BL1: Hannover 96 – BTSV 0:0

08. November 2013
Scheiß-Hannover Niedersachsenstadion,
Hannover
Eintracht Braunschweig

War der Aufstieg in die Bundesliga ja für sich schon grandios, so brachte er ja auch noch ein Wiedersehen mit unseren „Freunden“ vom Maschsee mit sich.

Fast genau zehn Jahre ist es her, als es im Pokal zum letzten Aufeinandertreffen kam – die Fotzen verloren mit 2:0 als Bundesligist gegen den kleinen Regionalligisten.

In einem Punktspiel stand man sich 1998 das letzte Mal gegenüber, damals siegten die Penner mit 1:0 in Braunschweig, was die Vorentscheidung in der Meisterschaft der Regionalliga Nord und den damit einhergehenden Aufstieg bedeutete.

Gar 37 Jahre ist das letzte Aufeinandertreffen in der 1. Bundesliga her. Vor meiner Zeit.

Seit dem Aufstieg in Ingolstadt war der Fokus immer auf dieses eine Spiel gerichtet. Klar, die anderen Spiele waren auch wichtig, das erste Mal mit dem BTSV in der 1. Liga auswärts, große Gegner, volle Stadien, der Sieg beim buckligen Nachbarn. Alles toll. Aber dennoch, heute war endlich das Spiel der Spiele.

Die Kartenfrage war dank Auswärtsdauerkarte ja unproblematisch, aber Dank Verein, besonnener Szene und FanParlament bekam Jeder, der es verdient hatte sein Ticket – und das sollte sich auch positiv auf das Auswärtserlebnis auswirken.

Nachdem es im Vorfeld schon die ein oder andere Schmiererei in Braunschweig gegeben hatte und die Hannöversche Bürgerwehr, die die darauf folgenden Reaktionen verhindern wollte, sich selbst dezimierte, als kurzerhand eine Zivilstreife angegangen wurde, gab es in der Woche vor dem Spiel ein paar nennenswerte Aktionen beider Seiten. So platzierte Hannover gelbe Holzkreuze mit der Aufschrift BTSV an den Ausfallstraßen Braunschweigs. In der Leinestadt wurde dafür ein Hannover-Schwein (O-Ton Bild-„Zeitung“) beziehungsweise ein 96-Schwein (O-Ton „Neue Presse“, und die müssens ja schließlich wissen) aufgegriffen.

Zur Anreise wurde mal wieder auf den Ballerbus verzichtet, zu unwirtschaftlich bei der kurzen Distanz, dazu im Vorfeld Unklarheiten über die örtlichen Gegebenheiten. Die Szene nutze den Sonderzug, wir zogen eine konspirative Anreise mit dem Airportshuttle vor. Netterweise brachte der uns nicht etwa zum Flughafen, sondern direkt zur Stadionbrücke, wo wir dann auch wieder aufgesammelt wurden. Großes Tennis, besten Dank an dieser Stelle!

So waren wir also schon frühzeitig da und konnten uns nur wundern, dass im Gästebereich tatsächlich diese eine Hannoverkneipe offen hatte. Meine nett gemeinten Begrüßungsworte riefen leider sofort ein Kamerateam auf den Plan. Bäh, verpisst Euch!

Vor dem Eingang noch schnell ein paar Biere verputzt, ehe man den Mob vom Szenezug nahen sah und schon mal das Stadion betrat. Die Kontrolle vor mir lächerlich penibel, dafür durfte ich quasi unkontrolliert ins Stadion – wenn ich das gewusst hätte – ich hätte Schweinsköpfe mitbringen können, Motoroller, Pyrotechnik… Na gut, Schweinsköpfe sind wohl bei der Zugankunft einige geflogen, haben die Hannoveraner auch endlich mal was zu fressen.

Die Zugbesatzung wollte auch ins Stadion, aber das wurde ihnen erstmal verwehrt. Nach einigen Minuten Tumult auf dem Stadionvorplatz entschloss die Polizei die Jungs jetzt doch endlich ins Stadion zu lassen. Geht doch!

Erwähnenswert übrigens, dass in der Heimseite nur der Block im Oberrang bereits gut gefüllt war, der aber kaum mal einen Ton rausbekam. OK, es kam ja auch noch das Spiel.

Und das begann mit einer hübschen Fähnchenchoreo von den Hässlichen.

Hannoverrecke

Sah sehr gut aus, war vor allem deswegen eindrucksvoll, weil alle die Fahnen zeitgleich in der Luft hatten. Gefolgt wurde das von einer recht aufwändigen Folienchoreographie, die Höhepunkte in der Geschichte von 96 im Allgemeinen und die jüngere Derbygeschichte im Speziellen zum Thema hatte. So sah man die miese 4:0-Anzeigetafel von ’97 und den dreckigen Asamoah beim Jubeln nach dem 0:1 in Braunschweig.

Hannoverrecke

Von unserer Seite gab es ein paar Fähnchen und bengalische Lichter.

Das Spiel der Spiele begann und die Nordkurve zeigte noch ein nettes Transparent „Heute zur Legende werden“ – das fand ich nett, ist ja nicht alltäglich, dass von der Heimmannschaft der Gegner angefeuert wird. Zur Legende sollte heute jedenfalls nur einer werden.

Hannoverrecke

Ultras Hannover im Oberrang zeigten ebenfalls ihr ganzes Können, in dem sie Fackeln zündeten…

Hannoverrecke

…und dann auch noch ein paar Fackeln zündeten:

Hannoverrecke

Es gab noch mehr Fackeln, aber dann immer nur ein oder zwei oder auch mal drei, eigentlich brannte immer irgendwo bei den Vollidioten ein Bengalo. Wie schon erwähnt, dass war alles was von da kam.

Zum Sportlichen: Chancen gab es keine nennenswerten – weder für die, noch für uns. Und Davari zum wiederholten Male sackstark (bis auf eine Szene direkt vorm Pausenpfiff, als er einen Ball nicht schnell genug klärt. Ist aber nix passierte, also egal!).

In der Pause spielt der gemeine Hannoveraner entweder an sich selber rum oder aber er spielt Deppenball, das ganze untermalt von furchtbarer Inzest-Fränky-Morgenmän-Animation. Öfter als einmal pro Saison kann man das nicht ertragen, ohne sich selber mit einem stumpfen Gegenstand wiederholt auf den Kopf zu schlagen. Was natürlich wiederum auch erklärt, wieso das hannöversche Publikum so scheiße ist.

Hannoverrecke

Nach der Pause – der geneigte Leser ahnt es bereits – gabs von den Oberrang-Hannos (übrigens stylisch alle mit lustigen Sturmhauben) mal wieder ein wenig Pyro.

Hannoverrecke

Das war dann aber auch die letzte nennenswerte Aktion, danach brannten zwar immer noch ständig einzelne Fackeln, aber wie oben bereits erwähnt, wenn sonst nur wenig kommt, dann schockt das Keinen. Na gut, Euern verehrten Vereinspräsidenten Martin Kind vielleicht.

Was natürlich nicht fehlen durfte, war das politische Statement von der Brigade im Unterrang, was ich persönlich ganz süß fand:

Hannoverrecke

Angeblich ist die Kurve von Hannover ja nazifrei, das Komplottbanner hing aber dennoch im Oberrang. Geht mich aber auch nix an.

Und dann war natürlich auch klar, dass irgendwas zur 67. Minute kommen würde, bei uns Stimmung und Feuer.

Hannoverrecke

Bei denen wurde wohl (das Ding war ruckzuck wieder weg, daher konnte ich es nicht genauer erkennen) die eine alte Blockfahne von uns präsentiert. Na, dann wissen wir ja endlich, wer die hat. Darüber hinaus hatten beide Seiten paar Fanshop-Artikel im Angebot, Hannover hat darüber hinaus noch eine Zaunfahne eingebüßt.

Zurück zum Spiel – je länger die Partie dauerte, desto verzweifelter wurde Hannover, weil nichts mehr klappte. Und desto selbstbewusster wurde der BTSV.

Und das wiederum potenzierte sich auch auf den Rängen – von Hannover kam nichts mehr, während Eintracht das Mindersachsenstadion rockte.
Bereits vor Abpfiff verließen viele Hannos das Stadion, wohlgemerkt beim Stand von 0:0 im Derby. Ist das die neue Mode, die wir nur noch nicht mitbekommen haben, weil wir so lange nicht mehr Bundesliga waren?

Wie dem auch sei, der Abpfiff folgte, Braunschweig feierte, Hannover pfiff die eigene Mannschaft aus – das hatte man sich am Maschsee wohl anders vorgestellt. Ich nehme jedenfalls an, dass die Leuchtspur auf die eigenen Leute nicht als Aufmunterung gedacht war.

Hannoverrecke

Als wir das Stadion verließen, war außer dem Gästeblock nur noch der Block um UH bevölkert, die aber auch nur konsterniert dastanden. Tja, Ihr Arschlöcher. Zehn Jahre Derbysieger!

Die Abreise erneut völlig unproblematisch, die Polizeikette durfte man am Wasserwerfer „durchtröpfeln“ (wie passend), dahinter wartete der mobile Bierverkäufer auf Kundschaft und dann kamen auch schon unsere Wagen, die uns aus dem häßlichen Pestloch zurück in die Braunschweiger Zivilisation brachten.

Was steht an jeder Ecke? Hannover verrecke!

Eintracht ist Alles!

HANNOVER 96: Ron Robert Zieler – Hiroki Sakai, Andre Hoffmann, Christian Schulz, Sebastien Pocognoli – Leon Andreasen, Lars Stindl – Leonardo Bittencourt (Jan Schlaudraff, 67′), Edgar Prib (Artur Sobiech, 86′), Szabolcs Huszti – Mame Biram Diouf. TRAINER: Mirko Slomka

BTSV: Daniel Davari – Omar Elabdellaoui, Ermin Bicakcic, Deniz Dogan, Timo Perthel – Marco Caligiuri (Marc Pfitzner, 85′), Damir Vrancic, Norman Theuerkauf – Dennis Kruppke (Orhan Ademi, 76′), Mirko Boland – Domi Kumbela (Simeon Jackson, 90’+1′). TRAINER: Torsten Lieberknecht

SCHIRI: Knut Kircher (Rottenburg)

ZUSCHAUER: 47.200, 4.000 aus BS, Danke an die Unterstützung aus Basel und Mannheim

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BL1: BTSV – Bayer 04 Leverkusen 1:0 (0:0)

02. November 2013
Eintracht Braunschweig Eintracht-Stadion,
Braunschweig
Bayer 04 Leverkusen

Große Dinge werfen ihre Schatten voraus – nächste Woche ist das Derby und dem ist natürlich alles untergeordnet. Dementsprechend war der heutige Gegner kaum von Interesse. Das ist keinesfalls despektierlich gemeint, aber die Realität ist, dass sich 99,9% der Gespräche um das Spiel gegen Scheiß-Hannover drehten.

Ansonsten war das Heimpublikum nach den zuletzt sehr ordentlichen Leistungen der Lieberknecht-Elf tiefenentspannt. Auch wenn Fußballdeutschland das nicht glauben mag, die Niederlagen fechten uns nicht an. Wir wissen, wo wir herkommen, wir anerkennen die Leistung von Mannschaft, Team, Verein. Wir sind froh, dass der Verein nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholt, stattdessen nur das Geld ausgibt, was als schwarze Zahl auf dem Kontoauszug steht. Anderen Teams sind wir dessen nicht geheuer. Wir führen die Mechanismen des modernen Fußballs ad absurdum. Nicht mal die Fans drehen ob der Niederlagen durch. Was für ein Hexenwerk ist das?

Wie dem auch sei, Leverkusen startete mit einer Choreographie aus Folienfahnen und -bahnen zum Spruchband, was sehr nett anzusehen war.

Choreographie von Leverkusen im Eintracht-Stadion, Braunschweig

Das Eintracht-Stadion natürlich wieder soweit ausverkauft, im Gästesektor hätte es wohl noch den ein oder anderen Platz gegeben.

Eintracht-Stadion, Braunschweig

Das Spiel des Tabellenletzten gegen den Champions-League-Teilnehmer sehr ausgeglichen, zwingende Chancen jedoch Mangelware. Sami Hyypiä hatte zunächst mal nur eine sogenannte (was ja nichts anderes ist, als ein Beleidigung für diese Spieler!) B-Elf auflaufen lassen.

Davari muss heute besonders positiv hervorgehoben werden, der mit grandiosen Paraden den Rückstand verhinderte.

Leverkusen im Eintracht-Stadion, Braunschweig

Mit zunehmender Spieldauer kam der BTSV immer besser ins Spiel und Leverkusen – zur Pause kam Bender, zur 64. Minute Sidney Sam und Kießling – immer mehr ins Schwimmen.

Die Fehler der Rheinländer häuften sich, Frustaktionen ebenso.

Die Folge: zuerst mal das 1:0 durch Domi inklusive wahnsinnigem Jubel. Und dann gabs noch Gelb-Rot für Bender, der sichtlich genervt war.

Nun denn, erster Bundesligaheimsieg seit Mai ’85. Da war ich damals dabei und hätte mir natürlich nie träumen lassen, dass ich auf dieses Feeling 28 Jahre würde warten müssen. Dementsprechend mussten nach Abpfiff auch noch einige Biere getrunken werden.

EINTRACHT IST ALLES!

BTSV: Daniel Davari – Omar Elabdellaoui, Ermin Bicakcic, Deniz Dogan, Ken Reichel – Kevin Kratz, Damir Vrancic, Norman Theuerkauf – Karim Bellarabi, Mirko Boland (Dennis Kruppke, 90’+2′) – Domi Kumbela (Orhan Ademi, 86′). TRAINER: Torsten Lieberknecht

BAYER 04 LEVERKUSEN: Bernd Leno – Roberto Hilbert, Philipp Wollscheid, Ömer Toprak, Sebastian Boenisch – Emre Can (Lars Bender, 46′), Simon Rolfes, Gonzalo Castro – Robbie Kruse (Sidney Sam, 64′), Jens Hegeler – Eren Derdiyok (Stefan Kießling, 64′). TRAINER: Sami Hyypiä

SCHIRI: Peter Sippel (München)

TORE: 1:0 Domi Kumbela (81′)

ZUSCHAUER: 22.720, der Heimbereich war ausverkauft, einige wenige Gästesitzer wären wohl noch zu haben gewesen…

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BL1: 1. FSV Mainz 05 – BTSV 2:0 (1:0)

26. Oktober 2013
1. FSV Mainz 05 Arena,
Mainz
Eintracht Braunschweig

Heute gab es den ersten von drei neuen Grounds, die die Bundesliga mit sich bringt, für mich. Und bei dieser Arena bot sich gleich noch ein kleines Quiz mit den werten Mitfahrern an: Frage 1: Wie spricht man den Arenanamen korrekt aus? Frage 2: für welche Art von Unternehmung oder Produkt wird hier geworben?

Apropos Mitfahrer: da der Ballerbus überbucht war und die Fanclubkollegen wegen diverser Umzüge und Lehrgänge nicht fuhren, wurde heute mal fremdgefahren. Der Elche-and-friends-Neuner wurde von Naddi und Sonja gelenkt – vielen Dank dafür.

Halb neun ging es in Braunschweig los und die Fahrt verlief bei Speis und Trank und allerlei Unfug sehr kurzweilig.

In Mainz wurde direkt der Busparkplatz angesteuert – die einzige Parkmöglichkeit am Stadion. Unglaublich, da stellen die einen kompletten Neubau auf die grüne Wiese und planen das so scheiße, dass die umliegenden Landwirte sich gegen einen Parkplatzbau aussprechen. Mainzer Narren scheint es nicht zur zum Karneval zu geben.

Arena Mainz

Und schick ist der Kasten natürlich auch nicht, auch hier kann man sich nur fragen, wieso eigentlich keiner der Bauherren mal auf die Idee kommt, solche Entwürfe wegen Geschmacklosigkeit abzulehnen.

Einige Eintrittskarten mussten noch an den Mann gebracht werden, außerdem war auch noch das eine oder andere Bier zu trinken, ehe man die Kontrollen hinter sich brachte und den Gästeblock betrat.

Arena Mainz

Zum Spiel ist nicht viel zu sagen, der BTSV begann nicht schlecht, musste aber schon nach nur acht Minuten das 1:0 hinnehmen. Sehr unschön.

Noch unschöner das Mainzer Publikum – passend zur Plastik-Arena Plastik-Stimmung. Und wo wir schon beim Stellen von Fragen sind – welcher Vollidiot bei Mainz 05 glaubt, dass Klatschpappen für Stimmung sorgen? Wenn Sponsoren was tun wollen, dann sollen die ne Bande kaufen. Oder Fahnen verteilen oder ein tolles Halbzeitspiel organisieren. Aber doch nicht so eine Dreckskacke!

Der Rest ist schnell erzählt, kurz nach der magischen 67. Minute das 2:0 für Mainz, der BTSV immer noch OK, aber es reichte einfach nicht.

Nach dem Kick dauerte es noch eine ganz Zeit, bis man los durfte, trotzdem war man zu annehmbarer Zeit in der Heimat, wo mich Naddi noch nach Hause fuhr – merci vielmals.

Ach ja, die Antworten zur Quizfrage: Coface wir Kofas ausgesprochen und ist ein Kreditversicherer – also nichts anderes als ein Inkassobüro.

1. FSV MAINZ 05: Heinz Müller – Zdenek Pospech, Bo Svensson (Stefan Bell, 46′), Nikolce Noveski, Junior Enrique Diaz Campbell – Niki Zimling (Eric-Maxim Choupo-Moting, 74′) – Shawn Parker (Johannes Geis, 59′), Nicolai Müller, Elkin Soto, Joo Ho Park – Shinji Okazaki. TRAINER: Thomas Tuchel

BTSV: Daniel Davari – Omar Elabdellaoui, Ermin Bicakcic, Deniz Dogan, Ken Reichel – Marco Caligiuri (Dennis Kruppke, 81′), Norman Theuerkauf, Timo Perthel – Karim Bellarabi (Torsten Oehrl, 61′), Mirko Boland – Orhan Ademi (Domi Kumbela, 46′). TRAINER: Torsten Lieberknecht

SCHIRI: Daniel Siebert (Berlin)

TORE: 1:0, 2:0 Shinji Okazaki (8′, 68′)

ZUSCHAUER: 30.657, 2.000 Braunschweiger

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BL1: BTSV – FC Schalke 04 2:3 (1:1)

19. Oktober 2013
Eintracht Braunschweig Eintracht-Stadion,
Braunschweig
FC Schalke 04

Mann, war das bitter. Ich meine, für mich ist die Bundesliga ein Bonuslevel, der mögliche Abstieg ist zu verschmerzen. Kein Problem. Aber trotzdem hätte ich heute gerne drei Punkte geholt. Oder wenigstens einen.

Aber der Fußballgott hat großes mit uns vor am 8.11. und da bleibt jetzt eben kein Fortune übrig. Bleibt also nur, sich an das erste Auswärtsspiel 1989 zurückzuerinnern:

FC Schalke 04 - Eintracht Braunschweig 1:5

Das einzige, was heute so richtig genervt hat, waren die ganzen Typen mit Schalke-Schal und teilweise gar Kutte, die von Ordnern unbehelligt im Heimbereich rumliefen. Und wenn es dann mal kracht, dann ist das Geschrei wieder groß.

Eintracht-Stadion, Braunschweig

Ansonsten die Stimmung bei uns im Vergleich zu den vergangenen Spielen etwas zurückhaltender, die Gäste konnten auch nur selten mal überzeugen.

Schalke im Eintracht-Stadion, Braunschweig

Was bleibt sonst zu sagen? Washausen heute mit seinem Bundesligadebüt – und was soll ich sagen, das war sehr ordentlich, was er da gezeigt hat. Ademi heute mit dem Führungstreffer, den er sich auch redlich verdient hatte.

Schalke erschreckend schwach – umso blöder, dass wir es nicht gepackt haben, daraus Kapital zu schlagen. Wer zweimal in Führung geht, muss nicht unbedingt in der Nachspielzeit zu Hause noch ein Ei ins Nest gelegt bekommen.

BTSV: Daniel Davari – Omar Elabdellaoui, Matthias Henn, Deniz Dogan, Ken Reichel – Marco Caligiuri, Jan Washausen (Kevin Kratz, 80′), Timo Perthel – Karim Bellarabi (Dennis Kruppke, 76′), Mirko Boland – Orhan Ademi (Domi Kumbela, 89′). TRAINER: Torsten Lieberknecht

FC SCHALKE 04: Ralf Fährmann – Atsuto Uchida, Benedikt Höwedes, Felipe Augusto Santana, Dennis Aogo – Marco Höger (Leon Goretzka, 36′), Roman Neustädter – Christian Clemens (Sead Kolasinac, 88′), Max Meyer (Christian Fuchs, 83′), Julian Draxler – Adam Szalai. TRAINER: Jens Keller

SCHIRI: Robert Hartmann (Wangen)

TORE: 1:0 Orhan Ademi (20′), 1:1 Max Meyer (29′), 2:1 Karim Bellarabi (59′), 2:2 Leon Goretzka (65′), 2:3 Roman Neustädter (90’+1′)

ZUSCHAUER: 23.251, ausverkauft

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BL1: VfL Wolfsburg – BTSV 0:2 (0:1)

05. Oktober 2013
VfL Wolfsburg Arena im Allerpark,
Wolfsburg
Eintracht Braunschweig

Nein, es ist kein Derby, das tragen wir einzig und allein gegen den Feind aus Hannover aus. Aber unbestreitbar ist das Spiel VfL Wolfsburg – BTSV etwas Besonderes. Als 1993 der BTSV aus der zweiten Liga abstieg, woran auch die beiden Niederlagen gegen Liganeuling Wolfsburg ihren Anteil hatten, spätestens da war der VfL nicht mehr der knuffige Nachbar.

Seitdem ist viel geschehen, der BTSV musste erstmal gefühlte Ewigkeiten in der Oberliga, dann Regionalliga und schließlich Dritter Liga verbringen, um seine Seele von den Sünden der Vergangenheit reinzuwaschen.

Derweil investierte der Verein des Autobauers Millionen und Abermillionen, um das Marketingwerkzeug in Gang zu bringen, was auch schnell gelang und in dem Aufstieg in die Bundesliga, der Teilnahme am Pokalfinale und schließlich der Deutschen Meisterschaft 2009 gipfelte. Dereinst wird auch der VfL Wolfsburg für diese Sünden teuer bezahlen. Und heute sollte bereits eine Anzahlung geleistet werden.

Es gab die unterschiedlichsten Wege, die wir hätten einschlagen können, um in die Stadt des KdF-Wagens zu gelangen. Die spektakulärste war sicherlich die Tour mit dem Dampfer auf dem Mittellandkanal. Nur die Sorge, das dort Irgendetwas geschehen könnte, was die Teilnahme an dem Fußballspiel am 8.11. gefährden könnte, ließ mich von der Sause Abstand nehmen.

Als Alternative wurde die morgendliche Anreise per Ballerbahn nach Gifhorn gewählt und dort erstmal ein kleiner Mettigel vernichtet, ehe es mittags dann nach Wolfsburg weiterging. Im Zug bereits eine große Anzahl Grün-Weißer und eine noch größere Anzahl Blau-Gelber.

In WOB angekommen durften wir uns erstmal in einem Polizeikessel sammeln – sehr unschön, wurden doch erstens sämtliche Ankündigungen, dass es Toiletten und Verpflegung geben würde, nicht eingehalten, und zweitens der Durchgang zu den auf der gegenüberliegenden Straßenseite wartenden Fanclub-Kollegen verweigert. Drittens goss es in Strömen.

Nach einiger Zeit setzte sich der Marsch in Bewegung, bei dem Schietwetter kein echtes Vergnügen, die Polizei konnte erneut durch Planlosigkeit, Willkür und Unverschämtheit glänzen. Das dann Flaschen fliegen, mag eine logische Konsequenz sein, ist aber dennoch nicht zu entschuldigen.

An der Arena am Allerpark angekommen, dann die nächste Verarsche, wurde doch dort eine Art „Fanmeile“ versprochen, wo man sich gegen Bargeld verpflegen können würde. Diese „Fanmeile“ bestand aus drei traurigen Buden, die zudem nur Kartenzahlung boten. Jedwelche Bezahlkarten werden von mir grundsätzlich boykottiert, also kein Konsum vor der Arena – innen drin ja ohnehin nicht.

Das Betreten des Betonmonstrums dann problemloser als befürchtet, der Gästeblock wusste durch einen Zaun vor der Nase und blöde Variositze nicht zu gefallen.

Der Heimanhang hatte sich für heute ordentlich ins Zeug gelegt und die Heimfans in grüne und weiße Müllsäcke gesteckt. In den vergangenen Tagen waren schon diverse Schmierereien in Braunschweig aufgetaucht (bitte mal am Style arbeiten, ihr kleinen Gangster) und wir wurden im Stadion durch eine Tapete willkommen gehießen:

Szene WOB - Schnupperkurs Bundesliga

Nun ja, kann man einem Bundesliga-Gründungsmitlied ja mal um die Ohren hauen. Wenn das mal nicht nach hinten los geht.

Zum Intro gabs dann von den Wölfis eine zugegebenermaßen recht schicke Choreographie über beide Ränge.

Arena im Allerpark, Wolfsburg

Choreo WOB

Das Spiel begann und der BTSV von Beginn an recht engagiert, nachdem ja das letzte Spiel mit einer bitteren Heimklatsche beendet wurde und die Journaille bereits den Rücktritt Torsten Lieberknechts kolportierte.

Wie gesagt, Braunschweig engagiert, aber WOB auch sackstark, was schon das ein oder andere Mal zur Schnappatmung führte. Ging aber alles gut, Davari hielt den Kasten sauber und auch die Vorderleute waren stets auf dem Posten.

BTSV in Wolfsburg

Nach der ersten strittigen Szene durch Schiri Winkmann, glaubte WOB, sich dadurch hervortun zu müssen, eine weitere Tapete zu präsentieren – warten wir mal ab, wann an der Aller das nächste Mal mit dem Unparteiischen gehadert wird.

Wolfsburger Schirifreunde

Das Spiel war eine halbe Stunde alt, als Bole allein auf Benaglio zulief, statt alleine abzuziehen aber uneigennützig auf Bellarabi passte, der den Ball locker ins Tor schob. 1:0 für den BTSV. Geht doch!

Während der Anhang des VfL zu Beginn wenigstens noch ab und an mal das Maul aufbekam, um den großen Nachbarn zu beschimpfen, wurde es doch jetzt in der Heimkurve leise. Der Rest des Stadions – auch das war beim Tor gut zu erkennen – ohnehin zu großen Teilen Blau und Gelb. Übrigens auch die VIP-Loungen, was ich dann ja mal richtig geil finde.

So ging es also entspannt in die Pause, vom Heimanhang konnte man quer über den Platz mitbekommen, dass er die Hosen gestrichen voll hatte – waren doch beim Abschlusstraining sogar ein paar Fans aufgetaucht und heute hatte es gar einen „Fanmarsch“ gegeben. Und nun lag man zurück. Das wird Montags im Werk ja lustig werden.

Arena im Allerpark, Wolfsburg

Nach Wiederanpfiff gab’s dann das nächste lustige Spruchband:

Wolfsburg: In Europa kennt Euch keine Sau

Nun, richtig ist, dass unsere letzten Pflichtspielauftritte außerhalb der Bundesgrenzen schon über dreieinhalb Dekaden zurückliegen und der VfL zwischenzeitlich das ein oder andere Spiel in europäischen Wettbewerben gemacht hat. Wir konterten das jedenfalls mit dem üblichen „EUUU-ROPA-POKAAAAAL“.

Auf dem Feld war Wolfsburg verzweifelt bemüht, den Ausgleich zu erzielen, was dem BTSV die ein oder andere Kontermöglichkeit bot.

Zur 67. Minute dann bei uns die übliche Reminiszenz an die Deutsche Meisterschaft der Eintracht, was dann zur letzten Tapete in der Heimkurve führte, auch wenn die Wolfsburger Hinchas wie üblich Probleme hatten, ihr Ding hochzukriegen:

Deutscher Meister 1967 Eintracht Braunschweig

Gibt einem natürlich auch einen schönen Einblick in die Werte, Normen und Altersstruktur der Wolfsburger Szene, sowas.

Wie dem auch sei, die Löwen erlösten den waidwunden Wolf in der 86. Minute, als Kumbela mit seinem ersten Bundesligatreffer das vorentscheidende 2:0 erzielte.

Das Stadion am Durchdrehen, alles, was Blau-Gelb war, feierte, wohingegen ein großer Teil der Fehlfarben bereits das heimische Stadion verließ, so dass man die letzten paar Minuten unter sich war. War auch mal schön, muss auch mal sein.

Der Rückweg dann wieder durch den Regen, Getränke gabs natürlich nirgends, dafür versuchten Wolfsburger Rentner, die unter Polizeischutz und über einer Unterführung standen, den Braunschweiger Anhang anzurotzen. Großes Kino!

Per Sonderzug ging es dann nach Braunschweig zurück, wo der Bahnhofskiosk um ein paar Büchsen Wolters erleichtert werden wollte, die man gleich vor Ort trank. Immerhin gab es für mich den ersten Bundesligasieg seit 10.430 Tagen und den ersten Bundesligaauswärtssieg ever zu begießen.

Liebe Wolfsburger, vielen Dank für diesen feinen Schnupperkurs. Hat uns gut gefallen. Wir bleiben dann wohl länger in der Bundesliga.

Ach so, eins noch: Ewige Tabelle, Ihr Arschgeigen!

VFL WOLFSBURG: Diego Benaglio – Christian Träsch, Ronaldo „Naldo“ Aparecido Rodrigues, Robin Knoche, Ricardo Rodriguez – Luiz Gustavo Dias, Jan Polak (Daniel Caligiuri, 59′) – Ja-Cheol Koo, Diego Ribas da Cunha, Marcel Schäfer (Ivan Perisic, 46′) – Ivica Olic (Stefan Kutschke, 70′). TRAINER: Dieter Hecking

BTSV: Daniel Davari – Omar Elabdellaoui, Ermin Bicakcic, Deniz Dogan, Ken Reichel – Marco Caligiuri, Norman Theuerkauf, Timo Perthel (Torsten Oehrl, 80′) – Karim Bellarabi (Dennis Kruppke, 88′), Mirko Boland – Orhan Ademi (Domi Kumbela, 70′). TRAINER: Torsten Lieberknecht

SCHIRI: Guido Winkmann (Kerken)

TORE: 0:1 Karim Bellarabi (31′), 0:2 Domi Kumbela (86′)

ZUSCHAUER: 30.000, ausverkauft – so wurde es vom Werkssprecher vermeldet. 10.000 Gäste würd ich mal schätzen, eher mehr.

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U19-Conti-Cup Viertelfinale: BTSV – Hannover 96 0:3 (0:1)

02. Oktober 2013
Eintracht Braunschweig Rheingoldarena,
Braunschweig
Scheißhannover

Nach der Arbeit ging es direktemeng zum Stadion, wo zunächst mal ein Torsten-Lieberknecht-Gutfinden-Flashmob vor sehr beachtlichen 400 Leuten stattfand.

Das war aber nicht der eigentliche Zweck meines Besuchs, der galt unserer A-Jugend, die heute gegen die Brut aus Scheiß-Hannover im Pokal ran durfte.

Dank der „Nebenveranstaltung“ blieben viele einfach mal zum Spiel, was der Jugend eine Wahnsinns-Zuschauerzahl bescherte. Ich sach mal, 200 waren das locker.

Die Rheingoldarena wurde ja regionalligafein gemacht, was bedeutet, dass wir nun einen 2,20m-Zaun vor der Nase haben. Gar nicht schön. Gucken kann man – wenn überhaupt – nur noch von der obersten Stufe. Dafür haben unsere werten Gäste jetzt ein paar Stufen (und zwar höhere als die Heimfans) und alle weiteren für die vierte Liga nötigen Annehmlichkeiten.

Das Spiel lange Zeit recht unspektakulär. Bei einem Foul wusste einer der Gäste zu gefallen, indem in unsere Richtung gestikuliert wurde, damit also auch ein wenig Emotionen im Spiel. Passiert ist aber nichts.

Das 0:1 war unschön, unschöner dann aber das Zeitspiel der roten Mistviecher. Leider vom Schiri nicht geahndet.

Auch nach dem 0:2 hatte man Hoffnung, dass noch was geht, bis dann das 0:3 durch Elfmeter den Endstand bedeutete.

BTSV U19: Hendrik Hilpert – Joao Pedro, Umed Zandi, Gunnar Niemann, Mohammed Baghdadi, Brian Behrens, Eros Dacaj (Mats Neumann, 60′), Dominik Wagenmann (Julius Düker, 49′), Sulhattin Capli (Niklas Albrecht, 84′), Yasin Ilter (Kaan Öztürk, 51′), Luca Rohrmann. TRAINER: Sascha Eickel

TORE: 0:1 Valmir Sulejmani (29′), 0:2 Benjamin Petrick (49′), 0:3 Tim Dierßen (81′, Foulelfmeter)

ZUSCHAUER: 200 Zuschauer, 50 Mann im Gästeblock, wobei nicht abschließend geklärt werden konnte, ob es sich dabei um dreckige Rote oder doch eher sonnenhungrige Braunschweiger handelte

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BL1: BTSV – VfB Stuttgart 0:4 (0:1)

29. September 2013
Eintracht Braunschweig Eintracht-Stadion,
Braunschweig
VfB Stuttgart

Über dieses Spiel zu berichten fällt mir sehr schwer. Was ist geschehen?

Nun, zunächst mal nicht so viel – der BTSV konnte die erste ordentliche Chance verbuchen, die Schwaben konterten direkt, aber Petko auf dem Posten.

Die Fans vom VfB laut, wir dafür leise, da ging die letzten Spiele erheblich mehr.

VfB Stuttgart im Eintracht-Stadion, Braunschweig

Auf dem Rasen macht der Gast deutlich, wer die größere Erfahrung hat, der BTSV teilweise böse am Schwimmen und dann – folgerichtig – in der 40. Minute das 0:1. Egal!

Nach der Pause dann leider ebenfalls recht schnell das 0:2 und damit begannen die Auflösungserscheinungen beim Spiel der Eintracht. Da ging jetzt nichts mehr.

Es folgten das 0:3 und 0:4 – einige Zuschauer bekamen das schon nicht mehr mit.

Damit könnte jetzt dieser Bericht enden – ich würde Euch aber dann vorenthalten, was nun geschah.

Eintracht-Stadion, Braunschweig

Statt zu pfeifen kommt aus fast 20.000 Kehlen ein „You’ll never walk alone“ – selbst die Haupttribüne stand geschlossen. Die gesamte restliche Spielzeit wurde durchgesungen.

Nach dem Spiel dann Feiern der Mannschaft – nein, nicht dafür, dass sie eine 0:4-Packung bekommen haben, sondern dafür, dass sie auch der BTSV sind.

Eintracht ist mein Verein und er wird’s immer sein!

BTSV: Marjan Petkovic – Omar Elabdellaoui, Ermin Bicakcic, Deniz Dogan, Ken Reichel – Marco Caligiuri, Kevin Kratz (Marc Pfitzner, 79′) – Karim Bellarabi, Mirko Boland – Simeon Jackson (Torsten Oehrl, 46′), Domi Kumbela (Orhan Ademi, 76′). TRAINER: Torsten Lieberknecht

VFB STUTTGART: Thorsten Kirschbaum – Gotoku Sakai, Daniel Schwaab, Antonio Rüdiger, Arthur Boka (Konstantin Rausch, 46′) – William Kvist, Christian Gentner – Ibrahima Traoré, Alexandru Maxim (Claudemir Jeronimo „Cacau“ Barreto, 87′), Timo Werner (Martin Harnik, 73′) – Vedad Ibisevic. TRAINER: Thomas Schneider
SCHIRI: Dr. Felix Brych (München)

TORE: 0:1 Vedad Ibisevic (40′), 0:2 Alexandru Maxim (50′), 0:3 Ibrahima Traoré (76′), 0:4 Martin Harnik (86′)

ZUSCHAUER: 22.760, Gästesteher voll, Sitzplätze hätte es für Gäste wohl noch ein paar gegeben

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