu retten, ich glaube, da wäre noch was gegangen, aber das ist nun natürlich auch müßig.

So müssen wir mit ansehen, wie der Schiri in der 93. Minute abpfiff und sich die Bayernbrut ein Loch in den Bauch freut.

Nach ein wenig Jammern und Lamentieren ging es in den Augustinerkeller, wo schon diverse Tische mit feiernden Blau-Gelben besetzt sind, Didi und ich trafen zum einen Jupp und Eise wieder (die mir nun Bier schuldeten) und fanden am Tisch von Leo und seinen Basketballjungs und -mädels noch Platz für uns.

Dort wurde noch bis zum Zapfenstreich um Mitternacht getrunken (was für eine lächerliche Stadt München doch ist, dass es dort tatsächlich noch einen Zapfenstreich gibt), ehe Didi und ich noch in eine Pinte am Bahnhof einkehrten, wo unter anderem Jörn und Kai-Uwe abhingen.

Ein kurzes Bierchen bevor es per S-Bahn nach München-Pasing ging, von wo unser Nachtzug nach Karlsruhe abfahren sollte, was er nach einiger Verspätung, einer Gleisverlegung und völliger Planlosigkeit auch tat.

Morgens um fünf erreichte ich Karlsruhe, staunend, dass auch hier Schnee liegt und begab mich ohne über Los zu gehen ins Bett…

Fazit: Bayern war die bessere Mannschaft, von daher ging der Sieg durchaus in Ordnung, zumal der BTSV die erste Viertelstunde nach der Pause einfach gepennt hat.
Trotzdem: ich weiß nicht, was so eine scheiss Amateurtruppe im Pokal verloren hat. Schlimm genug, dass in den Regionalligen (und Oberligen…) die Wettbewerbsverzerrung überhand nimmt, was mit dem Argument der Nachwuchsarbeit begründet wird.
Auftritte im DFB-Pokal rechtfertigt das aber meiner Meinung nach nicht!

Hut ab vor der Leisung von Guerrero, der im vorangegangenen Profispiel seinen ersten Auftritt mit den Profis hatte, dort gleich ein Tor schoss, gegen uns zwei Buden machte (und noch mehr auf den Füßen hatte) und am Tag drauf wieder im Pokal bei den Profis eingewechselt wurde und auch da noch ’n Assist machte. Drei Tage später wieder ein Bundesligaeinsatz und zwei Tore für die Profis. So einen Spieler kann sich ein „normaler“ Drittligist nicht leisten!

Ganz schlimm finde ich, dass die Bayern erst im Finale gegen ihre Amas gelost werden könnten – erneut eine Wettbewerbsverzerrung!

Letztendlich bekamen die kleinen Bayern den SV Werder Bremen zugelost – speziell finanziell ein tolles Los… wäre es für uns gewesen – so viele Bremer werden für dieses Spiel wohl nicht den Weg nach München antreten.

Das einzige was uns blieb, war die Freude über den Gesang: „Dreiundsechzig wart Ihr nicht dabei!“ – tja, leider müssen wir uns im Moment mit kleinen Dingen zufrieden geben.

FC BAYERN MÜNCHEN (A): Rensing, Ottl, Saba, M’Bock, Stegmayer, Steinhöfer (Kilicaslan), Fink, Buck, Rau (Thomik), Guerrero, Semler (Mauersberger)

BTSV: Stuckmann, Siegert, Amedick, Grimm, Rodrigues, Graf, Bick, Jülich (Jansen), Celikovic (Patschinsky), Fuchs (Rische), Kuru

TORE: 1:0, 2:0 Guerrero, 3:0 Semler, 3:1 Bick, 3:2 Graf

ZUSCHAUER: 2.840 (davon 1.400 aus Braunschweig)

2. Runde DFB-Pokal: BTSV – Hertha BSC 3:2 (0:0)

Mittwoch, 22. September 2004
Eintracht Braunschweig Eintracht-Stadion,
Braunschweig
Hertha BSC

Noch reichlich angeschlagen vom Vortag mußte ich noch den Vormittag arbeiten, eh ich mich auf die Autobahn in Richtung Braunschweig begeben konnte. Dank einer Vollsperrung der A5 bei Frankfurt wurde es dann auch ein wenig knapp, die Verspätung konnte aber durch Bleifuß wieder reingeholt werden.
In Braunschweig ging es zu Henner und schon kurz drauf per Straba zum Stadion – das erste Mal für mich in dieser Saison (irgendwie lohnt meine Dauerkarte dieses Jahr nicht wirklich, aber egal, ist ja für einen guten Zweck).
Nach kurzem und erfolglosem Versuch, eine übriggebliebene Karte an den Mann zu bringen, gings ins Stadion und da erstmal zur Gaststätte, wo ich mich mit Ulli und Bert traf. Mit Bert (Herthafan…) wurde abgemacht, dass der Gewinner das Bier nach dem Kick zahlt, ehe wir uns trennten.
Endlich mal wieder auf meinem Stammplatz im Block 10, endlich zu Hause!
Auf der Gegengeraden gab es eine Choreographie, die – wie ich später mitbekam – ein pochendes rotes Herz auf blau-gelben Hintergrund darstellte. Bereits jetzt ist die Stimmung phantastisch!
In der Nordkurve eine nur enttäuschende Zahl aus Berlin – vielleicht tausend Herthafans haben den Weg über die Transitstrecke geschafft und können weder optisch noch akustisch auf sich aufmerksam machen.
Braunschweig beginnt furios – offenbar suchen Michael Krügers Mannen ihr Heil in der Offensive, Berlin schafft es jedoch nach einigen Minuten sich darauf einzustellen – auch wenn man merkt, daß der Gast damit nicht gerechnet hatte.
Einen Klassenunterschied kann man jedenfalls nicht sehen und es gibt ne Menge Chancen für beide Teams in Führung zu gehen.
Dennoch steht es zur Halbzeit 0:0, was aber aus Blau-Gelber Sicht keinen Grund zum Ärgern gibt.
Die Stimmung aus der Südkurve, der Gegengerade und auch großen Teilen der Haupttribüne weltklasse – die Löwen werden bedingungslos nach vorne gebrüllt. Besonderen Eindruck hinterläßt der „Zwischen Harz und Heideland“-Wechselgesang, wie man nach dem Spiel von Bert mit feuchten Augen bestätigt bekam und in bewundernden Kommentare in den einschlägigen Hertha-Foren nachlesen kann.
Die zweite Halbzeit begann und wieder drückte die Eintracht und hatte auch die ersten Chancen.
In der 58. Minute hieß es jedoch Tor für die Hertha… Wer nun aber geglaubt hatte, dass die Eintracht einbricht, sollte sich täuschen: nur zwei Minuten später der Ausgleich durch Daniel Graf – grenzenloser Jubel im Eintrachtstadion.
Und nun ist es die Hertha, die geschockt ist, während die Löwen weiter kämpfen und stürmen, mehrere gute Chancen gehen daneben, ehe Marco Grimm nach einem Freistoß goldrichtig steht und das 2:1 erzielt. Wer hätte das vor dem Spiel erwartet?
Leider hält die Führung nur wenige Minuten, denn Zecke Neuendorf kann für die Berliner in der 78. Minute ausgleichen – doch auch hier dauert es nur 90 Sekunden bis Braunschweig nachlegt – bzw. ein ehemaliger Braunschweiger: Alexander Madlung fälscht netterweise eine Flanke in den Strafraum ins Hertha-Tor ab.
Unglaubliche Szenen auf den Rängen – auch als zehn Minuten später das Spiel abgepfiffen wird und die Eintracht die dritte Runde im DFB-Pokal erreicht hat.
Nach dem Spiel noch schnell in die Stadionkneipe, um die Glückwünsche vom Bert abzuholen und das fällige Bier zu spendieren, sowie den Sieg zu feiern.
Anschließend gings mit der Taxe nach Wenden zu Henner – was für ein Tag!

BTSV: Thorsten Stuckmann, Torsten Jülich, Martin Amedick, Benjamin Siegert, Daniel Graf, Jürgen Rische, Ahmet Kuru (Dominik Jansen), Marco Grimm, Denni Patschinsky (Lars Fuchs), Kosta Rodrigues, Patrick Bick

HERTHA BSC: Christian Fiedler, Pal Dardai, Marcelo Marcelinho, Josip Simunic, Artur Wichniarek, Andreas Neuendorf, Oliver Schröder, Nando Rafael (Alexander Madlung), Malik Fathi (Fredi Bobic), Marko Rehmer, Christian Müller (Thorben Marx)

TORE: 0:1 Marcellinho, 1:1 Graf, 2:1 Grimm, 2:2 Neuendorf, 3:2 Madlung (Eigentor)

ZUSCHAUER: 21.000 (ca. 1.000 aus Berlin)

2. Runde DFB-Pokal: Karlsruher SC – FSV Mainz 05 4:1 n. E. (0:0, 1:1, 1:1)

Dienstag, 21. September 2004
Karlsruher SC Wildparkstadion,
Karlsruhe
FSV Mainz 05

Nach einem stressigen Tag auf Dienstreise ging es abends zum Wildpark, mal den lokalen Hauptverein besuchen – natürlich in den Awaysektor. Mir sind zwar beide Clubs herzlich egal, aber so konnte man sich wenigstens mit ein paar Kollegen aus Mainz treffen, allen voran natürlich den gute RoBri, der mir auch sogleich das Ticket sponserte (was ich ihm dann mit Kaltgetränken vergolten hab).
Das Spiel war zum Großteil vom Anrennen der Mainzer gegen den KSC-Beton geprägt, nach dem Treffer für die Gäste in der 60. Minute sah es nach einem klaren Ding aus. Zehn Minuten vor Schluss konnte jedoch Dundee ausgleichen, so dass es in die Verlängerung ging, wo der KSC durch einen Elfmeter hätte gewinnen können – Dimo Wache konnte dies jedoch verhindern.
Nach 120 Minuten Fußball hieß es also mal wieder Elfmeterschießen, wo sich das Blatt zu Gunsten der Karlsruher wendete, die alle Elfer sicher verwandeln konnten, wohingegen die Mainzer einen an die Latte (Kramny) und zwei in die Arme des KSC-Keepers schossen (besonders cool wollte es Casey machen, vielleicht sollte man ihm mal sagen, daß man aus dem Stand nicht so gut schiessen kann).
Die Stimmung im Mainzer Block konnte durchaus gefallen, laut, andauernd und abwechslungsreich – dank der blöden Stadionarchitektur bekam man vom Heimsupport akustisch nix mit, jedoch konnte man sehen, daß auch da ne Menge los war.
Nach dem Spielen ging es mit ein paar Mainzern und Karlsruhern auf Schleichwegen in die Stadionkneipe, wo weiter Bier getrunken wurde (als ob wir nicht schon genug gehabt hätten)…

KARLSRUHER SC: Miller, Oswald, Eggimann, Stoll, Kies (Dick), Masmanidis (Mladenov), Ouakili, Kritzer, Hassa (Kapllani), Dundee, Saenko

FSV MAINZ 05: Wache, Abel (Nikolic), Friedrich, Bodog, Weigelt, Azaouagh (Gerber), Kramny, Dennis Weiland, da Silva, Niclas Weiland (Auer), Casey

TORE: 0:1 Azaouagh, 1:1 Dundee – Elfmeterschießen: 2:1 Saenko, 3:1 Dick, 4:1 Kapllani, die Mainzer da Silva, Casey und Kramny verschießen.

ZUSCHAUER: 13.300

1. Runde DFB-Pokal: TSG Hoffenheim – Hansa Rostock 1:2 (1:0)

Samstag, 21. August 2004
TSG Hoffenheim Dietmar-Hopp-Stadion,
Sinsheim-Hoffenheim
Hansa Rostock

Mit dem Wagen ging es viel zu früh zur ersten DFB-Pokalrunde nach Hoffenheim, wo bei einer Dönerbude ein paar KollegInnen getroffen wurden.
Von dort zum Parkplatz unterhalb des Dietmar-Hopp-Stadions, wo die Zeit mit einigen Bierchen und Bolzen verkürzt wurde. Besonders erwähnenswert die KSC-Kutte, die mir die Frage, was sie da will, leider nicht beantworten konnte…
Schließlich ging es durch den Wald hoch zum Stadion. Im Gästeblock gab es eine extra Stahlrohrtribüne für die zahlreich mitgereisten Gästefans.
So langsam merkte ich, dass ich doch deutlich zu dünn angezogen war, in Karlsruhe hatte die Sonne geschienen, hier war es zugig und kalt – und es sah zu allem Überfluß noch nach Regen aus. Wunderbar…
Das Spiel war ganz ansehnlich und Hoffenheim konnte nach einer Viertelstunde mit 1:0 in Führung gehen.
In der Pause begann es dann auch schön zu regnen und zu stürmen, es war rattenkalt und ich habe nur gehofft, dass es nicht zur Verlängerung kommen würde.
Nach einer Stunde konnte Rostock ausgleichen und hatte nun auch wesentlich mehr Spielanteile. Zu meiner Erlösung fiel zehn Minuten später der Siegtreffer für die Hanseaten.

TSG HOFFENHEIM: Kevin Knödler, Heiko Petersen, Michael Zepek, Matthias Örüm, Marcel Throm, Denis Bindnagel, Martin Lanig (Björn Weber), Michael Öller, Sandro Cescutti (Heiko Throm), Thomas Ollhoff, Danny Winkler (Kai Herdling)

FC HANSA ROSTOCK: Mathias Schober, Razundara Tjikuzu, Uwe Möhrle, Delano Hill (Kim Madsen), Ronald Maul, René Rydlewicz (Thomas Meggle), Joakim Persson, Marcus Lantz, Thomas Rasmussen, Antonio di Salvo, Rade Prica (Magnus Arvidsson)

TORE: 1:0 Thomas Ollhoff, 1:1 Antonio di Salvo, 1:2 Antonio di Salvo

ZUSCHAUER: 6.000